Enox WSP88 V2 Smartwatch Test: Nachfolger mit vielen Verbesserungen

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Mit der WSP88 V2 stellt Enox nun den verbesserten Nachfolger seiner Smartwatch vor. Im Gegensatz zu den Modellen der Konkurrenz basiert die Uhr nicht auf Android Wear, sondern auf einem vollwertigen Android 4.4.2. Zudem kann man die Enox WSP88 V2 dank der Unterstützung für microSD-Karten und eigener Micro-SIM auch als vollwertiges Smartphone nutzen. Meinen Test gibt es nach dem Break.

Design: Nicht für dünne Handgelenke

Rein optisch hat sich die neue WSP88 Version 2 von Enox nicht verändert. Die Abmessungen von 45 x 45 x 15,2 mm und das Gewicht von 118 Gramm entsprechen damit der WSP88. Wer sich so eine Smartwatch zulegt, sollte also nicht unbedingt zierliche Handgelenke sein eigen nennen. Ich selber stehe auf größere Uhren und habe eine ganze Sammlung davon.

Aber auch aktuelle Smartwatches mit Android Wear, wie zum Beispiel die Huawei Watch sind mit 42 x 42 x 11,3 mm nicht gerade klein, bieten aber deutlich weniger Funktionen! Die WSP88 Version 2 ist nun nach IP67 zertifiziert und laut Hersteller gegen das Eindringen von Staub und Wasser geschützt. Dazu sollte man den Akkudeckel aber NICHT entfernen. Darunter verbirgt sich nur der wechselbare Akku (600 mAh) sowie eine MicroSD und Enox stattet die WSP88 V2 direkt mit 16 GByte zusätzlichen Speicher aus. Der Deckel kann also geschlossen bleiben.

Der Zugang für die Micro-SIM befindet sich auf der linken Gehäuseseite und wird durch eine Abdeckung geschlossen. Diese muss man mittels des beigefügten Schraubendrehers öffnen. Danach kann man mit der Smartwatch nicht nur ins Internet (HSPA), sondern auch Telefonieren. Beides klappt mit Smartwatches auf der Basis von Android Wear (noch) nicht. Die LG Watch Urbane LTE hätte da eine rühmliche Ausnahme bilden können, wurde vom Hersteller aber wieder – aufgrund von Fehlern – sang- und klanglos eingezogen.

Das (nicht wechselbare) Armband besteht aus Silikon und wird in den Farben Schwarz und Orange angeboten. Man kann es (leider) nicht selbst wechseln, da sich darin zum Beispiel die GPS-Antenne sowie der Lautsprecher befinden.

Lieferumfang: Alles drin alles dran

In der kleinen Verpackung findet man neben der neuen Smartwatch WSP88 Version 2 auch ein USB-Ladekabel mit Netzstecker, eine magnetisch haftende Ladeschale, einen kleinen Schraubenzieher, ein paar Ersatzschrauben sowie eine Bedienungsanleitung. Die 16 GByte große microSD-Karte sowie den 600 mAh starken Akku hat der Hersteller bereits eingesetzt.

Display: 1,54-Zoll und 240 x 240 Pixel

Das 1,54 Zoll große Display löst mit 240 x 240 Pixel (220 ppi) und stellt alle Inhalte gut lesbar dar. Die Farbdarstellung gab keinen Anlass zur Kritik, der maximale Ablesewinkel reicht vollkommen aus. Die Displayhelligkeit reicht selbst bei (dem aktuell eher spärlich vorhandenen) Sonnenschein aus. Das Display ist in der Regel deaktiviert, die verschiedenen (virtuellen) Ziffernblätter bekommt man also nur dann zu Gesicht, wenn man die Uhr über den Ein-/Ausschalter aktiviert.

Bei eingehenden Anrufe oder Nachrichten leuchtet das Display aber auf und die Zahl der Nachrichten wird auch auf dem virtuellen Ziffernblatt abgebildet. Schön wäre hier natürlich ein Inaktivitätsdisplay der Motorola-Smartphones mit dauerhaft eingeblendeter Uhrzeit gewesen.

Wer die “Arm-zum-Gesicht-aktiviert-das-Display”-Funktionen bei der WSP88 Version 2 vermisst, der sollte unbedingt die App “Awesome On Off” in Verbindung mit der App “Lux Dash” installieren. So kann man nämlich beim Heben der Uhr zum Gesicht schnell einen Blick auf die aktuelle Uhrzeit werfen. Das sehr helle Display wird durch die “Lux-App” auf Wunsch auch nochmals deutlich abgedimmt. Das spart dann Strom.

Android 4.4.2: Eingaben per virtueller Tastatur und Touchscreen

Die neue WSP88 Version wird nicht mehr mit Android 4.2.2, sondern mit Android 4.4.2 ausgeliefert. Zudem sind alle notwendigen Apps aus dem Hause Google vorinstalliert. Dazu zählt natürlich auch der beliebte Play Store. Ich kann mir also problemlos Apps und Games für Android aus dem Store auf meine Smartwatch installieren. Nicht nur die eingeschränkte Auswahl, wie bei den Smartwatches mit Android Wear!

Alle Eingaben (Texte, SMS, E-Mails) erfolgen über den Touchscreen und der virtuellen Tastatur. So kann man alle Nachrichten direkt auf der WSP88 V2 beantworten. Entweder tippt man mit dem Finger, oder aber über einen Eingabestift. Hier benötigt man aber – aufgrund des kleinen Displays – zunächst ein wenig Zeit für die Eingewöhnung. Danach klappten die Eingaben aber wirklich gut. Einen guten Eindruck der Funktionen bekommt ihr auch hier in meinem Videoreview auf YouTube:

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Das Betriebssystem steuert man über die beiden Drücker auf der rechten Seite der Smartwatch und über spezielle Wischgesten. Der obere der beiden Tasten fungiert als Ein-/Ausschalter, der untere als Rückschritt-Taste. Die Lautstärke der Uhr ändert man über eine im Hintergrund laufende App namens Volume Ace. Um diese (und allen anderen Apps im Hintergrund) zu erreichen, muss man den unteren Taster einfach länger gedrückt halten.
Enox hat die WSP V2 mit ein paar zusätzlichen Apps ausgestattet. Neben dem Volume Ace findet man nun auch eine App zum GPS-Test (GPS Test Plus), für die virtuellen Ziffernblätter (Lockscreen) und einen Schrittzähler namens Noon Watch. Fans von sportlichen Aktivitäten werden sich über die vorinstallierte Runtastic-App freuen. Dank des eingebauten GPS-Empfängers kann man damit nicht nur seine Schritte zählen, sondern auch die zurückgelegte Entfernung sowie den aktuellen Pace/Geschwindigkeit. Ein großer Vorteil im Vergleich zu den meisten Smartwatches mit Android Wear! Noch besser klappt das über Google Fit.

Daneben hat Enox auch ein Videoplayer, einen Musikplayer für MP3 einen richtigen Web-Browser samt Flash-Unterstützung sowie die für Telefonate unumgänglichen Apps (Kontakte, SMS, Telefon) vorinstalliert.

Kamera: Mit 5 Megapixel am Arm wie James Bond

Auf der rechten Gehäuseseite befindet sich die Kamera, die neben Fotos auch Videos in VGA-Auflösung aufzeichnet. Das eingebaute Mikrofon für Telefonate und Videoaufzeichnungen liegt auf der linken Seite, direkt oberhalb des Einschubs für die Micro-SIM. Die Kamera selber interpoliert macht Aufnahmen in 3 Megapixel, interpoliert diese aber auf Wunsch auch auf 5-Megapixel. Die Qualität geht dabei für einfache Schnappschüsse vollkommen in Ordnung. Die Kamera-App selbst bietet zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten.

Multimedia & Musik: Videos und MP3 für unterwegs

Der eingebaute Musikplayer stellt neben dem Tracknamen auch das Cover-Art dar. Wer es etwas komfortabler mag, der kann sich auch Google Play Musik installieren. Die Soundausgabe erfolgt entweder über den eingebauten, sehr lauten Lautsprecher oder – qualitativ deutlich besser – über ein vernünftiges Bluetooth-Headset. So kann man die WSP88 V2 unterwegs auch als Trainingscomputer mit Musikwiedergabe nutzen. Die Lautstärkereglung erfolgt dabei über Wischgesten. Equalizer-Presets bietet der Musikplayer der WSP88 V2 nicht und auch ein FM-Radio ist nicht mit an Bord. Letzteres wäre ohne kabelgebundene Kopfhörer eh kaum sinnvoll möglich.

Akku & Performance: Im Westen nichts neues

Die Enox WSP88 V2 wird über eine neue Ladeschale aufgeladen. Der Hersteller hat sich dabei meine Kritik zu Herzen genommen. Den Vorgänger konnte man – ähnlich wie bei der Samsung Galaxy Gear – zwar per MicroUSB-Kabel und Ladestation aufladen, dann aber nicht mehr bedienen. Mit der neuen Ladeschale klappt das nun ganz vorzüglich. Im Endeffekt funktioniert es nun wie bei der Huawei Watch.

Der Akku der Enox WSP88 liefert 600 mAh und hält zwischen einem und anderthalb Tagen durch. Also ähnlich lange, wie bei den Modellen mit Android Wear. Wobei die Akkulaufzeit stark von der persönlichen Nutzung abhängig ist. Wer viel mit aktiviertem Display rumspielt und telefoniert oder Musik hört, der wird auf jeden Fall am Ende des Tages zur Ladestation greifen müssen.

Enox setzt auf eine Dual-Core-CPU vom Typ Mediatek MT6572 mit 1 GHz je Kern sowie auf einen Grafikprozessor vom Typ ARM Maili-400. Die WSP88 V2 bietet 512 Megabyte Arbeitsspeicher und erreicht damit im neuen AnTuTu V6-Benchmark 9684 Punkte. Im Geekbench 3 reicht es für 326 Punkte im Single-Core und 586 im Multi-Core.

Die Smartwatch ist natürlich nicht für aktuelle Spiele gedacht und auch bei aufwändigen Webseiten kommt es zu leichten Rucklern. Spiele wie beispielsweise Angry Birds oder Flappy Birds kann man aber auch auf dem Display der WSP88 V2 zocken. Die Apps und Games werden dabei auf den 20 GByte großen Speicher verteilt.

Konnektivität: Mit eigener SIM, GPS und WLAN unabhängig

Im Gegensatz zu den einfachen Smartwatches auf Basis von Android Wear, die eigentlich nur eine “dumme” Fernsteuerung des Smartphones sind, kann man mit der WSP88 (V2) unterwegs auch über WLAN b/g (nur 2.4 GHz) oder UMTS mit dem Internet Kontakt aufnehmen. Man kann mit ihr dank der Micro-SIM, des Mikrofon und Lautsprechers sogar Telefonate führen. Die Datenübertragungsrate ist gut (95 Mbit). Alle Dateien, Bilder und Videos werden entweder über USB oder per Bluetooth 4 auf den Mac oder PC übertragen.

Die Sende- und Empfangsleistung der Smartwatch ist dabei – je nach Netz – vollkommen ausreichend. Die Gesprächspartner tönen gut hörbar (allerdings für alle in der Umgebung) über den eingebauten Lautsprecher, oder etwas diskreter und weniger auffällig über ein Bluetooth-Headset.

Fazit: Vollwertiges Smartphone am Handgelenk

Die Enox WSP88 ist auch in der Version 2 ein waschechtes Smartphone für das Handgelenk. Dank des eingebauten GPS-Empfängers, einer eigenen Sende- und Empfangseinheit bin ich nicht mehr auf ein Smartphone angewiesen. Ich kann mit der WSP88 V2 mal eben ins Internet, telefonieren, über Google Maps navigieren oder sie über die Runtastic-App auch als Trainingscomputer nutzen. Das 1,5-Zoll große Display mit 240 x 240 Pixel reicht für die Eingabe von kürzeren Texten aus. Man kann also auch mal schnell diskret auf eine WhatsApp, SMS oder E-Mail antworten. Über den Play Store kann ich zudem eigentlich jede verfügbare Android-App installieren und bin nicht auf das spärliche Angebot bei Android Wear angewiesen. So ist die Enox WSP88 V2 nicht nur wegen der neuen Ladestation aktuell die beste Smartwatch am Markt und mit knapp 250 Euro sogar noch recht günstig.