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Apple iPhone 6 Test

Ich habe das Apple iPhone 6 jetzt seit einigen Tagen zusammen mit dem iPhone 6 Plus und ein paar Android-Smartphones im Test. Ich fand es ehrlich gesagt ziemlich anstregend soviele Geräte gleichzeitig zu testen und werde mir daher den Test des iPhone 6 und iPhone 6 Plus etwas erleichtern. Beide Geräte ähneln sich recht stark, wenn man mal von den Abmessungen, dem Display und ein paar Kleinigkeiten absieht. Daher sind beide Tests auch identisch aufgebaut. Auf die Besonderheiten des jeweiligen Modells gehe ich dann aber auf jeden Fall ein. Kommentare zum Preis und zu der Sinnhaftigkeit der Anschaffung spare ich mir aber. Man kann eben nicht mal so einfach über das Preis- Leistungsverhältnis von mindestens 699 Euro entscheiden. Klar, ich könnte mir einen Käfer (Beetle) kaufen, aber viele nehmen dann halt doch einen Porsche. Warum? Weil er Ihnen besser gefällt!

Design

Das neue Apple iPhone 6 ist ein Livestyle-Produkt. Das neue, abgerundete Design wird die Käufer, Fans und Hasser von Apple mit Sicherheit wieder in zwei bis drei Lager teilen. Die einen mögen es, die anderen hassen es und der Rest akzeptiert es. Ich gehöre zu letzteren. Ich liebe es nicht, kann mich aber damit anfreunden. Als ich das neue iPhone 6 vor ein paar Wochen das erste Mal gesehen und in den Händen hatte, war ich ehrlich gesagt enttäuscht. Es fühlt sich anders (als das iPhone 5s) an. Ich dachte erst: Oh mein Gott, warum???

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Nach ein paar Tagen mit beiden Geräten wurde mein Gemüt aber wieder besänftig. Man gewöhnt sich halt an alles. Die Abmessungen von 138 x 67 x 6.9 mm und die 129 Gramm haben mich allerdings schnell überzeugen können. Der Rand um das Display ist aber immer noch ziemlich gross, der Hombeutton auf der Unterseite nimmt viel Platz weg und warum es oberhalb des Displays noch einmal soviel Platz benötigt, wissen vermutlich nur die Designer und Techniker von Apple. Das iPhone 6 passt jedenfalls bequem in meine Hosentasche. Meine Finger (Daumen) erreichen soagr noch die oberen Ecken des Display. Den Einhand-Modus des iPhone 6 Plus benötige ich daher nicht. Die Verarbeitung ist klasse, das Gehäuse ist aus Metall, alle Kanten sind rund, keine überstehenden Grate, kein Knarzen, alles supi.

Das Gehäuse kommt in drei Farben daher. Wahlweise bekommt man sein neues Schmuckstück also in Spacegrey, Silber oder eben in Champagner (Gold). Mein Testsample kommt in Spacegrey daher. Die Rückseite wird von Streifen auf Kunststoff unterbrochen. Hierdurch werden die Antennen sauber voneinander getrennt. Der “Grip of Death” gehört damit der Vergangenheit an.

Auf der linken Seite finden man zwei Drücker für die Lautstärke sowie den Stummschalter. Auf der rechten Seite den Ein-/Ausschalter. Die Oberseite ist frei von Tasten jeder Art und auf der Unterseite finden nur der Kopfhörer (3.5 mm-Klinkenbuchse) sowie das USB-Lightning-Kabel Anschluss. Rechts daneben ist der Lautsprecher und fertig ist das iPhone 6. Auf der Rückseite findet man das zweite Mikrofon und die 8-Megapixel-Kamera samt TrueTone-LED. Und damit kommen wir auch schon zur Technik.

Technik

Das Display auf der Vorderseite ist 4,7 Zoll groß und löst mit 1.334 x 750 Pixel (326 ppi) auf. Die CPU hört auf den wenig schmückenden Namen “A8” und stammt offiziell von Apple. Inoffiziell wird sie von einer anderen Firma gefertigt. Technisch basiert sie auf zwei Kernen und der 64Bit Desktoparchitektur, Apple hat sie mit 1.39 GHz getaktet. Ihr stehen dabei 1 GByte RAM zur Seite. Der interne Speicher beträgt je nach Modell 16/64 oder sogar 128 GByte. Erweitern kann man ihn natürlich nicht. Dazu gesellen sich noch ein Grafikprozessor und ein spezieller M8 Motion Coprozessor. Der ist für alle (Bewegungs)Aktivitäten zuständig und nutzt dazu verschiedenen Sensoren und sogar ein Barometer.

Lieferumfang

Mein erstes Unboxing habe ich in diesem diesem kleinen Video auf YouTube eingefangen:

Display

Das große Display bietet zwar eine etwas höhere Auflösung als beim 5s, aber trotzdem nur 326 ppi. Die maximale Helligkeit ist wirklich hoch, entspricht aber ebenfalls “nur” der des iPhone 5s. Die Icons liegen optisch sehr flach unter dem Displayglas. Die größere Fläche wird vom iOS 8 nicht unbedingt optimal ausgenutzt. Es stehen mehrere Reihen an Icons zur Verfügung, der Displayinhalt dreht sich aber nicht wie beim iPhone 6 Plus mit. Die Farben werden recht kräftig abgebildet und erinnern schon fast an ein AMOLED von Samsung. Der Ablesewinkel ist sehr hoch. Ein wirklich gutes Display!

Kamera

Einen Eindruck von der Fotoqualität des iPhone 6 könnt ihr bekommen, wenn ihr mein Flickr-Konto besucht. Dort habe ich ein paar Aufnahmen hochgeladen. Die Kamera löst mit 8 Megapixeln auf. Der neue Sensor, hier allerdings ohne optischen Bildstabilisator, macht aber trotzdem bessere Aufnahmen als noch beim iPhone 5s. Vorbei die Zeit der unscharfen Aufnahmen, denn der Autofocus macht seine Arbeit gut. Während der Aufnahme kann man sogar die Helligkeit nachregeln. Die Bedienung ist dabei wirklich kinderleicht.

Am unteren Rand kann ich den Kamera-Modus wählen. Neben dem Foto-Modus nimmt die Kamera auch Full-HD-Videos und sogar sowie Zeitraffer- und Slow-Motion-Videos mit bis zu 240 Bildern pro Sekunde auf. Serienaufnahmen löst man durch konstanten Druck auf den Auslöser aus. Dann knipst die Kamera in rasend schneller Folge eine Aufnahme nach der anderen. Wohl dem, der mehr als 16 GByte Speicher gewählt hat. Da die Kameralinse leicht aus dem Gehäuse hervorsteht, kippelt das iPhone 6 doch minimal hin und her. Die ?/2.2 Blende ermöglicht auch bei Dunkelheit noch akzeptable Aufnahmen, beim iPhone 6 geht das aber NUR mit Stativ.

Multimedia

Natürlich spielt das neue iPhone Full-HD-Videos ab, allerdings muss man diese – wie auch die Musikstücke – zuvor per iTunes übertragen. Ab Werk versteht es sich nur mit MP3 und MP4. Dabei liefert das iPhone 6 ein absolut lineares Signal. Die verschiedenen Equalizer-Presets erleichtern die persönliche Klanganpassung. Der eingebaute Lautsprecher spielt auf hohem Niveau. Er klirrt nicht und der Sound klingt auch beim Freisprechen noch ausreichend suaber. Die maximale Lautstärke reicht dabei in meinen Ohren aus.

Benchmarks

Laut Apple ist das iPhone 6 Plus etwa 20% schneller als das 5s. Im Geekbench 3 (Benchmark) erzielte es mit 1633 im Single-Core und 2.920 im Multi-Core eben auch diese Ergebnisse. Damit liegt es mindestens auf dem Niveau des Galaxy S5. Im GFXBench 3 Manhattan kam es auf 18.4 Frames per Second und lag damit in etwa gleichauf mit dem Samsung Galaxy S5.

iOS 8 & Apps

iOS8 liefert neben den gewohnten Features, wie SMS, iMessage, EM-Mail, Wetter, Erinnerungen und Notizen nun auch erstmalig eine neue Health-App. Die wurde auf den neuen M8 Coprozessor abgestimmt und soll uns zukünftig (nicht nur durch die Apple Watch) zu mehr Bewegung animieren. Es zählt dazu dann die zurückgelegten Schritte und die Distanz. Weitere Fitness- und Gesundheitsdaten kann man künftig über Apps und zusätzliche Gadgets (Fitnesstracker) an Health übertragen.

Das neue Notification Center zeigt neue Nachrichten direkt an. Das ist jetzt nicht wikrlich neu, aber im iOS8 kann man diese nun auch direkt beantworten. So hat man von zentraler Stelle leicht seine SMS, Facebook, Twitter und Co. im Griff. Der neue Bezahldienst Apple Pay ist hierzulande noch nicht nutzbar. Das iPhone 6 Plus bietet dafür aber immerhin schon NFC. Leider eben aber nur dafür! Ab sofort kann man Anrufe auf allen seinen in der iCloud registrierten und mit iOS8-ausgestatteten Geräten annehmen. Per Hand-off kann man Nahcrichten beginnen und auf einem anderen iDevice beenden. Das klappt nun auch in Zusammenspiel zwischen iOS8 und OS X 10.10. Dazu muss man allerdings auch die neue iCloud nutzen.

Neu ist auch die Tatsache, dass man nun Tastaturen von Swiftkey und Co nujtzen kann. Auch die hauseigene Tastatur wurde verbessert, sie liefert beispeilsweise nun gleich drei Wortvorschläge. Kleine, aber feine wenngleich auch überfälige Verbesserungen.

Konnektivität

Der fest eingebaute Akku leistet laut ifixit 1.815 mAh. Damit bin ich bei meiner Nutzung (15-20 Minuten Telefonate, 1 1/2 Stunden MP3 und E-Book auf etwa 1 1/2 Tage Laufzeit gekommen. Nutze ich das iPhone 6 als Spielkonsole oder als Surfmöglichkeit, dann ist der Akku nach spätestens 7 Stunden erholungsbedürftig. Die Gesprächsqualität iast dabei wirklich ausgezeichnet, die Sende- und Empfangsleistung empfand ich im Test subjektiv als genauso gut, wie beim iPhone 5s. WLAN wird nun auch im ac-Standard unterstützt, der Empfang selber ist aber nicht besser geworden. LTE klappte im Test gut, technisch unterstützt das iPhone 6 sogar die Cat. 4 mit bis zu 150 mbit/s.

Fazit

Preislich muss man mindestens 699 Euro (16 GB), 799 Euro (64 GB) oder 899 Euro (128 GB) auf den Tisch des Hauses legen. WENN man es aktuell überhaupt für diesen Preis kaufen kann. Denn es ist nahezu überall komplett ausverkauft. Dafür bekommt man dann ein super verarbeitetes Smartphone mit einem guten 4,7-Zoll-Display und einer in meinen Augen ausreichend hohen Auflösung. Der Prozessor ist schnell, das iOS 8 ausgereift und beides harmoniert gut miteinander. Als mobile Spielkonsole aktuell nahezu unschlagbar. Aber das gilt eben auch für viele andere Smartphone mit einem so großen Display.

Tags : AppleiOSReview
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar “Musik”, aber die meisten anderen bezeichnen es als “Krach”.

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