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Apple Watch Series 2 im Test: Nun mit noch mehr Mehrwert?

Knapp 2 Jahre nach der ersten Version kommt nun die Apple Watch Series 2 auf den Markt. Mehr oder weniger im Schatten des iPhone 7. Neu ist neben einem helleren Display nun auch ein wasserdichtes Gehäuse sowie ein eingebauter GPS-Empfänger. Neu ist auch der Preis, der startet für die einfache Sport-Version aus Aluminium bei 419 Euro. Viel Geld für eine Smartwatch? Nehmen wir sie doch einfach unter die Lupe.

Design: Apple Watch Series 2 nahezu unverändert

Ähnlich wie beim iPhone 7: Wozu noch einen Designer beschäftigen? Nehmen wir doch einfach den Vorgänger als Vorbild.  Die Apple Watch Series 2 sieht der Apple Watch der ersten Stunde wie aus dem Gesicht geschnitten aus. Sie steht wieder in zwei Größen zur Verfügung: 28mm für die Damen und 42mm für die Männer. Wobei beide Modelle mit 38,6 x 33,3 x 11,4 mm bei 28,2 g und 42,5 x 36,4 x 11,4 mm und rund 34,2 g sich kaum voneinander unterscheiden und so auch von beiden Geschlechtern genutzt werden (können) 😀

Und wie immer steht die Apple Watch der Series 2 auch in vielen, vielen Variationen zur Auswahl. Silikon-, Leder-, Metallarmbänder, eine Version mit Edelstahlgehäuse und eine spezielle Nike+ Version mit Sport-App. Highlight der Serie ist die Watch Edition mit einem Gehäuse aus weißer Keramik. Leider aber auch mit einem Silikonarmband.

Letzter sind übrigens mit der Apple Watch kompatibel und können untereinander ausgetauscht werden. Allerdings nur, wenn die Gehäusegröße übereinstimmt.

Verarbeitung und Haptik: Fühlt sich gut an

Die Verarbeitung meines Testexemplars in Aluminium Silber ist ohne Fehl und Tadel. Das Gehäuse aus Aluminium der Apple Watch Series 2 ist etwas dicker, ansonsten hat sich nix verändert.

Auch die Qualität des neuen Nylon-Armbandes ist gut. Kontakt mit Chlor oder Salzwasser wird es mit der Zeit sicher altern lassen. Aber es fühlt sich einfach besser an als das Silikon. Man kann die Armbänder mit wenigen Handgriffen selbst austauschen. Ein Druck auf die entsprechenden Buttons und schon kann man die Armbänder aus der Schiene ziehen.

Das Gehäuse der Apple Watch Series 2 ist bei allen Modellen nun endlich bis 50 Meter wasserdicht. Apple empfiehlt die Nutzung im Schwimmbad und für einfachen Wassersport. Fürs Tauchen oder Wasserski ist die Uhr (offiziell) nicht geeignet, obwohl sie auch schon von Tauchern mit ein paar Meter unter die Wasseroberfläche genommen wurde.

Der Pulsmesser mit seinen grünen LED befindet sich wieder auf der Unterseite und verrichtet dort seine Arbeit sehr zuverlässig und das sogar auch während der Bewegungen seines Trägers/Trägerin. Der Boden selbst besteht übrigens aus Keramik. Nicht dass man das in der Praxis überhaupt bemerken würde 😀 Die drehbaren Krone und der zusätzlichen Buttons auf der rechten Seite der Apple Watch Series 2 sind ebenfalls von hoher Qualität. Die Krone selber kann man auch drehen und so durch die Menüs navigieren. Aber dazu später mehr.

Display: Deutlich heller

Das neue Retina-Display ist 1,5 Zoll groß und löst mit 312 x 390 Pixel auf. Es wird bei der Apple Watch Series 2 in der Sport Edition durch eine Ion-X-Beschichtung und bei der Apple Watch Series 2 aus Edelstahl durch Saphirglas gegen Kratzer geschützt. Zudem ist es nun endlich heller. Der Hersteller verspricht sogar die doppelte Helligkeit. So kann man es nun auch bei direkter Sonneneinstrahlung noch gut ablesen.

Bedienung: Digital Crown und Force-Touch

Die Steuerung über die digitale Krone ist sehr präzise und nahezu ohne Verzögerung möglich. Dreht man die Krone, so kann man im Menü in Apps hineinzoomen (und starten), ohne sie erst umständlich anklicken zu müssen. Wer motorisch etwas geschickter ist und Erfahrungen mit Smartwatches hat, der kann die Icons auch direkt anklicken. 😀

Zum Rand hin geraten diese allerdings mitunter sehr klein. Man kann die Icons über die Companion-App auf dem iPhone aber auch umsortieren und so die wichtigsten Apps in der Mitte positionieren. Das Homescreen-Design der Watch Series 2 ist zu Anfang etwas gewöhnungsbedürftig. Die Schriftart kann man verkleinern bzw. vergrößern oder sogar Fett hinterlegen. Auch an der Helligkeit und den Benachrichtigungen kann man in den Einstellungen der Uhr schrauben. Die Uhr selber ist für Rollstuhlfahrer optimiert.

Siri: Was geht?

Deutlich schneller bedient man die Apple Watch Series 2 aber über Siri. Der eingebaute Sprachassistent/Sprachassistentin reagiert dabei auf Spracheingaben wie „Erstelle einen Termin für …“ und findet auf einfache Fragen wie „Wie wird das Wetter heute?“ eine Antwort. Auch Apps kann man ganz einfach über Kommandos, wie beispielsweise „Starte Workout“ oder „Starte …“ aufrufen. Fragen nach bestimmten Örtlichkeiten (Restaurants, Cafes) beantwortet Siri über die Karten-App samt passender Routenbeschreibung. Der große Button unterhalb der Krone dient dem Zugriff aus seine Lieblingskontakte. Drückt man die Krone und den Button gleichzeitig, dann macht die Apple Watch Series 2 einen Screenshot. Eingaben selbst kann man durch leichten Druck auf die digitale Krone bestätigen. Kontextsensitive Funktionen erreicht man, indem man den Touchscreen etwas fester drückt. Apple nennt das „Force Touch“. Die Apple Watch Series 2 kann also wieder Touch-Eingaben unterschiedlich interpretieren. Ein Druck auf die Taste unter der Krone startet zudem nun die Docks. Hier kann man seine Lieblings-App hinterlegen und so in einer Art „Taskmanager“ durchblättern.

Performance: Neue Dual-CPU

Die Performance der Apple Watch Series 2 hinterläßt immer noch einen etwas zwiespältigen Eindruck. Der Bootvorgang dauert immer noch sehr lange, dafür starten die Apps mit der neuen Dual-CPU S2 aber deutlich schneller als beim Vorgänger. Auch die Zahl der virtuellen Watchfaces hat sich vergrößert. Es gibt nun nicht nur Micky Mouse, sondern auch eine animierte Minnie Mouse. Beide können sogar die Zeit vorlesen 😀

Die jeweiligen Watchfaces kann man zudem an seine persönlichen Bedürfnisse anpassen. Eine nette Spielerei. Die Apps der Uhr sind vollständig. Nachrichten lesen, per vorgefertigten Texten beantworten, Anrufe entgegennehmen, Termine einsehen, Kalender, Sport. Es ist eigentlich alles da. Mittlerweile wird dank watchOS 3 auch „native“ Apps unterstützt. So kann man unabhängig vom iPhone leben.

Runeblade ist so ein Beispiel, das Spiel läuft auch ohne gekoppeltes iPhone, ist allerdings eher langweilig. Später soll es dann auch Sport-Apps wie Runtastic geben, die auch auf der Uhr laufen und das eingebaute GPS unterstützen. Später …. Aktuell ist der Mehrwert noch sehr übersichtlich. Hier seht ihr übrigens mein Video Review der Apple Watch Series 2 auf YouTube:

Akkulaufzeit/Konnektivität/GPS

Der fest eingebaute Akku der Apple Watch Series 2 hält im Vergleich zum Vorgänger länger durch. Das hängt aber eben stark von der persönlichen Nutzung ab. Zwei Tage ohne Steckdose klappt nur, wenn ihr das GPS nicht nutzt. Dann fungiert die Uhr allerdings nur zum Übertragen der Nachrichten vom iPhone. Wer sie auch beim Sport trägt und nutzt, wird die Apple Watch Series 2 auch täglich aufladen (müssen). Das klappt übrigens wieder per Induktion mit dem Kabel der Apple Watch. Um den Akku voll aufzuladen, benötigt das mitgelieferte Ladegerät rund zwei Stunden. Sobald der Akku einen bestimmten Prozentsatz unterschreitet, schaltet die Apple Watch 2 in die Gangreserve.

Über den eingebauten GPS-Empfänger kann ich nun auch unabhängig vom iPhone navigieren oder meine Laufstrecke bzw. Schwimmaktivität aufzeichnen. Auswerten kann ich das dann allerdings erst später (auf dem iPhone).

200 Puls, bald …

Die neue Apple Watch Series 2 überwacht alle eure Bewegungen und misst dabei den Puls recht zuverlässig. Aus der Körpergröße und eurem Gewicht „errechnet“ sie dann die verbrannten Kalorien. Wir brauchen allerdings nicht über den Sinn oder die Genauigkeit zu diskutieren. Das sind Spielereien. Die Angaben nützen mir nämlich gar nix, da ich im Training und Wettkampf eh NIE die Kalorien nachfüllen kann, die ich während eines Laufs verbrauche. Und wer im „üblichen“ Tempo eines Sonntagsläufers unterwegs ist, der wird an der Info, dass er gerade (mühevoll) Kalorien im Wert eines trockenen Brötches verbrannt hat, wenig interessiert sein. Leider zählt die Apple Watch Series 2 weder die zurückgelegten Etagen noch die Höhe.

Fitness-App: Alles drin

In der Fitness-App stellt Apple eine hübsche Anzahl an Sportarten zur Auswahl, sowohl für Indoor als auch Outdoor. Dazu zählen auch Crosstrainer, Rudergerät und Stepper. Als Trainingsvorgabe kann ich die Dauer, Entfernung oder die zu verbrennenden Kalorien angeben. Wer mag, kann auch einfach ohne Ziel loslegen. Nach Beendigung des Workouts zeigt mir die Apple Watch Series 2 die Dauer, gelaufene Gesamtstrecke, verbrannte Kalorien, meinen Pace und die durchschnittliche Herzfrequenz an. Die Genauigkeit der Daten ist erstaunlich hoch (verglichen mit den Computern der Trainingsgeräte). Die Pulsmessung funktionierte – im Gegensatz zu den Modellen mit Android Wear – auch während der Belastung. Im direkten Vergleich mit meinem Brustgurt gab es nur eine winzige Abweichung. Couchpotatoes und Freunde sitzender Tätigkeiten fordert die Apple Watch Series 2 stündlich auf, mindestens eine Minute lang aufzustehen. Das kann man in den Einstellungen aber auch deaktivieren. Da die Uhr nun auch wasserdicht ist, kann ich auch meine Bahnen im Schwimmbad überwachen. Schwimme ich draußen, klappt das auch mit GPS. Die Bahnlänge muss ich zuvor allerdings festlegen.

Apple Watch App: Die Zentrale

Die meisten Einstellungen erfolgen wie bei Android Wear auch über eine spezielle Companion-App. Hier kann man zum Beispiel die Icons auf dem Homescreen umsortieren, Freunde hinzufügen oder die sogenannten Checks einstellen.

Fazit: Gut aber zu teuer

Die Apple Watch Series 2 ist eine schicke und durchaus brauchbare Smartwatch, die nun nicht mehr dauerhaft auf eine Verbindung zum iPhone angewiesen ist. Der Akku hält locker einen Tag, das Display ist hell und macht Spaß. Der eingebaute GPS-Empfänger macht sie für Läufer oder Schwimmer interessanter. Für die würde aber auch eine Samsung Gear Fit 2 reichen. Letztere funktioniert aber eben nicht mit dem iPhone während die Apple Watch Series 2 dafür nicht mit Android kommuniziert. Das Preis-/Leistungsverhältnis der Apple Watch 2 Series 2 ist meiner Meinung nach noch nicht ausgeglichen, denn der Mehrwert mit den nativen Apps (für mich) nicht messbar.

Testergebnis

Verarbeitung 9.7
Display 9.3
Performance 9
Sport 9.5

Fazit

9.4 Die Apple Watch Series 2 ist eine schicke und durchaus brauchbare Smartwatch, die nun nicht mehr dauerhaft auf eine Verbindung zum iPhone angewiesen ist. Der Akku hält locker einen Tag, das Display ist hell und macht Spaß. Der eingebaute GPS-Empfänger macht sie für Läufer oder Schwimmer interessanter. Das Preis-/Leistungsverhältnis der Apple Watch 2 Series 2 ist meiner Meinung nach noch nicht ausgeglichen, denn der Mehrwert mit den nativen Apps (für mich) nicht messbar.

Tags : AppleReviewSmartwatchTest
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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