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Blackview BV7000 Pro Test: Robustes Outdoor-Smartphone

Testergebnis

Verarbeitung 8.5
Display 8.5
Performance 7.7
Kamera 8.1
Konnektivität & Akku 7.5

Fazit

8.1 Ich bin mit meinem Fazit so ehrlich und hart wie das Blackview BV7000 Pro. Das Display ist nett, die Performance ist nett, die Kamera ist nett. Aber nett ist die Schwester von langweilig. Der optische Auftritt ist mir persönlich zu wuchtig, obwohl es sehr robust ist. Der fest eingebaute Akku (3.500 mAh) sollte eigentlich länger durchhalten. Das mag an der Firmware liegen, die ist noch optimierungsbedürftig. Wer nicht gerade Nägel mit seinem Smartphone in die Wand hauen will, oder es permanent auf den Boden fallen lässt, der findet weniger "heftige" Alternativen.

Das knapp 210 Euro teure Blackview BV7000 Pro soll eine Alternative für Leute sein, die auf der Suche nach einem Outdoor-Smartphone sind. Technisch muss man bei dieser Gattung oft Abstriche machen. Mit seinem 5 Zoll großen Full-HD-Display, einem Mediatek MT6750 Prozessor und 4 GByte RAM / 64 GByte Speicher macht das nach IP68 zertifizierte Blackview BV7000 zunächst einen guten Eindruck. Aber schauen wir es uns einfach mal „unter der Lupe“ an.

Design des Blackview BV7000 Pro: Wuchtig und Schwer

Das sind die beiden Begriffe, die mir als erstes in den Sinn kommen. Mit Abmessungen von 153 x 78.9 x 12.3 mm und einem Gewicht von rund 223 Gramm ist eines klar: Es ist schwer, es wirkt wuchtig. Die goldene Farbe des mattierten Metallrahmens meines Testgerätes (Silber und Grau stehen auch zur Auswahl) kaschiert da auch nichts. Das BV7000 Pro ist einfach „too much“ und erinnert mich stark an das CAT S40 oder das Uhans U300.

Das CAT konnte man aber fallen lassen, zum BV7000 Pro macht der Hersteller dazu keine Aussage. Er spricht lediglich von IP68 und „Submersible“. Ich habe es dennoch mal aus 1,80 Meter fallen lassen und es hat den Aufprall überlebt. Genauso, wie ein Bad in der Badewanne.  Fällt einem das BV 7000 Pro allerdings in einem ungünstigen Winkel auf das Display, dann könnte es schon anders aussehen. Aus knapp 50 cm Höhe hat es jedenfalls keinen Schaden genommen, ein Hoch auf die Displayschutzfolie 😀

Das Blackview BV7000 Pro ist optisch also eher der „Hummer“ unter den Smartphones. Überall sieht man Metall, fast das komplette Gehäuse ist in Gummi/Kunststoff eingetaucht und überall sieht man kleine Aluschrauben. Das soll wohl die Robustheit unterstreichen. Die „Eleganz“ eines Nomu S20 wird von mir hier schmerzlich vermisst. Aber gut, wir wollen mit dem Outdoor-Smartphone ja auch Berge erklimmen, Steine bewegen und im Notfall einen Nagel in die Wand hämmern können, oder?

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Letzteres dürfte dem BV 7000 Pro allerdings nicht gut tun. Ansonsten ist es sehr robust erarbeitet und die IP68 Zertifizierung trägt es zu Recht. Leider sind die Anschlüsse aber nicht nur sauber durch Kunststoffverschlüsse gegen das Eindringen von Wasser und Staub geschützt, sondern auch sehr tief ins Gehäuse eingelassen. Ohne das mitgelieferten USB-Typ-C-Kabel bzw Headset geht erst einmal gar nichts.

Ach ja, die bedienung erfolgt über den Touchscreen sowie über die drei darunterliegenden Sensortasten. Unter Wasser klappt das dann nicht mehr.

Lieferumfang: Alles dabei, aber „speziell“

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In der Verpackung des Blackview BV7000 Pro findet man das EU-Ladegerät ( 5V/2A), ein spezielles USB-Typ-C Kabel mit längerer Buchse, einen USB-Typ-C OTG Adapter, Kopfhörer mit Mikrofon, ein Öffnungswerkzeug für den SIM-Schacht sowie eine zusätzliche Displayschutzfolie und Anleitungen. Man sollte weder das Kabel, noch den Adapter je verlieren, denn die Buchsen des BV7000 Pro liegen tief im Gehäuse. Da passen keine Standardkabel.

Display: 5 Zoll und Full-HD

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Das 5 Zoll große IPS-Display wirkt auf der Vorderseite schon fast verloren, denn die Ränder ober- und unterhalb sind Zentimeter dick und selbst links und rechts hat man noch 8 mm Platz gelassen. Die Auflösung von 1.080 x 1.920 Pixel (441 ppi) geht in Ordnung, ist in dieser Preisklasse aber auch nichts besonderes. Die Farbwiedergabe empfinden meine Augen als angenehm und auch die Blickwinkelstabilität gar keinen Anlass zur Klage. Das oft eingesetzte Miravision zur Anpassung der Displayeigenschaften findet man hier erstaunlicherweise nicht. Am unteren Rand des Displays sieht man bei hellen oder dunklen Hintergründen „Lichthöfe“, bedingt durch die ungleichmässige Ausleuchtung.

Dafür soll das Display durch Corning Gorilla Glas 3 geschützt werden, zumindest sagt das der Hersteller.

Performance & Akku: MediaTek 6750 und 3.500 mAh

Der Mediatek MT6750T taktet seine acht Kerne mit maximal 1.5 Ghz (4 x 1,5 GHz /4 x 1,0 GHz) und kommt mit seinen 4 GByte Arbeitsspeicher (im Schnitt sind 2 GByte frei) im aktuellen AnTuTu-Benchmark auf 43.250 Punkte. Im Geekbench 4 reicht es für im 599 Single-Core und 2.533 Punkte im Multi-Core. So schnell ist so manche Smartwatch 😀

Das Android 6.0 sowie die einfache Benutzeroberfläche laufen flüssig, Bei aufwendigeren Spielen wie Asphalt oder Modern Combat 5 muss man aber die Detailstufen aber reduzieren. Ich glaube aber kaum, dass sich einer das Blackview BV7000 Pro zum Zocken kauft.

Der fest eingebaute Akku mit seinen 3.500 mAh hielt im PC Mark Akkutest knapp 7 1/2 Stunden durch. Damit kommt man im normalen Einsatz auf knapp anderthalb Tage. Über Nacht verliert die Kraftzelle aber bis zu 20% Kapazität. Sie ist in knapp 2,5 Stunden wieder voll aufgeladen, überzeugt mich aber nicht!

Android 6: Altbacken und leider auch verbastelt

Verdammt, auch hier kommt wieder nur Android 6.0 zum Einsatz, immerhin aber jkit den Sicherheitspachtes von Goole Stand 05.02.17, Ein Update auf Android 7 wird es aber wohl nicht geben. Selbst der Launcher wurde verändert. Einen App-Drawer findet man nicht, die Apps bzw. Icons werden also erst einmal auf den Homescreens verteilt, ähnlich wie beim EMUI oder MIUI. Man kann den alten App-Drawer in den Einstellungen des Launcher (rechte Sensortaste) aber wieder aktivieren. Die Standard-Icons hat der Hersteller leider vollständig verändert und das kann man auch nicht durch einen anderen Launcher rückgängig machen. Sie sehen seltsam aus, passen aber zum Look des Smartphones.

Schick ist, dass man durch eine Wischgeste über bestimmte Icons eine Art „Zusatzfunktion“ ähnlich wie bei Android 7 auslösen kann. Also zum Beispiel kann ich im Kalender direkt einen Termin eintragen. Leider sind aber auch viele Punkte in den Einstellungen noch nicht auf Deutsch übersetzt. Die Firmware selber leidet übrigens unter der weitverbreiteten, potentiellen ADUPS/FOTA Spyware.  🙁

Kamera: 13-Megapixel ohne Glanz

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Die Kamera auf der Rückseite macht Aufnahmen mit maximal 13 Megapixel. Die Aufnahmen sind aber nur dann akzeptabel, wenn ausreichend Licht zur Verfügung steht.
Blackview BV7000 Pro
Videos werden ebenfalls nur in mässigem Full-HD aufgezeichnet. Die Frontkamera mit ihren 8 Megapixel macht auch keinen besseren Eindruck. Das Interface ist hinlänglich bekannt, zumindest wenn man schon einmal ein anderes „No-Name-Smartphone“ in den Fingern hatte. Ich sag mal: Schwamm drüber

Konnektivität & Sound: LTE Band 20

Die Sende- und Empfangsleistung des Blackview BV7000 Pro ist erstaunlich gut, neben GSM und HSPA wird auch LTE angeboten und natürlich auch in Band 20. Der Empfang im Wlan ist ok, das 5 GHz Band wird aber nicht unterstützt. Der interne Lautsprecher auf der Rückseite ist zu leise, die Gesprächspartner tönen etwas dumpf auf der Ohrmuschel. Über Kopfhörer bekommt man den „üblichen“ Sound mit den Google-Equalizer-Presets zu hören. Nur leider passt leider kaum eines ohne zusätzlichen Adapter in die sehr tief liegende 3.5 mm Klinkenbuchse. Das ist absoluter Käse! Was nützt einem da das eingebaute Radio (was ohne Headset eh nicht funktioniert) …

GPS, Bluetooth 4.0 und USB OTG (nur mit beigelegtem Adapter) funktionierten hingegen ohne Probleme oder Ausfälle. So kann man den internen Speicher (64 GByte, davon 52 GByte frei) von auch mal schnell unterwegs erweitern ohne eine microSD einlegen zu müssen.

Fazit: Das Blackview BV7000 Pro ist eine Option

Ich bin mit meinem Fazit so ehrlich und hart wie das Blackview BV7000 Pro. Das Display ist nett, die Performance ist nett, die Kamera ist nett. Aber nett ist die Schwester von langweilig. Der optische Auftritt ist mir persönlich zu wuchtig, obwohl es sehr robust ist. Der fest eingebaute Akku (3.500 mAh) sollte eigentlich länger durchhalten. Das mag an der Firmware liegen, die ist noch optimierungsbedürftig. Wer nicht gerade Nägel mit seinem Smartphone in die Wand hauen will, oder es permanent auf den Boden fallen lässt, der findet weniger „heftige“ Alternativen. Das BV7000 Pro kann man zum Beispiel bei Gearbest.com oder tinydeal.com bestellen.

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Tags : AndroidBlackviewChinaReviewSmartphoneTests
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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