Mit dem HTC Hero halte ich - nach dem HTC Magic - nun das zweite (eigentlich dritte, denn das T-Mobile G1 wurde auch von HTC gefertigt) Smartphone von HTC auf Basis von Android™ in den Händen. Im Zeitalter des Recyclings überrascht es mich jetzt nicht weiter, dass die technischen Details dem Magic ähneln. Das neue Top-Modell kommt in den Farbtönen Weiß, Braun, Silbergrau und sogar in Pink auf den Markt. In Deutschland wird der Hero in unveränderter Fassung über E-Plus vertrieben. Bei T-Mobile nennt sich das gute Stück "G2 Touch" und wird exklusiv in der Farbe (ist es eigentlich eine Farbe) Schwarz vertrieben. Der Touchscreen ist wieder 3,2 Zoll groß und bietet eine Auflösung von 320×480 Pixel. Die Oberfläche wurde – ähnlich wie beim Apple iPhone 3G S mit einer speziellen Beschichtung versehen, die die Empfindlichkeit für Fingerabdrücke und Schlieren senkt. Gesteuert wird der HTC Hero wieder über den schon vom T-Mobile G1 bekannten Trackball. Neben HSDPA und WLAN sowie Bluetooth kann der Hero auch mit HSUPA aufwarten. Der eingebaute GPS-Empfänger und ein digitaler Kompass sorgen für die passende Orientierung im Großstadtdschungel. Eine 5-Megapixel-Kamera macht dann die passenden Bilder. Erstmalig hat HTC auch die Stimmen der Musikfans erhört und eine 3,5-Millimeter-Buchse für Standardkopfhörer verbaut. Ob der Hero wirklich heldenhafte Qualitäten vorweisen kann, oder doch eher ein Update des HTC Magic ist, können Sie in meinem folgenden Bericht nachlesen.
Design/Haptik/Verarbeitung
Mit seinen Abmessungen von knapp 112 x 56 x 14 mm ist es ähnlich dünn wie das HTC Magic (113 x 55 x 14 mm), das G1 ist aufgrund der vollwertigen Tastatur etwas dicker geraden (118 x 56 x 17 mm). schon fast ein " Flachmann". Beim HTC Hero kommt wieder eine virtuelle Klaviatur zum Einsatz, Android™ 1.5 sei Dank. Der matt-weiße Kunststoff des Gehäuses macht einen sehr wertigen Eindruck. Der Hero klebt durch die spezielle Beschichtung des Materials praktisch in der Hand. Der vom G1 bekannte Knick im unteren Teil ist auch beim Hero wieder mit von der Partie. Mit seinen 135 Gramm Gewicht hat es im Vergleich zum Magic allerdings ordentlich zugelegt. Der Hero wirkt "wie aus einem Guss" gefertigt, die Ecken und Kanten wurden leicht abgerundet. Um noch mal auf das Gewicht zurück zu kommen, das Magic ist fast 20 Gramm leichter und verfügt dennoch über einen kaum schwächeren Akku.
Auf der Vorderseite fällt einem sofort der 3,2-Zoll-Touchscreen ins Auge. Die Oberfläche wurde mit einer Anti-Fett-Beschichtung versehen. Dieser "Lotus-Effekt" soll verhindern, dass die Darstellung durch Fettschlieren beeinflusst wird. Das klappt unter normalen Umständen ganz gut, bei direkter Sonneneinstrahlung verliert diese Beschichtung aber deutlich an Sinn. Insgesamt betrachtet funktioniert sie genauso gut wie beim neuen Apple iPhone 3GS.
Die Rückseite des Hero besteht quasi nur aus dem Akkudeckel dieser besteht - wie bereits erwähnt - auch mattem Kunststoff. Der Deckel selber sitzt nicht mehr so stramm wie beim G1, macht aber einen anständig verarbeiteten Eindruck. Ein Knarzen kann man ihm nur unter größerem Druck entlocken. So hat die Verarbeitung des Hero einen fast schon vorbildlichen Charakter.
Die Kameraoptik auf der Rückseite wird recht gut gegen Kratzer geschützt. Sie wurde nämlich versenkt eingebaut und bekommt so keinen direkten Kontakt mit der Auflagefläche. Staubpartikeln ist sie aber dennoch schutzlos ausgeliefert. Der Touchscreen setzt alle Eingabeaufforderungen sehr zügig um. Manchmal genehmigt sich der Hero aber eine kleine Gedenksekunde. Im Gegensatz zum G1 wirken die 528 Mhz der CPU beim Hero aber recht spritzig. Das Android™ Betriebssystem wurde für eine "Einhand-Bedienung" ausgelegt und das klappt auch beim Hero ganz gut. Der kapazitive Touchscreen erlaubt keine Bedienung mit dem Fingernagel oder Stylus. Handgeschriebene Notizen oder Skizzen - wie auf Modellen mit Windows Mobile - sind daher nur schlecht möglich. Der Hero ist in der Lage auch Multi-Touch zu nutzen. Alle Eingaben auf dem Touchscreen werden auf Wunsch durch einen Ton bzw. durch Vibration bestätigt. Wer das nicht mag, der kann das mitunter etwas nervige Feedback auch abschalten.
Die Bildschirmtastatur ist ähnlich wie beim HTC Magic gestaltet worden, gefällt mir persönlich aber einen Tick besser. Das mag mitunter an der grafischen Aufbereitung liegen.
Mangels vollwertiger Tastatur ist man auf das - auch im Quermodus verfügbare - virtuelle Pendant mit seiner guten T9-Texterkennung angewiesen. Die Bedienung geht dann ähnlich flott von der Hand, wie auf dem Apple iPhone oder dem LG Arena. Nur echte Vielschreiber werden mit der Bildschirmtastatur keine rechte Freude haben. Für ein paar SMS oder E-Mails zwischendurch reicht sie vollkommen aus. Ich will allerdings nicht verschweigen, dass es ein wenig Übung erfordert auch ohne direktes taktiles Feedback auszukommen.
Die HTC-typische ext-USB-Ladebuchse befindet sich an der Unterseite des Mobiltelefons. Gleichzeitig Musikhören und dladen ist beim Hero kein Problem mehr. HTC hat zudem endlich einen 3,5 mm Klinkenanschluss eingebaut. Die leidigen und oft recht unflexiblen Adapter aus dem Zubehörmarkt, zum Beispiel der hauseigene HTC YC-A300 Adapter sind damit Geschichte. So ist auch eine dauerhafte Berieselung per Internetradio oder Musicplayer möglich.
Will man die recht kleine Speicherkarte wechseln - der Hero kann auch 16 GB micro-SDHC-Karten verdauen – so muss man zunächst den Akkudeckel entfernen. Der Laut-/Leiseregler wurden diesmal direkt in das Gehäuse eingelassen und befindet sich auch der linken Seite. Einen Auslöser für die Kamera sucht man beim Hero allerdings wieder vergebens. Spontane Schnappschüsse sind so kaum möglich.
Unterhalb des Touchscreens befinden sich insgesamt sechs Tasten und ein Trackball, wie er auch bei BlackBerrys oder anderen Mobiltelefonen (z. B. Samsung SGH-i550) eingesetzt wird. Drückt man die mit einem Häuschen gekennzeichneten Taste, so erscheint der Standby-Screen. Die "menu" beschriftete Taste ist nahezu selbst erklärend und öffnet beim Hero die Programmübersicht, sprich das "normale Handymenü". Der unten rechts verbaute und mit einem Pfeil gekennzeichnete Drücker löscht Eingaben, bzw. springt einen Menüeintrag zurück. Daneben befindet sich wieder eine speziellen Suchen-Taste. Drückt man diese, so erscheint ein Feld, wo nach Eingabe des Suchbegriffs direkt eine Abfrage bei Google gestartet wird. Die beiden Hörertasten zur Gesprächssteuerung befinden sich an linken, respektive rechten Außenseite. Im Gegensatz zum Magic kommt beim Hero wieder ein recht kleiner Trackball zum Einsatz. Er ähnelt eher dem des G1. Bei den BlackBerrys ist ein Trackball ja de facto Standard, obwohl RIM beim neuen BlackBerry Curve 8520 nun ein optisches Trackpad einsetzt. Bei den Designern anderer Smartphones ist der kleine Ball wohl nicht so beliebt. Das ist nicht unbedingt verwunderlich, der Umgang mit dem recht nervösen Trackball erfordert ein wenig Übung. Hat man sich daran aber erst einmal gewöhnt, dann klappt die Steuerung recht präzise. Für Actiongames ist diese Form der Steuerung aber ungeeignet. Leider kann man die Sensibilität immer noch nicht selber einstellen.
Größenvergleich (iPhone 3GS, Nokia N97)
Technik/Branding
Technisch betrachtet punktet der Hero sowohl mit einer guten Ausstattungsliste als auch Lieferumfang. Neben dem exzellenten 3,2-Zoll-Touchscreen mit einer Auflösung von 320 x 480 Pixel bietet der Hero dem Hobbyfotografen diesmal sogar eine 5-Megapixel-Kamera mit Autofokus, allerdings mal wieder ohne Beleuchtungsmöglichkeit. Mit seinen knapp 65.00 möglichen Farbkombinationen gehört das Display sicher nicht zu den farbenprächtigsten Vertretern seiner Art. Neben einem Musicplayer bietet der Hero natürlich auch einen Videoplayer. Die Kamera ist in der Lage, Videos mit einer maximalen Auflösung von 352 x 288 Pixel aufzunehmen. Über den Android™-Market kann man seinen Helden mit weiterer Software aufrüsten. Hier findet man Perlen, wie Videoplayer und Internetradios, aber auch Müll. Als Quadband-Gerät (GSM 850/900/1800/1900) mit Unterstützung für den UMTS Datendienst HSDPA ist es nahezu überall auf der Welt einsetzbar. Dank HSUPA profitiert man nun auch von einem schnellen Upload. Bilder und Videos werden mit maximal 2 Mbit/s durch den Äther gejagt. Kontakt mit der Außenwelt nimmt der HTC Hero sowohl über Bluetooth (2.0) samt A2DP als auch über WLAN und USB 2.0 auf. Die T-Mobile Variante G2 Touch zeigt beim Starten zunächst das T-Mobile Logo, der Startbildschirm des Hero wird von einem Link zum Mobilfunkanbieter geziert, zudem wurden die Netzeinstellungen bereits für T-Mobile definiert. Diese können aber verändert werden. Wer den Link zu Web'N'Walk als störend empfindet, kann ihn einfach in den Papierkorb verschieben. Das Gehäuse ziert ein "T-Mobile Schriftzug". Mehr Branding gibt es nicht! Der G2 Touch hat keinen SIM-Lock und kann damit mit allen verfügbaren SIM-Karten genutzt werden. Die Providereinstellungen müssen dann allerdings händisch eingegeben werden. Man sollte sich nur vorher über einen passenden Datentarif Gedanken machen.
Natürlich wurde auch der Hero wieder "in seinen Rechten" beschnitten, sprich ohne sogenannte "Root"-Rechte ausgeliefert. Das hat zur Folge, dass manche Programem nicht auf alle Funktionen und Dateimanager nicht auf das komplette Dateiverzeichnis zugreifen können. Da geht es den Benutzer von Android-basierten Smartphones ähnlich, wie den Apple iPhone-Jüngern ohne Jailbreak. Dank einiger findiger Freaks wurde dieses Problem aber bereits gelöst.
Wer dazu mehr lesen will, sollte dieses Forum besuchen.
Lieferumfang
Zum Lieferumfang des 499 € (UVP) teuren Schmuckstücks gehören neben einer 2 GB großen microSD-Speicherkarte auch ein mäßiges Stereo-Headset sowie diverse Bedienungsanleitungen, ein Reiseladegerät mit abnehmbaren Steckdosenadapter und ein USB-Datenkabel.
Display
Das recht helle Display gibt Texte, Grafiken und Videos mit einer Auflösung von 320 x 480 Pixel bei 65.000 möglichen Farbkombinationen wieder. Die wirklich gelungenen und nahezu selbsterklärenden Icons sind ausreichend groß so dass man den Hero bequem mit einer Hand bedienen kann. Fotos und Videos können auf dem Display sowohl im Hoch- als auch im Querformat betrachtet werden. Dank des integrierten Lagesensors dreht sich der Bildschirminhalt nämlich mit dem Hero. Bei direkter Sonneneinstrahlung büßt das Display seine ansonsten sehr gute Ablesbarkeit leicht ein. Es ist dann nicht mehr ganz so gut ablesbar und hinkt dem Display eines Apple iPhones leicht hinterher. Wirklich störend ist dieser Umstand aber nicht. Wie bereist erwähnt, wurde die Displayoberfläche mit einer Anti-Fett-Beschichtung versehen. Dieser "Lotus-Effekt" soll verhindern, dass die Darstellung durch Fettschlieren beeinflusst wird. Das klappt unter normalen Umständen ganz gut, bei direkter Sonneneinstrahlung verliert diese Beschichtung aber deutlich an Leistungsfähigkeit. Insgesamt betrachtet funktioniert sie genauso gut wie beim neuen Apple iPhone 3GS.
Menü/Bedienung/"Sense"
Mit Android™ geht die Open Handset Alliance einen anderen - angeblich intuitiveren - Weg. Wie man ein Mobiltelefon recht einfach und schnell bedienen kann, zeigen uns nicht zuletzt die Benutzeroberflächen von Apple und LG. Die Menüoberfläche des Hero namens "Sense" ähnelt auf den ersten Blick dem TouchFlo der Windows Mobile Smartphones. Interessanterweise wird sie intern, sprich im Dateisystem des Hero auch so genannt.
Im Gegensatz zum Magic bilden nun sieben unterschiedlich konfigurierbare Bildschirme die Schaltzentrale. Diese Startbildschirme (in "Fachkreisen" nennt man die "Homescreens") kann man mit sogenannten "Widgets" aufrüsten.
Die Zahl der Widgets hat sich seit den Tagen des T-Mobile G1 merklich erhöht. Neben einer hübsch animierten Wettervorhersage steht z. B. eine Weltzeituhr aber auch die normalen Tageszeit in Form einer Analoguhr bzw. Digitaluhr zur Auswahl. Hinzu kommen ein Kalender, ein Twitter-Klient sowie der Musicplayer. Das Musicplayer-Widget zeigt dabei immer den aktuellen Titel sowie das Cover-Art an, kann in zwei unterschiedlichen Designs genutzt werden und erlaubt so die Steuerung der Songs. Die Zahl der zur Verfügung stehenden Widgets ist recht groß und kann im Android™-Market noch erweitert werden. Dort findet man zum Beispiel das recht hilfreiche Battery-Widget, das einem die verbleibende Akkulaufzeit in Prozent anzeigt.
Neben den aktiven Widgets kann man sich auch passive Verknüpfungen, z. B. zu den Kontakten, zum Browser oder den installierten Programmen erstellen. Wie das funktioniert? Einfach das entsprechende Icon oder Widget per drag & drop auf einen beliebigen Startbildschirm ziehen, loslassen und fertig. Auch Verknüpfungen zu Playlisten und Lesezeichen kann man sich so einrichten.
Das eigentliche Hauptmenü versteckt sich hinter dem kleinen Pfeilsymbol auf der linken Seite. Man kann es durch einen simplen Fingerstreich von unten nach oben „aufziehen“. Das Hauptmenü listet dann alle installierten Anwendungen und Spiele in alphabetischer Reihenfolge auf. Wer allerdings - wie ich - im Laufe der Zeit viele Programme installiert hat dem geht durch diese Listenansicht schnell die Übersicht verloren. Ähnliche Erfahrung machen aber auch Nutzer eines Apple iPhones. Dort kann man die Icons zwar frei verschieben, sie werden aber auf vielen Bildschirmen verteilt. Insgesamt betrachtet sind die sieben Homescreens beim Hero aber eine enorme Weiterentwicklung, zumindest im Vergleich zum HTC Magic. So macht die "Sense"-Oberfläche schon mehr Sinn.
Ähnlich wie bei der E-Serie von Nokia kann man auf dem HTC Hero nun auch "Themen" nutzen. Bei HTC nennt man sie aber "Szenen". Neben Arbeit, Spielen und Sozial gibt es auch noch die HTC-Variante. Selbst eigene Anordnungen und Hintergründe sind kein Problem. Wechselt man in eine andere Szene, so ändern sich die genutzten Widgets sowie Hintergrundbilder. Sehr hübsch anzusehen.
Anwendungen
Bevor wir uns den vorinstallierten Programmen beim HTC Hero widmen, sollte man sich einmal wieder die System-Philosophie, wenn man sie so nennen mag, von Android™ zu Gemüte führen. Die da lautet "wir liefern das Grundgerüst, das schmückende Beiwerk (die Programme) liefern die freien Programmier". Die Zahl der mitgelieferten Anwendungen ist dennoch recht umfangreich. Neben den üblichen PIM-Anwendungen, wie E-Mail, Kalender und Kontaktverwaltung gibt es auch einen Taschenrechner, eine Uhr mit Weckfunktion und sogar einen Twitter-Klienten namens "Piep".
Für die Freunde mobiler Büros, ist sogar ein Office-Programm namens "QuickOffice" vorinstalliert. So kann man auch unterwegs Office-Dateien anzeigen. Ein spezieller PDF Viewer zeigt sogar PDFs an. Ein recht einfacher Dateimanager erlaubt das Kopieren, Verschieben und Löschen von Dateien. Natürlich hat man auch dem Hero die komplette Produktpalette von Google mit auf den Weg gegeben. Folglich findet man auf dem Hero neben YouTube auch Google-Mail (mit Latitude) & Google-Maps.
Weitere Programme, wie eine Aufgabenverwaltung kann man dann im Android™-Market herunter laden. Hier gibt es neben echten Perlen, wie zum Beispiel einem kostenlosen Programm für zeitgesteuerte Profile, auch eine Menge unnützer Software. Aber der AppStore von Apple macht es auch nicht viel besser, ist allerdings in meinen Augen mit besseren Programmen ausgestattet.
Im Market werden Anwendungen vorab grundsätzlich nicht durch Google übergeprüft, dies bleibt dann dem Nutzer überlassen. Eine spezielle Meldefunktion weist Google auf sogenannte "Malware" hin. Das hat den Vorteil, dass eine Anwendung innerhalb von 6-8 Stunden im Market verfügbar ist. Apple braucht hierfür 2-6 Wochen! Aber zurück zum HTC Hero. Auf Anrufe reagiert es sowohl durch Vibration, als auch durch gleichzeitiges Klingeln und Vibrieren oder aber eben nur mit dem Klingelton. Die Systemsounds sind zwar änderbar, allerdings nicht wirklich intuitiv.
Die Kontaktverwaltung wurde optisch an die neue Sense-Oberfläche angepasst. Während die Kontakte alphabetisch sortiert angezeigt werden, kann das Hero auch die den Kontakten zugewiesenen Fotos anzeigen. Eben genauso wie beim TouchFlo auf den Windows Mobile Smartphones. Über eine Leiste am unteren Displayrand kann man seine Kontakte den Favoriten zuordnen bzw. in Anrufergruppen zusammenfassen. Die notwendigen Kontaktdetails kann der User dann nachträglich hinzufügen. Dazu gehören jetzt auch Verknüpfungen zu den beliebten "Social Networks" wie Facebook oder dem Bilderdienst Flickr. Zusätzlich sind zahlreiche Informationsdetails wie Festnetz und Mobilnummer, E-Mail, Anruferbild und mehr möglich. So zum Beispiel auch Notizen zu einem Kontakt. Im Telefonbuch findet man auch das Telefonprotokoll, in dem eingehende und ausgehende Anrufe verzeichnet werden. Spezielle Felder für Geburtstage und Jahrestage sind zwar vorgesehen, werden dann aber nicht im Kalender angezeigt.
Auf Wunsch wird auch ein Bild des Kontaktes abgespeichert und bei einem Anruf angezeigt. Kontakte lassen sich durch Eingabe der entsprechenden Buchstaben durchsuchen. Die Suche kann auch auf die SIM-Kontakte begrenzt werden.
Stichwort Terminverwaltung, der Kalender bietet neben der üblichen Tagesagenda auch eine Wochen- und Monatsansicht und informiert so auf einen Blick über anstehende Termine. Selbst eine Übersicht aller Termine wird angeboten. Wer regelmäßig den gleichen Termin wahrnehmen muss, für den hat HTC auch eine Wiederholungsfunktion vorgesehen. Terminüberschneidungen werden bei der Eingabe aber nicht angemahnt. Hier vertraut das HTC Hero wohl der Übersicht seines Herrn und Meisters. In der Wochen- und Monatsübersicht wird die Termindauer durch entsprechend lange Balken dargestellt. In der Tagesansicht zeigt der Hero nun sogar eine Wettervorhersage an. Wer seinen Kalender bei Google pflegt, kann auf dem Hero auch mehrere davon verwalten. Über eine Sprachwahl oder gar Sprachsteuerung verfügt der Hero nicht. Auch mit Java kann er ab Werk nichts anfangen, aber auch hier gibt es im Android™-Market einen passenden Interpreter namens JAVA/J2ME Runner.
Unterhaltung
An der optische Anmutung hat man bei HTC noch einmal ordentlich geschraubt. Die Coverarts im Player werden beim einem Liedwechsel - ähnlich wie beim iPhone durch einen horizontalen Fingerstreich - umgeklappt und mit einer Spiegelung dargestellt. Etwa in der Bildschirmmitte wird das Coverart dargestellt, in der unteren Leiste befinden sich drei virtuelle Drücker zur Lied-Steuerung. Der Sound klingt in Verbindung mit dem mitgelieferten Stereo-Headset etwas flach und bassarm. Dank der 3,5 mm
Klinkenbuchse kann man aber problemlos höherwertige
Pendants anschließen. So wird die
Klangqualität deutlich angehoben und kann auch mit MP3-Playern
aus dem Mittelklassesegment mithalten.
Um die maximale Soundqualität des Hero
testen zu können, habe ich neben meinem Referenzkopfhörer, dem iGrado von Grado, auch noch den weit verbreiteten und überaus günstigen Koss
Porta Pro, einen Sennheiser CX300 sowie den EP 630 von Creative Labs eingesetzt. Die von HTC entwickelten weißen Kopfhörer sehen zwar trendy aus und sind auch gut für Gespräche geeignet, bieten aber keinen wirklich guten Soundgenuss.
iGrado von Grado
(C) Grado
Koss Porta Pro
(C) Koss
Sennheiser CX300
(C) Sennheiser
Creative Labs EP630
(C) Creative Labs
Der iGrado fordert bekanntlich ein sehr hohes Eingangssignal um in Wallung zum kommen. Leider reicht die maximale Lautstärke des HTC Hero nicht aus, um die mitunter als recht groß empfundenen Wandler in ausreichende Schwingungen zu versetzen. Somit scheidet der iGrado bereits in der ersten Runde aus.
Der Sennheiser CX300
ist als recht günstiger InEar eine sehr gute Alternative, fällt im Bassbereich aber in meine Ohren auch noch zu früh ab. Aber da kommt der Creative
Labs EP 630 ins Spiel und kann seinen Trumpf ausspielen. Endlich präsentiert auch der Hero dem Trommelfell nahezu amtliche Bässe. Leider geht das dann zu Lasten der Höhen und die Mitten werden etwas in die Breite gezogen. Für einen Kopfhörer, der bei
Amazon knapp 18 € kostet, bietet der Creative
Labs EP 630 aber dennoch ein unglaubliches Preis- Leistungsverhältnis. Der kleine Koss
Porta Pro spielt mit dem Hero ebenfalls gut zusammen, liefert ausreichend Bass und kappt die Höhen nicht ganz so früh. Grundsätzlich kann man mit dem Hero über das A2DP Bluetooth-Profil den Sound auch über
Stereo-Bluetooth-Kopfhörer, wie zum Beispiel dem Motorola S9, ausgeben. Aufgrund des damit einhergehenden, erhöhten Stromverbrauchs ist das beim Hero aber nicht sehr ratsam. Equalizer-Presets bietet der Musicplayer leider immer noch nicht an. Der Klang kann so nicht mal ansatzweise mit einem Nokia 5800 XM oder Samsung BeatDJ mithalten. Mitunter klingen sogar die Geräte aus eigenem Hause mit Windows Mobile besser.
Folgende Alben aus den Bereichen
Klassik, Electronic, Pop wurden - neben vielen anderen - zum Test
genutzt. Im Bereich "Trance" mit seinen elektronischen Sounds und Filtersweeps kam Armin van Buurens wöchentlicher Podcast "A State of Trance" zum Einsatz. Der Song "I against I" von Mos Def aus dem Soundtrack zu "Blade 2" hat eine starke Bassbetonung und ist
daher für einen Test in meinen Ohren gut geeignet. Ebenso wie der Song "Damn Those Eyes" von Kane, der einen sehr gute Dynamik aufweist. Sämtliche MP3 wurden eigenhändig mit mindestens 256 kbit unter Zuhilfenahme der Software "LAME" kodiert.
Sarah Brightman
(Symphony)
Assemblage23
(Storm)
The Corrs
(Talk on Corners)
OST Elizabethtown
Einen großen Funktionsumfang kann der Musikplayer im Hero nicht vorweisen. Immerhin kann man seine Songs nach
verschiedenen Kriterien, wie z. B. Interpreten, Alben und Titel sortieren.
Wer es abwechslungsreicher mag,
kann seine Songs in zufälliger Reihenfolge abspielen oder aber eben in einer Schleife vor sich hindudeln lassen. Über
Wiedergabelisten verwandelt
man den Hero zu einer recht passablen Musikbox. Dann sollte man aber den Touchscreen sperren. Durch die Multitaskingunterstützung kann man seine
Songs auch im Hintergrund weiter laufen lassen und nebenher noch andere
Aufgaben erledigen. Ein Radio liefert das HTC Hero leider nicht. Im Android™-Market gibt es in Form des Internetradios passenden Ersatz, zumindest wenn man über eine Datenflatrate verfügt.
Videos machen auf dem 3,2-Zoll-Display - gerade im Quermodus - richtig Spaß, werden ab einer Größe von mehr als 480 x 360 Pixel aber etwas rucklig abgespielt. Hier scheint der Prozessor an seine Grenzen zu kommen.
Klang
Obwohl der Hero nur über einen rückseitig verbauten Lautsprecher verfügt, ist die maximale Lautstärke des Musicplayers ausreichend, um am Arbeitsplatz (sofern dieser nicht gerade auf einer Baustelle liegt) als MP3-Player-Ersatz herzuhalten. Dann sollte man ihn aber am besten auf die Displayseite ablegen. Gespräche über die eingebaute Freisprecheinrichtung sind akustisch kein Problem. Während eines Gesprächs werden die Stimmen etwas dumpf und gelegentlich auch mit einem Echo wieder gegeben, als störend wurde das von mir aber nicht empfunden. Ein Hintergrundrauschen ist zwar wahrnehmbar, beeinflusst die Qualität der Gesprächsübertragung aber nur unbedeutend. Die zahlreichen Klingel- und Signaltöne sind eher dezent. Wer sie nicht mag kann zumindest die werksseitigen Klingeltöne durch eigene MP3 ersetzen. Die Signaltöne lassen sich ab Werk nicht sonderlich weit personalisieren, dazu muss man wieder mal auf dem Market zurückgreifen, frei nach dem Motto "Gibt es da nix von Ratio....".
Connectivity (Internet/E-Mail/GPS)
Der Hero wird mit Quadband (GSM 850/900/1800/1900-Netze) und Unterstützung für UMTS samt HSDPA, HSUPA und WLAN ins Rennen geworfen. Der integrierte Browser unterstützt dabei alle gängigen Standards (HTML, XHTML, WAP) und kann HTML Seiten so anzeigen, wie man sie vom Desktop her kennt.
Von der Geschwindigkeit her steht der Browser des Hero dem des iPhone in nichts nach. Das ist allerdings auch kein Wunder, basieren beide doch auf dem gleichen Grundgerüst namens Webkit. Neuerdings kann der Browser sogar Flash-Inhalte wiedergeben. Die neue Flash Mobile-Version ist zwar deutlich leistungsfähiger, als das bisher auf Mobiltelefonen verwendete Flash Lite 3.1, kann einen vollwertigen Flash-Player aber immer noch nicht ersetzen.
Surft man auf die Desktop-Version von YouTube, so werden die Film-Thumbnails fehlerfrei angezeigt. Die Filme kann der Browser trotzdem nicht abspielen. Der Play-Button reagiert nicht auf den entsprechenden Klick. Auf meiner Webseite wird Flash gar nicht abgespielt, stattdessen taucht ein Fehler-Icon auf. Grund hierfür ist der Umstand, dass Flash Mobile derzeit nur bis Flash 7 kompatibel ist. Dank MultiTouch kann man beim Browser stufenlos zoomen. Hierzu muss man einfach zwei Finger zusammen- oder auseinander ziehen. Das funktioniert absolut perfekt und flüssig. Alternativ kann man die Webseite auch einfach per Doppeltipp auf die gewünschte Stelle vergrößern.
Natürlich dreht sich der Browserinhalt beim aktuellen Release von Android™ automatisch mit dem Hero mit.
Das Thema E-Mail war beim Magic keine echte Stärke. Zumindest dann nicht, wenn man auf ein Google-Mail-Konto verzichten wollte oder musste. Dann lieferte das Magic nämlich keine Pushmails aus. Auch der Sync mit Outlook war nicht möglich. Daher nun eine gute Nachricht, eigentlich sogar zwei gute Nachrichten: Wer die E-Mail-Dienste von anderen Anbietern nutzen möchte, der kann neben dem manuellen Einsammeln über IMAP oder POP nun sogar MS Exchange nutzen. Anhänger von Microsoft Outlook werden dank HTC Sync auf dem PC nun Anschluss an die heimische Kontakdatenbank bzw. den Kalender finden.
Für Freunde "ungepflegter" Kommunikation gibt es dank "Google Talk" sogar einen Instant Messager. Durch die Bildschirmtastatur ist der Hero aber nicht unbedingt für die aktive Kommunikation gerüstet. Wer mit dem Hero liebäugelt möge bedenken, dass es nahezu ständig online ist, um Kontakte, E-Mails und Nachrichten aktuell zu halten. Ohne den passenden Datentarif kann es daher teuer werden.
Kamera/Video
Wie sieht es mit der Qualität der Optik der eingebauten Kamera aus? Immerhin setzt der Hersteller - im Gegensatz zu den bisherigen Androiden - diesmal eine Optik mit fünf Megapixel ein. Auf eine Beleuchtungsmöglichkeit in Form einer LED oder gar eines XENON-Blitzes muss man allerdings wieder verzichten.
Immerhin hat HTC dazu gelernt und bietet nun die üblichen Einstellungsmöglichkeiten an. Im Gegensatz zur Kamerasoftware des iPhone 3GS kann man bei Hero Weißabgleich, Messmodus und Effekte verändern.
Videos kann man mit dem Hero nur in maximaler Auflösung von 352 x 288 Pixel drehen.
Die Fotoqualität fällt unter freiem Himmel und bei gutem Wetter gut aus.
Die Bildschärfe hingegen lässt bei nicht ganz so optimaler Beleuchtung deutlich zu wünschen übrig, die Bilder wirkten "milchig". Insgesamt hat die Kamerasoftware definitiv Probleme mit der richtigen Belichtung, die Fotos werden zu dunkel wieder gegeben, so dass manche Details im Schatten verschwinden. Farben werden außerdem etwas zu stark dargestellt, besonders Blau scheint es der Kamerasoftware angetan zu haben. Dank des integrierten GPS-Empfängers werden die Bilder auf Wunsch mit den passenden Längen- und Breitengraden versehen, Geotagging nennt man das heutzutage. Mit dem Programm Footprints lässt sich später die Entstehungsreihenfolge der Bilder nachvollziehen. Für Schnappschüsse eignet sich das Hero nur bedingt, denn es fehlt eine eigene Taste für den Kameraauslöser. Die Kamera selber ist nach knapp 2-3 Sekunden einsatzbereit, das ist zu lang. Der Autofokus benötigt knapp 1 Sekunde fürs Scharfstellen und etwa 2 Sekunden später ist das Bild auf der Speicherkarte abgespeichert. Ohne Speicherkarte kann man die Bilder nicht speichern.
Akkulaufzeit
Liebe Besitzer eines Apple iPhone 3G, in dieser Disziplin bildet euer geliebtes Mobiltelefon nicht allein das Schlusslicht! Im direkten Vergleich ist die Kraftzelle des Hero keinen Deut besser. Im normalen Betrieb (30 Minuten telefonieren, 20 Push-Mails,
90 Minuten MP3, ein paar Fotos) hält der Akku mit immerhin 1350 mAh knapp 12 Stunden. Schaltet man das UMTS ab, verlängert sich die Akkulaufzeit bei selber Nutzung auf etwa 14 Stunden. Ein dauerhaft aktiviertes GPS/WLAN hat auf die Akkulaufzeit keinen Einfluss, zumindest dann nicht, wenn der Hero sich im Standby-Modus befindet. Nutz man ein Internetradio (im Market verfügbar) macht der Hero bei konstanter 3G-Verbindung und abgeschaltetem Display nach knapp 6 1/2 Stunden schlapp. Internetnomanden sind knapp 6 Stunden per WLAN online. Intensivnutzer mit ausgeprägter Telefonitis werden ihr Schmuckstück daher täglich mindestens einmal laden müssen. Normalnutzer begleitet der Hero einen ganzen Arbeitstag, bevor ihm der Saft ausgeht. Das ist nicht wirklich viel, aber besser als noch beim T-Mobile G1. Seine Not signalisiert der Akku übrigens durch eine kleine, rot blinkende LED, die sich rechts neben dem Lautsprecher befindet. Während des Ladevorgangs leuchtet sie dann orange, vollständig aufgeladen wird sie grün.
Videotest
Fazit
Die neue Benutzeroberfläche "Sense" ermöglicht in Verbindung mit dem wirklich guten Touchscreen schon nach kurzer Eingewöhnung eine sichere und flotte Bedienung. Die virtuelle QWERTZ-Tastatur wird Vielschreiber zwar nicht umwerfen, für gelegentliche SMS oder E-Mails ist sie aber völlig ausreichend. Dank des Android™ Market hat man Zugriff auf eine nahezu unerschöpfliche Zahl von sinnvollen aber auch sinnfreien Spielen und Programmen. Das eingebaute GPS kann neben Geotagging auch als Navigationshilfe eingesetzt werden. Die Qualität der 5-Megapixel-Kamera reicht für Schnappschüsse aus, Urlausbilder würde ich ihr aber nicht anvertrauen. Eine der Stärken des HTC Hero ist sicherlich der hervorragende Browser. Die Akkulaufzeit macht aus dem Hero immer noch keinen Helden. In meinen Augen ist der Hero trotzdem der neue Held, sozusagen das bessere HTC Magic. Allen Interessierten würde ich aber auch zu einem Blick auf das Samsung i7500 raten.