Samsung Ativ S Test

Veröffentlicht von Dirk Schuetzner am 02.04.2013
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Mit dem Ativ S stellt Samsung nun sein erstes Smartphone auf Basis von Windows Phone 8 vor. Das neue Flaggschiff am Smartphone-Himmel präsentiert sich optisch recht bieder.  Zwar wirkt  das knapp 382 Euro teure Smartphone nicht billig. Leider hat Samsung sich aber für Kunststoff, bzw. Polycarbonat entschieden. Das Ativ S ist angetreten es mit dem HTC 8X bzw. Nokia Lumia 920 aufzunehmen.  Angetrieben wird das knapp 137 x 70 x 8.7 mm und 135 Gramm schwere Smartphone von einem 1.5 GHz schnellen Dual-Core-Prozessor (Qualcomm S4 Plus). Auf der Vorderseite findet man einen "alten" Bekannten wieder. Das Super-AMOLED-Display mit seiner Diagonalen von 4.8 Zoll und 720 x 1280 Pixel kam schon beim Samsung galaxy S3 zum Einsatz. Die 8 Megapixel-Kamera auf der Rückseite bietet einen Autofokus sowie eine LED zur Beleuchtung an. Die Frontkamera knipst Fotos mit 1.9 Megapixel. Unterwegs ist man per HSPA+ mit bis zu 42 Mbps im Downstream unterwegs. Noch schneller geht es über WLAN a/b/g/n (2.4 & 5 GHz). Der eingebaute A-GPS-Empfänger unterstützt Glonass. Kontakt zu einem Computer oder Smartphone  nimmt man über Bluetooth® 3.0 und USB 2.0 auf. Ein NFC-Empfänger ist ebenfalls im 2.300 mAh starken Akku eingebaut. Der 16 GByte große Speicher  kann über microSD um bis zu 64 GByte erweitert werden. Das Smartphone wurde mir dabei von notebooksbilliger.de zu Verfügung gestellt.

Design & Verarbeitung & Haptik

Auf den ersten Blick kommt das Ativ S recht hochwertig, aber etwas langweilig daher. Zudem erinnert das Design doch recht stark an das Samsung Galaxy S3. Auch wenn die Rückseite zunächst an gebürstetem Aluminium erinnert, so kommt bei näherer Betrachtung doch "nur" Polycarbonat zum Einsatz. Ecken findet man im Design des Ativ S keine. Nimmt man den recht dünnen Akkudeckel ab, so bekommt man Zugriff auf den Einschub für die Micro-SIM-Karte, microSD und den wechselbaren 2.300 mAh starken Akku. Auf der Oberseite findet man die 3,5 mm Klinkenbuchse für eigene Kopfhörer. Auf der linken Seite des ATiv S haben die Designer die Lautsprecherregler integriert. Den Ein-/Auschalter sowie eine eigene Kamera-Taste findet man dann auf der rechten Gehäuseseite. Das Lumia 820 ist mit seinen 137 x 70 x 8.7 mm zwar sehr dünn und mit knapp 135 Gramm auch recht leicht. Dafür aber ziemlich groß und breit geraten. Das HTC 8X misst dabei 124 x 69 x 9,9 mm und das Lumia 920 komtm auf 130 x 71 x 11 mm. Damit ist das Ativ S das leichteste der drei Smartphones. Die Verarbeitung an sich und die Haptik gehen voll in Ordnung. Der Akkudeckel kann mit normalen Fingernägeln geöffnet werden, durch seine recht glatte Oberfläche mag einem das Smartphone aber auch leichter aus der Hand rutschen. Unterhalb des Displays befinden sich diesmal nur zwei Sensortasten zur Steuerung des Betriebssystems. Den Home-Button mit dem Windows-Logo hat Samsung aus Kunststoff gefertigt. Das nenne ich mal eine Abwechslung im üblichen Sensor-Einerlei. Der Druckpunkt der vorhandenen Drücker geht ebenfalls voll in Ordnung.


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Lieferumfang

In der für Smartphones aus dem Hause Samsung beinnahe typischen, weißen Verpackung befindet sich das heutzutage wohl übliche Zubehör. Neben dem Ativ S kommt ein Lade-/Datenkabel, ein Ladegerät, diverse Kurzanleitungen und Sicherheitshinweise sowie ein ansprechendes InEar-Headset zum Vorschein. 

Display


Das HD-Super-AMOLED-Display bietet dem verwöhnten Auge eine Diagonale von 4,8 Zoll und eine Auflösung von immerhin 720 x 1280 Pixel (306 ppi). Da das hier verbaute AMOLED-Display ohne eine eigene LED-Beleuchtung auskommt, erscheint die Ausleuchtung sehr homogen.  Wie auch bei allen anderen Smartphones der Konkurrenz, spiegelt das Display bei direkter Sonneneinstrahlung recht stark.  Trotzdem oder nicht zuletzt aufgrund des guten Kontrasts des Displays kann man den Inhalt noch ablesen. Erst wenn die Sonne mal so richtig vom Himmel brennt, kommt die Leuchtkraft des Displays an seine Grenzen. Kontrast, Helligkeit und Farbwiedergabe sind typisch hierbei für AMOLED.

Kamera & Multimedia

Die 8-Megapixel-Kamera befindet sich auf der Rückseite und bietet zur besseren Ausleuchtung bei einsetzender Dunkelheit eine LED.  Die Kamera auf der Front löst mit 1,2 Megapixel auf und kann daher eigentlich nur für Videotelefonie genutzt werden. Die Farben der Fotos werden von der Kamerasoftware im Ativ S recht ansprechend abgebildet. Das gilt besonders, wenn das Wetter ausnahmsweise mal mitspielt. Bei einsetzender Dunkelheit reicht die LED knapp 2 Meter weit. Leider - oder eher gesagt wenig überraschend - verstärkt sich dann allerdings auch das Bildrauschen. Drückt man den seitlichen Auslöser, so ist das Bild nach knapp 2 Sekunden bereits im Kasten. Die Details der Aufnahmen nehmen mit zunehmender Vergrößerung am PC deutlich ab.

 
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Videos nimmt die Kamera in Full-HD auf. Die Qualität der Videos ist ohne fehl und Tadel, der Sound allerdings etwas dumpf.

Der Musikplayer in Windows Phone 8 bietet eine eher schlichte aber dafür übersichtliche Optik. Neben Album-Cover, Interpret und Titel findet man auch virtuelle Drücker zur Track-Steuerung.  Der Klang des Ativ S ist - wenn man sowas überhaupt sagen kann - eher linear. Bei den Höhen muss man leichte Abstriche in Kauf nehmen. Der Bass ist fast kaum vorhanden. Der Sound über die mitgelieferten Kopfhörer ist damit eher Mittelmaß.  Leider hat Samsung - im Gegensatz zu Nokia - auf Equalizer-Presets verzichtet. Der eingebaute Lautsprecher tönt zwar recht laut, kann klanglich aber - im Gegensatz zum HTC One - nicht wirklich überzeugen. Der Musikplayer erlaubt es zudem nicht, an eine bestimmte Stelle im Song zu springen. Wer also - wie ich - ein Fan von Podcasts ala "A State of Trance" ist oder gerne Hörbücher hört, muss den virtuellen Drücker zum Vorspulen lange gedrückt halten.

Grado iGrado Koss Portra Pro Philips SHL8800 iBeats Studio HD
iGrado von Grado
(C) Grado
Koss Porta Pro  
(C) Koss
Philips SHL8800   
(C) Philips
iBeats by Dr. Dre
(C) Monster
Studio HD by Dr. Dre
(C) Monster

Mein absoluter Favorit, der iGrado benötigt ein starkes Eingangssignal um seine großen Treiber so richtig in Wallung zu bringen. Das Ausgangssignal des Samsung Ativ S  reicht dazu zwar generell aus. Leider ist die Qualität des Signals aber so schwach, dass der iGrado hoffnungslos unterfordert ist. Koss Porta Pro und der Philipps SHL8800 erzeugen da einen kräftigeren Bass. Erwartungsgemäß wird der Mittenbereich allerdings ziemlich in die Breite gezogen und die Höhen fallen der akustischen Schere zum Opfer. Die Klangcharakteristik des Ativ S ist abschliessend betrachtet unausgewogen Kopfhörer wie die iBeats oder die Beat Studio HD sind nur für Fans von viel Bass zu empfehlen und reißen den Karren auch nicht aus dem Sumpf. Während des Tests kamen unter anderem folgende Alben zum Einsatz:

Sarah Brightman
(Symphony)

VNV Nation:
(Automatic)

A State of Trance

The Corrs
(Talk on Corners)
Sara Brightman VNV Nation State of Trance Corrs
 
Der Song "I against I" von Mos Def aus dem Soundtrack zu "Blade 2" hat eine starke Bassbetonung und ist daher für einen Test in meinen Ohren gut geeignet. Ebenso wie der Song "Damn Those Eyes" von Kane, der einen sehr gute Dynamik aufweist. Sämtliche Tracks wurden eigenhändig mit mindestens 256 kbit unter Zuhilfenahme der Software "LAME" kodiert.  Durch die Multitasking-Unterstützung im Betriebssystem kann man den Musikplayer auch im Hintergrund weiter laufen lassen und nebenher noch andere Aufgaben erledigen oder sogar Spielen. Der Videoplayer kommt mit den üblichen Formaten (Avi, MP4) und Full-HD Videos klar.

Akku & Konnektivität

Der Snapdragon S4-Prozessor und  das große, leuchtstarke Display teilen sich die Leistungsfähigkeit des 2.300 mAh starken Akku brüderlich auf. Wer also viele Filme schaut oder mobil per LTE im Internet surft, der wird nach knapp 7 Stunden sein Ativ S an das Stromnetz anschliessen müssen. Bei weniger starker Nutzung des Displays reicht eine Akkuladung aber locker einen bis zwei Arbeitstage. Unterwegs ist man über HSPA+ und WLAN IEEE 802.11 a/b/g/n online. Über NFC, USB oder Bluetooth kan man zudem Daten austauschen oder Mehrwertdienste nutzen.

Benchmarks

Im Samsung Ativ S werkelt ein 1,5 GHz schneller Dual-Core-Prozessor aus dem Hause Qualcomm (S4 MSM8960 in 28 nm) sowie eine Adreno 225-GPU mit 400 MHz. So laufen die wenigen, aufwändigen Spiele und das recht schlanke Windows Phone 8 ohne Ruckler Laufen. Dank 1 GB-DDR3-Arbeitsspeicher erlauben auch mehrere Apps gleichzeitig. Die Performance des mobilen Internet Explorers 10 hat im Vergleich zum Vorgänger deutlich zugelegt und steht der Konkurrenz aus dem Hause Android in nichts nach. Das Ativ S erreichte im JavaScript-Benchmark (Sunspider 0.9.1) einen Wert von 1737 ms. Bei einer frühen Version von AnTuTU erreicht es knapp 12622 Zähler. Im Browsermark 2.0 erreichte das Ativ S einen Wert von 1,494 Punkten. Da bleibt noch Luft nach oben, gerade im Vergleich zum Nokia Lumia 920.

Menü

Das Samsung Ativ S nutzt Windows Phone 8. Dabei werden auf dem Homescreen sogenannte Live Tiles angezeigt. Diese Kacheln sind App-Verknüpfung und Widget in einem. So können einige Apps auf den Live Tiles Daten wie zum Beispiel Uhrzeit, Datum sowie die Anzahl an ungelesenen E-Mails oder aktuelle Kalendereinträge anzeigen. Die Abmessungen der Kacheln kann man in drei Schritten variieren. Dank der einheitlichen Farbe wirkt das Ganze dann sehr homogen. Wer von Android wechselt wird sich hieran vielleicht erst einmal gewöhnen müssen. Wischt man den Homescreen nach links, so erscheint eine alphabetisch sortierte Liste mit allen installierten Apps. Aus dieser Liste kann man dann entsprechende Apps als Live Kachel auf den Homescreen hinzufügen. Bei steigender Anzahl an Apps wird die Listenansicht allerdings schnell unübersichtlich. Deshalb blendet das Betriebssystem dann Buchstaben ein, die diese Liste unterteilen. Über eine Suchfunktion kann man zudem schnell zu einer bestimmten App springen. Dazu muss man einfach Teile des Namens eingeben. Ein hervorstechendes Merkmal von Windows Phone 8 ist die gute Integration von Online-Diensten wie beispielsweise Outlook, Hotmail, GMail, Facebook, Twitter und LinkedIn. Die Nachrichten-App verbindet SMS mit Facebook-Meldungen, Windows Live-Nachrichten und Tweets. Über die eingebaute Suchfunktion kann man im Internet via Bing nach Webseiten, Bilder und Videos suchen.  Die eingebaute Sprachsteuerung wird durch Halten des Windows-Buttons aktiviert. Die Ergebnisse hinterließen aber eher gemischte Gefühle. Sie kann aktuell nicht mit Siri oder Google Now mithalten. Das Angebot an Apps ist im Vergleich zu Android und iOS wesentlich kleiner. WhatsApp, Twitter, Facebook und Co sowie gute Spiele, unter anderem von Gameloft sind aber bereits vorhanden. Alle Apps und Spiele können zudem zunächst kostenlos getestet werden. Leider muss man eine App zur Navigation (zum Beispiel Here Drive von Nokia) manuell nachinstallieren. Diese stehen aber kostenlos zur Verfügung. Einen Eindruck bekommt man in meinem Videotest n HD auf YouTube:


Das Kartenmaterial stammt dabei von Nokia. Über eine Office-App kann man Excel, Word und Powerpoint-Dokumente bearbeiten. Neu bei Windows Phone 8n ist eine sogenannte Kinderecke. Dort kann man ein zweites, in seinen Rechten und Apps beschränktes Nutzerkonto einrichten. So kann man sein Smartphone ruhig mal an den Nachwuchs verleihen, ohne das dieser die E-Mails und Co mitlesen kann. Das Windows Phone 8 Betriebssystem  bietet wieder Funktionen für schlechter sehende Benutzer, die mit anderen Smartphones sonst zu kämpfen haben. Es stehen vier Schriftgrößen zur Auswahl und sogar eine Bildschirmlupe. Es gibt auch ein Display-Modus, der durch einen höheren Kontrast das Lesen von Text erleichtert. So kann man sein Nokia Lumia 820 auch mit Sprachbefehlen steuern und sich den Bildschirminhalt vorlesen lassen. Über LPS-6 Bluetooth kann man den Ton vom Mobiltelefon direkt zu einem Hörgerät senden.  Das funktioniert auch über Near Field Communication (NFC).

Fazit

Das Samsung Ativ S macht optisch jetzt nicht ganz so viel her wie die Konkurrenz in Form des Lumia 920 oder HTC 8X. Die Verarbeitung ist trotzdem ohne Fehl und Tadel auch wenn die Haptik leicht unter dem Einsatz des Polycarbonats leidet. Der vom Galaxy S3 bekannte, 4,8-Zoll große Touchscreen mit seiner Auflösung von 720 x 1280 Pixeln kann überzeugen. Die Akkulaufzeit der 2.300 mAh starken Kraftzelle ist im Vergleich zu den beiden Konkurrenzmodellen überdurchschnittlich. Den internen Speicher kann man auf Wunsch mit microSD-Karten erweitern und der Akku ist sogar auswechselbar. Soweit so gut. Leider kommt das  Samsung Galaxy Ativ S aber recht spät ins Spiel und anhand der Benchmark-Ergebnisse im Vergleich zum Lumia 920 kann man sehen, dass es wohl noch ein paar Probleme mit der Software gibt. Da bleibt noch Luft nach oben.  Wer jetzt Interesse am Samsung Ativ S hat, der kauft es beispielsweise bei


  

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