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CAT S60 im Test: Outdoor-Smartphone mit Wärmebildkamera

Das CAT S60 ist kein Smartphone für Warmduscher oder Ästheten. Das Design gehört in die Kategorie „Hart aber herzlich“, die Abmessungen und das Gewicht in die Sparte „nur was für echte Männer“ und die Wärmebildkamera von FLIR in die Kategorie „Heiss“. Ich kann mir daher kaum vorstellen, dass eine Frau sich das knapp 145 x 74 x 12.5 mm große und 185 Gramm schwere Smartphone in ihre Handtasche packt. Wobei, Platz wäre da ja genug 😀 Auf zum Test.

Design: Heftig, aber haltbar

CAT S60Das CAT S60 ist wie das CAT S40 optisch betrachtet nichts für Freunde des edlen Designs. Glas und Metall findet man hier zwar auch, aber eben „anders“. Das S60 ist ganz klar auf Handwerker oder zumindest Outdoor-Fans ausgelegt. Im Alltag wirkt es leicht „über“, eben so, wie ein Hummer H1 auf den Strassen von Bad Salzdetfurt.

Das komplette Gehäuse ist nach IP68 zertifiziert, ist damit staub- und wasserdicht und kann bis 60 Minuten bei einer Tiefe von 5 Meter überleben. Zumindest, wenn man den Schalter auf der Vorderseite vorher von 2 Meter auf 5 Meter umlegt. Zusätzlich hat der Hersteller das S60 auch nach MIL-SPEC 810G „zertifiziert“. Damit ist es zusätzlich gegen Stöße und Stürze aus bis zu 1,80 Meter geschützt und kann zwischen -25 °C und 55 °C genutzt werden. Natürlich kann man es auch mit nassen Finger oder Handschuhen bedienen. Die drei CAT S60Tasten unter dem Display sind gummiert, weisen aber einen etwas schwammigen Druckpunkt auf.

Zusätzlich zum Ein-/Ausschalter sowie den beiden Drücker für die Lautstärke (rechte Gehäuseseite) findet man links auch einen gelben Spezialdrücker. Den kann man mit unterschiedlichen Funktionen belegen (zum Beispiel der Taschenlampe).

Der Rahmen besteht aus Aluminium ist aber nicht mehr zusätzlich mit dämpfendem Gummi ummantelt. Folglich hat es Abstürze auch nur mit Kratzern überstanden, aber es HAT sie überstanden und das auch aus knapp 2 Metern. Die Rückseite besteht übrigens aus Polycarbonat in Carbon-Optik und hinter der wasserdichten Klappe versteckt sich der Einschub für zwei nanoSIM (Dual-SIM) und eine microSD.

Diplay: Hell, aber ziemlich wenig Pixel

Das 4,7 Zoll große Display auf der Vorderseite macht auf den ersten Blick einen guten Eindruck. Schön hell ist es, aber gegen direktes Sonneneinstrahlung hat es trotzdem keine Chance. Auf den zweiten Blick bemerkt man dann die geringe Auflösung von 720 x 1.280 Pixel (HD). Das ist heutzutage kaum noch zeitgemäß. Die Farbdarstellung und Qualität geht aber vollkommen in Ordnung.

Performance & Akku : Snapdragon 617 mit 3.800 mAh

Dank Qualcomm Snapdragon 617 und 3 GByte ist die Performance mehr als ausreichend. Zumindest für die avisierte Zielgruppe. Gamer werden sicher nicht zum CAT S60 greifen. Der fest eingebaute Akku leistet 3.800 mAh hielt im Test locker 1 1/2 -2 2 Tage ohne Aufladung durch. Bei der recht schwachen CPU und dem HD-Display ist das auch kein Wunder.

Android 6: Schnörkellos und fast ohne Bloatware

Beim Betriebssystem setzt CAT auf Android 6.0 ohne eigene Benutzeroberfläche. Ab Werk hat der Hersteller auch auf allzuviel Bloatware verzichtet. Im hauseigenen AppStore “App Toolbox” kann man sich neben Anwendungen wie WhatsApp auch Apps für Bauarbeiter, Handwerker und sonstige „Macher“ herunterladen. Daneben steht einem natürlich auch der Play Store von Google zur Verfügung.

Eine Hike-App ist für Outdoor-Freunde gedacht und bietet dazu zahlreiche, nützliche Features. Wer mit dem CAT S60 ins Wasser gegangen ist, kann über die App „Speaker Dry“ die Lautsprecher durch zwei, sechs oder zehn Minuten lange Töne mit niedrigen Frequenzen „freipusten“. Ein paar sehr spezielle Anwendungen wie der Positionsalarm oder die App-Toolbox vervollständigen den guten Eindruck.

Multimedia: 13-Megapixel in Full-HD

Das CAT S60 nutzt auf der Rückseite eine „normale“ 13-Megapixel-Kamera mit Dual-LED. Auf der Vorderseite findet man eine 5-Megapixel-Selfie-Kamera. Videoaufnahmen werden allerdings „nur“ in Full-HD mit 30 Bildern pro Sekunde aufgezeichnet. Die Kamera-App selber bietet dazu die üblichen Einstellmöglichkeiten sowie einen HDR-Modus.

CAT S60

Die Bildqualität geht in Ordnung, mehr aber auch nicht. Aufnahmen unter Wasser klappen auch. Dann muß man aber mit den Lautstärketastern als Auslöser Vorlieb nehmen, denn  das Display funktioniert logischerweise nicht mehr.

FLIR: Zeig mir deine Hitze

Das CAT S60 ist das erste Smartphone mit einer echten Wärmebildkamera des Martführers CAT S60FLIR. Sie befindet sich auf der Rückseite oberhalb der normalen Kamera und nutzt eine eigene Kamera-App. Die App bietet dabei neun verschiedene Farbschemata, um unterschiedliche Temperaturbereiche abzubilden. Wer es genauer mag, blendet zusätzlich einen Messpunkt ein. Der stellt dann die genaue Temperatur auf dem Display dar.

Über die App kann man so zum Beispiel Wärmebrücken an Fenstern und Türen sichtbar machen oder einfach mal die CPU-Temperatur seines Smartphones messen, allerdings nicht die des CAT S60 😀 Die Auflösung der Aufnahmen beträgt leider nur  80 x 60 Pixel, alternativ kann man auch kleinen MP4-Videos damit aufzeichnen.

Konnektivität & Klang : LTE, NFC

Das CAT S60 unterstützt neben HSPA auch LTE und WLAN b/g/n. Daten überträgt man per Bluetooth 4, USB oder sogar per NFC. Die Gesprächsqualität geht in Ordnung und auch die Sende-/Empfangsleistung ist ok. Der Lautsprecher des CAT S60 befindet sich auf der Vorderseite unterm Display. Im normalen Betrieb sollte der Schalter auf 2M stehen, sonst kommt fast kein Sound aus ihm raus. Der Klang selber kann zwar über ein paar Equalizer-Presets optimiert werden, erreicht aber bestenfalls die Note „Befriedigend“.

Fazit: Nix für Warmduscher

Das CAT S60 ist robust, sieht kantig aus und bietet mit seiner Wärmebildkamera einen Mehrwert für eine keine Zielgruppe. Andere sehen dieses Feature vermutlich eher als nettes Gimmick. Leider ist es mit knapp 640 Euro auch ziemlich teuer, wenn man bedenkt, dass es nur eine vergleichsweise „einfache „Austattung mitbringt. Ich befürchte, dass die Qualität der FLIR-Aufnahmen für richtige Profis zu gering ist und so bleibt am Ende dann „nur“ ein robustes Android-Smartphone. Eben ein Nischenprodukt wie damals das Marshall London. Und letzteres kostet aktuell nur noch 249 Euro, also die Hälfte der UVP.

Testergebnis

Verarbeitung 9
Display 7.3
Performance 7.4
Kamera 8

Fazit

7.9 Das CAT S60 ist robust, sieht kantig aus und bietet mit seiner Wärmebildkamera einen Mehrwert für eine keine Zielgruppe. Andere sehen dieses Feature vermutlich eher als nettes Gimmick. Leider ist es mit knapp 640 Euro auch ziemlich teuer, wenn man bedenkt, dass es nur eine vergleichsweise "einfache "Austattung mitbringt. Ich befürchte, dass die Qualität der FLIR-Aufnahmen für richtige Profis zu gering ist und so bleibt am Ende dann "nur" ein robustes Android-Smartphone.

Tags : CATS60Smartphone
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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