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Amazon Kindle Fire HDX 8.9 Test

Mit dem Kindle Fire hat Amazon in der Vergangenheit bereits einen ersten Versuch gestartet, auf dem Markt der Tablets Fuß zu fassen. Dazu hat man weder Kosten noch Mühen gescheut, um dem Kunden ein eigenes Tablet schmackhaft zu machen. Das scheint auch ganz gut geklappt zu haben, denn mit dem Kindle Fire HDX 8.9 stellt Amazon nun einen Nachfolger in die virtuellen Regale. Das mit knapp 379 Euro recht günstige und vor allen Dingen super ausgestattete Tablet hat aber einen kleinen Nachteil. Das eingesetzte Fire OS basiert zwar auf Android 4.2, erlaubt aber nur den Zugriff auf den hauseigenen Onlineshop. Von dort bekommt man dann seine Apps, Spiele, Musik, Filme und E-Books geliefert.  Der Google Play Store ist somit tabu. Wie sich das Kindle Fire HDX 8.9 im Test geschlagen hat, erfahrt ihr in den nächten Minuten. Design
Display
Kamera
Multimedia
Akku/Benchmark
Ergebnis

Design & Verarbeitung & Haptik

Amazon Kindle Fire HDX 8.9Das Amazon Kindle Fire HDX 8.9 besticht durch seine exzellente Verarbeitung in Kombination mit edlen Materialien. Das kunststoffbeschichtete Gehäuse besteht im Kern beispielsweise auf Magnesium und ist mit seinen 374 Gramm fast 34% leichter als sein Vorgänger und damit etwa 100 Gramm leichter als das iPad Air.  Mit seinen Abmessungen von 231 x 158 x 7,8 mm ist es zudem recht kompakt, tritt aber mitterweile gegen eine ähnlich kompakte Konkurrenz (Apple iPAd Air und Samsung (Galaxy Note 10.1 (2014)) an.  Das 8.9-Zoll-Tablet liegt gut in der Hand, die Rückseite ist dabei rutschhemmend beschichtet. So sieht man leider auch jeden Fingerabdruck. Einzig der oberen Rand wurde mit einem Kunststoff in Klavierlack-Optik versehen. Dort sind die beiden Stereolautsprecher und die Kamera untergebracht. In den beiden Lautsprecheröffnungen sammelt sich auch schnell Staub. Da sie zudem nach hinten abstrahlen, bekommen sie bei Ablage auf dem Tisch den sprichwörtlichen Dämpfer.

Der Ein-/Ausschalter sowie die beiden Lautstärkeregler befinden sich ungewöhnlicherweise auf der Rückseite und zwar links und rechts auf den abgeschrägten Kanten. Legt man das Tablet auf seine Rückseite, ist eine Bedienung der Drücker natürlich unmöglich. Für gewöhnlich hält man sein Tablet aber in der Hand, dann kann man die Tasten recht gut erfühlen. Zumindest im Querformat. Auf der Vorderseite findet man dann nur noch das 8.9-Zoll-großes Display mit seinem großen Rahmen.

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Alle Eingaben erledigt man typischerweise über eine große, aber virtuelle QWERTZ-Tastatur. Das Fire OS wird über Softkeys im Menü bedient. Für gewöhnlich (Querformat) sind die entsprechenden Symbole an der rechten Seite eingearbeitet.  Haptisch macht das Kindle Fire HDX 8.9 einen guten Eindruck. An die Bedienung der rückseitig angebrachten Drücker muss man sich aber zunächst gewöhnen. Aber das war auch beim LG G2 nicht anders. Ich würde für das Design, die Verarbeitung und die Haptik 9 Punkte geben.

Lieferumfang

In der schwarzen Verpackung aus Karton findet man neben dem Tablet noch ein Lade-/Datenkabel und ein Ladegerät. Als Zubehör wird neben einem Schnelllader auch eine  Schutzhülle mit Aufstellvorrichtung angeboten. Beides sollte man beim Kauf gleich mitbestellen. So verhindert man nicht nur Kratzer auf dem Display sondern auch unnötige Wartezeiten an der Steckdose.

Amazon Kindle Fire HDX 8.9 Amazon Kindle Fire HDX 8.9

Die Schutzhülle kann übrigens auch als Tablet-Ständer genutzt werden. Sie bietet dazu eine Aufstellhilfe im Origami Design 😀

Display

Amazon Kindle Fire HDX 8.9Das neue Display mit einer Diagonalen von 8,9 Zoll liefert unglaubliche 2.560 x 1.600 Pixel (339 ppi). Die Auflösung übertrifft damit sogar die des Apple iPad Mini Retina. Inhalte werden messerscharf, farbecht und mit einem hohen Kontrast dargestellt. Die maximale Helligkeit ist bei direkter Sonneneinstrahlung allerdings etwas zu schwach. Der Hersteller verspricht in der Werbung “minimale Spiegeleffekte” und einen “modernen Polarisationsfilter”. In der Praxis merkt man davon allerdings kaum etwas. Das Display spiegelt in der Sonne wie bei allen anderen Modellen auch. Bei genauem Hinsehen erkwennt man zudem bläuliche Verfärbungen rund um den Rand. Das liegt an den ebenso bläulichen LEDs, die für eine verbesserte Farbwiedergabe sorgen sollen. Auffällig ist der bläuliche Rand aber nur bei sehr hellen Hintergründen, zum Beispiel in einem E-Book oder im Webbrowser (Silk). Insgesamt bekommt das Tablet in dieser Diziplin trotzdem 9 Punkte:

Kamera

Die Kamera auf der Rückseite des Kindle Fire HDX 8.9 löst mit 8 Megapixel auf und macht ganz ansprechende Aufnahmen. Ich frage mich allerdings oft, warum man ein Tablet zum Fotografieren mit sich herum trägt, aber nun gut. Die Aufnahmen geraten in Räumen oft recht dunkel, die Farben wirken nicht so brilliant wie bei der Konkurrenz. Die Galerie-App bietet dafür aber zahlreiche Bearbeitungsmöglichkeiten mit Filtern und Werkzeugen.

 
(Kamerabilder  Anklicken)

Die Videoqualität in Full-HD ist ebenfalls nur durchschnittlich. Schnelle Schwenks quittiert die Kamera mit leichten Verzögerungen. Im direkten Vergleich mit der Konkurrenz würde ich der Kamera daher 7 Punkte bescheinigen.

Multimedia & Musik

Multimedia bedeutet beim Kindle Fire HDX 8.9 auch zwangsläufig die direkte, unumgängliche Anbindung an Amazon. Hier kann ich mir dann nach Herzenslust Filme (über den Anbieter Lovefilm) ausleihen oder Musik kaufen. Auch E-Books und aktuelle Zeitschriften bzw. Romane stehen zur Auswahl. So lese ich ab jetzt meinen “Perry Rhodan” nur noch digital 😀 Der Klang des Kindle Fire HDX 8.9 ist gut, kann aber keinesfalls mit Apple oder Samsung mithalten. Die Qualität und Quantität im Amazon-Store wird von mir – wie bei anderen Geräten mit Googles Android – ausdrücklich nicht bewertet. So reicht es für 8 Punkte:

Wer mag, kann seine Videos oder MP3 selbstverständlich auch manuell vom PC/Mac auf den Kindle übertragen. Das klappt schnell und problemlos. Für die Darstellung Videos benötigt man dann nur noch einen Videoplayer. Den findet man aber schnell als kostenlose Lösung.

Akku, Konnektivität und Benchmarks

Je nach Modell und Ausführung kann man unterwegs über HSPA/LTE und/oder WLAN b/g/n surfen. Der WLAN-Empfänger mit seiner MIMO-Technik und zwei Antennen funkt im 2.4 GHz und 5 GHz-Band. Die Datenübertragungsrate ist sehr gut und stabil.  Daten und Medien überträgt man – wenn überhaupt – nur per Bluetooth 4.0 und USB. Eine Anbindung an den Mac klappte per Datenkabel über die App “Android File Transfer” oder über WLAN mit Hilfe von “Airdroid”.  Der Akku des Kindle Fire HDX 8.9 hält bei Dauernutzung etwa 5 1/2 Stunden. Damit ist er weniger ausdauernd als bei meinem iPad Air oder meinem Samsung Galaxy Note 10.1.

Der Touchscreen erlaubt in Zusammenspiel mit dem Vierkern-Prozessor (Snapdragon 800) mit seinen 2,2 Gigahertz und zwei Gigabyte Arbeitsspeicher eine absolut flüssige Bedienung. Das im Hintergrund Android 4.2.2 werkelt merkt der Käufer nicht. Sämlichte Eingaben werden über die Mojito genannte Benutzeroberfläche von Fire OS 3.0 abgefangen. Im Benchmark 3DMark erreicht das Gerät 12.780 Punkte und ist damit ähnlich flott, wie das Samsung Galaxy Note 10.1 (2014). Der Silk Browser, der die Berechnungen von Webseiten auf Amazon-Server auslagert, ist etwas lansgsamer als bei meinem iPad Air. Beide nutzen hingegen die neue MIMO-Technik.  So kommt das Smartphone auf 8 Punkte.


Menü

Die Benutzeroberfläche des Kindle Fire HDX 9.8 nennt sich Mojito und kommt mit sehr großen Icons und wenig Text aus. Sie wurde speziell für Tablets entworfen und das sieht man ihr auch an. Die Bedienung gelingt ähnlich intuitiv, wie beim Apple iOS. Alle Inhalte lädt man aber ausschliesslich über den Amazon-Shop auf sein Tablet. Bei Apple nutzt man dazu dann iTunes.

Der Startbildschirm besteht aus den einzelnen Icons sowie aus einem Content-Karussell. Ähnlich wie beim bekannten “Cover-Flow” kann man hier durch horizontale Wischgesten zwischen den zuletzt benutzten Inhalten wechseln. Neben seinen Büchern findet man auch Apps, Musik, Videos und Hörbüchern wieder. Wischt man den Bildschirm nach oben, so bekommt man Zugriff auf die zuvor installierten Anwendungen. Neben einem Kalender, einer Kontaktverwaltung und einem E-Mail-Client findet man hier auch den Webbrowser Silk. Alle Daten lassen sich auf Wunsch auch mit dem Google-Konto verknüpfen.

Im oberen Bildschirmbereich in der Menüleiste bekommt man über unterschiedliche Einträge Zugriff auf vorhandene und neue Inhalte. Über den Eintrag “Einkaufen” gelangt man bespielsweise direkt zum Amazon-Portal und kann dort sowohl igitale (Apps, E-Books, Hörbücher, Musik, Videos, Filme) als auch physische Produkte kaufen. Dazu benötgt man nur sein Amazon-Benutzerkonto, mit dem das HDX 8.9 bei der Auslieferung auf Wunsch direkt verknüpft wird. Apps werden daher auch nur über den Amazon-Shop ausgeliefert.  Mit dem Angebot im Google Play Store kann der Amazon-Shop momentan noch nicht mithalten.

Wer neben dem Kindle noch andere mobile Endgeräte nutzt, erhält über die Kindle-App (für Android, iOS und Windows Phone) Zugriff auf die in der Amazon-Cloud des Kindle Fire HDX 8.9 gespeicherten Einkäufe. So kann ich ein E-Book auf dem Kindle beginnen, auf meinem Smartphone fortsetzen und dann beispielsweise auf dem Tablet beenden. Einen Eindruck vom Fire OS bekommt man in meinem Videotest des Kindle Fire HDX 8.9 auf YouTube:


Fazit

Das Kindle Fire HDX 8.9 ist ein leistungsfähiges Tablet für diejenigen unter uns, die ihre Einkäufe sowieso über Amazon erledigen.  Wer also gerne in der schönen, bunten Welt von Amazon stöbert und sich dort mit Apps, Büchern und Musik versorgt, findet im Fire HDX 8.9 genau das richtige Konsumgut.  Das Tablet lässt sich intuitiv bedienen, bietet dabei ein hervorragendes Display und eine angenehme Haptik. Für 379 Euro ist es zwar kein Schnäppchen, aber dafür günstig.

Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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