Nokia Lumia 820 Test


Veröffentlicht von Dirk Schuetzner am 19.02.2013 11:09h
Punkte   (8 von 10)
Das  Nokia Lumia 820 wird wie sein großer Bruder, das Nokia Lumia 920 mit Windows Phone  8-Smartphone betrieben. Das Mittelklasse-Smartphone soll dem HTC Windows Phone 8S Beine machen. Auf der Vorderseite findet man dazu einen 4,3-Zoll großen ClearBlack OLED-Touchscreen mit einer Auflösung von 480 x 800 Pixel. Im Gegensatz zu HTC 8S hat Nokia seinem Lumia 820 aber einen Dual-Core-Prozessor (Snapdragon S4 ) mit 1,5 Gigahertz spendiert. Zudem kann die CPU auf 1 Gigabyte Arbeitsspeicher zählen. Der 1.650 mAh starke Akku kann - im Gegensatz zu anderen Smartphone auf der Bassis von Winbdows Phone 8 - leicht selbst gewechselt werden. Auf der Rückseite des Nokia Lumia 820 findet man eine 8-Megapixel-Kamera die Videos in Full-HD aufzeichnen kann. Da kommt das HTC 8S nur mit HD-Qualität daher. Der 8 Gigabyte große interne Speicher kann mit microSD-Karten um 32 GByte erweitert werden.  Das austauschbare Cover kann auf Wunsch auch gegen ein Ladecover zur drahtlosen Betankung des Akku getauscht werden. Dann kann man sein Nokia Lumia 820 zum Beispiel mit dem Nokia Ladekissen oder der Nokia Ladeplatte  kabellos (induktiv) aufladen. Das Nokia Lumia 820 wurde mir von  notebooksbilliger.de zur Verfügung gestellt und kann dort für einen Preis von 421 Euro gekauft werden. Es steht in den Farben Violett, Türkis, Silber, Schwarz, Weiß,  Gelb und Rot im virtuellen Regal. Aber weiter im Test.

Design & Verarbeitung & Haptik

Das Design des Lumia 820 wirkt frisch. Die Ecken wurden abgerundet und gerade die zahlreichen Farbkombinationen sorgen für frischen Wind im tristen Smartphone-Alltag. Nimmt man die Rückseite ab, hat man Zugriff auf den Einschub für die Micro-SIM-Karte, microSD und den wechselbaren Akku. Auf der Oberseite befindet sich die 3,5 mm Klinkenbuchse für eigene Kopfhörer. Alle anderen Tasten findet man auf der rechten Gehäuseseite. Bei den farbigen Modellen sind die Drücker schwarz abgesetzt.  So ist eine Bedienung im Blindflug kein Problem. Das Lumia 820 ist mit knapp  124 x 69 x 9,9 mm kleiner als das Lumia 920 (130 x 71 x 11 mm) und mit einem Gewicht von 160 Gramm etwas leichter. Trotzdem ist das recht hohe Gewicht zumindest für die Lebensdauer von Hemdtaschen grenzwertig. Die Verarbeitung und die Haptik sind super. Der Akkudeckel kann aber nur mit spitzen Fingernägeln und ein wenig Kraft entfernt werden. Unterhalb des Displays findet man die drei Sensortasten zur Steuerung des Betriebssystems.

 

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Lieferumfang

In der Nokia eigenen, blauen Verpackung aus Karton befindet sich das Lumia 820, ein Lade-/Datenkabel samt Ladegerät und farblich auf das Smartphone abgestimmte Kopfhörer von guter Qualität sowie ein paar Kurzanleitungen. Mein Video vom Unboxing gibt es auch in HD auf YouTube:


Display


Der 4,3 Zoll große AMOLED-Touchscreen mit der Clearblack-Technologie löst nur mit 480 x 800 Pixel, macht aber trotzdem einen guten Eindruck. Zumindest solange, wie man nicht ein HD-Display daneben legt.  Nokia nutzt beim Lumia 820 wieder einen speziellen Polarisierungsfilter der den Kontrast erhöht. Die Pixeldichte liegt mit 217 ppi zwar weit hinter der des Lumia 920 (329 ppi), trotzdem wirkt das Display nicht unscharf.   Die Oberfläche besteht aus kratzfestem Gorilla Glas von Corning. Die mximale Helligkeit bei Tageslicht ist ausreichend. Die Farbwiedergabe würde ich als recht ausgewogen bezeichnen. 

Kamera & Multimedia

Die Kamera des Nokia Lumia 820 löst mit 8 Megapixeln auf. Die Dual-LED ist sehr hell. Der Autofokus wird über eine eigene Kamerataste am rechten Gehäuserand aktiviert. das Lumia 820 nutzt ein Tessar-Objektiv aus dem Hause Carl Zeiss. Der feste Blendenwert beträgt f2,2 bei einer Brennweite von 26 mm. Ob die Bilder durch das Carl Zeiss Objektiv nun wirklich besser werden, steht auf einem anderen Blatt. Die zahlreichen  Einstellmöglichkeiten entsprechen dem Topmodell Lumia 920. Wer mag, kann an dieser Stelle Einfluss auf  ISO- und Belichtungswerte oder den Fotomodus nehmen. Bei ausreichend Licht sehen die Aufnahmen stimmig aus, bei abnehmenden Lichtverhältnissen werden die Aufnahmen aber mit Bildrauschen versehene. Hier kann dann Dual-LED helfen. Der Blitz reichte im Test knapp 3 Meter weit. Videos können in FullHD (1080p) mit 30 Bildern pro Sekunde aufgezeichnet werden und weisen eine ähnliche Qualität auf, wie im Kameramodus. Der Aufnahmesound ist ebenfalls gut. Die Frontkamera bietet nur die VGA-Auflösung (0,3 Megapixel). Das ist selbst für Videotelefonate etwas wenig.

 
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Der Musikplayer hat eine einfache, aber ansprechende Optik. Neben dem Album-Cover, Interpret und Titel findet man auch virtuelle Tasten zur Steuerung.  Dank der vorgefertigten Equalizer-Presets erhält man auf Wunsch auch einen passablen Bass. Bei den Höhen muss man aber leichte Abstriche in Kauf nehmen. Der Sound über die mitgelieferten Kopfhörer ist kräftig. Der eingebaute Lautsprecher tönt laut. Der Musikplayer erlaubt es allerdings nicht, an eine bestimmte Stelle im Song zu springen. Wer also - wie ich - ein Fan von Podcasts ala "A State of Trance" ist oder gerne Hörbücher hört, muss den virtuellen Drücker zum Vorspulen lange gedrückt halten.

ÎGrado Koss Porta Pro Philipps iBeats

iGrado von Grado
(C) Grado

Koss Porta Pro  
(C) Koss
Philips SHL8800   
(C) Philips
iBeats by Dr. Dre
(C) Monster

Mein absoluter Favorit, der iGrado benötigt ein starkes Eingangssignal um seine großen Treiber so richtig in Wallung zu bringen. Das Ausgangssignal des Nokia Lumia 820 reicht aber aus. Der Koss Porta Pro und der Philipps SHL8800 erzeugen einen kräftigeren Bass. Erwartungsgemäß wird der Mittenbereich damit allerdings ziemlich in die Breite gezogen, während der Hochtonbereich stark beschnitten wird. Hier kommen dann die Equalizer-Presets ins Spiel. Die Klangcharakteristik des Lumia 820 ist insgesamt recht ausgewogen, mit etwas zu schwachen Höhen. Kopfhörer wie die iBeats sind nur für Fans von viel Bass sinnvoll. Während des Tests kamen unter anderem folgende Alben zum Einsatz:

Sarah Brightman
(Symphony)

VNV Nation:
(Automatic)

A State of Trance

The Corrs
(Talk on Corners)
Sara Brightman VNV Nation State of Trance Corrs
 
Der Song "I against I" von Mos Def aus dem Soundtrack zu "Blade 2" hat eine starke Bassbetonung und ist daher für einen Test in meinen Ohren gut geeignet. Ebenso wie der Song "Damn Those Eyes" von Kane, der einen sehr gute Dynamik aufweist. Sämtliche Tracks wurden eigenhändig mit mindestens 256 kbit unter Zuhilfenahme der Software "LAME" kodiert.  Durch die Multitasking-Unterstützung im Betriebssystem kann man den Musikplayer auch im Hintergrund weiter laufen lassen und nebenher noch andere Aufgaben erledigen oder sogar Spielen. Das Lumia 820 bietet ein FM-Radio mit Senderspeicherplätzen. Der Videoplayer kommt mit den üblichen Formaten (Avi, MP4) und Full-HD Videos klar.

Akku & Konnektivität

Der Snapdragon S4-Prozessor und das Display ziehen beständig an den Reserven des wechselbaren, 1.650 mAh starken Akku. Wer viele Filme schaut oder mobil per LTE im Internet surft, der wird nach knapp 6 Stunden wieder an die Steckdose müssen. Bei weniger starker  Nutzung reicht eine Akkuladung ein bis zwei Arbeitstage. Wer mag, kann das Lumia 820 mit dem passenden Zubehör auch drahtlos aufladen. Unterwegs ist man über HSPA+ und auch LTE oder WLAN IEEE 802.11 a/b/g/n online. Über NFC, USB oder Bluetooth kan man zudem Daten austauschen oder Mehrwertdienste nutzen.

Benchmarks

Im Nokia Lumia8920 werkelt ein 1,5 GHz schneller Dual-Core-Prozessor der alle Spiele, Apps und das recht schlank wirkende Windows Phone 8 ruckelfrei am Laufen hält. Die Performance des mobilen Internet Explorers 10 hat im Vergleich zum Vorgänger deutlich zugelegt und steht der Konkurrenz aus dem Hause Android in nichts nach. Das Nokia Lumia 920 erreichte im JavaScript-Benchmark (Sunspider 0.9.1) einen Wert von 901,9 ms und übertrifft damit sogar das iPhone 5 mit seinen 914 ms. Bei einer frühen Version von AnTuTU erreicht es knapp 10930 Zähler. Im Browsermark 2.0 erreichte das Nokia Lumia 820 einen Wert von 1,970 Punkten.

Menü

Das Nokia Lumia 820 nutzt als Betriebssystem Windows Phone 8. Dabei werden auf dem Homescreen sogenannte Live Tiles angezeigt. Diese Kacheln sind App-Verknüpfung und Widget in einem. So können einige Apps auf den Live Tiles Daten wie zum Beispiel Uhrzeit, Datum sowie die Anzahl an ungelesenen E-Mails oder aktuelle Kalendereinträge anzeigen. Die Abmessungen der Kacheln kann man nun in drei Schritten variieren. Dank der einheitlichen Farbe wirkt das Ganze dann sehr homogen. Wer von Android wechselt wird sich hieran vielleicht erst einmal gewöhnen müssen. Wischt man den Homescreen nach links, so erscheint eine alphabetisch sortierte Liste mit allen installierten Apps. Aus dieser Liste kann man dann entsprechende Apps als Live Kachel auf den Homescreen hinzufügen. Bei steigender Anzahl an Apps wird die Listenansicht allerdings schnell unübersichtlich. Deshalb blendet das Betriebssystem dann Buchstaben an, die diese Liste unterteilen. Über eine Suchfunktion kann man zudem schnell zu einer bestimmten App springen. Dazu muss man einfach Teile des Namens eingeben. Ein hervorstechendes Merkmal von Windows Phone 8 ist die gute Integration von Online-Diensten wie beispielsweise Outlook, Hotmail, GMail, Facebook, Twitter und LinkedIn. Die Nachrichten-App verbindet SMS mit Facebook-Meldungen, Windows Live-Nachrichten und Tweets. Über die eingebaute Suchfunktion kann man im Internet via Bing nach Webseiten, Bilder und Videos suchen.  Die eingebaute Sprachsteuerung wird durch Halten des Windows-Buttons aktiviert. Die Ergebnisse hinterließen aber eher gemischte Gefühle. Sie kann aktuell nicht mit Siri oder Google Now mithalten. Das Angebot an Apps ist im Vergleich zu Android und iOS wesentlich kleiner. WhatsApp, Twitter, Facebook und Co sowie gute Spiele, unter anderem von Gameloft sind aber bereits vorhanden. Alle Apps und Spiele können zudem zunächst kostenlos getestet werden. Einen Eindruck bekommt man in meinem Videotest vom Lumia 820 in HD auf YouTube oder direkt hier:



Nokia hat Windows Phone 8 nicht einfach 1:1 übernommen, sondern um ein paar nützliche Apps erweitert. Das Kartenmaterial stammt von Nokia Maps und über Nokia Drive kann man kostenlos navigieren. Mit Nokia City-Kompass kann man über die eingebaute Kamera und Augmented Reality in seiner Umgebung nach Restaurants, Hotels, Einkaufmöglichkeiten und Freizeitaktivitäten suchen. Eine App namens "DB Navigator" hilft bei der Planung der nächsten Zugfahrt. Über die Office-App kann man Excel, Word und Powerpoint-Dokumente bearbeiten. Neu ist eine sogenannte Kinderecke. Dort kann man ein zweites, in seinen Rechten und Apps beschränktes Nutzerkonto einzurichten. So kann man sein Lumia 820 ruhig mal an den Nachwuchs verleihen, ohne das dieser die E-Mails und Co mitlesen kann. Das Windows Phone 8 Betriebssystem auf dem Nokia Lumia 820 bietet erweiterte Funktionen für schlechter sehende Benutzer, die mit anderen Smartphones sonst zu kämpfen haben. Es stehen vier Schriftgrößen zur Auswahl und sogar eine Bildschirmlupe. Es gibt auch ein Display-Modus, der durch einen höheren Kontrast das Lesen von Text erleichtert. So kann man sein Nokia Lumia 820 auch mit Sprachbefehlen steuern und sich den Bildschirminhalt vorlesen lassen. Über LPS-6 Bluetooth kann man den Ton vom Mobiltelefon direkt zu einem Hörgerät senden.  Das funktioniert auch über Near Field Communication (NFC).

Fazit

Das Nokia Lumia 820 sieht nicht nur gut aus, die gute Verarbeitung und das stabile Gehäuse gefallen mir ebenso. Der  4,3-Zoll-Touchscreen mit seiner Auflösung von 480 x 800 Pixeln Auflösung ist gut, wenn auch nicht spitze. Die Akkulaufzeit geht voll in Ordnung, gerade wegen der Tatsache, dass man neben HSPA auch mit WLAN und vor allen Dingen LTE surfen kann. Der kleine interne Speicher kann mit MicroSD-Karten erweitert werden und das Akku ist wechselbar. Herz, was willst du mehr? Als Alternative mit Windows Phone 8 steht zum Beispiel das günstigere HTC Windows Phone 8X zur Verfügung. Wer jetzt Interesse am Nokia Lumia 820 hat, der kauft es beispielsweise bei


  

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