LG Optimus 3D Max P720

Veröffentlicht von Dirk Schuetzner am 23.05.2012, 10:05
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Wer heutzutage auf der Suche nach einem Smartphone mit 3D-Display ist, der hat kaum Auswahl. Neben dem HTC Evo 3D, dem Sharp Aquos gab es bis vor kurzem nur noch das LG Optimus 3D. Der Optimus 3D Max genannte Nachfolger erweitert die Modellreihe nun um ein weiteres Smartphone, leider nur auf der Basis von Android 2.3.6. Ein Update auf Android 4.0 will LG aber noch nachreichen. Das sehr helle 3D-Display nutzt dabei nun ein IPS-Display mit NOVA-Technologie.  Leider ist der 3D-Effekt aber immer noch stark vom Blickwinkel abhängig. So bekommt man den optimalen 3D-Effekt nur in einer bestimmten Haltung zu Gesicht, das strengt auf die Dauern an. Eine spezielle Brille braucht man allerdings nicht. Der 4,3-Zoll große kapazitive Touchscreen löst nur mit 480 x 800 Pixel auf. Es stellt Inhalte sowohl in 2D als auch auf Wunsch im 3D-Modus dar. Zwei 5-Megapixel-Kameras sorgen für 3D-Aufnahmen, diese dann allerdings nur mit einer Auflösung von 3 Megapixel.  Bei getgoods.de ist das LG Optimus 3D Max zurzeit für 445 Euro verfügbar.  Meinen ausführlichen Videotest gibt es direkt im Anschluss oder in HD auf YouTube:
 


Technik

Technisch betrachtet besteht kaum ein Unterschied zum nun immerhin 12 Monate alten  Vorgänger. Das Optimus 3D kam damals mit einem 1 GHz schnellen Dual-Core-Prozessor (TI OMAP 4430) auf den Markt, der nur auf 512 MB RAM zurückgreifen konnte. Der Nachfolger nutzt zwar den gleichen Prozessor, diesmal aber mit 1.2 GHz. Zudem hat LG dem 3D Max  1 GByte RAM spendiert, das macht sich bei den Apps und im Browser deutlich bemerkbar. kann. Das Display hingegen ist immer noch 4,3-Zoll groß, beim 3D Max nutzt es aber die etwas bessere Nova-Technologie. Der Akku wurde von 1500 mAh auf 1520 mAh aufgebohrt, auf die Ausdauer hat das hingegen keinen Einfluss haben, denn zum einen ist der Prozessor schneller und zum anderen braucht das Display bei maximaler Leuchtstärke mehr Strom. Die in meinen Augen nutzlose Frontkamera knipst nun Bilder mit 1,9 Megapixel.  Die Auflösung von 2D/3D-Aufnahmen hat man hingegen nicht verbessert. Unterwegs ist man dank HSPDA und WLAN b/g/n mit Hotspot-Funktion online. Der interne Speicher wurde bereits mit einer handvoll 3D-Spielen ausgestattet und kann mit microSD-Karten um 32 GByte erweitert werden.  Dank des eingebauten GPS-Empfängers und Google-Maps mit Navigation findet man sich unterwegs auch in unbekannte Gegenden zurecht.

Design & Verarbeitung

Das Design des 3D Max ist schlicht und wirkt etwas langweilig. Darunter hat die Verarbeitung des knapp 127 x 68 x 10 mm großen und trotzdem nur 148 Gramm schweren Smartphone nicht gelitten. Das Gehäuse besteht aus Kunststoff, das Display wird von Corning Gorilla-Glas der zweiten Generation geschützt.

Display

Das 4,3-Zoll große Display ist von guter Qualität. Die maximale Helligkeit reicht dank der "NOVA" genannten Technologie aus, um auch bei Sonnenschein noch arbeiten zu können. Dreht man das 3D Max aber ins Querformat verderben einem unangenehme Spiegelungen den Videogenuss. Die Blickwinkelstabilität ist - im Vergleich zum Apple iPhone oder HTC One X - auch etwas geringer. Die Auflösung von 480 x 800 Pixel ist nicht mehr zeitgemäß, selbst das HTC Evo 3D hatte damals schon eine höhere Auflösung.  So kann LG nicht punkten. Inhalte werden im 3D-Modus zudem nur in einem sehr kleinen Betrachtungswinkel optimal abgebildet. Das führt nach kurzer Zeit zu Nackenschmerzen. Diese Probleme hatte ich mit meinem Nintendo 3DS nicht.

3D in der Praxis

Das LG Optimus 3D Max bietet eine einstellbare 2D/3D Modus. So kann man nahezu alle Videos und Bilder entweder im 2D Modus oder in 3D betrachten. Die eingebaute Konvertierungssoftware funktioniert dabei recht gut. Aufwändige Spiele, wie Shadowgun sind dann aber in 3D nahezu unspielbar.  Den 3D Modus kann man nun auch im Quer- und Hochformat nutzen.

Kamera & Multimedia

Die 5-Megapixel-Kamera macht annehmbare Bilder. Der eingebaute Sensor hat bei wenig Licht Probleme. Die Bilder werden dann graustichig. Der Autofokus klappt gut und auch der Touchfokus macht was er soll. So ist es problemlos möglich, bestimmte Bildbereiche scharf zu stellen.  Die kleine LED reicht knapp 1,5 Meter weit und ist ausreichend hell um auch im Dunkeln knipsen zu können. Die Kamerasoftware ermöglicht die "üblichen" Nachbesserungen bei Belichtung, Farbsättigung & Kontrast.   Videos nimmt die Kamera immerhin in FullHD-Qualität auf. Leider ist der Aufnahmesound sehr durchwachsen, sowohl bei der Lautstärke als auch bei der Qualität. 3D-Aufnahmen werden leider nur mit 3 Megapixel abgebildet und 3D-Videos nur mit 720p aufgezeichnet. Beispielbilder Kamera gibt es nach dem Klick:


Der Musikplayer kann nicht wirklich überzeugen. Das liegt nicht so sehr an der Optik, wie am Klang. Zahlreiche Klang-Presets nehmen dabei zwar Einfluss auf die Soundqualität, einen vernünftigen Bass oder klare , saubere Höhen  produziert das 3D Max so aber nicht. Das Apple iPhone 4S, HTC One oder Sony Xperia S liefert einen deutlich besseren Sound auch auch das günstigere Huawei Honor kann da überzeugen. Gute MP3-Playern, wie beispielsweise der Cowon J3 oder der Estarlab Monolith spielen Smartphones aber generell fast immer an die Wand. Der eingebaute Lautsprecher auf der Rückseite klingt recht annehmbar, das integrierte Radio liefert annehmbaren Klang. Einen normalen HDMI-Ausgang bietet das Optimus 3D Max leider nicht, hierzu muss man sich einen recht teuren (25 Euro) MHL Adapter kaufen.



(Bilder nach dem Klick)

Akku & Konnektivität

Der eingebaute Akku liefert 1.520 mAh und hält im Dauerbetrieb immer etwa 8 Stunden durch. Bei eher mäßiger Nutzung (90 Minuten MP3, ein paar SMS und E-mails, sowie 15 Minuten telefonieren) schafft man auch zwei  Arbeitstage. Der Akku wird dabei von ausgeklügelten Energiesparfunktionen unterstützt. Wer allerdings viele 3D-Filme schaut, hört den Akku bereits nach etwa 4-5 Stunden nach Strom lechzen.  Die Gesprächsqualität ist guter Durchschnitt und auch die Qualität wird nicht durch Störgeräusche beeinträchtigt.  Die Empfangs- und Sendeleistung liegen ebenfalls auf dem Niveau aktueller Smartphones. Dauertelefonierer sollten sich auf eine maximale Gesprächsdauer von etwa 3 Stunden einrichten.

Benchmarks

Im Optimus 3D Max Honor werkelt ein 1,2 GHz schneller Dual-Core Prozessor (TI OMAP 4430).  Der reicht aus, um das Betriebssystem und normale Spiele, wie Angry Birds ruckelfrei zu betreiben. Wer sich selber einen Eindruck von den Benchmark-Ergebnisse der gängigen Testprogramme (AnTuTu, Linpack Pro, Quadrant, Nenamark2) machen will:






Branding/Menü

Das Optimis 3D Max kommt ohne jegliches Branding daher und bietet die üblichen,  mehr oder weniger nützlichen Apps im LG-Style.




Die Benutzeroberfläche kennt man schon von anderen Geräten aus dem Hause LG. Der Funktionsumfang ist gehobener Standard und umfasst neben wichtigen Apps, wie beispielsweise dem Webbrowser, der Notiz- und Kontaktverwaltung auch einen Kalender und eine Anruferverwaltung. Taschenrechner, Uhr samt Wecker und Musik- und Videoplayer sorgen unterwegs für Unterhaltung. Lg liefert das Optimus Max 3D bereits mit einer handvoll guten 3D-Spielen aus. Ein 3D-Konverter wandelt auf Wunsch auch normale Spiele und Filme in eine Art Pseudo-3D" um.


Fazit

Das Optimus 3D Max macht nicht viel falsch, der recht hohe Preis von etwa 445 Euro steht einer Empfehlung aber im Wege. Sieht man nämlich vom - zeitweise recht beeindruckenden 3D-Modus ab - so bekommt man für sein Geld nämlich nur ein mäßig ausgestattetes Smartphone.  Die Dual-Core-CPU ist zwar für Android schnell genug, aufwändigere Spiele ruckeln damit aber.  Die Ausstattung kann nicht recht überzeugen. Das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt nicht. der Vorgänger bietet ähnlich gute Werte und kostet deutlich weniger, vom HTC Evo 3D ganz zu schweigen.




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