Huawei Ascend W1

Veröffentlicht von Dirk Schuetzner am 19.04.2013
Punkte bluebluebluebluehalf  (7 von 10)


Mit dem Ascend W1 bringt der chinesische Hersteller Huawei sein erstes Smartphone mit Windows Phone 8 auf den Markt. Bei einem Preis von knapp 200 Euro will Huawei eher die jüngeren Käufer ansprechen. Das W1 wird über einen 4 Zoll großen IPS+-Touchscreen mit einer Auflösung von 480 x 800 Pixel bedient. Für ausreichend leistung sorgt ein 1,2 Gigahertz schneller Dual-Core-Prozessor aus dem Hause Qualcomm (Snapdragon S4 (MSM8230)) und eine Adreno-305-GPU. Der CPU stehen dabei 512 Megabyte Arbeitsspeicher zur Seite. Der interne Speicher kann allerdings nur mit knapp 4 GByte aufwarten, von dem sogar nur 2 GByte frei sind. Wer mehr Speicher braucht, kann ihn über microSD-Karten um weitere 32 GByte a ufbohren. Unterwegs nutzt man zur Datenübertragung entweder HSPA+ mit bis zu 21 Megabit pro Sekunde im Downstream oder WLAN b/g/n. Kontakt zum PC oder anderen Smartphones nimmt das Ascend W1 über USB bzw. Bluetooth 2.1 auf. NFC und LTE sucht man bei dem Einsteigermodell vergebens. Immerhin gibt es aber einen A-GPS-Empfänger mit Unterstützung für Glonass. Das knapp 125 x 64 x 10.15 dünne und 120 Gramm leichte Ascend W1 bietet auf der Rückseite eine 5-Megapixel-Kamera mit Autofokus und LED. Videos nimmt sie es in HD mit 720p auf. Der austauschbare Akku liefert 1.950 mAh und hält damit locker einen Arbeitstag durch. Das Testgerät wurde mir dankeswerterweise zur Verfügung gestellt und kostet182 Euro.

Design & Verarbeitung & Haptik

Das Design des Huawei W1 wirkt auf den ersten Blick recht frech, orientiert sich aber ein wenig an der Lumia-Serie von Nokia. Das W1 kommt in Deutschland in schwarz und blau auf den Markt. Die Ecken wurden abgerundet und die beiden Farben sorgen für einen etwas frischeren Wind im Smartphone-Alltag. Nimmt man den dünnen, dafür aber erstaunlich fest und bündig schliessenden Akkudeckel ab, so bekommt man Zugriff auf den die SIM-Karte sowie microSD-Karte und den wechselbaren Akku. An der Oberseite des Ascend W1 findet man die 3,5 mm Klinkenbuchse für eigene Kopfhörer. Die Laustärkeregeler befinden sich an der linken Gehäuseseite. Unterhalb des Displays hat der Hersteller die drei, für Windows Phone 8 typischen Sensortasten verbaut. Das Ascend W1 wirkt sehr stabil und knarzt nicht. Die Verarbeitung ist daher gut, selbst an den Spaltmaßen gitb es kaum etwas zu meckern. Mit Abmessungen von 125 x 64 x 10,15 mm und einem Gewicht von 125 g zählt das Ascend W1 zu den eher leichten und kompakten Vertretern seiner Art.


Mehr Bilder nach dem Klick

Lieferumfang

In der kleinen Verpackung aus Karton befindet sich das Ascend W1, der Akku, ein Lade-/Datenkabel samt Ladegerät, ein paar Kopfhörer sowie Kurzanleitungen & Hinweise. Mein Video vom Unboxing gibt es in HD auf YouTube:


Display


Der 4 Zoll große Display des Huawei Ascend W1 nutzt ein IPS-LCD mit OGS-Technologie (One Glass Solution) und löst mit 800 x 480 Pixeln auf. im täglichen Einsatz ist die recht geringe Auflösung nicht negativ aufgefallen.  Die mximale Helligkeit bei Tageslicht ist ausreichend. Die Farbwiedergabe würde ich als recht ausgewogen, mit einem Hang zu den Farbne Grün und Blau,  bezeichnen.  Der Kontrast ist allerdings etwas zu niedrig, so wirkt das Display etwas flau.

Kamera & Multimedia

Die  Front-Kamera des W1 löst nur mit 0,3 Megapixel auf und rtaugt daher bestenfalls zur Videotelefonie. Die Kamera auf der Rückseite bietet immerhin eine Auflösung von 5 Megapixel. Hier kann man auf Wunsch auch noch einen BlitzDieser stehen zusätzlich ein Autofokus sowie ein LED-Blitz zur Verfügung. Letzterer fungiert bei Videoaufnahmen mit maximal 720p auch als Videoleuchte. Allerdings versieht der LED-Blitz Fotos mit einem deutlich zu warmen Farbton, der übermäßig rotstichig wirkt. Die Frontkamera ist mit starkem Bildrauschen und magerer Auflösung nur für Videochats geeignet, die Hauptkamera hingegen macht bei gutem Umgebungslicht durchaus brauchbare Bilder. Diese weisen zwar leichtes Bildrauschen auf und lassen das letzte Quäntchen Schärfe vermissen, angesichts des günstigen Preises geht die Performance allerdings in Ordnung.

 
Anklicken


Der Musikplayer hat eine einfache, aber ansprechende Optik. Neben dem Album-Cover, Interpret und Titel findet man auch virtuelle Tasten zur Steuerung.  Bei den Höhen muss man  leichte Abstriche in Kauf nehmen und auch der Bass könnte deutlich stärker betont werden. Der Sound über die mitgelieferten Kopfhörer ist ok, merh aber auch nicht. Der eingebaute Lautsprecher tönt ausreichend laut. Der Musikplayer erlaubt es allerdings nicht, an eine bestimmte Stelle im Song zu springen. Wer also - wie ich - ein Fan von Podcasts ala "A State of Trance" ist oder gerne Hörbücher hört, muss den virtuellen Drücker zum Vorspulen lange gedrückt halten.

Grado iGrado Koss Portra Pro Philips SHL8800 iBeats Studio HD
iGrado von Grado
(C) Grado
Koss Porta Pro  
(C) Koss
Philips SHL8800   
(C) Philips
iBeats by Dr. Dre
(C) Monster
Studio HD by Dr. Dre
(C) Monster

Mein absoluter Favorit, der iGrado benötigt ein starkes Eingangssignal um seine großen Treiber so richtig in Wallung zu bringen. Das Ausgangssignal des W1 reicht dafür kaum aus. Der Koss Porta Pro und der Philipps SHL8800 erzeugen einen kräftigeren Bass. Erwartungsgemäß wird der Mittenbereich damit allerdings ziemlich in die Breite gezogen, während der Hochtonbereich stark beschnitten wird. Ohne Equalizer-Presets haben es die Kopfhörer da nicht leicht. Die Klangcharakteristik des Ascend W1 ist eher neutral, mit etwas zu schwachen Höhen und Bässen. Kopfhörer von Beatsdie iBeats sind nur für Fans von viel Bass sinnvoll. Während des Tests kamen unter anderem folgende Alben zum Einsatz:

Sarah Brightman
(Symphony)

VNV Nation:
(Automatic)

A State of Trance

The Corrs
(Talk on Corners)
Sara Brightman VNV Nation Blade 2 Corrs

Der Song "I against I" von Mos Def aus dem Soundtrack zu "Blade 2" hat eine starke Bassbetonung und ist daher für einen Test in meinen Ohren gut geeignet. Ebenso wie der Song "Damn Those Eyes" von Kane, der einen sehr gute Dynamik aufweist. Sämtliche Tracks wurden eigenhändig mit mindestens 256 kbit unter Zuhilfenahme der Software "LAME" kodiert.  Durch die Multitasking-Unterstützung im Betriebssystem kann man den Musikplayer auch im Hintergrund weiter laufen lassen und nebenher noch andere Aufgaben erledigen oder sogar Spielen.  Der Videoplayer kommt mit Avi und MP4 klar.

Akku & Konnektivität

Der Snapdragon S4-Prozessor und das Display ziehen recht wenig Strom. Erstaunlicherwesie hält der Akku sogar länger als bei der Konkurrenz. So schafft man problemlos einen Arbeitstag, auch wenn man ständig E-Mails abruft. Ist das Display allerdings dauerhaft an und wird der prozessor durch Spiele gefordert, reduziert sich die Laufzeit auf knapp 3 Stunden. Im Ascend W1 werkelt ein 1,2 GHz schneller Dual-Core-Prozessor der mit den aktuellen Spielen und Apps keine Probleme hat. Diese (Asphalt 7 Racing) lassen sich aber manchmal nicht installieren, der interne Speicher ist mit 1,7 GByte dafür wohl zu klein. Das recht schlanke Windows Phone 8 läuft ebenfalls völlig ruckelfrei. Die Performance des mobilen Internet Explorers 10 hat im Vergleich zum Vorgänger deutlich zugelegt und steht der Konkurrenz aus dem Hause Android in nichts nach. Das Ascend W1 erreichte im JavaScript-Benchmark (Sunspider 0.9.1) einen Wert von 1124,9 ms und übertrifft damit sogar das iPhone 5 mit seinen 914 ms. Bei einer frühen Version von AnTuTU erreicht es knapp 8650 Zähler.

Menü

Das Huawei Ascend W1 nutzt als Betriebssystem Windows Phone 8. Dabei werden auf dem Homescreen sogenannte Live Tiles angezeigt. Diese Kacheln sind App-Verknüpfung und Widget in einem. So können einige Apps auf den Live Tiles Daten wie zum Beispiel Uhrzeit, Datum sowie die Anzahl an ungelesenen E-Mails oder aktuelle Kalendereinträge anzeigen. Die Abmessungen der Kacheln kann man nun in drei Schritten variieren. Dank der einheitlichen Farbe wirkt das Ganze dann sehr homogen. Wer von Android wechselt wird sich hieran vielleicht erst einmal gewöhnen müssen. Wischt man den Homescreen nach links, so erscheint eine alphabetisch sortierte Liste mit allen installierten Apps. Aus dieser Liste kann man dann entsprechende Apps als Live Kachel auf den Homescreen hinzufügen. Bei steigender Anzahl an Apps wird die Listenansicht allerdings schnell unübersichtlich. Deshalb blendet das Betriebssystem dann Buchstaben an, die diese Liste unterteilen. Über eine Suchfunktion kann man zudem schnell zu einer bestimmten App springen. Dazu muss man einfach Teile des Namens eingeben. Ein hervorstechendes Merkmal von Windows Phone 8 ist die gute Integration von Online-Diensten wie beispielsweise Outlook, Hotmail, GMail, Facebook, Twitter und LinkedIn. Die Nachrichten-App verbindet SMS mit Facebook-Meldungen, Windows Live-Nachrichten und Tweets. Über die eingebaute Suchfunktion kann man im Internet via Bing nach Webseiten, Bilder und Videos suchen.  Die eingebaute Sprachsteuerung wird durch Halten des Windows-Buttons aktiviert. Die Ergebnisse hinterließen aber eher gemischte Gefühle. Sie kann aktuell nicht mit Siri oder Google Now mithalten. Das Angebot an Apps ist im Vergleich zu Android und iOS wesentlich kleiner. WhatsApp, Twitter, Facebook und Co sowie gute Spiele, unter anderem von Gameloft sind aber bereits vorhanden. Alle Apps und Spiele können zudem zunächst kostenlos getestet werden. Einen Eindruck bekommt man in meinem Videotest  in HD auf YouTube oder direkt hier:



Huawei hat das Windows Phone 8 daber ohne Veränderungen oder sonstige, zusätzliche Apps übernommen. Nokia Maps und Nokia Drive kann man dann aber nachträglich kostenlos installieren. Über die Office-App kann man Excel, Word und Powerpoint-Dokumente bearbeiten. Neu ist eine sogenannte Kinderecke. Dort kann man ein zweites, in seinen Rechten und Apps beschränktes Nutzerkonto einzurichten. So kann man sein W1 beruhigt mal an den Nachwuchs verleihen, ohne das die persönlichen E-Mails und Co direkt sichtbar sind. Das Windows Phone 8 Betriebssystem bietet wieder erweiterte Funktionen für schlechter sehende Benutzer, die mit anderen Smartphones sonst zu kämpfen haben. Es stehen dazu beispielsweise vier Schriftgrößen zur Auswahl und sogar eine Bildschirmlupe. Es gibt auch ein Display-Modus, der durch einen höheren Kontrast das Lesen von Text erleichtert. So kann man sein Smartphone  auch mit Sprachbefehlen steuern und sich den Bildschirminhalt vorlesen lassen. Über LPS-6 Bluetooth kann man den Ton vom Mobiltelefon direkt zu einem Hörgerät senden.  Das funktioniert auch über Near Field Communication (NFC).

Fazit

Huawei spricht mit der Farbgebung und dem Preis die jüngeren Windows-Phone-8-Nutzer(innen) an. Das IPS-Display geht in dieser Preisklasse voll in Ordnung. Die Akkulaufzeit konnte mich überzeugen udn auch die Leistung (CPU und GPU) sind ausreichend für das ein oder andere Spielchen. Der interne Speicher ist mit knapp 1,7 GByte allerdings schon zu knapp bemessen. Aufwändigere Spiele, wie beispielsweise Asphalt 7 lassen sich da gar nicht erst instalieren. Da nützt einem auch keine microSD etwas. Microsoft scheint den gleichen Fehler gemacht zu haben, wie Google bei Android. Wer damit leben kann, der kann beherzt zugreifen. Für alle anderen stehen Alternativen in Form des HTC Windows Phone 8S oder Nokia Lumia 620 zur Auswahl.


  

Weiterleiten | Zurück zur Übersicht ]