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BlackBerry Leap im Test: Der Einstieg für BlackBerry-Freunde

Der BlackBerry Leap ist – anders als der Name es vermuten lässt – kein Sprung nach vorne. Zumindest nicht technisch betrachtet. Auch wenn er optisch ein wenig dem BlackBerry Z10/Z30 ähnelt und technisch gar nicht soweit davon entfernt ist, die technische Basis ist wohl eher der Z30. Mit einem Preis von knapp 260 Euro soll er neue Kunden auf die Geräte des leicht angeschlagenen Branchenurgesteins aufmerksam machen. Inwieweit man für ein Geld tatsächlich einen echten BlackBerry erhält oder ob man nicht doch etwas tiefer in die Tasche greifen sollte, erfahrt ihr in meinem Testbericht des BlackBerry Leap. Das Smartphone selber stammt übrigens aus dem Onlineshop von Cyberport.de.

Design und Verarbeitung

Der oder das Blackberry Leap ist ziemlich eckig geraten. Das schlichte – vielleicht auch etwas herzlose und uninspirierte Design – orientiert sich eher an der Praxis. Das schwarz-graue (weiß ist auch möglich) Testgerät hüllt sich in ein Unibody-Gehäuse aus Kunststoff. Die Rückseite ist dabei absolut griffig und weist eine gerasterten Oberfläche auf.

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Die Anschlüsse für das Micro-USB-Kabel und den Kopfhörer findet man beim Leap auf der Unterseite. Der Einschübe für die Micro-SIM-Karte sowie die MicroSD-Karte (bis zu 128 GByte) befindeen sich hingegen an der linken Seite des Rahmens. Die Einschübe werden dabei durch eine – etwas fummelige – Abdeckung aus Kunststoff geschützt. Den Lautstärkeregler sowie den Ein-/Ausschalter haben die Designer auf die rechte Gehäuseseite verbannt.


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Das Leap ist mit seinen Abmessungen von 144 x 72,8 x 9,5 mm zwar nicht klein, liegt aber dennoch gut in der Hand. Mit einer Hand kann man es aber nur noch dann bedienen, wenn diese zu den größeren Vertretern ihrer Art gehört. Das Gewicht von 170 Gramm ist ebenfalls schon grenzwertig. Wer seinen Leap in der Hemdtasche transportieren will, sollte über gutes Baumwollmaterial und feste Nähte verfügen 😉 Aufgrund des Unibody-Gehäuses kann man den Akku nicht selbst wechseln.

Display

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Das unauffällige LCD-Display des Blackberry Leap nutzt eine Diagonale von 5 Zoll und löst mit 720 x 1.280 Pixel auf (294 ppi). Die Darstellungsqualität ist gut, die Farben werden sauber abgebildet, die maximale Helligkeit ist ebenfalls hoch. Wer mag, kann die recht neutral eingestellte Farbtemperatur des Displays selber anpassen.

Performance

Im Gewand des Leap werkelt ein Dual-Core-Chip (Snapdragon S4 Plus (MSM8960)) von Qualcomm mit einer Taktrate von 1,5 GHz. Flankiert wird er von einer Adreno-225-GPU und 2 GByte RAM. Das klingt jetzt etwas altbacken und langsam, ist es aber nicht. Das BlackBerry OS geht sehr sparsam mit den Ressourcen um. Da der Leap aber auch Android-Apps in einer Sandbox emuliert, reagiert das Gerät auch mal recht träge auf Eingaben. Android-Apps bekommt man offiziell übrigens nur über den bereits vorinstallierten Amazon-App-Store. Die hauseigenen Apps von BlackBerry haben mit solcherlei Probleme nicht zu kämpfen, stehen aber nur in vergleichweise geringer Anzahl zur Verfügung.

BlackBerry OS 10.3.1

BlackBerry Leap im Test von mobile-reviews.deBlackBerry Leap im Test von mobile-reviews.deBlackBerry Leap im Test von mobile-reviews.de

Die Bedienung gefällt mir immer noch. Dreh- und Angelpunkt ist dabei wieder die Nachrichtenzentrale Blackberry Hub. Hier bekomme ich alle wichtigen Nachrichten auf einen Blick zu Gesicht. Sie ist von überall – über eine einfache Wischgeste von unten nach rechts – erreichbar. Daneben bietet das Leap auch noch umfangreiche Sicherheitsfeatures, die man bei Android in der Form noch nicht umgesetzt hat. Über BlackBerry Protect und einige zusätzliche Einstellungenn kann ich meine persönlichen Daten auf dem Gerät sowie auf der eingelegten Speicherkarte ganz einfach verschlüsseln. Den Apps kann man einzeln Zugriffsberechtigungen erteilen oder auch wieder entziehen. Meine Daten gehören also – auf Wunsch – ausschließlich mir 😀

Multimedia
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Die Kamera auf der Rückseite des Leap bietet eine f/2.2-Blende (das ist eher Standard) sowie einen Autofokus mit Touch-to-Focus-Funktion. Videos zeichnet sie in Full-HD (1.080p) mit 30 Bildern pro Sekunde auf. Es gibt sogar einen HD-Modus mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde. Meine Testbilder der 8-Megapixel-Kamera des BlackBerry Leap sehen so aus:

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Musikplayer

Der Musikplayer des Blackberry Leap liefert einen befriedigenden Sound und bietet auch zahlreiche Equalizer-Presets für den persönlichen Geschmack.

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Der eigebaute Lautsprecher auf der Gehäuserückseite klingt dünn, bassarm und recht leblos. Immerhin gibt es mittlerweile auch ein FM-Radio. Einen guten Eindruck bekommt ihr auch in meinem Videoreview des BlackBerry Leap auf YouTube:


Konnektivität & Akku

Die Empfangsleistung des Blackberry Leap und die Sprachqualität gehen in Ordnung, ohne hier Meilensteine zu setzen. Die beiden Mikrofone zur Unterdrückung der Umgebungsgeräusche arbeiten recht zuverlässig. Der Leap bietet neben DC-HSPA+ mit bis zu 42 mbit/s auch die Unterstützung für LTE. Im Netz von o2 und der Telekom kam ich auf Werte zwischen 10 und 75 mbit/s. Der Zugang zum Internet kann aber auch über WLAN b/g/n (2,4 GHz) erfolgen. NFC unterstützt das Leap nicht. Daten werden also per Bluetooth 4 oder USB übertragen. Der fest eingebaute Akku mit seinen 2.800 mAh hielt im Videomodus bei voller Helligkeit knapp 6 1/2 Stunden durch. Im Alltag kam ich immer locker über den Tag, auch wenn ich 14-16 Stunden im Büro war. Und das bei insgesamt vier E-Mail-Konten und zahllosen Anrufen. Der oft zitierte “Normalnutzer” wird also locker 2 Tage mit einer Akkuladung auskommen.

Fazit

Das Blackberry Leap richtet sich an Einsteiger in die Welt der BlackBerrys. Für knapp 260 Euro bekommt man ein ausgereiftes Smartphone und ein wirklich ordentliches Betriebssystem mit Stärken im Bereich der Kommunikation und leichten Schwächen bei der Auswahl an Apps. Die Möglichkeit, Android-Apps in einer virtuellen Umgebung laufen zu lassen, ist gleichzeitig Fluch und Segen. Segen, weil man so ein paar mehr Apps nutzen kann. Fluch, weil die CPU dann doch etwas unterdimensioniert wirkt. Kamera, Sound, Telefonqualität sind allesamt gute Mittelklasse. Wer also aus beruflichen oder privaten Gründen kein iPhone, Android oder Windows-Phone nutzen kann oder will, der kann in meinen Augen durchaus zugreifen. Ober lieber ein paar Euro mehr in den Z10 investieren.

Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar “Musik”, aber die meisten anderen bezeichnen es als “Krach”.

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