HTC One SV Test

Veröffentlicht von Dirk Schuetzner am 05.02.2013
Punkte blueblueblueblue  (8 von 10)


Die Besonderheit des One SV ist die optionale Unterstützung des schnellen Datenturbo LTE. Ein 1,2 Gigahertz schneller Dual-Core-Prozessor (Qualcomm Snapdragon-S4-Plus) samt Adreno-305-GPU und 1 Gigabyte Arbeitsspeicher sorgen für ausreichend Schwung im täglichen Gebrauch. Das  4,3 Zoll große Super-LCD2-Touchscreen löst mit 480 x 800 Pixel auf. Das knapp 128 x 67 x 9,2 mm kleine und 122 Gramm leichte Gehäuse des One SV besteht aus Polycarbonat. Den Akkudeckel auf der Rückseite kann man entfernen und dann auch den 1.800 mAh starken Akku wechseln. Der knapp 4 Gigabyte große interne Speicher kann im Falle eines Falles per microSD-Karten um weitere 64 GByte erweitert. WLAN a/b/g/n, ein GPS-Empfänger mit Unterstützung für Glonass sowie die Möglichkeit neben LTE auch mit HSPA+ (bis zu 42 Mbit/s) surfen zu können vervollständigen die Ausstattungsliste. Auf der Rückseite befindet sich eine 5-Megapixel-Kamera mit Autofokus, 28-Millimeter-Weitwinkel-Objektiv samt BSI-Sensor und  LED-Fotolicht. Der Sound wurde beim One SV wieder mit der Beats Audio-Technologie gepimpt. Das HTC One SV wurde mir von getgoods.de zur Verfügung gestellt und kann dort aktuell allerdings ohne  LTE-Unterstützung in den Farben Glacier White und Pyrenees Blue für etwa 370 Euro erworben werden. Die Variante mit LTE gibt es momentan wohl nur bei den Providern und Netzbetreibern.

Design & Verarbeitung und Haptik

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Endlich mal wieder ein wirklich schönes Smartphone. Das HTC One SV besteht aus einer Mischung aus Kunststoff und Polycarbonat. Auch wenn es vom Namen her an das One S erinnert, optisch habe beide Smartphones nicht viel gemeinsam. Das One S konnte noch ein Unibody-Gehäuses aus Aluminium vorweisen. In den USA wird das One SV übrigens als One VX verkauft. Die Rückseite ist bei den bunten Modellen leicht angerauht. Die mir vorliegende, weiße Version hat hingegen eine mattierte, aber glatte Oberfläche. Man kann den Akku nach dem Öffnen der Rückseite austauschen und erhält so auch Zugriff auf den Micro-SIM-Einschub sowie auf die Micro-SD-Speicherkarte. Die Rückseite ist leicht geschwungen und verjüngt sich zu den Kanten hin merklich.  Das HTC One SV misst 128 x 67 x 9,2 mm, wiegt dabei aber nur schlanke 122 Gramm. Das HTC One S ist mit 7,8 Millimetern zwar etwas flacher, dafür aber auch etwas schwerer.

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Auf der Oberseite des HTC befindet sich neben dem Ein-/Ausschalter auch noch eine Stereo-Klinken-Buchse. Der Micro-USB-Anschluss ist an der Unterseite platziert. Der Laustärkeregler wurde auf die rechte Gehäuseseite verbannt. Eine spezielle Kamerataste sucht man hingegen vergebens. Die Kamera wird über ein Icon im Menü oder Homescreen bzw. Entsperrbildschirm gestartet. Von den zur Auswahl stehenden Farbkombinationen "Blau" bzw  "Weiß" hat mir persönlich die weiße Variante am meisten zugesagt.

Lieferumfang

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In der für HTC mittlerweile typischen Verpackung aus Karton befinden sich mehrere Anleitungen und Kurzhinweise, das One SV, ein Lade-/Datenkabel, das Ladegerät sowie  ein eher weniger überzeugendes Headset. Wer das mal in natura sehen will, für den gibt es mein Video vom Unboxing in HD auf YouTube:


Display


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Der 4,3 Zoll große SLCD2-Touchscreen des One SV löst mit 480 x 800 Pixel  auf und verfügt damit über ein eher geringe Pixeldichte von 216 ppi. Immerhin wird das Display im Gegensatz zum Samsung Galaxy Ace 2 durch Corning Gorilla Glas gegen Kratzer geschützt. Bei direkter Sonneneinstrahlung spiegelt es aber recht stark und auch Fingerabdrücke werden gut in Szene gesetzt.Die maximale Helligkeit reicht gerade so aus, um den Displayinhalt noch vernünftig ablesen zu können. Die Farbdarstellung gefällt mir gut, da sie nicht so knallig ausfällt wie bei S-AMOLED. Die Bildschärfe geht ebenfalls in Ordnung, solange man sie nicht mit  HD-Displays anderer Modelle vergleicht :D

Kamera & Multimedia

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Die Hauptkamera auf der Rückseite des One SV löst mit 5 Megapixel auf und bietet ein LED-Licht. Die Frontkamera knipst Bilder immerhin mit 1,6 Megapixel. Im Test konnte die Bildqualität überzeugen. Der kleine BSI-Sensor kämpft zwar ab und an mit dem korrekten Weißabgleich, neigt aber immerhin nicht zur Unterbelichtung. Trotzdem macht zum Beispiel das Nokia Lumia 820 bessere Aufnahmen, die Kamera hat aber 8 Megapixel. Die LED reicht knapp 1,5 Meter weit und kann mit einer App auch als Taschen- oder Signallampe genutzt werden. Der Autofokus braucht etwa eine Sekunde um scharfzustellen.  Die Aufnahmen wirken bei guten Lichtverhältnissen gut und auch die Farben erscheinen stimmig. Bei abnehmender Helligkeit kommt es dann aber zu Bildrauschen.

 
(Kamerabilder  Anklicken)

Die Kamera-App bietet die für HTC typischen Zusatzfunktionen, wie z.B. Echtzeit-Filter und unterschiedliche Szenemodi. Videoaufnahmen erfolgen in Full-HD-Qualität und wirken scharf. Auch hier stimmt die Farbwiedergabe.  Bei schnellen Schwenks leidet die Aufnahme manchmal unter dem Rolling-Shutter-Effekt. Der eingebaute Musikplayer stammt aus dem Hause HTC, neuerdings steht auch hier der Google Musik Player zur Auswahl. Die recht ansprechende Optik gefällt mir durchaus.  Neben Interpreten, Playlisten, Genre und Alben stehen auch die zuletzt hinzugefügten Tracks zur Auwahl. Der Player stellt natürlich auch das zuvor abgespeicherte Album-Cover zur Verfügung. Das HTC One SV bietet neben Beats-Audio leider keine weiteren Klang-Presets an. So liefert es zwar einen recht passablen Bass, allerdings klingt das One SV auch etwas zu dumpf. Im direkten Vergleich mit einem  Sony Xperia S oder P überzeugt mich der Klang nicht ansatzweise. Ganz zu schweigen von meinen beiden Referenzgeräte (Cowon J3 oder dem Estarlab Monolith).

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iGrado von Grado
(C) Grado

Koss Porta Pro
(C) Koss
Philips SHL8800
(C) Philips
iBeats by Dr. Dre
(C) Monster

Der iGrado benötigt ein sehr hohes Eingangssignal vom Smartphone um seine großen Treiber so richtig in Wallung zu bringen und um seinen linearen Sound angemessen zu Gehör zu bringen. Beim One SV reicht dazu  weder die Qualität noch die Lautstärke. Zudem wird der Bass dann völlig unterbetont. Der Koss Porta Pro sowie der Philipps SHL8800 kommen da deutlich besser mit dem Beats-Audio-Preset klar. Der Bass klingt voller und runder, leider werden aber die Höhen weiterhin recht stark beschnitten. Wenig überraschend stellen die iBeats von Monster den besten Ersatz für das mitgelieferte Headset dar. Seinen persönlichen Lieblingssound findet man so aber auch nicht. Während des Tests kamen unter anderem Alben zum Einsatz:

Sarah Brightman
(Symphony)

VNV Nation:
(Automatic)

A State of Trance

The Corrs
(Talk on Corners)
Sara Brightman VNV Nation Blade 2 Corrs

Trance-Music mit den betont elektronischen Sounds und Filtern (z.B. kam Armin van Buurens wöchentlicher Podcast "A State of Trance") testet die Höhen und den Bass. Der Song "I against I" von Mos Def aus dem Soundtrack zu "Blade 2" hat eine sehr starke Bassbetonung und ist daher für einen Test in meinen Ohren besonders gut geeignet. Ebenso wie der Song "Damn Those Eyes" von Kane, der eine sehr gute Dynamik aufweist. Sämtliche Songs wurden von mir eigenhändig mit 320 kbit unter Zuhilfenahme der Software "LAME" codiert. Durch die Multitasking-Unterstützung im Betriebssystem kann man den MP3-Player auch im Hintergrund laufen lassen und nebenher noch andere Aufgaben erledigen oder sogar Spielen. Das HTC One SV hat unverständlicherweise ein FM-Radio mit Senderspeicherplätzen spendiert bekommen.  Der Videoplayer kommt mir den gängigsten Formaten (MP4, DivX) klar. Mit Dolby Surround versehene AVIs, Mov oder MKV spielt er aber nicht ab. Der über den Google Play Store verfügbare MX-Player kann die Kompatibilität mit anderen Formaten, wie beispielsweise FLV aber leicht erweitern.

Akku, Konnektivität und Gesprächsqualität

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Dank des eingebauten A-GPS-Empfängers (auch für Glonass geeignet) und Google Maps bzw. Navigation findet man auch in unbekanntem Terrain wieder nach Hause. Der fest eingebaute Akku liefert 1.800 mAh. Display und Dual-Core-Prozessor belasten den Akku nicht übermäßig stark. So schneidet das One SV im Test überdurchschnittlich gut ab. Im Test ergab sich eine maximale Laufzeit von 10 Stunden. Wer das One SV weniger hart ran nimmt, schafft problemlos anderthalb bis zwei Arbeitstage. Die Empfangs- und Sendeleistungen liegen auf gutem Niveau. Unterwegs ist man über HSDA+, WLAN a/b/g/n und auf Wunsch auch per LTE (gegen Aufpreis) online. Daten können per Bluetooth, NFC und USB ausgetauscht werden. Das klappt mit dem PC, aber nicht wirklöich gut mit einem Mac! Dazu nutzt man dann am besten gleich eine kostenlose Android-App namens "Airdroid". Die Gesprächsqualität geht mehr als in Ordnung.  Der Klang ist klar und natürlich. Hier zahlen sich die zwei Mikrofone des One SV aus. Während sich das untere Mikrofon (am Micro-USB-Port) um die eigene Stimme kümmert, reduziert das Pendant auf der Oberseite eventuell auftretende  Nebengeräusche.

Benchmarks

Der Qualcomm Snapdragon S4 Plus taktet mit 1,2 GHz. Daneben greift das One SV auf eine Adreno 305 Grafikeinheit sowie auf 1 Gigabyte Arbeitsspeicher zurück. Im GeekBench 2 erreicht das HTC One SV eine Gesamtwertung von 1.297 Punkten und bewegt sich damit im Mittelfeld. Das HTC One S schneidet hier schlechter ab. Bei Linpack erreicht das One SV 146.076 MFLOPS. Im AnTuTU-Benchmark muss sich das One SV mit 10.727 Zählern zufrieden geben. Die anderen Ergebnisse findet ihr hier in Bildern. Der von mir erstmalig eingesetzte GLBenchmark 2.5.1 brachte das One SV bei recht hoher Wärmeentwicklung reproduzierbar zum Absturz.




Menü



HTC hat das One SV wieder mit der hauseigenen Benutzeroberfläche Sense 4.1 aufgehübscht. Darunter kommt dann Android 4.0.4 zum Einsatz. Ein Update auf Android 4.1 Jelly Bean soll es angeblich im ersten Quartal 2013 geben. Dank Sense 4 kann man Apps auch in Ordern ablegen. Maximal sieben verschiedene Homescreens stellen die Schaltzentrale des HTC One SV dar. Auf dem Entsperr-Bildschirm zieht man einen Ring auf eines von vier Icons, wodurch die entsprechende App (z.B. Kamera, E-Mail, SMS, Telefon) gestartet wird. Bei den Apps handelt es sich um die gleichen Vertreter wie in der Statuszeile. Diese kann man beliebig anpassen. Im Menü selbst scrollt man horizontal durch die Seiten. Pro Bildschirm stellt das One SV sechzehn Apps dar.



Die Einträge sind dabei alphabetisch sortiert, alternativ kann man auch nach dem Datum sortieren. Wer mehr Apps installiert hat, wird die eingebaute Suchfunktion schätzen lernen. Nach Eingabe von nur zwei Buchstaben hat man meist die gewünschte Apps gefunden. Bei nur knapp 4 GByte internem Speicher sollte das aber eh ein Problem sein :D Will man eine App deinstallieren, so hält man einfach das betreffende Icon  gedrückt. Auf dem Homescreen erscheinen nur die Optionen "Abbrechen" bzw "Deinstallieren". Zieht man das Symbol auf "Deinstallieren", dann wird die App auch dauerhaft entfernt. Die Bedienung kann man am besten in meinem Videotest nachvollziehen:


Fazit

Das HTC One SV hat sich im Test wacker geschlagen. Für knapp 370 Euro bekommt man ein schönes Gesamtpaket: Ein Smartphone mit aktueller Hardware und einem schicken Design. Die 5-Megapixel-Kamera macht gute Bilder. Das 4,3-Zoll-Display entspricht von der Qualität her seiner Leistungsklasse bzw. dem Preis des One SV. Beats Audio kann mich hingegen nicht überzeugen. Ich hätte mir stattdessen mehr Equalizer-Presets gewünscht. Die Leistung des Dual-Core-CPU von Qualcomm liegt im guten Mittelfeld und reicht heutzutage völlig aus, um auch aufwänderiger Spiele wie Modern Combat 4 zocken zu können. Da freut sich der recht überzeugende Akku. Mit dem Google Nexus 4 gibt es allerdings eine preislich ebenfalls attraktiveAlternative.



Das HTC One SV wurde mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt von





  

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