Beenden

Apple iPhone 7 im Test: Wieder ein Stück besser und teurer

Das neue Apple iPhone 7 ist revolutionär, einzigartig und macht alles besser als sein Vorgänger und so weiter … Tatsache ist, dass es nun wasserfest ist, eine „bessere“ Kamera bietet und auf die Kopfhörerbuchse verzichtet. Zudem gibt es das iPhone 7 / 7 Plus in zwei neuen Farben und mit bis zu 256 GByte Speicher. Nicht neu ist die Tatsache, dass es am Verkaufstag nahezu komplett ausverkauft war. Ich möchte euch nun an meinen Erfahrungen mit dem iPhone 7 (128 Gbyte) in Schwarz (Matt) teilhaben lassen.

Apple iPhone 7: Ein 6S in neuen „Farben“, oder?

Nein, so einfach ist es nicht, auch wenn optisch gewissen Ähnlichkeiten zu erkennen sind! Apple iPhone 7Das neue iPhone 7 setzt neben 2 GByte Arbeitsspeicher auf eine deutlich! schnellere CPU vom Typ A10. Der fest eingebaute Akku leistet zudem 1.960 mAh (iPhone 6S: 1.710 mAh). Neben den beiden neuen Farben (Matt)Schwarz und Diamantschwarz (Roségold, Gold, Silber) kommt auch ein neues Display zum Einsatz. Die Diagonale beträgt allerdings immer noch 4,7 Zoll und auch die Auflösung hat sich nicht verändert (750 x 1.334 Pixel). Habe ich schon erwähnt, dass die 12-Megapixel-Kamera mit ƒ/1.8 Blende nun auch „besser“ ist? Ehrlich gesagt, ist das ein komplett neues Modell im alten Gewand. Was ist denn weggefallen?

Der Home-Button ist nun nicht mehr mechanisch und die Kopfhörerbuchse wurde gleich ganz gestrichen. Jawohl, nieder mit die 3.5 mm Klinkenbuchse, Freiheit für drahtlose Kopfhörer. Oder eben welche mit Lightning-Anschluss bzw. einem Adapter von Lightning auf 3.5 Klinke. Der wird sogar mitgeliefert! Unglaublich bei einem Einstandspreis von nur 759 Euro. Das bringt uns dann gleich zum Lieferumfang.

Lieferumfang: Mehr als notwendig

Die Verpackung ist bei den „einfachen“ Modellen immer Weiß. Lediglich die Premiumfarbe „Jet Black“ (Diamantschwarz) hat eine dunkle Verpackung spendiert bekommen. Der Inhalt ist bei allen gleich: Apple iPhone 7, Earbuds mit Lightning-Anschluss, Adapter Lighning-Klinkenbuchse, ein Lade-/Datenkabel mit Lightning-Anschluss, ein Ladegerät, Anleitungen, Aufkleber und ein Öffnungswerkzeug für den nanoSIM-Schacht.

Haptik/Design: Echter Handschmeichler

Das neue Apple iPhone 7 ist ein echtes Livestyle-Produkt, das Design hat sich im Vergleich zum iPhone 6S eigentlich kaum verändert.  Das Gerät ist immer noch „rundlich“, das Metall fühlt sich angenehm an, kann mitunter aber auch recht rutschig in der Hand liegen. Die Version in Schwarz (matt) zeigt kaum Fingerabdrücke, ganz im Gegensatz zum „Jet Black“ welches nach wenigen Sekunden komplett verschmiert ist.

Mit seinen Abmessungen von 138,3 x 67,1 x 7,1 und einem Gewicht von 138 Gramm ist es fast genauso groß wie das iPhone 6S (138,1 x 67 x 6.9 mm, 129 Gramm), dafür aber wasserfest (maximal 30 Minuten in einem Meter Wassertiefe). Es kann also ruhig einmal ins Waschbecken fallen. Das höhere Gewicht resultiert vermutlich aus dem größeren Akku. Der Rand um das Display ist immer noch ziemlich breit, der Home-Button samt Fingerabdruckscanner auf der Unterseite nimmt viel Platz weg, wurde beim iPhone 7 nun aber ins Displayglas eingearbeitet. Er reaguiert also nicht mehr mechanisch, sondern „täuscht“ dies per Vibration vor. Aber dazu später mehr.

Das iPhone 7 Plus mit seinem 5,5 Zoll großen Display wirkt im direkten Vergleich wie eine Telefonzelle. Die Verarbeitung meines 7er ist super: keine spürbaren Kanten, keine Probleme mit unterschiedlichen Spaltmaßen.

Angeblich gibt es aber einen neuen „Skandal“. Das iPhone 7 / Plus soll unter Vollast CPU-Geräusche von sich geben, die man gerade auf der Rückseite des Smartphone gut hören kann. Ich habe das mal getestet und kann es in einem ausreichend stillem Raum nachvollziehen. Die Geräusche sind bei mir aber so schwach, dass ich sie nicht mehr einer Kamera / Mikrofon aufzeichnen kann. Und ehrlich gesagt, verursachen auch andere Smartphones bzw. die jeweiligen CPU’s derartigen Geräusche!

Auf der Rückseite sind man beim iPhone 7 nun einen deutlich höheren Kamerabuckel mit der 12-Megapixeln-Optik. Die beiden Streifen aus Kunststoff wurden mehr zum Rand hin gebogen und sind bei der schwarzen Version fast unsichtbar. Die beiden Drücker für die Lautstärke befinden sich auf der linken Rahmenseite, direkt darüber findet man den Stummschalter mit roter Signalmarkierung. Der Ein-/Ausschalter liegt auf der rechten Gehäuseseite. Der Kopfhörer? Nun der muß nun ohne 3.5 Klinkenbuchse auskommen. Apple legt daher neue Lightning-Earbuds dazu. Für Fans anderer Kopfhörer gibt es entweder einen passenden Adapter oder aber Bluetooth. Mit meinen Bose BC35 spielt das iPhone jedenfalls super zusammen.

Ein Home-Button der keiner ist

Der neue Home-Button unter dem Display verfügt immer noch über einen integrierten Fingerabdruckscanner, der im Test sehr zuverlässig agierte. Streng genommen handelt es sich hier aber nicht mehr um einen „Button“, sondern um eine drucksensitive Fläche. Darunter arbeitet die Taptic Engine, die man auch beim Trackpad des Macbook oder beim 3D-Touch-Dispaly zu spüren bekommt. Drückt man also den Home-Button, dann wird eine einstellbare Vibration ausgelöst. Das fühlt sich die ersten Tage ziemlich ungewohnt an und ehrlich gesagt werde ich damit nicht richtig „warm“. Angeblich soll diese Lösung zuverlässiger arbeiten und ist natürlich auch wasserdichter 😀

Display: 4,7 Zoll mit 3D-Touch und großem Farbumfang

Das neue 4,7 Zoll Display löst zwar wieder mit 750 x 1.334 Pixel (326 ppi) auf, bietet aber — im Vergleich zum Vorgänger — einen erweiterten Farbraum (DCI-P3). Die Farben sehen tatsächlich natürlicher aus, das Display ist nochmal deutlich besser geworden. Die maximale Helligkeit ist hoch und übertrifft die des iPhone 6S. Kontrast und Weißabgleich sind ebenfalls klasse. Auch das 3D-Touch ist wieder mit an Bord. Das Display kann also unterschiedliche Druckstärken voneinander unterscheiden und so Zusatzfunktionen anbieten.

So kann man durch den etwas festeren Druck auf ein Icon ein Kontextmenü öffnen, über das ich Zugriff auf die naheliegendsten Funktionen bekomme. Das Kamera-Icon bietet mir die Option für ein Selfie oder den Videomodus an. In der Foto-App kann man durch festeren Druck direkt Bilder löschen und in der hauseigenen E-Mail-App die Nachrichten. Auch das Peek & Pop ist wieder dabei. Drückt man also etwas fester auf eine E-Mail, so bekomme ich eine kurze Vorschau. Im Safari-Browser klappt das dann auch bei einem Link, hier wird ein Extra-Fenster (Pop) mit Vorschau der Webseite (Peek) gestartet. Die 3rd Party Apps müssen dafür aber extra optimiert werden.

Performance & Akku : Speed, mehr Speed

Der neue SoC nennt sich A10 Fusion, nutzt nun vier Kerne und unterstützt die 64 Bit-Architektur von iOS 10. Apple hat ihm wieder 2 GByte RAM spendiert, beim iPhone 7 Plus sidn es sogar 3 GByte. Der interne Speicher beträgt je nach Modell 32, 128 oder sogar 256 GByte, kann aber nicht mit MicroSD-Karten erweitert werden. Die beliebte Variante mit 64 Gbyte wurde komplett gestrichen, 16 GByte waren eh nicht mehr zeitgemäß.  Im aktuellen Geekbench 4 kommt der A10 auf 3.436 Punkte im Single-Core und 5.599 Punkte im Multi-Core. Da muß ein Snapdragon 820 lange für Stricken. Eine sehr effektive CPU die aber eben auch mit einer minimalen Hitze- sowie Geräuschentwicklung zu kämpfen hat.

Der fest eingebaute Akku leistet nun 1.960 mAh, die Ausdauer ist mit dem iPhone 6S vergleichbar. Ich würde subjektiv behaupten, dass sie leicht besser ist. In den Einstellungen findet man unter „Batterie” den Stromsparmodus. Apple selbst sorgt unter der Haube und damit unsichtbar für weitere Stromspar-Features. Der Akku ist in 2:40 Stunden wieder komplett aufgeladen. Mit einem Ladegerät für das iPad geht das auch schneller. Eine echte Schnellladefunktion bietet der Akku des iPhone 7 nicht, dafür explodiert er aber auch nicht 😀

Kamera: 12 Megapixel, 4K-Videos und OIS

Die optimierte Kamera löst zwar immer noch mit 12 Megapixeln auf, hat aber eine f/1.8 Blende spendiert bekommen. Videos sie in 4K auf. Der neue Sensor beim iPhone 7 bietet zudem einen optischen Bildstabilisator. Die Bildqualität ist auf einem hohen Niveau, die Farben werden naturgetreu abgebildet, leider aber auch etwas zu hell. Gerade der Himmel wirkt oft weiß, die Details ind en Aufnahmen etwas „matschiger“ als beim Galaxy S7. Aber im Endeffekt ist das eh alles Geschmackssache. Die Bedienung der Kamera ist dafür wirklich kinderleicht. Hier mal ein paar Demoaufnahmen.

Apple iPhone 7

Am unteren Rand der Kamera-App kann ich den Modus wählen. Neben einem Foto-Modus nimmt die Kamera auch 4K-Videos und sogar sowie Zeitraffer- und Slow-Motion-Videos (Full-HD) mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde (HD in 240 fps) auf. HDR und Live-Bilder (wie bei Harry Potter) sind natürlich auch wieder möglich. Hier mal eine Testvideo bei Dunkelheit:

Campics Apple iPhone 7

Serienaufnahmen löst man durch konstanten Druck auf den Auslöser aus. Dann knipst die Kamera in rasend schneller Folge eine Aufnahme nach der anderen. Wohl dem, der mehr als 32 GByte Speicher gewählt hat. Panorama-Aufnahmen werden mit insgesamt 63 Megapixel aufgezeichnet. Da die Kameralinse ziemlich heftig aus dem Gehäuse hervorsteht, kippelt das iPhone 7 auf flachen Unterlagen minimal hin und her. Die f/1.8 Blende ermöglicht bei Dunkelheit noch eine relativ gute Aufnahmequalität. Die Kamera auf der Vorderseite bannt Selfies nun mit 7 Megapixel auf den Chip.

Multimedia: Stereo-iTunes wohin man sieht

Natürlich spielt das neue iPhone 7 auch 4k-Videos ab, allerdings muss man diese – wie auch seine Musik – zuvor per iTunes auf das Smartphone übertragen. Ab Werk versteht es sich nur mit MP3 und MP4. Dabei liefert auch das iPhone 7 ein nahezu lineares Ausgangssignal. Die verschiedenen Equalizer-Presets erleichtern die persönliche Klanganpassung, funktionieren aber nicht über Bluetooth. gerade im Hiblick auf die fehlende 3.5 mm Klinkenbuchse etwas unverständlich. Das iPhone 7 nutzt nun zwei Lautsprecher für die Musikwiedergabe. Einmal die Ohrmuschel auf der Vorderseite und den rechten Lautsprecher auf der Unterseite. Die maximale Lautstärke reicht dabei in meinen Ohren zwar mehr als aus, Bass hört man aber keinen 😀 Immerhin übersteuern die Lautsprecher auch nicht.

Konnektivität: LTE Cat 9 und durchschnittliche Leistung

Das neue iPhone 7 unterstützt nun LTE in der Cat 9 mit maximal 450 mbit/s und ist damit super schnell im Internet unterwegs. In der Praxis merkt man davon jetzt aber nichts, denn auch das Netz der Telekom kommt hier an seine Grenzen. Bei der Sende-/ und Empfangsleistung sehe ich im Vergleich zum iPhone 6S eine leichte Verbesserung. Sie ist aber trotzdem immer noch eher durchschnittlich. Das gilt in meinen Ohren auch für die Gesprächsqualität. WLAN wird vom iPhone 7 in allen wichtigen Standards (b/g/n/ac), beiden Bändern (2.4/5 GHz) und mit MIMO unterstützt.

iOS 10: Verbesserungen oder Veränderungen

Das iPhone 7 kommt ab Werk mit iOS 10, ein Update auf iOS 10.0.1 wird ebenfalls angeboten. Die von Apple gelieferten Apps kann man nun auch deinstallieren. „Aktien“, „Wetter“, „Rechner“ und Co (oder andere Aps) durch längeres Drücken und tippen auf „X“ vom Homescreen entfernen. Apple entfernt aber nur die Verknüpfung auf dem Homescreen, den Speicherplatz wird nicht freigegeben.

Der Sperrbildschirm wurde aktualisiert und zeigt seinen Inhalt nun bereits an, wenn man das iPhone anhebt. Man kann mit den dort angezeigten Nachrichten interagieren. Wischt man von hier nach rechts, dann öfnen sich die neuen Widgets. Neben aktuellen Terminen sieht man hier auch News, die zuletzt gespeicherte Webseite oder den Wetterbericht. Eien Sicherheitsabfrage gibt es nicht, wer sein Telefon als „links“ liegen lässt, muß damit leben, dass sich jeder (unbefugt) einen Eindruck verschaffen kann. Wischt man nach links,. dann öffnet sich nun die Kamera.

Daneben stehen alle wichtigen Apps, wie Rechner, Kalender, E-Mail mit POP und IMAP sowie Nachrichtenverwaltung und Co zur Verfügung. Im App Store gibt es mittlerweile unzählige viele (und gute) Apps oder Spiele. Über iOS könnte man einen eigenen Testbericht verfassen.

Fazit: Immer noch ein teures Vergnügen

Für das neue iPhone 7 muss man mindestens 759 Euro (32 GB), 869 Euro (128 GB) oder 959 Euro (128 GB) einplanen. Es bietet eine gute Verarbeitungsqualität, eine exzellente Haptik und sieht in den beiden neuen „Farben“ Schwarz (matt) und „Jet Black“ schon sehr geil aus. Das neue 4,7-Zoll-Display ist eines der besten und hellsten seiner Art, löst aber nicht sonderlich hoch auf. Das 3D-Touch und der neue Home-Button mit seiner eher „virtuellen“ Haptik erfordert eine Eingewöhnungszeit, so richtig überzeugen kann mich aber beides nicht. Im Endeffekt bietet das neue iPhone 7 sinnvolle, aber eben nicht unbedingt notwendige Verbesserungen. Nutzer des iPhone 6S werden daher nicht unbedingt umsteigen „müssen“.

 

Testergebnis

Verarbeitung 9.5
Display 9
Performance 9.6
Kamera 8.9

Fazit

9.3 Für das neue iPhone 7 muss man mindestens 759 Euro (32 GB), 869 Euro (128 GB) oder 959 Euro (128 GB) einplanen. Es bietet eine gute Verarbeitungsqualität, eine exzellente Haptik und sieht in den beiden neuen "Farben" Schwarz (matt) und "Jet Black" schon sehr geil aus. Das neue 4,7-Zoll-Display ist eines der besten und hellsten seiner Art, löst aber nicht sonderlich hoch auf. Das 3D-Touch und der neue Home-Button mit seiner eher "virtuellen" Haptik erfordert eine Eingewöhnungszeit, so richtig überzeugen kann mich aber beides nicht. Im Endeffekt bietet das neue iPhone 7 sinnvolle, aber eben nicht unbedingt notwendige Verbesserungen. Nutzer des iPhone 6S werden daher nicht unbedingt umsteigen "müssen".

Tags : AppleiOSiPhoneReviewTest
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

Deine Antwort

Diese Website verwendet Cookies, um Ihre Erfahrungen zu verbessern. Durch die Nutzung dieser Seite stimmen Sie dem zu. Mehr Infos

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen", um Ihnen das beste Surferlebnis möglich zu geben. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen zu verwenden fortzufahren, oder klicken Sie auf "Akzeptieren" unten, dann erklären Sie sich mit diesen.

Schließen