Beenden

Aermoo M1 im Test: Outdoor-Androide mit viel Metall

Das Aermoo M1 setzt auf viel Metall, ist wasserdicht (IP68), robust und wird von einem MediaTek Helio P25 mit acht Kernen sowie 6 GByte RAM und 64 GB Festspeicher befeuert. Das 5,2 Zoll große Full-HD-Display wird (angeblich) durch Corning Gorilla Glas 5 geschützt. Lohnt sich der Import des (hierzulande) knapp 310 teuren Smartphones?

Wuchtiges Design: Das Aermoo M1 ist Heavy Metal

Aermoo_M1Es handelt sich beim Aermoo (Aero & Armor) um ein robustes Outdoor-Smartphone. Da sind Abmessungen von 163 x 83 x 17 mm nichts ungewöhnliches, denn auch das Blackview BV8000 Pro war mit 156.2 x 79.2 x 13.2 mm nicht gerade klein und das bei einem 5″ Display! Das Gewicht beträgt stattliche 285 Gramm und ein schwereres Smartphone hatte ich bis jetzt noch nicht im Einsatz. Das Aermoo M1 kommt in den drei “Farben” Gold, Silber und Grau auf den Markt und erinnert optisch durchaus an Modelle wie das CAT S40 oder Uhans U300. Das Doogee S60 sieht übrigens GENAUSO aus:Doogee_S60Das M1 ist laut Hersteller nach IP68 zertifiziert und entspricht einem nicht näher definiertem “Militärstandard”. Zumindest laut der deutschen Amazon-Webseite. Äußerlich macht es jedenfalls den Eindruck, als könnte es auch einen Atomkrieg überstehen. Der Hersteller (mit russischen Wurzeln?) scheint uns schon für die Zukunft mit Mr. Trump ausrüsten zu wollen. 😀

Ich habe es einfach mal aus ca. 1,80 Meter auf Sand, Rasen und Steinboden fallen lassen. Und – ohn Wunder – Sand und Rasen haben dem Smartphone nichts ausgemacht 😀 Beim Steinboden in Form des Bahnsteigs haben sowohl der Metallbody, als auch die Kunststoffummantelung des Rahmens deutlich sichtbare Kratzer abbekommen. Im Falle eines Falles leidet der dann eben auch als erstes.

Das Display selber lebt aber noch, hat bei meinen versuchen aber auch keinen direkten Treffer hinnehmen müssen. Leider sind die Schutzränder aus Kunststoff rund um den Screen sehr dünn. Wenn es also mal unglücklich auftrifft, wird es ebenfalls Schaden nehmen. Ich habe zudem schon leichte Kratzer im Glas, es handelt sich eher NICHT um Corning Gorilla Glas 5.

Auf der Rückseite findet man kleine Aluschrauben. Das soll wohl die Robustheit unterstreichen. Die “Eleganz” eines Nomu S20 wird hier zwar nicht erreicht. Aber gut, wir wollen mit diesem Outdoor-Smartphone ja auch Berge erklimmen, tief im Matsch wühlen und im Notfall auch mal einen Nagel in die Wand hämmern, oder? Letzteres dürfte dem Aermoo M1 aber nicht so gut bekommen.

Ansonsten ist es sehr robust verarbeitet und die IP68 Zertifizierung trägt es zu Recht. Eine Zertifizierung mit dem Militärstandard MIL-STD-810 – der zudem auch noch recht schwammig formuliert ist – würde ich diesem Smartphone aber absprechen.

Mein Bad in der Badewanne hat das Doogee S60 Aermoo M1 ohne Schaden überlebt. Tiefer als 1 Meter sollte man das Smartphone aber besser nicht untertauchen. Der Lautsprecher benötigt zudem etwa eine halbe Stunde, bis er aufhört zu Quäken und endlich wieder vernünftige Töne von sich gibt.

Die Anschlüsse selber sind durch dicke, sehr schwer zu lösende Schutzkappen abgedichtet. Ohne Werkzeug bekommt man die leider nicht auf. Und da sie sehr tief in das Gehäuse eingelassen wurden, benötigt man auch zwingend das mitgelieferte Lade-/Datenkabel. Kopfhörer passen allerdings “von der Stange” in die recht breite Öffnung. Die Bedienung von Android 7.0 erfolgt ausschliesslich über den Touchscreen. Über zusätzliche Sensor-Tasten verfügt das Smartphone nicht. Unter Wasser klappt die Bedienung also nicht mehr.

Lieferumfang: Alles dabei, aber “speziell”

  • Aermoo_M1_1
  • Aermoo_M1_644
  • Aermoo_M1_4
  • Aermoo_M1_5
  • Aermoo_M1_6
  • Aermoo_M1_7
  • Aermoo_M1_9
  • Aermoo_M1_18
  • Aermoo_M1_19
  • Aermoo_M1_17
  • Aermoo_M1_144
  • Aermoo_M1_744
  • Aermoo_M1_944
  • Aermoo_M1_1044
  • Aermoo_M1_1144
  • Aermoo_M1_1244
  • Aermoo_M1_1344
  • Aermoo_M1_1444
  • Aermoo_M1_1544
  • Aermoo_M1_1644
  • Aermoo_M1_1744
  • Aermoo_M1_444
  • Aermoo_M1_544

In der Verpackung des Aermoo M1 findet man das EU-Ladegerät (12V/2A), ein spezielles microUSB-Kabel mit längerer Buchse, einen Schraubendreher für den SIM & MicroSD-Schacht samt Ersatzschrauben sowie eine zusätzliche Displayschutzfolie und eine Anleitung.

Display: 5,2 Zoll und Full-HD

Aermoo_M1_644Das 5,2 Zoll große IPS-Display wirkt auf der Vorderseite schon fast verloren, denn die Ränder ober- und unterhalb sind über einen Zentimeter dick und selbst links und rechts hat man noch 8 mm Platz gelassen. Die Auflösung von 1.080 x 1.920 Pixel (424 ppi) geht in Ordnung, ist in dieser Preisklasse aber auch nichts besonderes. Die Farbwiedergabe scheint angenehm dezent, fast zu blass. Die Blickwinkelstabilität gab keinen Anlass zur Klage. Am unteren Rand des Displays sieht man bei hellen oder dunklen Hintergründen kleine Lichthöfe bzw. “Wölkchen”. Laut Hersteller ist das Display durch Corning Gorilla Glas 5 geschützt. Eine kleine Benachrichtigungs-LED (RGB) oberhalb des Displays informiert mich auf Wunsch über den Ladezustand und eingehende bzw. entgangene Nachrichten bzw. Anrufe.

Performance & Akku: MediaTek Helio P25 mit 5.580 mAh?

Der Mediatek MT6757CD (auch Helio P25 genannt) taktet seine acht Kerne mit bis zu 2.5 GHz und kann auf 6 GByte Arbeitsspeicher zurückgreifen. Es handelt sich hierbei um einen leicht optimierten Helio P20. Die Unterschiede liegen aber in erster Linie in der Tatsache, dass der neue P25 nun auch eine Dual-Kamera ansteuern kann, die es beim Aermoo M1 aber gar nicht gibt.

Der neue SoC kommt im aktuellen AnTuTu-Benchmark auf 64.930 Punkte. Im Geekbench 4 reicht es für 815 Punkte im Single-Core und 3.854 Punkte im Multi-Core. Android 7.0 sowie die meisten aktuellen Spiele haben damit überhaupt kein Probleme und laufen ruckelfrei. Die 6 GByte RAM sind aber in der Realität nicht wirklich spürbar.

Der fest eingebaute Akku mit seinen 5.580 mAh und hielt im PC Mark Akkutest knapp 9:06 Stunden durch. Im normalen Einsatz (E-Mails, WhatsApp, Musik ca. 2 Stunden) kommt man damit knapp zwei Tage ohne Steckdose aus. Über das mitgelieferte Ladegerät/-kabel ist der Akku in 195 Minuten voll aufgeladen. Das klappt mit einem speziellen Ladegerät auch drahtlos, dann aber deutlich langsamer. Das Aermoo M1 ist zudem recht wählerisch. Wer auf Nummer sicher gehen will, kauft das von Aermoo vertriebene – drahtlose – Ladegerät gleich dazu. Technisch ist das Doogee S60 ebenfalls identisch.

Android 7: Etwas “verbastelt”

Das Smartphone nutzt einen anderen Laucher. Die Benutzeroberfläche namens Freeme-OS ist sehr verspielt, die Animationen wirken auf die Dauer eher nervig. Die Icons sind zudem zu “schwülstig”, das paßt nicht zum Outdoor-Look. Erfreulicherweise kann man diese aber über Themen anpassen. Leider dauert das aufgrund der lahmen Verbindung zum chinesischen Server sehr lange. Die App-Icons werden sowohl auf den Homescreens als auch im normalen App-Drawer verteilt.

  • M1_Android7_6
  • M1_Android7_1
  • M1_Android7_2
  • M1_Android7_3
  • M1_Android7_4
  • M1_Android7_5
  • M1_Android7_7
  • M1_Android7_8
  • M1_Android7_9
  • M1_Android7_10
  • M1_Android7_11
  • M1_Android7_12
  • M1_Android7_13
  • M1_Android7_14
  • M1_Android7_15
  • M1_Android7_16
  • M1_Android7_17
  • M1_Android7_18
  • M1_Android7_19
  • M1_Android7_20
  • M1_Android7_21
  • M1_Android7_22
  • M1_Android7_23
  • M1_Android7_24
  • M1_Android7_25
  • M1_Android7_26
  • M1_Android7_27
  • M1_Android7_28
  • M1_Android7_29
  • M1_Android7_30
  • M1_Android7_31
  • M1_Android7_32
  • M1_Android7_33
  • M1_Android7_34
  • M1_Android7_35
  • M1_Android7_36
  • M1_Android7_37
  • M1_Android7_38
  • M1_Android7_39
  • M1_Android7_40
  • M1_Android7_41
  • M1_Android7_42
  • M1_Android7_43
  • M1_Android7_44
  • M1_Android7_45
  • M1_Android7_46
  • M1_Android7_47
  • M1_Android7_48
  • M1_Android7_49
  • M1_Android7_50
  • M1_Android7_51
  • M1_Android7_52
  • M1_Android7_53
  • M1_Android7_54
  • M1_Android7_55
  • M1_Android7_56
  • M1_Android7_57
  • M1_Android7_58
  • M1_Android7_59
  • M1_Android7_60

Die neuen “Zusatzfunktion” von Android 7, also die Wischgesten mit denen man bei einzelnen Apps direkt bestimmte Funktionen auslösen kann, sind beim M1 nicht vorhanden. Und auch die Firmware des Aermoo M1 leidet wieder unter der weitverbreiteten, potentiellen ADUPS/FOTA Spyware.

M1_Android7_40In den Einstellungen findet man zudem noch eine Menge Unterpunkte, die nicht auf Deutsch übersetzt wurden. Die genaue Funktion erschließt sich mir dabei leider auch nicht auf den ersten Blick. Screenshots, Videoaufnahmen des Menüs, die Steuerung per Gesten und noch ein paar andere nette, aber nutzlose Spielereien kann man hier dann erkunden.

Die SOS-Taste auf der linken Seite kann man mit einer Rufnummer oder eine Funktion belegen. Um einer Fehlbedienung vorzubeugen, muss man sie aber mindestens drei Sekunden gedrückt halten. Gerade für den Outdoor-Einsatz stehen in der “Outdoor Toolbox” noch spezielle Apps wie ein Kompass, eine Wasserwaage, eine Taschenlampe, ein Soundmeter, Schrittzähler, Lupe, Höhenmesser und Barometer zur Verfügung.

Insgesamt ist der Funktionsumfang recht nützlich, der Launcher hätte aber etwas zurückhaltender sein können. Wischt man übrigens auf dem ersten Homescreen nach rechts, so erscheint eine – nicht abschaltbare – Seite mit aktuellen Nachrichten. Ähnlich wie bei Google Now.

Kamera: 21-Megapixel von Sony

M1_Android7_16Die Kamera aus dem Hause Sony (IMX 230) auf der Rückseite macht Fotos mit maximal 21 Megapixel. Über ein kleines Drehrad kann ich nun Optionen und Programme auswählen, die auf die Qualität der Bilder aber oft nur minimalen Einfluss nehmen. Die Bildqualität geht in Ordnung, zumindest solange ausreichend Licht zur Verfügung steht. Der Autofokus arbeitet im Test relativ zuverlässig, war aber nicht gerade von der schnellen Truppe. Videos werden in Full-HD aufgezeichnet. Auch hier hat sich die Kamera nicht mit Rum bekleckert. Die Frontkamera  mit ihren 8 Megapixel macht auch keinen besseren Eindruck. Das Interface ist dafür einfach, aber übersichtlich gestaltet.

Aermoo M1 (Doogee S60)

Konnektivität & Sound: LTE Band 20

Die Sende- und Empfangsleistung des Aermoo M1 ist gut, neben GSM und HSPA wird auch LTE (u.a. im Band 20) angeboten. Der Empfang im Wlan ist ok, das 5 GHz Band wird aber nicht unterstützt. Der interne Lautsprecher auf der Unterseite ist zu leise, die Gesprächspartner tönen etwas dumpf auf der Ohrmuschel. Über Kopfhörer bekommt man den “üblichen” Sound mit den Google-Equalizer-Presets zu hören. Der eingebaute GPS-Empfänger verrichtete seinen Dienst unauffällig und mit den üblichen Abweichungen von rund 5-8 Metern. Die Übertragung per Bluetooth 4 gelang ohne Aussetzer. Vom internen Speicher standen rund 52 GByte zu freien Verfügung.
Aermoo_M1_17
Das Einlegen der MicroSD UND der beiden SIM-Karten (microSD) gestaltet sich etwas mühselig, da M1_Android7_45man dazu einen Metalldeckel auf der Rückseite auf- und wieder zuschrauben muss. Erledigt wird das über den mitgelieferte Schraubendreher, dabei sind Kratzer auf dem Deckel kaum zu vermeiden. Man sollte unbedingt auf die Dichtung achten!

Nach dem ersten Softwareupdate (Firmware Aermoo M1.20171226) funktionierte der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite nicht mehr. Der entsprechende Punkt in den Einstellungen führte wiederholt zum Absturz der App. Auch ein Hardreset brachte keine Änderung. Bei der Ersteinrichtung läßt sich der Fingerabdruck hingegen EINMAL einrichten. Eine nachträgliche Änderung ist dann aber NICHT mehr möglich. Ein böser Softwarebug.

Fazit: Das Aermoo M1 ist echt Heavy Metal

Das knapp 310 Euro teure Aermoo M1 ist kein schlechtes Outdoor-Smartphone. Es bietet eine gute Verarbeitung, ist robust, wasserdicht nach IP68 und hat eine ausreichend hohe Performance. Das 5,2 Zoll große FHD-Display und die Konnektivität sind befriedigend, die Akkuleistung ist hingegen gut. Leider ist es recht groß und schwer und die Kamera von Sony liefert nur durchschnittlich gute Aufnahmen. Nervig finde ich den Freeme-Launcher und ehrlich gesagt wäre es mir persönlich zu teuer.

Testergebnis

Verarbeitung 8.8
Display 8.3
Performance 8.4
Kamera 8.3
Konnektivität und Akku 8.7

Fazit

8.5 Das knapp 310 Euro teure Aermoo M1 ist kein schlechtes Outdoor-Smartphone. Es bietet eine gute Verarbeitung, ist robust, wasserdicht nach IP68 und hat eine ausreichend hohe Performance. Das 5,2 Zoll große FHD-Display und die Konnektivität sind befriedigend, die Akkuleistung ist hingegen gut. Leider ist es recht groß und schwer und die Kamera von Sony liefert nur durchschnittlich gute Aufnahmen. Nervig finde ich den Freeme-Launcher und ehrlich gesagt wäre es mir persönlich zu teuer.

Tags : AermooAndroid 7ChinaOutdoorSmartphonesTests
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

Diese Website verwendet Cookies, um Ihre Erfahrungen zu verbessern. Durch die Nutzung dieser Seite stimmen Sie dem zu. Mehr Infos

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen", um Ihnen das beste Surferlebnis möglich zu geben. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen zu verwenden fortzufahren, oder klicken Sie auf "Akzeptieren" unten, dann erklären Sie sich mit diesen.

Schließen