Beenden

CAT S40 Outdoor-Smartphone Test: Nimm mich hart ran

Das CAT S40 ist kein Smartphone für Warmduscher oder Ästheten. Das Design gehört in die Kategorie „Hart aber herzlich“, die Abmessungen und das Gewicht in die Sparte „nur was für echte Männer“. Ich kann mir jedenfalls kaum vorstellen, dass eine Frau das knapp 145 x 74 x 12.5 mm große und mit 185 Gramm eher schwere Smartphone in ihre Handtasche packt. Obwohl es dank IP68 und einem enorm stabilen Gehäuse auch deren Anforderungen problemlos gewachsen wäre. Wie sich das neue Outdoor-Smartphone namens „CAT S40“ von Caterpillar geschlagen hat? Test!

Design: Praktisch, aber leider nicht ganz durchdacht

Das CAT S40 richtet sich schon vom Design her eher an Handwerker oder Outdoor-Sportler. Wer also oft und viel im Gelände unterwegs ist und dort ein echtes Smartphone benötigt, der ist beim S40 richtig. Im Alltag macht es dann auch keine allzu gute Figur. Es wirkt einfach „zu heftig“, so wie ein Presslufthammer. Das komplette Gehäuse ist nach IP68 zertifiziert und kann so Staub und Wasser problemlos standhalten. Letzteres bis zu einer Tiefe von 1 Meter für 60 Minuten. Das sollte für die üblichen Pfützen reichen, zum Tauchen ist es absolut nicht geeignet. Mit nassen Finger kann man es teilweise nur widerwillig bedienen, zumindest den Touchscreen. Der Hersteller CAT (oder Bullitt Mobile) hat das S40 mit vielen Tasten ausgestattet, die man auch mit Handschuhen bedienen können soll. Das gilt zumindest für die drei Drücker unter dem Display. Das klappt auch beim gelben Spezialdrücker auf der linken Seite (ab Werk mit Taschenlampe belegt, ist änderbar). Für den Ein-/Ausschalter sowie die beiden Tasten für die Lautstärke auf der rechten Seite gilt das nur mit Abstrichen. Sie haben zwar einen guten Druckpunkt, liegen aber zu nahe beieinander. Gerade mit dicken Lederhandschuhen wird es da schnell „eng“.

Mehr Bilder nach dem Klick
Die Kanten bestehen aus Aluminium und sind leicht abgeschrägt. Das Gehäuse ist oben und unten sowie auf der Rückseite komplett mit dämpfendem Gummi ummantelt. So hält es Stürze aus bis zu 1,80 Metern aus. Nach meinem Testparcour war das Gerät dann zwar leicht zerkratzt, funktionierte aber weiterhin tadellos. Auch der Einsatz in der Wanne und im Garten (Schlamm) hat dem Gerät nichts ausgemacht.

IP68: Wasser marsch

Als waschechtes Outdoor-Smartphone ist das S40 nämlich nach dem IP68-Standard zertifiziert und damit sowohl gegen das Eindringen von Staub als auch Wasser geschützt. Die Anschlüsse (USB auf der linken Seite) sowie für die beiden nano-SIM und MicroSD auf der rechten Seite sind durch zwei robuste Klappen mit Gummidichtung gesichert. Das braucht man zum Öffnen schon stabile Fingernägeln.

Diplay: Hell, aber ziemlich wenig Pixel

Das 4,7 Zoll große Display auf der Vorderseite macht auf den ersten Blick einen guten Eindruck. Schön hell ist es, aber gegen das Sonnenlicht hat es trotzdem keine Chance. Auf den zweiten Blick bemerekt man dann die geringe Auflösung von 540 x 960 Pixel. Gerade beim Studium längerer Texte oder den Besuch von Webseiten fällt einem das sprichwörtlich ins Auge. Zudem reflektiert es recht stark. Farben werden dafür angenehm dezent abgebildet.

Performance: Snapdragon 200 mit vier Kernen und friesischer Gemütlichkeit

Ja, das CAT S40 ist ein Smartphone für Handwerker, am besten für die friesischen Vertreter, die sind so angenehem unaufregend und gemütlich zugange. Der verbaute Qualcomm-Prozessor nutzt vier Kerne, die takten aber nur mit 1.1 Gigahertz. Zusammen mit einem Gigabyte Arbeitsspeicher sorgt das in den synthetischen Benchmarks für eehr übersichtliche Ergebnisse (AnTuTu lliegt bei knapp 17.000 Punkte). Das vorinstallierte Android 5.1 läuft hingegen recht flüssig, das gilt aber nicht für aufwendigere Spiele.

Android 5.1: Schnörkellos und fast ohne Bloatware

Beim Betriebssystem setzt CAT auf Android 5.1 ohne eigene Benutzeroberfläche. Ab Werk hat der Hersteller auch auf allzuviel Bloatware verzichtet. Im hauseigenen AppStore “App Toolbox” kann man sich neben Anwendungen wie WhatsApp auch Apps für Bauarbeiter, Handwerker und sonstige „Macher“ herunterladen. Daneben steht einem natürlich auch der Play Store von Google zur Verfügung. CAT hat (leider) auch die App “Clean Master” installiert, mit deren Hilfe man angeblich sein Android angeblich sauber halten kann. Sie ist sowohl nutzlos als auch als Ad-Ware bekannt und sollte daher umgehend deinstalliert werden.

Multimedia: Kamera ist Schnee von gestern, Sound ist leise

Die Kamera auf der Rückseite löst mit 8 Megapixel auf, die Kamera auf der Vorderseite immerhin mit 2 Megapixel. beide Kameras machen Bilder, allerdings nur in durchschnittlicher Qualität. Die Aufnahmen sind zu hell, die Farben zu kräftig und der Gesamteindruck ist eher mau. Die Kamera-App zeichnet Videos auch nur in HD (720p) auf. Der Sound aus dem Lautsprecher ist viel zu leise und wirkt kraftlos und selbst über Kopfhörer klingt er auch nicht viel besser.

Konnektivität: Mit LTE und NFC fast vollständig

Das CAT S40 unterstützt neben HSPA auch LTE und WLAN b/g/n. Daten überträgt man per Bluetooth 4, USB oder sogar per NFC. Dank Dual-SIM kann man zwei Karten gleichzeitig nutzen. Der dünne SIM-Kartenschlitten besteht aber nur aus einem weichen Kunststoff (zerbrechlich) und zudem kommt er nur mit nano-SIMs klar. Die Gesprächsqualität geht in Ordnung und auch die Sende-/Empfangsleistung ist ok. Leider ist die maximale Lautstärke für lautere Umgebungen zu gering, als Freisprecheinrichtung taugt der Lautsprecher leider auch nicht. Der Akku leistet 3.000 mAh, ist nicht wechselbar aber ansonsten für mindestens 1 1/2 Tage ohne Steckdose gut. Bei der CPU und dem Display ist das auch kein Wunder.

Fazit: Hart im Nehmen aber eher gemächlich im Wesen

Cat_S40_20Das CAT S40 ist sehr robust, hart im Nehmen und damit tatsächlich für Handwerker und Outdoor-Sportler geeignet. Zumindest dann, wenn man nicht auf viel Rechenpower (aufwendigere Spiele) oder ein knackscharfes Display angewiesen ist. Dank LTE und HSPA ist man unterwegs schnell im Netz unterwegs, die maximale Lautstärke könnte dabei aber einen Tick höher ausfallen. Wermutstropfen ist da der recht hohe Preis von 430 Euro für den man nur einfachste Technik erhält. Das Moto G (3. Gen) ist zum Beispiel deutlich günstiger, allerdings auch nur nach IPx7 wasserfest.
Tags : CATChinaReview
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.