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Ich habe in den letzten Jahren nahezu jede verfügbare Smartwatch getestet. Seit es mit einem proprietären Betriebssystem, mit dem neuen Android Wear oder aber eben mit einem vollwertigen Android-System. Mit der WSP 88 stellt die ENOX Deutschland GmbH nun eine Smartwatch bzw. eher ein vollwertiges Smartphone für das Handgelenk vor. Die WSP88 basiert auf Android 4.2.2, nutzt auf Wunsch eine eigene Micro-SIM für Telefonate oder Datenverbindungen und nimmt über Bluetooth 4 oder WLAN Kontakt mit dem PC oder einem Smartphone auf. Wie sich die Smartwatch bei mir im täglichen Einsatz geschlagen hat, das könnt ihr nun nachlesen.

Design

Alle aktuellen Smartwatches weisen eine gemeinsame Eigenschaft auf: sie sind recht groß. Da macht auch die WSP88 von Enox keinen Unterschied. Mit Ihren Abmessungen von 45 x 45 x 15 mm und einem Gewicht von knapp 118 Gramm kann sie sich nicht hinter meiner Taucheruhr verstecken. Im Gegensatz zu meiner Deepsea kann man mit ihr nicht Tauchen gehen. Gegen Strahlwasser ist sie aber geschützt. Nach dem täglichen Händewaschen und einem kleinen Schauer gab es jedenfalls keinen Ausfall zu verzeichnen. Eine Garantie gibt der Hersteller aber nicht. Zum Einsetzen der MicroSD-Speicherkarte muss man den Akkudeckel aus Metall auf der Unterseite der Smartwatch entfernen. Dazu löst man die vier winzigen Schrauben mit Hilfe des mitgelieferten Schraubendrehers. Dabei sollte man unbedingt auf die Gummidichtung achten, diese sorgt für den eben angesprochenen Schutz vor Spritzwasser.

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Enox liefert (zur Vorbeugung bei Verlust) ein paar Ersatzschrauben sowie einen Schraubendreher mit. Hat man den Deckel erst einmal geöffnet, dann bekommt man Zugang zum wechselbaren Akku (600 mAh) sowie zur MicroSD-Speicherkarte. Die Enox WSP88 unterstützt dabei Karten mit bis 32 GByte. Der Zugang für die Micro-SIM befindet sich übrigens auf der linken Gehäuseseite. Auch hier muss man zunächst zwei kleine Schrauben sowie eine Abdeckung entfernen.

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Im Armband aus Silikon hat der Hersteller einen GPS-Empfänger sowie den Lautsprecher integriert. Selber wechseln kann man das Armband so natürlich nicht mehr. Die Enox WSP88 wird über eine spezielle Ladeschale, ähnlich wie bei der Samsung Galaxy Gear, mit dem PC synchronisiert oder per MicroUSB-Kabel aufgeladen. Während des Ladevorgangs kann man die Smartwatch dann leider nicht mehr bedienen. Die Ladeschale verdeckt die beiden Drücker der Uhr.


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Alle Texte werden über eine virtuelle Tastatur eingeben. So kann man Nachrichten direkt auf der WSP88 beantworten. Das geht bei den Uhren mit Android Wear zum Beispiel nicht. Wer mag, kann die Buchstaben auch über den mitgelieferten Eingabestift antippen. Mit den Fingern klappt die Eingabe aber besser. Da reagierte der Touchscreen der Vapirius AX2 noch deutlich ungenauer. Das Android 4.2.2 steuert man über die beiden Drücker auf der rechten Seite der Uhr (Ein-/Ausschalter sowie Rückschritt-Taste). Über ein paar intuitive Wischgesten kann man dann zusätzliche, teils kontextsensitive Funktionen auslösen oder durch das Menü navigieren.

Lieferumfang

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In der ansprechenden Verpackung aus Karton findet man neben der Enox WSP88 noch das Lade-/Datenkabel, ein Ladegerät, eine Docking-Station sowie eine Anleitung. Auch an einen kleinen Schraubendreher sowie Ersatzschrauben hat der Hersteller dabei gedacht.

Display

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Das 1,5 Zoll große Display bietet eine Auflösung von 240 x 240 Pixel (220 ppi) und stellt alle Inhalte gut lesbar dar. Die Farben werden sauber abgebildet und auch der Ablesewinkel gab keinen Anlass zur Klage. Auch die maximale Helligkeit reicht für den Einsatz bei Sonnenschein problemlos aus. Die kratzfeste Oberfläche spiegelt leicht und bildet Fingerabdrücke ab. Eine Status-LED hat die Smartwatch nicht zu bieten. Wozu auch, schließlich leuchtet das Display immer dann auf, wenn ein Anrufe oder Nachrichten eingehen. Entgangene Anrufe oder Nachrichten stellt sie mit entsprechenden Symbolen auf dem virtuellen Ziffernblatt dar. Im Gegensatz zur Sony Smartwatch 3 ist das Display aber nicht dauerhaft aktiviert. Die Enox WSP88 bietet sieben „analoge“ und 4 digitalen Ziffernblättern.

Kamera

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Auf der rechten Gehäuseseite befindet sich eine 3-Megapixel-Kamera, die neben Fotos auch Video in VGA-Auflösung aufzeichnen kann. Das eingebaute Mikrofon versteckt sich auf der linken Seite, direkt neben dem Schacht für die Micro-SIM. Die Kamera selber interpoliert auf Wunsch die Aufnahmen auf 5-Megapixel. Die Qualität geht für Schnappschüsse völlig in Ordnung und auch die Videoqualität (VGA) ist für eine Smartwatch vollkommend ausreichend. Wer mag, kann über zahllose Einstellungsmöglichkeiten und Effekte Einfluss auf die Kamerabilder nehmen.

Multimedia & Musik

Der eingebaute Musikplayer stellt Informationen zum Album bzw. Track dar. Die Soundausgabe erfolgt dabei entweder über den eingebauten Lautsprecher oder aber über ein Bluetooth-Headset. Die Lautstärke regelt man dabei nicht über die beiden Tasten, sondern über Wischgesten. Wer einen guten Sound aus der WSP88 kitzeln möchte, der sollte sein Geld auf jeden Fall in ein paar gute Bluetooth-Kopfhörer investieren. Equalizer-Presets bietet der Musikplayer der WSP88 aber nicht und auch ein FM-Radio ist nicht mit an Bord. Mangels kabelgebundener Kopfhörer hätte das aber auch wenig Sinn.

Akku & Konnektivität

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Im Gegensatz zu den üblichen Smartwatches auf Basis von Android Wear ist die WSP88 unterwegs über WLAN b/g/n oder HSPA+ online. Für letzteres benötigt man dann natürlich eine entsprechende Micro-SIM samt Datentarif. Der eingebaute WLAN-Empfänger unterstützt nur das 2.4 GHz Band. Die Datenübertragungsrate ist sehr gut (135 Mbit). Daten und Medien werden per Bluetooth und USB übertragen. Eine Anbindung an den Mac klappte über die App „Android File Transfer“ oder über WLAN mit Hilfe von „Airdroid“.

Im Gegensatz zu anderen Smartwatches kann man mit der WSP88 auch ohne Smartphone Telefonate führen. Die Sprachqualität der Smartwatch ist dabei – je nach Netzqualität – auch für längere Gespräche vollkommen ausreichend. Alle Telefonate werden entweder – gut hörbar für alle anderen – über den eingebauten Lautsprecher geführt, oder etwas weniger auffällig über ein Bluetooth-Headset samt Mikrofon. Die Sende- und Empfangsleistung im UMTS/GSM-Netz (getestet mit Vodafone und O2) ist sehr gut.

Der Akku der Enox WSP88 liefert 600 mAh und hält – je nach Nutzung zwischen einem und zwei Tage durch. Wer viel mit der Uhr rumspielt und dabei das Display aktiviert bzw. per Bluetooth telefoniert oder Musik streamt, der wird den Akku am Ende des Tages aufladen müssen. Da macht auch die WSP88 keine Ausnahme.

Benchmarks

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Enox setzt auf eine Dual-Core-CPU vom Typ Mediatek MT6572 mit 1,3 GHz je Kern sowie auf einen Grafikprozessor vom Typ ARM Maili-400. Die WSP88 bietet 512 Megabyte Arbeitsspeicher und erreicht damit im AnTuTu-Benchmark 11.223 Zähler. Im Geekbench 3 reicht es für 326 Punkte im Single-Core und 586 im Multi-Core. Im Test zeigte die Smartwatch bei größeren Webseiten leichte Ruckler im Browser. Einfachere Spiele vom Typ Angry Birds kann man problemlos unterwegs zocken. Der interne Speicher mit seinen 4 GByte kann aber über MicroSD-Karten um weitere 32 GByte (FAT32) erweitert werden.

Apps

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Dank Android 4.2.2 stehen einem über den Google Play Store nahezu unzählig viele Apps zur Verfügung. Der spezielle Launcher bildet immer vier Apps gleichzeitig ab. Über ein paar Wischgesten kann man den Launcher problemlos bedienen. Bestimmte Funktionen löst man in den Apps über Wischgesten von links nach rechts bzw. von unten nach oben aus. Enox liefert die WSP88 mit einem Webbrowser, einer E-Mail-App, Dateimanager und den üblichen Google-Apps aus. Kontakte und Co werden daher am besten über Google synchronisiert.

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Über Google Maps kann man die WSP88 auch als Navigationshilfe nutzen.

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Fazit

8 Die Enox WSP88 ist tatsächlich ein Smartphone am Handgelenk. Im Gegensatz zu den Modellen mit Android Wear komme ich also vollständig ohne Smartphone aus. So etwas bietet sonst nur die deutlich teurere Samsung Gear S. Die Soundausgabe erfolgt entweder über den eingebauten Lautsprecher oder über einen Bluetooth-Kopfhörer. Dank des integrierten GPS-Empfängers kann ich die Enox WSP88 unterwegs auch als autarke Navigationshilfe nutzen. Das 1,5-Zoll große Display mit seiner Auflösung von 240 x 240 Pixel ist für die Eingabe von Texten ausreichend groß. Damit ist die Enox WSP88 aktuell die beste Smartwatch auf den Markt. Wer etwas versierter ist, der kann (auf eigene Gefahr) über Customs-ROMS sogar noch mehr aus seiner Enox WSP88 herausholen. So kommt man beispielsweise (unter Verlust der Garantie) auch in den Genuss von Android 4.4. Wer mobile-reviews.de unterstützen will, der kauft die Enox WSP88 bei Amazon.

Tags : AndroidEnoxReviewSmartwatch
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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