Huawei Ascend D1 Quad XL Test

Veröffentlicht von Dirk Schuetzner am 04.02.2013
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Das Huawei Ascend D1 Quad XL ist aktuell bei notebooksbilliger.de für 349 Euro erhältlich. Dafür bekommt man ein Smartphone auf der Basis von Android 4.0 mit einem hauseigenem Quad-Core-Prozessor (K3V2 ) mit 1,4 Gigahertz je Kern und 1 Gigabyte RAM. Der 4,5 Zoll große IPS-Touchscreen löst mit 720 x 1280 Pixel auf. Die Pixeldichte beträgt damit 330 ppi. Auf der Rückseite befindet sich eine 8-Megapixel-Kamera, die auch Videos in Full-HD aufnehmen kann. Der Akku ist besonders leistungsstark und liefert 2.600 mAh. Das Huawei D1 QUad XL unterstützt die Soundtechnologie Dolby Mobile 3 sowie die Sprachtechnologie Audience Earsmart. Der interne Speicher beträgt 8 Gigabyte, kann aber mit microSD-Karte um weitere 32 Gigabyte erweitert werden. Unterwegs unterstützt das Quadband-GSM-Gerät neben HSPA+ (bis zu 21 Megabit pro Sekunde) auch den WLAN b/g/bn-Standard. Im Heimnetzwerk kann man seine Multimedia-Inhalte per DLNA und MHL übertragen. Der Micro-USB-Anschluss mit MHL-/HDMI-Ausgang kommt auch mit USB-on-the-Go-Funktion.

Design & Verarbeitung und Haptik

Das D1 Quad XL ist vom Design her ähnlich sperrig geraten wie der Name. Es besteht äußerlich aus schwarzem Kunststoff, die Kanten wurden abgerundet und die Rückseite ist mit Waben überzogen, die wohl positiven Einfluss auf die Haptik nehmen sollen. Das D1 Quad XL liegt dadurch gut in der Hand, die Verarbeitung läßt hingegen leicht zu wünschen übrig. Der Akkudeckel hat zuviel Spiel, so dass er bei Druck knarzende Geräusche on sich gibt. Der Einschub für die Micro-SIM-Karte befindet sich unter dem abnehmbaren Akkudeckel. Dort findet man auch die Speichererweiterungsmöglichkeit über handelsübliche Micro-SD-Katten. Den Akku kan man unsinnigerweise aber nicht wechseln. Der Ein-/Ausschalter befindet sich auf der Oberseite und der Lautstärkeregler auf der rechten Gehäuseseite. Beiden Tasten weisen  einen ausreichenden Druckpunkt auf. Eine spezielle Kamerataste gibt es - wie bei so vielen Smartphones  - nicht. Unterhalb des Displays findet man die drei Tasten zur Steuerung von Android. Das Lade- und Datenkabel findet auf der linken Seite des D1 Quad XL Anschluss.

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Die Kamera sowie die Dual-LED sind in einem bordeauxroten Rahmen aus Metall eingefasst. Das gilt auch für den Hörer auf der Vorderseite des D1 Quad XL. So erhält man wenigstens ein wenig Farben im ansonsten tristen Äußeren.

Lieferumfang

In der recht kleinen, unscheinbaren Verpackung aus Karton findet man neben dem D1 Quad XL noch ein paar Anleitungen, ein Lade-/Datenkabel, das Ladegerät sowie  ein eher mäßiges Headset. Letztere im "Apple-Design". Mein Video vom Unboxing gibt es auch in HD auf YouTube:

Display

Der 4,5 Zoll große IPS-Touchscreen löst  mit 720 x 1280 Pixel (Pixeldichte von 326 ppi) auf und macht auf mich einen guten Eindruck. Bei direkter Sonneneinstrahlung spiegelt das Display recht stark. Trotzdem reicht die maximale Displayhelligkeit aus um auch den Displayinhalt auch dann noch ablesen zu können. Texte werden scharf abgebildet, die farben wirken manchmal allerdings etwas blass.

Kamera & Multimedia

Die Frontkamera für Videotelefonie löst mit 1,3 Megapixeln auf. Die 8-Megapixel-Kamera macht auf den ersten Blick einen nicht ganz überzeugenden Eindruck. Der eingebaute Sensor kämpft mit dem korrekten Weißabgleich und neigt zur Unterbelichtung. Das merkt man gerade dann, wenn man ein Vergleichbild mit anderen Modellen, wie beispielsweise dem Nokia Lumia 920 macht. Die sehr  helle LED reicht knapp 2 Meter weit und kann mit der passenden App auch als Taschen- oder Signallampe genutzt werden. Der Autofokus braucht etwa eine Sekunde um scharfzustellen.  Die Aufnahmen wirken bei guten Lichtverhältnissen angemessen, die Farben erscheinen allerdings etwas zu blass abgebildet und es kommt ein deutlich wahrnehmbares Bildrauschen hinzu.

 
(Kamerabilder  Anklicken)

Die Kamera-App bietet die üblichen Zusatzfunktionen, wie Echtzeit-Filtern, Gesichtsverzerrung, schnelle Serienbildfunktion und HDR-Aufnahmen. Videoaufnahmen in Full-HD-Qualität wirken manchmal etwas unscharf und die Farbwiedergabe wirkt etwas  blass.  Bei schnellen Schwenks leidet die Aufnahme leicht unter dem Rolling-Shutter-Effekt.


Der eingebaute Musikplayer stammt aus dem Hause Huawei (der Google Musik Player ist allerdings auch wählbar). Die recht ansprechende Optik gefällt.  Neben Interpreten, Playlisten, Genre und Alben sowie die zuletzt hinzugefügten Tracks wird natürlich auch das Album-Cover angezeigt. Wichtiger sind da die zahlreichen Klang-Presets. So liefert das Huawei D1 Quad XL einen recht passablen Bass, allerdings etwas zu dumpf klingende Höhen. Im direkten Vergleich zum Sony Xperia S oder P ist der Sound längst nicht so druckvoll und reicht keinesfalls an meine beiden Referenzgeräte (Cowon J3 oder dem Estarlab Monolith) heran.

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iGrado von Grado
(C) Grado

Koss Porta Pro
(C) Koss
Philips SHL8800
(C) Philips
iBeats by Dr. Dre
(C) Monster

Der iGrado benötigt ein sehr hohes Eingangssignal vom Smartphone um seine Treiber so richtig in Wallung zu bringen und dann seinen linearen Sound angemessen zu Gehör zu bringen. Beim D1 Quad XL  reicht die Ausgangsleistung dazu nicht wirklich aus. Zuem kommt der Bass mit dem iGrado völlig zu kurz. Der Koss Porta Pro und der Philipps SHL8800 betonen den Bass besser, beschneiden aber die Höhen. Die iBeats sind als in-ear nur dann eine Alternative, wenn man noch mehr Bass mag. Dank der zahlreichen Presets (Jazz, Rock, Pop, Klassik, etc.) hat man schnell seinen persönlichen Lieblingssound gefunden. Während des Tests kamen unter anderem Alben zum Einsatz:

Sarah Brightman
(Symphony)

VNV Nation:
(Automatic)

A State of Trance

The Corrs
(Talk on Corners)
Sara Brightman VNV Nation Blade 2 Corrs

Im Bereich "Trance" mit seinen elektronischen Sounds und Filtersweeps kam Armin van Buurens wöchentlicher Podcast "A State of Trance" zum Einsatz. Der Song "I against I" von Mos Def aus dem Soundtrack zu "Blade 2" hat eine starke Bassbetonung und ist daher für einen Test in meinen Ohren gut geeignet. Ebenso wie der Song "Damn Those Eyes" von Kane, der einen sehr gute Dynamik aufweist. Sämtliche MP3 sind eigenhändig mit mindestens 256 kbit unter Zuhilfenahme der Software "LAME" codiert worden. Zur Sortierung der Songs dienen Reiter für Interpreten, Alben, Komponisten oder Genres. Durch die Multitasking-Unterstützung kann man den MP3-Player auch im Hintergrund weiter laufen lassen und nebenher noch andere Aufgaben erledigen oder sogar Spielen. Das Google Nexus 4 hat unverständlicherweise kein FM-Radio mit Senderspeicherplätzen spendiert bekommen.  Der Video-Player spielt Videos im Querformat und mit einer maximalen Auflösung von 1080p ab.  Neben den üblichen MPEG4-Videos mit H.264-Codec kann der Player auch die Formate DivX/XviD/MKV abspielen. Mit Dolby Surround kodierten AVIs, Mov oder MKV kommt das D1 Quad XL ebenfalls klar! Nicht aber mit Dateien im FLV-Format. Apps, wie der über den Google Play Store verfügbare MX-Player können die Kompatibilität mit anderen Formaten, wie beispielsweise FLV erweitern.

Akku, Konnektivität und Gesprächsqualität

Dank des eingebauten A-GPS-Empfängers und Google Maps bzw. Navigation findet man auch in unbekanntem Terrain wieder nach Hause. Der fest eingebaute Akku liefert 2.600 mAh. Display und Quad-Core-Prozessor saugen zwar recht kontinuierlich am Akku, im  Dauerbetrieb geht dann nach gut drei Stunden wortwörtlich das Licht aus. Der K3V2-Prozessor soll laut Hersteller etwa 30 Prozent stromsparender als vergleichbare Chips. Die CPU ist allerdings auch im 40-Nanometer-Verfahren gefertigt, so schneidet das Quad XL im Test auch nur durchschnittlich ab. Wer das D1 weniger hart fordert, schafft aber auch einen kompletten Arbeitstag. Die Empfangs- und Sendeleistung liegen auf gutem Niveau. Unterwegs ist man über HSDPA+ und WLAN b/g/n online. Der eingebaute WLAN-Empfänger ist etwas schwach auf der Brust. Den neuen Mobilfunkstandard LTE unterstützt das D1 Quad XL ebenso wenig, wie NFC. Daten können also nur per Bluetooth und den Micro-USB-Anschluss ausgetauscht werden. Das klappt mit dem PC, nicht aber mit einem Mac! Dazu nutzt man dann am besten eine kostenlose App namens "Airdroid".

Benchmarks



Der 1,4 GHz schnelle Quad-Core-Prozessor kann auf 1 GB Arbeitsspeicher zurückgreifen und kommt käme mit den meisten Spielen wie Wild Blood, Modern Combat 4 und GTA Vice City klar.  Leider sind diese aber oft nicht mit dem Huawei D1 Quad Xl kompatibel. Im Antutu-Benchmark konnte das D1 nur auf  15.531 Punkt erzielen und liegt damit weite hinter dem Nexus 4 oder One X Plus.  Im Quadrant-Benchmark  liegt es mit 5.449 deutlich hinter dem HTC One X+ (7.464) oder Galaxy Note 2 (6.000).





Menü

Das D1 Quad XL kann auf Wunsch mit einem normalen Android-Launcher oder einem hübschen 3D-Launcher genutzt werden. Zieht man die Statusleiste nach unten, zeigt sie alle Statusbenachrichtigungen an.



Das Menü weicht kaum von anderen Android-Smartphones ab.



Die Bedienung kann man am besten in meinem Videotest nachvollziehen:



Fazit

Das D1 Quad XL kommt zu spät, zumindest um gegen ein Samsung Galaxy S3 oder HTC One X(+) bzw Sony Xperia S bestehen zu können.  Das etwa gleich günstige Google Nexus 4 ist ihm - bis auf die Kameraqualität - haushoch überlegen. Im Vergleich mit einem Google Nexus 4 ist das D1 Quad XL rein äußerlich zudem weniger aufregend. Ich bin gespannt, was Huawei mit dem Ascend G615 liefern wird.



Das Huawei D1 Quad XL wurde mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt von



  

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