LG Optimus G Test

Veröffentlicht von Dirk Schuetzner am 18.04.2013
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LG hat mit den (Google) Nexus 4 schon gezeigt, dass gute Smartphones nicht immer teuer sein müssen. Mit dem Optimus G legt LG nun nochmal eins drauf. Das neue Flaggschiff kommt mit Android 4.1.2 daher. Die neue Benutzeroberfläche UX (User Xperience) verfeinert die ansonsten doch eher schlichte Optik. Auch technisch hat das Optimus G eine Menge zun bieten. Der Quad-Core-Prozessor (Snapdragon S4 Pro) taktet immerhin mit 1,5 Gigahertz je Kern. Ihm stehen 2 GByte Arbeitsspeicher zur Seite und für schnelle 3D-Grafiken sorgt eine Adreno 320 GPU. Der GPS-Empfänger unterstützt selbstverständlich auch Glonass. Über HSPA+ bzw. LTE und WLAN b/g/n lädt man unterwegs schnell mal ein paar Daten runter. Dabei ist das LG Optimus G mit 132 x 69 x 8,45 mm und 145 Gramm nicht zu groß ausgefallen.  Der True-HD- IPS-Plus-Touchscreen bietet eine Diagonale von 4,7 Zoll und eine Auflösung von 768 x 1280 Pixel (318 ppi). Der interne Speicher beträgt 32 GByte, kann aber - wie beim Nexus 4 - nicht über microSD-Karten erweitert werden. Ein weiteres Highlight des LG Optimus G ist die 13-Megapixel-Kamera auf der Rückseite. Der fest eingebaute Akku liefert immerhin 2100 mAh. Wie sich das Kraftpkate im Test geschlagen hat, könnt ihr nun lesen. Das LG Optimus G wurde mir übrigens von getgoods.de zur Verfügung gestellt und kostet dort aktuell 475,90 Euro.

Design & Verarbeitung und Haptik


Das LG Optimus G wurde ganz in Glas eingekleidet. Das hat Vorteile (gute Kühlung), aber auch Nachteile (rutschige Haptik). Optisch kommt das Optimus G eher schlicht auf den Markt. Mit Abmessungen von 132 x 69 x 8,45 mm und einem Gewicht von 145 Gramm ist das LG Optimus G (E975) immer noch recht handlich. Wie beim Nexus 4 schimmert die Rückseite je nach Lichteinfall unterschiedlich intensiv. LG nennt das werbewirksam "Crystal Reflection". Die Haptik des Optimus G ist für ein Modell mit Glasoberfläche aber erstaunlich gut. Auch bei der Verarbeitung patzt der Hersteller LG nicht. Der Lautsprecher wurde übrigens auf die Rückseite verbannt und ist damit nicht optimal platziert.  Wer sein Schmuckstück auch mal benutzen will, der freut sich vermutlich über den auf der rechten Gehäuseseite eingebauten Ein/Aus-Schalter. Die Lauststärke regelt man über die linksseitig angebrachte, auch "blind" gut zu bedienende Lautstärkewippe.

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LG nutzt beim Optimus G drei Sensortatsen unterhalt des großen Displays. Daher bleibt die komplette Auflösung von 768 x 1280 Pixel dem Betriebssystem reserviert.  Die drei Tasten bieten die heutzutage üblichen Funktionen, wie "Zurück", "Home" und "Einstellungen". Die Drücker werden erst beleuchtet, wenn man sie mit dem Finger berührt. Die Leuchtdauer kann man in den Einstellungen aber auch ändern. Rechts oberhalb des Displays hat LG dem Optimus G eine Status-LED spendiert, die auf verpasste Nachrichten und Anrufe hinweist. An eine eigene Kamerataste hat man allerdings nicht gedacht, obwohl das Optimus G eine Kamera mit 13-Megapixel bietet.

 


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Lieferumfang
Der aufwändig gestaltete Pappkarton findet man auf zwei Ebenen neben einer gedruckten Anleitung auch ein USB-Kabel inklusive Ladeadapter für die Steckdose. Dr Akku ist fest im Smartphone verbaut. Ein Blickfang ist das mitgelieferte Headset. Die Ohrstecker der In-Ear-Kopfhörer sind im Stil des Logos von LG gehalten, die Kabel dazu flach und breit ausgeführt. Damit sollten sie sich in der Praxis etwas weniger schnell in der Tasche verknoten als die sonst üblichen Kabel. Da die Stecker aufgrund ihrer Positionierung im Gehörgang recht anfällig für Schmutz sind, haben die Koreaner dem Optimus G noch einige Ersatzstecker in verschiedenen Passformen spendiert. Mein Video vom Unboxing in HD auf YouTube zeigt das komplette Zubehör:





Display


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Auch wenn das HTC One ein wirklich beeindruckendes Full-HD-Display vorweisen kann, das True HD IPS+ Display des Optimus G mit seiner Bilddiagonalen von 4,7 Zoll (11,9 cm) und einer Auflösung von 780 1280 Pixeln und einer Pixeldichte von 318 ppi ist nicht minder beeindruckend. Die verbaute IPS-Technik bietet neben einer guten Bildqualität und einem guten Ablesewinkel auch leuchtende Farben. Die maximale Helligkeit der Automatik ist allerdings bei direkter Sonneneinstrahlung (ja, es gibt sie immer noch) etwas zu gering. Über den passenden Regler in den Einstellungen bzw. in der obere Infoleiste kann man diese aber nachregeln.  Einen Unterschied zum HTC One sieht man nur mit der Lupe oder sehr guten Augen.

Kamera & Multimedia

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Die rückseitig verbaute Kamera mit einer Auflösung von 13 Megapixeln macht bessere Bilder als die des Nexus 4. Die hauseigene Kamerasoftware ist übersichtlich gestaltet. Sie kann mit einem Selbstauslöser via Sprachkommando oder Timer aufwarten und bietet Möglichkeiten zur manuellen Korrektur von Helligkeit, ISO, Weißabgleich und Co. Eine automatische Gesichtserkennung hilft bei Gruppenaufnahmen. Per Geotagging kann man die Positionsdaten im Bild hinterlegen. Das LG Optimus G bietet zudem eine HDR-, Panorama- und Serienaufnahme. Über die "Time Catch" genannte Momentaufnahme werden bereits vor dem Auslösen Bilder geschossen. Danach kann man aus fünf zeitlich versetzten Bilder das schönste auswählen.

Handy 10 300x250

                                                                                  (Kamerabilder  Anklicken)

Videos nimmt das LG Optimus G in Full HD auf und  auch hier ist die Qualität gut. Selbst schnelle Schwenks zeichnet das Gerät ohne Ruckler auf. Die Tonqualität ist klar.

Multimedia



Die Optik des Musikplayers gefällt mir wirklich gut. Die aluminiumfarbene Oberfläche passt zwar nicht ganz zur Optik des Optimus G, ist aber dennoch ein Hingucker. Dabei bietet das LG Optimus G bietet zahlreiche Klang-Presets an. So liefert es einen passablen Bass, feine Höhen und ansprechende Mitten. Im direkten Vergleich mit den beiden Strebern, Sony Xperia Z und iPhone 5 konnte mich der Sound im Test ebenfalls überzeugen. Meine beiden Referenzgeräte (Cowon J3 oder dem Estarlab Monolith) klingen aber etwas ausgewogener.

Grado iGrado Koss Portra Pro Philips SHL8800 iBeats Studio HD
iGrado von Grado
(C) Grado
Koss Porta Pro  
(C) Koss
Philips SHL8800   
(C) Philips
iBeats by Dr. Dre
(C) Monster
Studio HD by Dr. Dre
(C) Monster

Wie immer habe ich während meiner Tests mehrere Kopfhörer, darunter auch meinen geliebten iGrado genutzt. Der iGrado liefert im Zusammenspiel mit dem Optimus G  einen fast linearen Sound. Die maximale Lautstärke reicht ebenfalls völlig aus und auch die Klangqualität geht in Ordnung. Der iGrado ist allerdings nicht dafür bekannt, übermäßige Bääse zu produzieren. Wer das mag, der sollte zum Koss Porta Pro oder zu einem Kopfhörer von "Dr. Dre" greifen. Mein Philipps SHL8800 schnitt insgesamt aber deutlich besser ab. Der Bass klingt voller und runder, leider werden die Höhen etwas zu früh gekappt. Das mitgelieferte Headset ist übrigens eine gute Alternative zur neuanschaffung. Selten so gut Kopfhörer als Dreingabe bei einem Smartphone geliefert bekommen.   Während des Tests kamen unter anderem Alben zum Einsatz:

Sarah Brightman
(Symphony)

VNV Nation:
(Automatic)

A State of Trance

The Corrs
(Talk on Corners)
Sara Brightman VNV Nation Blade 2 Corrs

Mit Armin van Buurens wöchentlichem Podcast "A State of Trance") kann man ganz vortrefflich die Höhen und den Bass testen. Gerade letzterer kommt asuch bei "I against I" von Mos Def aus dem Soundtrack zu "Blade 2" und bei "Damn Those Eyes" von Kane wunderbar zur Geltung. Sämtliche Songs wurden von mir eigenhändig mit 320 kbit unter Zuhilfenahme der Software "LAME" codiert. Durch die Multitasking-Unterstützung im Betriebssystem kann man den MP3-Player auch im Hintergrund laufen lassen und nebenher noch andere Aufgaben erledigen oder sogar Spielen. Der Videoplayer ist ein absoluter "Allesfresser". Er kommt mit H.264, H.263, MPEG4, DivX und XviD, Mov und MKV klar. Selbst Full-HD-Material gibt das Optimus G ohne Murren und Ruckler ieder. Das eingebaute FM-Radio funktioniert nur mit Headset, liefert dann aber einene passablen Klang.

Akku, Konnektivität und Gesprächsqualität

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LG hat dem Optimus G eine Quad-Core-CPU mit 1,5 GHz pro Kern aus dem Hause Qualcomm (APQ8064) spendiert. Diese wird von zwei Gigabyte Arbeitsspeicher unterstützt. Der Grafikprozessor spielt auch aufwändige Spiele wie Modern Combat 4 oder GTA Vice City völlig ruckelfrei ab. Dabei kann man allerdings die Erwärmung der CPU/GPU durch das Glas spüren. Der interne Speicher ist mit 32 Gigabyte großzügig bemessen, kann aber nicht nachträglich erweitert werden. Auch nicht durch externe Speichermedien (OTG).

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Benchmarks


Die aufwändige Benutzeroberfäche Optimus UI hat nahezu keinen Einfluss auf die Performance des OPtimus G. Ruckler oder Verzögerungen beim Wechsel zwischen Apps gab es im Test nicht zu bemängeln. Bei AnTuTu kommt das E975 auf 11292 Punkte, Quadrant vergibt 7624 Zähler, Geekbench 2 zählt 1942 Punkte, im GLBenchmark erreicht das optimus G knapp 34 fps und Quadrant schliesst mit 7852 Punkten ab. Im Linpack Pro erreichte das G 166.999 MFLOPS, im Nenamark 2  die vollen 60 Frames per Second.



Menü



LG nutzt eim Optimus G die eigene Bedienoberfläche Optimus UI. Apps und Widgets werden auf sieben virtuelle Screens verteilt. Manchmal erinnert die Personalisierung dann aber eher an eine knallbunte Bonbonschachtel. Verpackung zu pressen. Selbst das Menü kann grafisch angepasst werden, dabei ändert scih auch die Gestaltung und die Größe bzw. Zahl der Icons pro Seite.



Über die herunterziehbare Infoleiste kann man beispielsweise auf den Audioplayer oder das Radio zugreifen. Dank der Qsilde genannten Funktion hat man - ähnlich wie beim Samsung Galaxy S3 - maximal zwei Apps in separaten, transparenten feenster auf dem Screen. So kann man gleichzeitg Videos betrachten, den Taschrechner oder den Kalender nutzen und noch eine SMS schreiben.



Die Bedienung kann man am besten in meinem Videotest nachvollziehen:


Fazit

Das Optimus G kommt einen Tick zu spät auf den deutschen Markt. Die neue Benutzeroberfläche Optimus UI hat mir ausgesprochen gut gefallen. Die Kamera mit 13 Megapixeln liefert ansprechende Bilder. Die Gesamtlleistung des Smartphones in überzeugend. Das Display steht dem des HTC One kaum nach. Mit einem Preis von etwa 475 Euro bietet es im Vergleich zum Nexus 4 nur eine bessere Kamera und doppelt soviel Speicher. Da bereits die nächsten Generation von Smartphones (siehe HTC One und Xperia Z) in den Startlöchern steht, wird es das LG Optimus G schwer haben. Vor zwei Monaten hätte die Sache noch anders ausgeshen. Wer mobile-reviews.de unterstützenwill, kauft das Optimus G hier bei getgoods.de.




  

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