Beenden

Apple iPhone X im Test: Das Jubiläums-Smartphone im Detail

Das neue Apple iPhone X (Ten) polarisiert mal wieder die Massen. Nicht, weil es technisch so außerordentlich super aufgestellt ist, sondern weil es mit Preisen zwischen 1.149 (64 GByte) und 1.319 Euro (256 GByte) einfach sehr teuer ist. Auf der Habenseite gibt es ein großes Display, ein kleines Gehäuse, viel Glas und eine Dual-Kamera. Aber reicht das (und das Haben-Wollen-Gefühl”) für ein Jubiläums-Smartphone aus? Finden wir es heraus.

Apple iPhone X (Ten): Design mit viel Glas

Natürlich, war ja klar. Wie schon beim Apple iPhone 8 Plus, so haben die Designer bei Apple auch das X mit einer Rückseite aus Glas versehen. Die beiden Farben Silber und Space Grey sehen daher auch etwas “verwaschener” aus, als bei den älteren Modellen aus Metall. Im Falles eines Falles (Sturz) wird es dann auch so richtig teuer. Apple ruft Reparaturkosten von bis zu 600 Euro auf. Wohl dem, der einen Apple Care+ für 229 Euro abgeschlossen hat. Nach dem Kauf ist das noch innerhalb von 60 Tagen möglich und SEHR empfehlenswert!

Die Haptik des X ist toll, bei Abmessungen von 143,6 x 70,9 x 7,7 mm und einem Gewicht von 174 Gramm ist es zwar recht klein, aber auch zielich schwer geworden. Zumindest im Vergleich zum iPhone 7. Sowohl der Apple Schriftzug als auch das Logo sind nun unter dem Glas geschützt.

Auch optisch hat Apple zugeschlagen, die Vorderseite wird vom fast randlose Display dominiert, einen Home-Button sucht man vergebens und die Kamera auf  er Rückseite bietet zwei Linsen, die man untereinander angebracht hat. Unter der Haube wurde ebenfalls Hand angelegt, denn das iPhone X (Ten) nutzt den neuen A11 Bionic Chip mit 64‑Bit Architektur, Neurale Architektur und den integrierten M11 Motion Coprozessor. Angetrieben wird es dabei von 3 GByte Arbeitsspeicher. Das iPhone 8 Plus ist technisch gleich ausgestattet. Der fest eingebaute Akku leistet beim X  2.716 mAh (iPhone 8+ = 2.691 mAh, iPhone 7 Plus: 2.900 mAh). Das 5,8 Zoll große OLED-Display löst nun mit 2.436 x 1.125 Pixel bei 458 ppi auf und bietet die Unterstützung für “True Tone”. Aber dazu später mehr.

  • Apple_iPhone_X_01
  • Apple_iPhone_X_03
  • Apple_iPhone_X_04
  • Apple_iPhone_X_05
  • Apple_iPhone_X_06
  • Apple_iPhone_X_07
  • Apple_iPhone_X_08
  • Apple_iPhone_X_09
  • Apple_iPhone_X_10
  • Apple_iPhone_X_11
  • Apple_iPhone_X_12
  • Apple_iPhone_X_13
  • Apple_iPhone_X_14
  • Apple_iPhone_X_15
  • Apple_iPhone_X_16

Der Home-Button wurde beim iPhone X durch eine Gestensteuerung ersetzt, die nicht gerade selbsterklärend ist, die Kopfhörerbuchse natürlich ebenfalls gestrichen. Der Stumm-Schalter sowie die beiden Drücker für die Lautstärke regelt man auf der linken Seite des Rahmens, der Ein-/Ausschalter befindet sich auf der rechten Seite. Dort findet man auch den Einschub für die nano-SIM. Der Powertaster hat nun aber eine andere Funktion und steuert Siri. Erst in Verbindung mit dem Lautstärkeregler kann man sein iPhone abschalten.

Die Verarbeitung ist sehr hochwertig, das Displayglas leicht abgerundet.

Es gibt keine störenden Übergänge zwischen Glas und Metallrahmen, keine wackelnden Tasten oder Ungereimtheiten. Für DEN Preis kann ich das aber verlangen, oder? Leider ragt das Objektiv der Dual-Kamera auf der Rückseite deutlich aus dem Gehäuse hervor.

Lieferumfang: Nichts ungewöhnliches

Apple_iPhone_X_04Die Verpackung beinhaltet das Apple iPhone X (Ten), Earbuds mit Lightning-Anschluss, einen Adapter von Lightning auf 3.5mm-Klinkenbuchse, ein Lade-/Datenkabel mit Lightning-Anschluss, ein Ladegerät, Anleitungen, Aufkleber und ein Öffnungswerkzeug für den nanoSIM-Schacht.

Display: 3D-Touch und True-Tone

Apple_iPhone_X_08

Das 5,8 Zoll große OLED-Display löst mit 2.436 x 1.125 Pixel au f(458 ppi) und bietet einen erweiterten Farbraum (DCI-P3). Die Farben sehen tatsächlich natürlicher aus. Das Display ist im Vergleich zum iPhone 8 Plus nochmal deutlich besser geworden. Die maximale Helligkeit ist hoch, übertrifft die des iPhone 7 Plus aber kaum. Kontrast und Weißabgleich sind ebenfalls klasse, wobei das Display deutlich wärmer abgestimmt ist. Weiss ist eher “sonnig warm”. Natürlich darf auch das (mitunter sinnfreie) 3D-Touch nicht fehlen. Das Display kann also unterschiedliche Druckstärken voneinander unterscheiden und so Zusatzfunktionen anbieten, die in der Regel aber wohl eher ungenutzt bleiben?! In meinem Videoreview zum Apple iPhone X bekommt man einen guten Eindruck von den Features:

Durch den festeren Druck auf ein Icon löse ich ein Kontextmenü aus, über das ich Zugriff auf die naheliegendsten Funktionen (der App) bekomme. Das Kamera-Icon bietet mir beispielsweise die Option für ein Selfie oder den Videomodus an. In der Foto-App kann man durch festeren Druck Bilder löschen und in der hauseigenen E-Mail-App die Nachrichten. Auch “Peek & Pop” ist wieder dabei: Drückt man beispielsweise etwas fester auf eine E-Mail, so bekommt man eine Vorschau des Inhalts. Im Safari-Browser klappt das dann auch bei einem Link, hier wird ein Extra-Fenster (Pop) mit Vorschau der Webseite (Peek) gestartet. Die 3rd Party Apps müssen dafür aber extra optimiert werden.

Neu hinzugekommen ist “True Tone”. Damit kann man auf Wunsch einen automatischen Weißabgleich passend zum Umgebungslicht durchführen lassen.

Die Steuerung des iOS 11 erfolgt nun nicht mehr über den Home-Button, sondern über Wischgesten. Von unten nach oben startet man eine Übersicht der im Hintergrund laufenden Apps, von oben nach unten das neue Control-Center. Dabei unterscheidet das iPhone X die linke obere von der rechten oberen Ecke 😀 Apple selber hat erkannt, dass das nicht ganz so intuitiv ist, wie ein Home-Button: Anleitung von Apple zum Thema Gesten.

Performance & Akku : Speed, mehr Speed

Die neue CPU nennt Apple A11 “Bionic”, er nutzt neben eienr 64‑Bit Architektur auch eine neurale Architektur und verfügt über einen integrierten M11 Motion Coprozessor. Im aktuellen Geekbench 4 kommt der A11 auf 4.251 Punkte im Single-Core und 10.208 Punkte im Multi-Core. im aktuellen AnTuTu reicht es sogar für über 210.000 Punkte!

Der A11 ist offiziell die schnellste CPU

ALLE Spiele und Apps sowie das iOS 11.1.1 laufen damit absolut flüssig. Der fest eingebaute Akku leistet nun 2.716 mAh, die Ausdauer unterscheidet sich dennoch kaum vom Apple iPhone 8 Plus. In den Einstellungen findet man unter “Batterie” den Stromsparmodus. Apple selbst sorgt unter der Haube und damit unsichtbar für weitere Stromspar-Features. So hält die Kraftzelle, die man nun auch drahtlos per Wireless Charging nach Qi 1.2 Standard aufladen kann, im Test für eine Laufzeit von rund 5:30 Stunden (Screen on time). Das passende Netzteil für Fast Charging kostet 79 Euro, das passende Kabel nochmals 29 Euro. Mit dem mitgelieferten Ladegerät ist das iPhone X (Ten) ist der fest eingebaute Akku erst wieder in 3:40 Stunden komplett aufgeladen. Drahtlos klappt das in 95 Minuten! Und auch die Nutzung eines Ladegerätes für das iPad geht schneller.

Apple iPhone X (Ten): Dual-Kamera mit optischem Zoom

Apple_iPhone_X_11Die optisch stabilisierte 12-Megapixel-Dual-Kamera des iPhone X (Ten) bietet RGB-Fabfilter und ein Weitwinkelobjektiv mit einer Brennweite von 26 Millimetern (f/1.8-Blende) sowie ein Teleobjektiv mit 56 Millimeter Brennweite (f/2.4-Blende). Das Teleobjektiv hat also eine bessere Blende als die Dual-Kamera des iPhone 8 Plus. Die Kamera des iPhone X (Ten) ermöglicht auch wieder einen zweifachen “optisches” Zoom. Eigentlich handelt es sich aber nur um eine (verlustfreie) Ausschnittsvergrößerung. Dazu steht ein Regler und auch ein Button (2x) zur Verfügung.

Den beliebten Tiefenschärfe-Effekt einer Spiegelreflexkamera ermöglicht Apple über den Porträtmodus und das klappt schon ganz gut. Leider sieht das aber immer noch recht “künstlich” aus. Videos werden mit 60 Bildern pro Sekunde auch in 4k aufgezeichnet. Zeitlupenaufnahmen (Videos) macht man mit 240/120 Bildern pro Sekunde in Full-HD. Während der Videoaufnahmen kann man auch Bilder knipsen. Es steht auch ein Cinematic Video­stabili­sierung (1080p und 720p) zur Verfügung.

Apple iPhone X

Eine großartige Verbesserung der Bildqualität habe ich – verglichen mit dem iPhone 8 Plus – allerdings nicht festgestellt. Die Bildqualität ist bei Tageslicht wirklich klasse, bei Dunkelheit oder schlechteren Lichtverhältnissen macht sich die größere Blende F/1.8 positiv bemerkbar. Bei dem Weitwinkelobjektiv merkt man keinen Unterschied. Die Frontkamera löst mit 7 Megapixel auf.

Multimedia: iTunes und Stereo-Lautsprecher

Apple_iPhone_8_Plus_8Natürlich spielt das neue iPhone X (Ten) auch 4k-Videos ab, allerdings muss man diese – wie auch seine Musik – zuvor per iTunes auf das Smartphone übertragen. Ab Werk versteht es sich nur mit MP3 und MP4. Dabei liefert auch das iPhone X (Ten) ein nahezu lineares Ausgangssignal. Die verschiedenen Equalizer-Presets erleichtern die persönliche Klanganpassung, funktionieren aber nicht über Bluetooth. gerade im Hinblick auf die fehlende 3.5 mm Klinkenbuchse etwas unverständlich.

Das iPhone X (Ten) bietet wieder zwei Lautsprecher für die Musikwiedergabe. Die Ohrmuschel auf der Vorderseite sowie einen Lautsprecher auf der Unterseite (rechts). Die maximale Lautstärke reicht dabei in meinen Ohren mehr als aus, Bass hört man aber keinen 😀 Immerhin übersteuern die Lautsprecher auch nicht. Equalizer-Presets gibt es übrigens nur über kabelgebundene Kopfhörer und aufgrund des Adapters ist die Klangqualität etwas schlechter als beim Vorgänger. Das hört man allerdings nur bei guten Kopfhörern und qualitativ hochwertigem Audiomaterial abseits von Spotify und Co.

Konnektivität: LTE Cat 9 und durchschnittliche Leistung

Das neue iPhone X (Ten) unterstützt LTE in der Cat 9 mit maximal 450 mbit/s und ist schnell im Internet unterwegs. In der Praxis merkt man davon jetzt aber nichts, denn auch das Netz der Telekom kommt hier an seine Grenzen. Bei der Sende-/ und Empfangsleistung sehe ich im Vergleich zum iPhone 7 Plus keine spürbare Verbesserung. Sie ist eher durchschnittlich. Die Gesprächsqualität ist hingegen glasklar und ohne hörbare Störungen. WLAN wird vom iPhone X (Ten) in allen wichtigen Standards (b/g/n/ac), beiden Bändern (2.4/5 GHz) und mit MIMO unterstützt. Natürlich bietet das iPhone X (Ten) auch WLAN-Call und Bluetooth 5.0

Ich kann meine Gespräche auch auf dem iPad oder Macbook annehmen, zumindest solange diese im gleichen WLAN angemeldet sind.

Das neue FaceID mit Tiefenfunktion (eine Art 3D-Scan) funktionierte im Test absolut zuverlässig ist aber nicht ganz so “schnell” oder bequem wie ein Home-Button. Zumindest nicht ohne Training. In dunklen Räumen benötigt man oft mehrere Anläufe. Die IR-Kamera unterscheidet aber Gesichter von Bildern und erkennt mich auch mit Brille, obwohl ich diese beim Training nicht aufgesetzt habe. Wenn man auf ein wenig Sicherheit verzichtet, kann man die Erkennung nochmals beschleunigen. Dazu gibt es eine passende Einstellung. FaceID ersetzt in den Apps den Fingerabdruck. Mit Hilfe der Gesichtserkennung kann man sogar selber ein paar Emojis animieren, die nenne sich dann passenderweise auch Animojis.

iOS 11: Verbesserungen und Veränderungen

Das iPhone X (Ten) kommt ab Werk mit iOS 11, ein Update auf iOS 11.1.1 wird ebenfalls bereits angeboten. Die von Apple gelieferten Apps kann man auch weiterhin deinstallieren. “Aktien”, “Wetter”, “Rechner” und Co (oder andere Apps) durch längeres Drücken und tippen auf “X” vom Homescreen entfernen. Ab Werk stehen dabei rund 56 GByte frei (von 64 GByte).

  • iOS11_09
  • iOS11_01
  • iOS11_02
  • iOS11_03
  • iOS11_04
  • iOS11_05
  • iOS11_06
  • iOS11_07
  • iOS11_08
  • iOS11_10

Der Sperrbildschirm wurde aktualisiert und zeigt seinen Inhalt nun bereits an, wenn man das iPhone anhebt. Man kann mit den dort angezeigten Nachrichten interagieren. Wischt man von hier nach rechts, dann öffnen sich die neuen Widgets. Neben aktuellen Terminen sieht man hier auch News, die zuletzt gespeicherte Webseite oder den Wetterbericht. Wischt man nach links,. dann öffnet sich nun die Kamera.

Daneben stehen alle wichtigen Apps, wie Rechner, Kalender, E-Mail mit POP und IMAP sowie Nachrichtenverwaltung und Co zur Verfügung. Im App Store gibt es unzählig viele und gute Apps bzw Spiele. Spiele wie Talos Principle” zeigen den Stand der Möglichkeiten ohne auch nur ansatzweise die Performance des A11 auszuschöpfen. Über iOS könnte man einen eigenen Testbericht verfassen. Die neuen Wischgesten sowie das Control-Center habe ich ja schon erwähnt.

Das neue Control-Center ist nur eine der nennenswerten Verbesserungen.

Fazit: Absoluter Hammer, aber!

Das Apple iPhone X (Ten) kostet mindestens 1.149 Euro. Die Top-Version mit 256 GByte kostet gar 1.319 Euro. Technisch ist das neue iPhone X mit seinem hervorragenden Display, der neue Dual-Kamera und der ultraschnellen CPU ein Meilenstein. Auch das neue IOS gefällt mir gut. Technisch können – abgesehen von FaceID – mittlerweile aber auch deutlich günstigere Smartphones mit Android mithalten. Das Galaxy S8 oder das Essential PH-1 beispielsweise.  Nur meist nicht in dieser Perfektion, von den Sicherheitslücken in Android mal abgesehen. Diese Perfektion wiederum läßt sich Apple teuer bezahlen.  Alternativen mit iOS gibt es keine, wohl aber eben mit Android. Aber das ist und bleibt halt eine Glaubensfrage …

Testergebnis

Verarbeitung 9.6
Display 9.9
Kamera 9.3
Performance 10
Konnektivität & Akku 8.8

Fazit

9.5 Das Apple iPhone X (Ten) kostet mindestens 1.149 Euro. Die Top-Version mit 256 GByte kostet gar 1.319 Euro. Technisch ist das neue iPhone X mit seinem hervorragenden Display, der neue Dual-Kamera und der ultraschnellen CPU ein Meilenstein. Auch das neue IOS gefällt mir gut. Technisch können - abgesehen von FaceID - mittlerweile aber auch deutlich günstigere Smartphones mit Android mithalten. Das Galaxy S8 oder das Essential PH-1 beispielsweise. Nur meist nicht in dieser Perfektion, von den Sicherheitslücken in Android mal abgesehen. Diese Perfektion wiederum läßt sich Apple teuer bezahlen. Alternativen mit iOS gibt es keine, wohl aber eben mit Android. Aber das ist und bleibt halt eine Glaubensfrage ...

Tags : AppleiOSReviewSmartphonesTests
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar “Musik”, aber die meisten anderen bezeichnen es als “Krach”.

Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

Diese Website verwendet Cookies, um Ihre Erfahrungen zu verbessern. Durch die Nutzung dieser Seite stimmen Sie dem zu. Mehr Infos

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen", um Ihnen das beste Surferlebnis möglich zu geben. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen zu verwenden fortzufahren, oder klicken Sie auf "Akzeptieren" unten, dann erklären Sie sich mit diesen.

Schließen