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BOSE QuietComfort 35 im Test: Diese Stille ist fast unheimlich

Testergebnis

Verarbeitung 8.5
Klang 8.5
Akku 8.5
Bedienung 8

Fazit

8.4 Mit einem Preis von knapp 380 Euro sind die Bose QuietComfort 35 sicher nicht günstig. Die avisierte Zielgruppe von Leuten, die eine aktive Geräuschunterdrückung (Noice-Cancelling) wünschen und auf Kabelsalat verzichten wollen, ist aber auch eher klein und vermutlich auch zahlungskräftig. Wie sich Smartphone ohne Kopfhörerbuchse wie das neue Apple iPhone 7 zulegen wird, der wird früher oder später um Bluetooth-Kopfhörer ncht rum kommen. Ihr solltet dann allerdings auch am eher neutralen Sound der Bose QC35 Geschmack finden.

Nun ja, die Kopfhörer selbst klingen gut. Ich meinte eher das eher hervorragende, fast unheimlich perfekt funktionierende (aktive) Noice-Cancelling der drahtlosen Kopfhörer Bose QuietComfort 35 (QC35). Hat man die großen Ohrmuscheln erst mal auf die Lauscher gesetzt, ist es Schluss mit nervigen Umweltgeräuschen. Zumindest mit den gleichförmig bzw. monotonen. Lautes Geschrei können die Kopfhörer auch nicht ausblenden. Dafür aber nahezu den ganzen Rest. Bock auf Stille? Dann weiterlesen 😀

Bose QuietComfort 35: Kabelsalat war gestern

Die QuietComfort 35 in Over-Ear Ausführung des renommierten Herstellers Bose sind im Endeffekt die drahtlose Variante der kabelgebundenen QC 25 (UVP: 329,95). Mit einem Preisschild von 379,96 Euro sind sie also nochmals gut 50 Euro teurer und sicher kein Schnäppchen. Zumal sie optisch nicht viel hermachen (Schwarz oder Silber) und überwiegend aus Kunststoff (eigentlich ist es glasfaserverstärktes Nylon) bestehen. Haptisch sind sie also nicht der Bringer, da gefallen mir meine Sennheiser Momentum 2 Wireless deutlich besser. Aber denen fehlt halt die aktive Geräuschunterdrückung. Ach übrigens: im Notfall kann man die Bose QC 35 auch mittels Kabel an seine Soundquelle anschliessen.

QuietComfort 35: Komfort ist Geschmackssache

Bose QuietComfort 35Die Polster der Ohr umschließenden Kopfhörer sind beim QuietComfort 35 mit Leder bespannt und liegen bequem an. Bei warmem Wetter (oder bei leichten sportlichen Aktivitäten) fangen die Ohren aber unter dem nahezu luftdicht abschliessenden Ohrpolstern schnell zu schwitzen an. Für sportliche Aktivitäten sind sie daher also eher ungeeignet.

Das Kopfband des QC 35 ist an der Oberseite ebenfalls mit glattem Leder ausgekleidet während die Unterseite in Alcantra eingehüllt ist. So liegen die Kopfhörer angenehm weich und „griffig“ auf der Kopfhaut. Für kleine Köpfe sind sie aber nicht geeignet. Meine Rübe hat etwa 56 cm Kopfumfang und ich benötige die eingebaute Verlängerung der Bügel nicht.

Das komplette Gehäuse besteht aus einem glasfaserverstärkten Nylon. Dadurch sind die Kopfhörer sowohl sehr leicht als auch ziemlich strapazierfähig. Die QuietComfort 35 kann man zudem leicht einklappen, die entsprechenden Gelenke bestehen daher auch aus Edelstahl. Insgesamt machen sie einen wertigen Eindruck, gleichwohl mein Powerbutton nach ein paar Tagen den Geist aufgegeben hat. Dank der Garantie wurde er aber schnell ersetzt.

Bedienung über drei Knöpfe, Kopplung per Bluetooth

Drei Knöpfe und ein Schieber befinden sich auf der rechten Ohrmuschel. Der Ein- und Ausschalter auf der Außenseite wird gleichzeitig auch für den Bluetooth Pairing Modus genutzt. Die Steuerung der Lautstärke und die Musiksteuerung erfolgen über drei Tasten am unteren Rand der Ohrmuschel. Die mittlere der drei Tasten übernimmt mehrere Funktionen die sich nur durch die Anzahl der Drucke unterscheiden.

Einmal drücken startet den Musikplayer oder nimmt ein Telefonat entgegen. Zweimal kurz hintereinander gedrückt springt einen Track vor, dreimal hintereinander bedeutet einen Titel zurück.

Die Bluetooth-Koppelung an die Soundquelle erfolgt direkt über Bluetooth (am besten über die Bose Connect App aus dem Google Play Store bzw. App Store) oder aber über NFC. Dazu muss man nur das NFC auf dem Smartphone aktivieren und an das NFC Logo der QuietComfort 35 halten.

Bose Connect App: Wenig Features

Bose Connect App Bose Connect App Bose Connect App Bose Connect App

Die QuietComfort 35 werden am einfachsten über eine App eingerichtet. Diese nennt sich Bose Connect und steht kostenlos für Android im Google Play Store bzw. für iOS im App Store zur Verfügung. Hier kann man die Sprachausgabe der Kopfhörer zwischen Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Portugiesisch, Koreanisch, Japanisch und Chinesisch auswählen. Zudem kann man seinen Kopfhörern einen Spitznamen geben. Angeblich sollen sich hierüber auch Firmwareupdates einspielen lassen. Im Test hat das aber nie geklappt.

Eine spezielle Funktion um den Active EQ der Bose QuietComfort 35 anzupassen liefert die App leider nicht. Womit wir beim Thema wären.

Bose QuietComfort 35: Der Klang

Keine Höhen, keine Tiefen und kaum Bässe. Der Sound der Bose QC 35 ist sicher nicht jedermanns Geschmack. Über Equalizer-Presets der Soundquelle kann man ihn zwar optimieren: echte Hammer-Bässe wird man aber nie aus den Kopfhörern quetschen können. Da klingen die Sennheiser Momentum 2.0 (Wireless) deutlich druckvoller.

Die Bose QC 35 sind eher „neutral“ abgestimmt. Ich habe mich eshalb auch dabei erwischt, den Equalizer an meinen Smartphones sogar komplett abzuschalten. Mit einem Sony Xperia Z3 war der Sound deutlich besser als beispielsweise bei einem Samsung Galaxy S4.

Die Bose QuietComfort 35 unterstützen zudem den aptX-Codec, daher unterscheidet sich auch das Ergebnis bei den einzelnen Smartphone-Herstellern. Je nachdem ob die Handys den Codec anbieten oder nicht klingen die Bose mal besser und mal weniger gut.

Das Highlight der Bose QC 35 ist dabei mit Sicherheit das aktive Noice-Cancelling. Alleine die damit einhergehende Stille ist (mir) schon den Kaufpreis wert. Dieses für Bose bezeichnende Feature arbeitet übrigens ununterbrochen im Hintergrund und kann nicht deaktiviert werden. Solange der Akku der Kopfhörer noch genügend Strom liefert, arbeiten die Mikrofone „gegen“ störende Geräusche von außen. Und solange klappt auch die Übertragung per Bluetooth. Sollte der Akku unterwegs zur Neige gehen, oder die Soundquelle auf ein Kabel bestehen, so ist das auch kein Beinbruch. Im Notfall kann man die QuietComfort 35 auch mit einem (dünnen) Audiokabel betreiben. Ohne Strom verzichtet man dann aber auf das aktive Noice-Cancelling.

Die filtert monotone Umgebungsgeräusche wie das Brummen der Flugzeugmotoren oder Stromgeneratoren in der Bahn zuverlässig raus.  Geräusche von schreienden Menschen oder lauten Autos werden hingegen nicht zuverlässig abgeschirmt. Zudem werden auf einem Fahrrad die Luftverwirbelungen der Ohrmuscheln spürbar bzw. hörbar in Szene gesetzt. Aber die Bose QuietComfort 35 sind ja auch für den Einsatz in geschlossenen Räumen konzipiert worden.

Bose QuietComfort 35 und der Akku

Der fest eingebaute Akku der Bose QC 35 hielt im Test tatsächlich 20 Stunden am Stück aus. Eine Aufladung dauerte dabei knapp 2 Stunden. Die Aufladung selber klappt über ein einfaches MicroUSB-Kabel.

Fazit: Top Geräuschunterdrückung mit typischem Bose-Sound

Mit einem Preis von knapp 380 Euro sind die Bose QuietComfort 35 sicher nicht günstig. Die avisierte Zielgruppe von Leuten, die eine aktive Geräuschunterdrückung (Noice-Cancelling) wünschen und auf Kabelsalat verzichten wollen, ist aber auch eher klein und vermutlich auch zahlungskräftig. Wie sich Smartphone ohne Kopfhörerbuchse wie das neue Apple iPhone 7 zulegen wird, der wird früher oder später um Bluetooth-Kopfhörer ncht rum kommen. Ihr solltet dann allerdings auch am eher neutralen Sound der Bose QC35 Geschmack finden.

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Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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