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Apple iPhone 6S Test: Nur kleine aber sinnvolle Verbesserungen?

Das Apple iPhone 6S als waschechtes “S” unterscheidet sich optisch nur wenig vom iPhone 6. Wer sich also gerade im Apple Store mit dem 6S beschäftigt, wird vermutlich als erstes den gestiegenen Preis bemerken. Ein iPhone 6S mit 64 GByte schlägt nun nämlich mit 849 Euro zu Buche. Kein Pappenstiel. Dafür bekommt man u.a. ein 4,7 Zoll großes Retina-Display mit 1.334 x 750 Pixel und nunmehr 2 GByte Arbeitsspeicher sowie eine deutlich schnellere CPU vom Typ A9 samt einen, um knapp 100 mAh verkleinerten Akku. Dieser leistet nun nur noch 1.710 mAh, soll an der Laufzeit aber nichts ändern. Highlight des iPhone 6S dürfte damit das neue 3D-Touch-Display, das stabilere Metallgehäuse und die neue Kamera mit 4K-Videomodus und 12 Megapixel sein. Alles in allem also eher Verbesserungen unter der Haube. Wie sich die so im Test bemerkbar gemacht haben, erfahrt in den nächsten Minuten.

Lieferumfang: Alles dabei

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Die schon vom iPhone 6 bekannte, weißen Verpackung bildet auf der Oberseite das neue iPhone 6S ab. Je nach Modell in der dazu passenden Farbe. In der Verpackung findet man neben dem Apple iPhone 6S noch die Earbud genannten Kopfhörer, einLade-/Datenkabel mit Lighning-Anschluss, ein Ladegerät, eine Anleitung, Aufkleber und ein Öffnungswerkzeug für den NanoSIM-Schacht.

Design: Sieht aus wie ein iPhone 6

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Das neue Apple iPhone 6 ist wieder ein waschechtes Livestyle-Produkt und das zeigt sich nicht nur im gehobenen Preis, sondern auch im Design. Es ähnelt optisch nahezu 1:1 dem iPhone 6. Runde Kanten, formschöne Materialien. Der Hersteller hat übrigens auf das “Bentgate” des Vorgängers reagiert und hat das iPhone 6S stabiler gefertigt.

Die Abmessungen sind von 138,1 x 67 x 6.9 mm bei 129 Gramm auf 138,3 x 67,1 x 7,1 mm und 143 Gramm (iPhone 6: 129 Gramm) angewachsen. Das neue Aluminium 7000 (siehe Apple Watch) machen das neue iPhone stabiler. Die beiden Farbtöne Gold und Grau haben sich leicht verändert, neu hinzugekommen ist Roségold. Optisch wirkt das dezenter und wird vermutlich den weiblichen Geschmack treffen. Dazu passend gibt es nun auch eine Apple Watch. Ansonsten hat sich optisch nichts getan. Der Rand um das Display ist immer noch ziemlich breit, der Homebutton auf der Unterseite nimmt viel Platz weg und warum oberhalb des Displays immer noch ein derart breiten Rand vorhanden ist, weiss vermutlich nur Tim Cook.

Das iPhone 6S passt also immer noch bequem in eine Hosentasche und kann locker mit nur einer Hand bedient werden. Wer es etwas größer mag, der kann ja zum iPhone 6S Plus mit 5,5 Zoll greifen. Die Verarbeitung ist immer noch super, keine spürbaren Kanten, keine Probkeme mit unterschiedlichen Spaltmaßen.

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Auf der Rückseite findet man neben der neuen Kamera mit 12 Megapixeln wieder die Streifen auf Kunststoff. Die beiden Drücker für die Lautstärke liegen auf der linken Seite, direkt darüber findet man den Stummschalter. Der Ein-/Ausschalter liegt auf der rechten Gehäuseseite während die Kopfhörer wieder auf der Unterseite eingestöpselt werden. Same procedure as last year?

Technik: Änderungen liegen unter der Haube

iPhone 6 TechnikiPhone &S TechnikiPhone 6S Technik

Das Display auf der Vorderseite ist wieder 4,7 Zoll groß und löst mit 1.334 x 750 Pixel (326 ppi) auf. Der neue SoC hört auf den wenig kurzen Namen „A9″ und stammt offiziell von Apple. Technisch basiert er auf zwei Kernen und unterstützt die 64 Bit-Architektur von iOS 9. Maximal wird er übrigens mit 1.8 GHz getaktet. Apple hat ihm zudem 2 GByte RAM spendiert. Der interne Speicher beträgt je nach Modell 16, 64 oder sogar 128 GByte, kann aber nicht mit MicroSD-Karten erweitert werden. Dazu gesellen sich noch ein Grafikprozessor und ein integrierter M9 Motion Coprozessor. Der ist für die Messung der Aktivitäten zuständig und nutzt dazu verschiedenen Sensoren und sogar ein Barometer. Die Kamera löst nun stat mit 8 mit 12 Megapixel auf, Videos werden nun nicht nur in Full-HD, sondern auch in 4K aufgezeichnet.

Display: 4,7 Zoll, Retina und nun auch noch 3D-Touch

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Das neue Display bietet wieder 1.334 x 750 Pixel und ist mit 326 ppi sicher kein extrem hochauflösender Vertreter. Die maximale Helligkeit ist wirklich hoch, entspricht aber ebenfalls „nur“ der des iPhone 6. Kontrast und Weißabgleich sind erneut klasse. Neu hinzugekommen sind nun die Unterstützung für 3D-Touch. Das neue Display ist dabei – ähnlich wie bei der Apple Watch – in der Lage, unterschiedliche Druckstärken voneinander zu unterscheiden. Dabei funktioniert es ähnlich wie die rechte Maustaste bei einem Computer.

iPhone 6 Technik iPhone &S Technik iPhone 6S Technik

So kann man durch den etwas festeren Druck auf Icons beispielsweise ein Kontextmenü öffnen, über das ich direkt Zugriff auf die naheliegendsten Funktionen bekomme. So kann ich mit leichtem Druck auf das Kamera-Icon schnell ein Selfie machen oder den Videomodus starten kann. In der Galerie-App kann man durch festeren Druck so auch direkt Bilder löschen, das klappte im Test auch mit den E-Mails in der hauseigenen E-Mail-App. Drückt man hier leichter auf eine E-Mail, so bekomme ich eine kurze Vorschau (Peek & Pop). Im Safari-Browser klappt das dann auch bei einem Link, hier wird ein Extra-Fenster (Pop) mit Vorschau der Webseite (Peek) gestartet. 3rd Party Apps müssen dafür noch optimiert werden. Eine gewisse Eingewöhnung war unumgänglich, danach möchte ich dieses Feature aber nicht mehr missen.

Kamera: 12 Megapixel und 4K-Videos

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Die neue Kamera löst nun mit 12 Megapixeln auf und zeichnet Videos in 4K auf. Das ist weder sonderlich innovativ noch neu. Kameras von Android-Smartphones bietet bereits Sensoren mit über 20 Megapixel. Die Kameraqualität (siehe Testbilder bei flickr):

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war schon beim iPhone 6 auf einem sehr hohen Niveau. Mehr Megapixel bedeutet nämlich nicht automatisch auch eine bessere Bildqualität. Der neue Sensor, beim iPhone 6S wieder ohne optischen Bildstabilisator, macht immer noch gute Aufnahmen, allerdings nicht besser als beim iPhone 6. Während der Aufnahme kann man wieder die Helligkeit der Aufnahme nachregeln. Die Bedienung ist dabei wirklich kinderleicht.

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Am unteren Rand kann ich den Kamera-Modus wählen. Neben dem Foto-Modus nimmt die Kamera nun auch 4K-Videos und sogar sowie Zeitraffer- und Slow-Motion-Videos (Full-HD) mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde auf. Serienaufnahmen löst man durch konstanten Druck auf den Auslöser aus. Dann knipst die Kamera in rasend schneller Folge eine Aufnahme nach der anderen. Wohl dem, der mehr als 16 GByte Speicher gewählt hat. Panorama-Aufnahmen werden nun mit insgesamt 63 Megapixel aufgezeichnet (iPhone 6: 44 MP). Da die Kameralinse leicht aus dem Gehäuse hervorsteht, kippelt das iPhone 6S auf flachen Unterlagen minimal hin und her. Die f/2.2 Blende ermöglicht auch bei Dunkelheit noch akzeptable Aufnahmen, beim iPhone 6S sollte man dann aber ein Stativ nutzen. Die Kamera auf der Vorderseite bannt Selfies nun mit 5 Megapixel auf den Chip.

Multimedia: iPod und Videoplayer

Natürlich spielt das neue iPhone 6S problemlos Full-HD-Videos ab, allerdings muss man diese – wie auch die Musikstücke – zuvor per iTunes übertragen. Ab Werk versteht es sich nur mit MP3 und MP4. Dabei liefert das iPhone 6S ein nahezu lineares Ausgangssignal. Die verschiedenen Equalizer-Presets erleichtern die persönliche Klanganpassung. Der eingebaute Lautsprecher spielt auf hohem Niveau. Er klirrt nicht und der Sound klingt auch beim Freisprechen noch ausreichend sauber, aber eben etwas leise. Die maximale Lautstärke reicht dabei in meinen Ohren aus, könnte aber einen Tick höher sein. Leider sieht das die EU komplett anders.

Benchmarks & Akku: 2 GByte, schnellerer A9-SoC, kleinerer Akku

Apple iPhone 6S Geekbench 3 Apple iPhone 6S AnTuTu

Laut Apple ist die CPU des iPhone 6S etwa 70% schneller und die GPU bis zu 90% schneller als im iPhone 6. Das wird man im täglichen Einsatz an einigen stellen sofort (Start des iPhones) an anderen Stellen (Spiele) kaum bemerken. Die aktuellen Spiele laufen jedenfalls völlig flüssig und auch das iOS 9 ruckelt nichts. Die neue CPU des iPhone 6S erzielt im Geekbench 3-Benchmark 2.292 Punkte im Single-Core (iPhone 6: 1.610) und 4.293 im Multi-Core (iPad Air 2: 4.524). Ein ganz ausgezeichnetes Ergebnis. Man kann die Hardware auch nicht 1:1 mit einem Android-Smartphone vergleichen, denn dort benötigt man meiner Erfahrung nach mehr Power für das gleiche Ergebnis. Das iOS ist anscheinend nicht so anspruchsvoll was die Ressourcen betrifft. Der auf 1.715 mAh geschrumpfte Akku hält im Dauereinsatz (bei höchster Helligkeit) etwa 5 1/2 Stunden durch. Nutzt man bei der Helligkeit die Automatik und nutzt sein 6S eher normal, so verlängert sich die Laufzeit auf etwa zwei Tage. Im Hinblick auf den geschrumpften Akku werden die neuen Stromsparfunktionen immer wichtiger. In den “Einstellungen” findet man unter “Batterie” den Stromsparmodus. Apple selbst sorgt unter der Haube und damit unsichtbar für weitere Stromspar-Features. Der Akku ist in 2:40 Stunden wieder komplett aufgeladen.

Konnektivität: LTE Cat 6 und durchschnittliche Leistung

Das neue iPhone 6S unterstützt nun LTE in der Cat 6 mit maximal 300 mbit/s und ist damit (theoretisch) schneller im Internet unterwegs. An der Sende-/ und Empfangsleistung hat sich leider kaum etwas geändert. Sie ist immer noch nur durchschnittlich. WLAN unterstützt das iPhone 6S in den Standard b/g/n/ac (MIMO). Die Gesprächsqualität ist ebenfalls eher befriedigend. Ein leichtes Grundrauschen trübt dabei die Freude am neuen Spielzeug.

iOS 9: Verbesserungen, Veränderungen

iPhone 6 Technik iPhone &S Technik

Mit iOS 9 hat Apple seine E-Mail-App aufgepimpt. Mann kann nun bis zu fünf Fotos gleichzeitig bzw. jede beliebige Datei versenden. Ehrlich gesagt nutze ich aber seit Jahren schon CloudMagic. Der plattformübergreifende E-Mail-Client spart mir eine Menge Zeit durch eine kurze Einrichtung.

Die neue Die Karten-App ermöglicht nun auch die Navigation mit öffentlichen Verkehrsmittel, das funktioniert allerdings noch nicht überall in Deutschland. Laut einer Info von Apple dies dann per Update nachpflegen. In Berlin werden jedenfalls der ÖPNV schon angezeigt.

In der ebenfalls aufgehübschten Notizen-App stehen mir nun drei verschiedene Stiftarten und diversen Farben für meine Zeichnungen zur Verfügung. Wer nicht selber malen mag, der kann hier auch einfach seine Fotos einfügen. Mittlerweile gibt es auch eine systemübergreifende “Zurück zu…”-Funktion. Wer also mal eben vom Safari-Browser in den App Store umgeleitet wurde, gelangt nun auch ohne Home-Button wieder zurück zum Browser.

Der Sprachassistent Siri sucht nun auf Wunsch auch in den Fotos. So kann ich mir beispielsweise alle Fotos des gestrigen Tages anzeigen lassen. Das klappt auch mir Fotos, die ich an bestimmten Ortes gemacht habe.

Fazit: Ein teures, aber nicht exklusives Vergnügen

Für das neue iPhone 6S muss man mindestens 739 Euro (16 GB), 849 Euro (64 GB) oder 959 Euro (128 GB) einplanen. Natürlich ist es im Apple Store nur mit mehrwöchiger Lieferzeit zu bekommen. Gerade die neue Variante in Rosegold ist wohl sehr beliebt. Wobei man es auch noch 40 Minuten nach Verkaufsstart bestellen konnte. Das neue iPhone 6S bietet die gewohnt gute Verarbeitung, die gewohnt mäßige Gesprächsqualität und einen tollen Musikplayer. Das neue 4,7-Zoll-Display löst zwar nicht super hoch auf, dank 3D-Touch kann man es nach kurzer Eingewöhnung aber etwas besser nutzen. Die aufgepimpte CPU-Leistung ist eher was für Benchmarks-Geeks, in der Realität merkt man davon nämlich nicht ganz so viel. Das neue iPhone 6S ist halt wieder mal ein sehr teures “Lifestyle”-Produkt. Man liebt es, oder man hasst es. Ich bin auf das iPhone 7 gespannt 😀

Tags : AppleiOSiPhoneReview
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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