Asus Padfone 2 Test

Veröffentlicht von Dirk Schuetzner am 07.03.2013
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Mit dem Padfone 2 bringt Asus wieder eine Kombination aus Smartphone und Tablet auf den Markt. Am Vorgänger, dem Asus Padfone, gab es wohl noch ein paar Details zu verbessern.  Mein Testgerät wurde mir von notebooksbilliger.de zur Verfügung gestellt und kann dort für  799 Euro mit 32 Gigabyte Speicher (nicht erweiterbar) erworben werden. Als Prozessor kommt beim Asus Padfone 2 nun ein 1,5 GHz schneller Qualcomm S4 Pro (Quad-Core-CPU) mit 2 Gigabyte Arbeitsspeicher zum Einsatz. Das Display bietet eine Diagonale von 4,7 Zoll und löst mit 720 x 1280 Pixel (312 ppi) auf. Die Kamera auf der Rückseite knipst Bilder mit 13 Megapixel und als Betriebssystem kommt Android 4.1 Jelly Bean zum Einsatz. Das mitgelieferte 10"-Tablet fungiert dabei eher als "Dock", in das man das Smartphone auf der Rückseite einschieben kann. Eine eigene CPU oder Arbeitspeicher hat es nicht. Das Smartphone  ist dabei das Gehirn und stellt seinen prozessor und Co zur Verfügung. Das Tablet selbst ist nur ein "hirnloser Sklave"  mit 10.1 Zoll Display  und einer Auflösung von 800 x 1280 Pixel. Immerhin nutzt es einen eigenen, 5.000 mAh starken Akku. Der Akku des Asus Padfone 2 bietet da nur 2.140 mAh.

Design & Verarbeitung und Haptik

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Das Asus Padfone 2 ist optisch ein ganz normales Smartphone. Der silberen Rahmen besteht aus Metall, die Rückseite ist etwa angerauht und damit sehr griffig. Das Design ist eher schlicht und unauffällig. Der Rahmen verjüngt sich zum Ende hin, so bekommt das Padfone 2 eine keilförmige Optik. Mit seinen Abmessungen von 138 x 69 x 9 mm und einem Gewicht von 135 Gramm haben wir schon einen größeren Vertreter seiner Art vorliegen. Trotzdem ist das Gewicht gut ausbalanciert. Die Verarbeitung des Padfoen ist über jeden Zweifel erhaben. Unterhalb des 4,7-Zoll- Displays findet man drei für Android-Smartphones übliche Sensor-Tasten. Die Schalter für Lautstärke und Power befinden sich auf der rechten Gehäuseseite. Einen gesonderten Kamera-Auslöser gibt es hingegen nicht.



Das Smartphone wird einfach auf der Rückseite des Tablets in einen Schacht eingeschoben. das funktioniert in der Praxis zuverlässig und sicher. So weist das Tablet-Dock allerdings auch einen deutlichen Buckel auf. Das Padfone 2 steht dabei etwas hervor, aus diesem Grund wackelt es auch auf dem Tisch. Die Dockingstation selbser besteht dabei aus Kunststoff. Die Rückseite ist dabei nicht angeraut. Tablet-Dock und Smartphone wiegen zusammen etwa 649 Gramm.

Mehr Bilder nach dem Klick

Der Schacht für die microSIM befindet sich auf der oberen Seite und besteht aus Aluminium. Direkt daneben findet man die Klinkenbuchse für den Kopfhörer.  Das Asus Padfone 2 wird in Schwarz oder Weiß angeboten.

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Lieferumfang
In der sehr großen Verpackung findet man Anleitungen und Kurzhinweise, das Asusn PAdfone sowie das Tablet-Dock, ein Lade-/Datenkabel, ein Ladegerät sowie  ein gutes Headset sowie einen Adapter von microUSB auf den am Tablet genutzten Anschluss. Einen guten Eindurck vom Lieferumfang findet man in meinem Unboxing in HD auf YouTube



Da man den 32 Gbyte großen Speicher nicht erweitern kann, gehört auch keine microSD-Speicherkarte zum Lieferumfang. Als Zubehör kann man aber einen Adapter für die sogenannte USB-Host-Funktionalität erwerbern. Damit kann man dann auch externe Speicher (USB-Sticks) nutzen.

Display


Der 4,7-Zoll große IPS+-Bildschirm des Padfone 2 löst mit 720 x 1280 Pixel (HD) auf und kann mit recht satten und kräftigen Farben überzeugen. Der Kontrast ist allerdings nicht immer optimal. Die Darstellung von Texten ist gestochen scharf. Einzelne Pixel kann man bei einer pixeldichte von 3112 ppi  nicht mehr erkennen. Im täglichen Betrieb mag der Bildschirm des Asus Padfone 2 etwas zu dunkel wirken. Man kann aber eine Zusatzfunktion (einen Booster) für helles Tageslicht zuschalten. Damit hat sich dieser Eindruck ann schnell erledigt. Das gilt allerdings nicht für den stark spiegelnden Bildschirm des mit 800 x 1280 Pixel auflösenden Docks. Beide Displays sind zudem starke Fettfingermagnete.

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amera & Multimedia
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Das Padfone 2 ist mit einer - zumindest auf dem Papier - recht hochauflösenden 13-Megapixel-Kamera samt LED ausgestattet. Die Kamera bietet eine Blende von f/2,4 sowie einen Autofokus. Die Farben werden nicht überbetont und bei ausreichend Licht weisen die Bilder auch einen gute Dynamik auf. Bei weniger Licht und bei Aufnahmen in Innenräumen kommt aber ein deutlich sichtbares Bildrauschen hinzu. Ohne Kamera-Taste muss man Bilder über den Touchscreen bzw. die Lautstärkewippe auslösen.  Steckt man das Padfone 2 in das Dock, so reduziert sich die maximale Auflösung auf  5,5 Megapixel. Videos nimmt das Padfone 2 zwar in Full-HD auf, im Tablet-Dock dann allerdings nur noch in HD (720p).

 
(Kamerabilder  Anklicken)

Der eingebaute Musikplayer stammt aus dem Hause Google denn es handelt sich um den Google Music Player. Neben dem Album Art stellt der Player natürlich auch den Tracknamen sowie Interpreten dar. Das Padfone 2 bietet verschiedene Equalizer-Presets an. So liefert es aber trotzdem keinen sonderlich beeindruckenden Bass ab und kann im direkten Vergleich mit meinen beiden Referenzgeräten (Cowon J3 oder dem Estarlab Monolith) nicht bestehen. In der Smartphone-Klasse scheinen die aktuellen Modelle von Sony klanglich noch immer die Referenz darzustellen.

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iGrado von Grado
(C) Grado

Koss Porta Pro
(C) Koss
Philips SHL8800
(C) Philips
iBeats by Dr. Dre
(C) Monster

Der iGrado benötigt ein sehr hohes Eingangssignal vom Smartphone um seine großen Treiber schwingen zu lassen. Ab Werk ist er eher für seinen linerean Klang bekannt.  Da er zudem kaum Bass liefert, ist er nicht der richtige Kopfhörer für das Asus Padfone 2. Der Koss Porta Pro sowie der Philipps SHL8800 klingen da deutlich besser und betonen den Bass mehr. Als Alternative zu den recht passabel klingenden Kopförern aus dem Hause Asus kommen meine iBeats von Monster durchaus in Frage. Die kann man allerdings nicht wirklich laneg im Ohr behalten. Während des Tests habe ich folgende Alben eingesetzt:

Sarah Brightman
(Symphony)

VNV Nation:
(Automatic)

A State of Trance

The Corrs
(Talk on Corners)
Sara Brightman VNV Nation Blade 2 Corrs

Trance-Music mit elektronischen Sounds und Filtern (z.B. kam Armin van Buurens wöchentlicher Podcast "A State of Trance") kam zum Test der Höhen und Bass zum Einsatz. Letzterer wird  über den Song "I against I" von Mos Def aus dem Soundtrack zu "Blade 2" ordentlich zur Geltung gebracht. Das gilt auch für den Song "Damn Those Eyes" von Kane, der eine sehr gute Dynamik aufweist. Sämtliche Songs wurden von mir eigenhändig mit 320 kbit unter Zuhilfenahme der Software "LAME" codiert. Durch die Multitasking-Unterstützung im Betriebssystem kann man den MP3-Player auch im Hintergrund laufen lassen und nebenher noch andere Aufgaben erledigen oder sogar Spielen. Das Asus Padfone 2 bietet ein FM-Radio mit Senderspeicherplätzen. So kann  bei angeschlossenem Headset auch Radio-Programme empfangen, auf Wunsch auch über den  eingebauten Lautsprecher. Dieser tönt zwar recht laut und kräftig, übersteuert aber bei maximaler Lautstärke deutlich.Zur allgemeinen Klangverbesserung hat Asus einen Audio Wizard installiert. Hier kann man sich für verschiedene Szenarien das passende Akustikprofil einstellen. Renn akustisch betrachtet merkt man davon aber nichts. Ein großer Nachteil ist dabei offensichtlich die Tatsache, dass der Lautsprecher auf der Rückseite des Padfone 2 verbaut wurde. Der Lautsprecher des Tablet-Dock befindet sich am linken Gehäuserand. Der Videoplayer kommt mit MP4/H264 klar. Andere, teils auch exotischere Formate kann man aber problemlos über Apps, wie dem im Google Play Store verfügbaren MX-Player abspielen.

Akku, Konnektivität und Gesprächsqualität

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Asus hat dem Padfone 2 einen leistungsstarken Akku mit 2.140 mAh spendiert. Dank ausgefeilter Stromsparmechanismen im Betriebssywetem hält sieder wirklich alaaaange durch. Der Hersteller gibt eine Gesprächszeit von 16 Stunden an. Im Test machte der Akku zwar bereits nach knapp 7 Stunden schlapp. Bei vormaler Displayhelligkeit konnte ich aber immerhin 5 1/2 Stunden Videos abspielen. Reizt man den Prozessor durch aufwändigere Spiele, wie beispielsweise GTA Vice City oder Modern Combat 4 richtig aus, dann pfeifft der Akku bereits nach etwa 4 Stunden aus dem letzten Loch. Das Padfone 2 wird dabei aber immerhin nicht so warm wie das Sony Xperia Z. Power-User werden ihr Padfone 2 einmal am Tag aufladen müssen.  Die Empfangs- und Sendeleistungen liegen auf gutem Niveau. Unterwegs ist man über HSDA+, WLAN a/b/g/n und auf Wunsch auch per LTE online. Daten können per Bluetooth, NFC und USB ausgetauscht werden. Das klappt mit dem PC, aber nicht mit einem Mac! Dazu nutzt man dann am besten gleich eine kostenlose Android-App namens "Airdroid". Die Gesprächsqualität geht in Ordnung.  Eine MHL-Schnittstelle erlaubt das Streamen von Multimedia-Inhalten auf einen kompatiblen Fernseher. Nutzt man einen der neuen Sony-Bravia-TVs so kann man dies auch über NFC erledigen.

Benchmarks



Der Quad-Core-Prozessor (Qualcomm Snapdragon S4 Pro) des Asus Padfone 2 taktet mit 1,5 GHz je Kern und kann auf 2 Gigabyte Arbeitsspeicher zählen.Dank 32 GByte internem Speicher kann man eine Menge Apps und Games installieren und auch für MP3 und Filme dürfte genügend Platz sein. Leider kann man den Speicher nicht erweitern. Im Antutu-Benchmark zeigte das Smartphone einen Wert von 19.402 an und liegt damit auf dem Niveau des Sony Xperia Z. Beim Geekbench 2 zeigt der Zähler 1545 Punkte und bei Quadrant Standard sind es 7586 Zähler. Der Vellamo-Benchmark zeigt 1716/606 Punkte. Alle geteteten Spiele  laufen sehr flüssig und Apps öfnen sich recht schnell.

Menü



Die Benutzeroberfläche ruckelt ebenfalls nicht. Dank Android 4.1.2 hat man Zugriff auf eine Unmenge an Apps & Games. Asus hat zudem diverse nützliche Helferlein gleich vorinstalliert. Unter anderem ein Übersetzungsprogramm namens "Instant Dictionary", welches den Bildschirminhalt in andere Sprachen übersetzt.



Vorinstallierte Apps kann man mit einem Kennwort schützen . Im App Launcher unterscheidet Asus zwar zwischen Smartphone-Apps und speziellen Anwendungen, die nur auf dem Tablet laufen (Pad only). Im Test habe ich aber keine gefunden. Apps, die nicht speziell auf den Wechsel des Anzeigemodus optimiert wurden, werden nach dem Einschub in das Dock leider neu gestartet. Wer also ein Spiel von unterwegs fortsetzen will, sollte aufpassen.


 
 Die Bedienung kann man am besten in meinem Videotest in HD auf YouTube sehen:



Fazit

Ei Caramba. Was soll ich zum Asus Padfone 2 sagen? Es ist mit einem Preis von 799 Euro aufwärts nicht wirklich günstig. Für das Geld bekommt man zwar ein gut verarbeitetes Smartphone mit einem schnellen Prozessor. Andererseits gibt es für etwas weniger Geld aber auch ähnlich ausgestattete Modelle. Der einzige Vorteil, das im Preis enthaltene Tablet-Dock kann mich mit seinem stark spiegelndem und etwas blass wirkendem Display nicht so überzeugen. Das Konzept funktioniert zwar technisch einwandfrei, macht aber bei der Bedienung schlapp. Erfreulicherweise gilt das nicht für die beiden fest verbauten Akkus. Die sind eher auf Marathon-Nutzung ausgelegt.  Schade nur, dass man das Smartphone nicht ohne Dock bekommt. Für etwa 550 Euro wäre das Padfone 2 nämlich eine gutes Smartphone. So würde ich eher zu einer Kombination aus Google Nexus 4 und Google Nexus 10 bzw. Nexus 7 raten.



  

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