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BlackBerry KEYone im Test: Was taugt er?

Der BlackBerry Priv war eine gute Idee, aber leider so gar kein Erfolg für die Kanadier. Seit der Umstellung auf Android und der Auftragsfertigung durch TCL habe ich eigentlich kein Verlangen mehr nach einem BlackBerry. Mit dem KEYone könnte das aber nun wieder anders werden. Das knapp 600 Euro teure BlackBerry (Testsample stammt von Cyberport) bietet neben Android 7 mit seinen zusätzlichen Sicherheitsfeatures auch technisch etwas. Wichtig für mich ist die echte Tastatur unterhalb des 4,5″ großen Displays. Die muss man im Gegensatz um Priv auch nicht erst ausziehen.  Was es sonst noch so gibt, erfahrt ihr im folgenden Test.

Design & Verarbeitung: Alles richtig gemacht?

Der BlackBerry KEYone geistert schon seit Monaten als “Mercury” durch das Netz. Im Gegensatz zu den anderen Modellen wurde er (noch) von BlackBerry selber designt und gefertigt. Nach dem Priv ist das aber eigentlich auch kein Garant für Qualität mehr.

Der/die/das BlackBerry KEYone mit seiner QWERTZ-Tastatur bietet bei Abmessungen von 149,3 x 72,5 x 9,4 Millimeter einen eloxierten Aluminiumrahmen. Die Rückseite mit der 12-Megapixel-Kamera ist wieder gummiert. Damit liegt das Smartphone recht rutschfest in der Hand. Das recht hohe Gewicht von knapp 180 GRamm empfinde ich als etwas störend, beult es doch meine Hemdtasche und auch mein Sakko leicht aus. Das KEYone selbst ist relativ “kantig” gestaltet. Der “Brick” hat am oberen Teil aus Aluminium eine richtige Rundung verpasst bekommen. Dort findet man neben der 8-Megapixel-Frontkamera noch die Ohrmuschel sowie eine Benachrichtigungs-LED und ein paar Sensoren.

KEYoneAuf der Unterseite ist es dann komplett abgerundet. Das sieht erst einmal ziemlich komisch aus, fällt aber immerhin auch sofort aus dem Rahmen der üblichen 08/15-Smartphone-Designs.

Die rechte Seite des Aluminiumrahmens haben die Designer dann mit dem üblichen (belegbaren) Komforttaste, der Laut- und Leisewippe sowie einem Einschub für die SIM- und microSD-Karte vollgeballert. Der Tray selber besteht dabei ebenfalls aus Metall. Also nicht so billig, wie beim Galaxy S8. Auf der linken Seite gibt es nur einen einsamen Ein-/Ausschalter zu bewundern.

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Auf der Unterseite? Ist nicht viel zu sehen. Lediglich den USB-Type-C-Anschluss, einen Mono-Lautsprecher und ein weiteres Mikrofon. Den üblichen 3,5 mm Klinkenstecker für die Kopfhörer hat man auf die Oberseite verbannt. Dort finden wir noch ein Mikrofon für die Geräuschunterdrückung.

BlackBerry_KEYone_08Die Vorderseite teilen sich eine recht großzügig dimensionierte Tastatur mit 35 Tasten im kubbeligen BlackBerry-Design und ein schon fast klein wirkender Touchscreen mit nur 4,5 Zoll.In der schwarzen Verpackung findet man neben dem KEYone noch ein Lade-/Datenkabel, ein paar Anleitungen, ein Öffnungswerkszeug für den SIM-Einschub, Kopfhörer samt Stöpseln und ein Ladegerät.

Das Gewicht von 180 Gramm ist mir aber zu hoch.

BlackBerry KEYone: Performance und Akkuleistung

Im Inneren des KEYone werkelt ein Qualcomm Snapdragon 625 mit acht Kernen zu maximal 2 GHz. Der im 14 nm FinFET-Prozess gefertigte Chipsatz ist nicht der schnellste seiner Art, dafür aber energieeffizient. CPU und Grafikkarte bieten genug Leistung für die verfügbaren Spiele und Anwendungen.  In Zusammenarbeit mit den 3 GByte Arbeitsspeicher kommt das Gespann auf 63.112 Punkte im aktuellen AnTuTu sowie 843 Punkte im Single-Core und 4.367 im Multi-Core des Geekbench 4. Alle aktuellen Spiele laufen dabei zufriedenstellend.

Der 3.505 mAh starke Akku ist fest eingebaut und bringt mich locker durch den Tag. Bei einer ausgedehnten Videosession hielt die Kraftzelle knapp 8,5 Stunden durch. Wer seinen BlackBerry weniger oft vor das Gesicht hält, schafft damit auch locker 2 – 3 Tage. Über das mitgelieferte Ladegerät (Quickcharge 3.0) kann man die Kraftzelle in knapp 80 Minuten aufladen. Wer nur etwa 30 Minuten investiert, kommt auf rund 40%. Das reicht für einen Tag durchaus aus.

4,5“ Zoll Display: Kein Full-HD

BlackBerry_KEYone_01Das BlackBerry KEYone bietet “nur” ein 4,5“ Zoll großes IPS LCD Display mit 1.620 x 1.080 Pixel (434 ppi) welches aber von Corning Gorilla Glas 4 geschützt wird. Das ist also keine echte Full-HD-Auflösung und auch das Seitenverhältnis von 3:2 ist eher ungewöhnlich. Die Darstellung der Farben, Kontrast und Schärfe war wirklich bezaubernd. Bei Filmen findet man an den beiden Rändern dann aber schwarze Balken. Die maximale Helligkeit ist – zumindest im Vergleich zu meinem Galaxy S8 – etwas niedriger.

Dennoch reicht die Darstellungsqualität des 4,5″ Displays mehr als aus.

Bedienung: Über Tastatur oder Touch

BlackBerry_KEYone_09Der KEYone verfügt über eine echte Tastatur mit 35  Drückern im typischen BlackBerry-Knubbel-Design. Die Tasten selber reagieren dabei auch kapazitiv auf Wischgesten. Sehr praktisch, wenn man die eingebaute Texterkennung bzw. Textvervollständigung nutzen will. Über die eingebaute Gestensteuerung kann ich in Texten oder Webseiten Scrollen, per Wischgeste Seiten wechseln und eben meine Tippfehlern korrigieren. Der Wisch nach links löscht das zuletzt eingegebene Wort. Tippt man zweimal in den Text, dann aktiviert sich der Cursormodus. So kann ich schnell durch längere Texte navigieren. BlackBerry selbst bietet wieder zahlreiche Shortcuts zu wichtigen Funktionen an. Über Druck auf die Taste “P” öffnet sich der Posteingang, mit “Y” YouTube.

Die Qualität der Tastatur mit ihren 35 Drückern ist exzellent.

12-Megapixel-Kamera: Wie beim Pixel?

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Die 12-Megapixel-Kamera auf der Rückseite ist ziemlich eindrucksvoll, zumindest von den Abmessungen her. Technisch bietet sie eine Blende f/2.0, nutzt einen Sony IMX378 Kamerasensor sowie eine zweifarbige LED-Blitz und Autofokus und kommt so auch beim Google Pixel zum Einsatz. Die Qualität der Aufnahmen geht beim KEYone aber nur in Ordnung. Bei schlechten Lichtverhältnissen kommt es zu Bildrauschen und zunehmenden Artekfakten.
BlackBerry KEYone
Die Kamera-App selber ist einfach gestaltet und bietet neben einem automatischen HDR Modus ein auch eine Panorama-Funktion.Im manuellen Modus habe ich immerhin Zugriff auf den Fokus, ISO, die Verschlusszeit, Weißabgleich und Belichtung. Videos zeichnet die Kamera in Full-HD mit 60 Bildern pro Sekunde oder in 4K mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde auf. Ein optischer Bildstabilisator ist allerdings nicht vorhanden. Die Frontkamera löst mit 8 Megapixel auf und geht ebenfalls in Ordnung. Videos werden immerhin noch in Full-HD aufgezeichnet.

Die gleiche Kamera wie beim Google Pixel zu nutzen ergibt noch lange nicht die gleiche Bildqualität.

KEYone und Android 7.1.1 : Mit BlackBerry Hub

Ausgeliefert wird das KEYone standesgemeäß mit Android 7.1.1 Nougat und den Sicherheitspatches von Google Stand 01.04.17. Natürlich darf auch der hauseigene BlackBerry Hub nicht fehlen. Der dient als Sammelstelle für alle eingehenden Nachrichten oder Anrufe. Das Betriebssystem als auch die Hardware sind mit Sicherheitsschlüsseln versehen (DTEK) und so vor unbefugtem Zugriff oder “Root” geschützt. Mehr dazu in meinem Artikel zum Thema DTEK.

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Alle wichtige Apps, wie dem BlackBerry Kalender sowie die Notizen-App mus man auch hier nicht verzichten.  Der KEYONE kann über eine PIN oder über einen Fingerabdruck entsperrt werden. Das Betriebsssytem sowie die Daten sind verschlüsselt. In meinem kleinen Videoreview seht ihr den BlackBerry KEYone in Aktion:

Was mich etwas nervt, ist die Tatsache, dass das OS gelegentlich ruckelt. Irgendwie erscheint mit diesmal die Anpassung von BlackBerry bei Android 7.1.1. nicht stimmig.

Der komplett Flow wird stellenweise für einige Gedenksekunden unterbrochen.

Konnektivität & Sound: Die Stärke des KEYone?

Im Netz der Telekom und Vodafone war die Sende/- und Empfangsleistung leider nur Mittelmaß. Der Umschaltvorgang zwischen GSM/UMTS und LTE dauert etwas länger, dabei stimmt die Anzeige der Empfangsstärke nicht mit der Realität überein. Andere Smartphones liefern da durchaus bessere Leistungen. Die Gesprächsqualität konnte dafür wieder überzeugen. Die Teilnehmer tönten klar und deutlich aus dem Hörer. Die maximale Lautstärke mehr als ausreichend und zwar auch beim Freisprechen. Dual-SIM gibt es beim BlackBerry KEYone nicht.

Dank LTE  kann man in gut versorgten Gebieten mit einer schnellen Datenübertragung rechnen. WLAN unterstützt das KEYone in den Standards b/g/n/ac sowohl im 2.4 GHz als auch im 5 GHz-Band. Daneben bietet das BlackBerry auch noch Bluetooth 4.2 und NFC. Die Datenübertragung im WLAN war etwas langsamer als bei meinem Galaxy S8.

Der Sound des Lautsprechers geht in Ordnung, über Kopfhörer bekommt man einen mehr als ansprechenden Klang hin. Auch ein FM-Radio steht zur Verfügung.

Insgesamt geht der Punkt Konnektivität zugunsten von BlackBerry.

Fazit: Fast ein richtiger BlackBerry

Die Tastatur ist gut, hat sich bewährt und wird die Vielschreiber unter uns glücklich machen. Die Performance könnte auf jeden Fall höher sein. So trüben gelegentliche Ruckler den guten Eindruck. Das Android 7.1.1 auf dem BlackBerry KEYOne scheint nochCyberport Optmierungsbedarf zu haben. Die 12-Megapiel-Kamera macht ansprechende Aufnahmen, die geraten beim Google Pixel mit gleicher Kamera aber deutlich besser. Dafür ist die Akkulaufzeit mit mindestens zwei Tagen schon genial. Die Verarbeitungsqualität stimmt diesmal und der Preis von 599 Euro wird sich sicher noch nach unten korrigieren. Mit BB OS 10 wäre es wahrlich ein richtiger BlackBerry geworden 😀

Testergebnis

Verarbeitung 9.6
Display 8.9
Performance 8.3
Kamera 8.4
Konnektivität & Akku 9.7

Fazit

9 Die 12-Megapiel-Kamera macht ansprechende Aufnahmen, die geraten beim Google Pixel mit gleicher Kamera aber deutlich besser. Dafür ist die Akkulaufzeit mit mindestens zwei Tagen schon genial. Die Verarbeitungsqualität stimmt diesmal und der Preis von 599 Euro wird sich sicher noch nach unten korrigieren. Mit BB OS 10 wäre es wahrlich ein richtiger BlackBerry geworden :D

Tags : Android 7BlackBerryReviewTests
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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