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Finow X5 Smartwatch Test: Edelstahl und 1.4-Zoll-OLED-Display

Smartwatches mit Android 4.4 gibt es gerade aus chinesischer Produktion in nahezu unüberschaubarer Anzahl. Ich habe ja noch vor ein paar Wochen die K8 Smartwatch vorgestellt. Diese ist mittlerweile nicht mehr verfügbar. Der Hersteller “Finow” hat aber das Design aufgegriffen, optimiert und in Form der Finow X5 Smartwatch auf den (chinesischen) Markt gebracht. Diese Smartwatch nutzt dabei ein vollwertigen Android 4.4 und bietet ein kreisrundes OLED-Display mit 1.4 Zoll und 400 x 400 Pixeln.Die “traditionellen” Smartwatches aus dem Hause LG, Huawei, Motorola, Sony und Samsung werden entweder mir Android Wear oder mit Tizen OS betrieben. Immer mehr Modelle nutzen dabei runde Displays. Aber auch Vertreter mit eckigen Anzeigen, wie die WSP 88 Version 2 sind noch auf den Markt.

Design: Die Finow X5 Smartwatch ist eine Uhr

Rein optisch unterscheidet sich die neuen Finow X5 Smartwatch eigentlich kaum von der K8 Round oder einer normalen Uhr. Sie ist aufgrund des großen Displays zwar deutlich größer, aber wer sich so eine Smartwatch zulegt sollte sowieso keine zierlichen Handgelenke haben. Ich persönlich bin ein Fan wuchtiger Uhren und habe mit der Finow X5 Smartwatch keinerlei Probleme.

Die Huawei Watch ist mit beispielsweise mit ihren Abmessungen von 42 x 42 x 11,3 mm nicht gerade klein. Die Finow X5 Smartwatch besteht ebenfalls aus Metall (Schwarz oder Silber). Der Akkudeckel wird über vier Schrauben geöffnet und gewährt dann Zugriff auf den nano-SIM-Schacht. Eine Erweiterung des 4 GByte kleinen, internen Speichers (knapp 2 GByte sind frei) über microSD-Karten ist nicht vorgesehen. Auf der Unterseite befindet sich auch ein Pulsmesser.

Das Armband besteht aus Leder (in Krokodiloptik) und ist nett, aber unspektakulär. Man kann es leider nicht selbst wechseln, da sich im Inneren die GPS/WLAN/GSM-Antennen befinden. Mein Testsample kostet umgerechnet 120 Euro und stammt von Gearbest.com.

Finow X5 Smartwatch: 1.4 Zoll Display mit 400 x 400 Pixel

Ein 1,4 Zoll großes, kreisrundes Display mit einer Auflösung von 400 x 400 Pixel ist in dieser Preisklasse (150 Euro) immer noch eine Seltenheit und  im Vergleich zur Huawei Watch ein absolutes Schnäppchen. Das Display nutzt dabei die volle Fläche und man sieht keinen “Flat Tyre” wie beispielsweise bei der Moto 360 2. Gen. Eine automatische Regelung der Helligkeit bietet die Smartwatch allerdings auch nicht.

Die maximale Helligkeit geht in Ordnung und kann über den Ein-/Ausschalter und den dortigen Einstellungen in drei Stufen variiert werden. Bei direkter Sonneneinstrahlung wird es aber etwas eng. Dafür entschädigt einen dann die recht hohe Auflösung. Das Display macht gerade mit den zahlreichen (55) Watchfaces eine Menge Spaß. Einen Eindruck von der Smartwatch gibt es auch in meinem kleinen Videoreview you YouTube:

Das Display selbst ist in der Regel deaktiviert, die verschiedenen (virtuellen) Ziffernblätter bekommt man also nur dann zu Gesicht, wenn man die Uhr über den Ein-/Ausschalter aktiviert oder aber über die “Arm-zum-Gesicht-aktiviert-das-Display”-Geste Das spart dann Strom.

Android 4.4.2: Kleine virtuelle Tastatur und großer Touchscreen

Die Finow X5 Smartwatch wird nicht von einem “abgespeckten” Android Wear, sondern von einem “vollwertigen” Android 4.4.2, angetrieben. Damit sind ab Werk fast alle Apps aus dem Hause Google vorinstalliert. Wem dann noch etwas fehlt, der kann sich die entsprechenden Apps über den Play Store installieren. Dabei bin ich dann eben nicht aus die ziemlich eingeschränkte Auswahl von Android Wear angewiesen.

Alle Eingaben (Texte, SMS, E-Mails) erfolgen über den großen Touchscreen und der virtuellen Tastatur. Hier benötigt man aber  zunächst ein wenig Zeit für die Eingewöhnung. Danach klappten die Eingaben aber wirklich gut.

Das Betriebssystem steuert man über die drei Drücker auf der rechten Seite der Smartwatch sowie über den Touchscreen. Dabei hat sich der unbekannte Hersteller stark an den Modellen mit Android Wear orientiert. Der obere der drei Tasten fungiert als Rückschritt-Taste, der mittlere als Ein-/Ausschalter und der untere blendet kontextsensitive Funktionen der Apps ein. Die Lautstärke kann man nur über Softkeys im entsprechenden Unterpunkt der Uhr verändern. Das ist etwas lästig.

Neben Kalender, Soundrekorder und dem Play Store findet man auch Flappy Birds als Spiel, einen Schrittzähler sowie einen recht ungenauen Pulsmesser auf der Unterseite der Uhr.. Fans von sportlichen Aktivitäten sollten besser die Runtastic-App aus dem Store nutzen. Dank des eingebauten GPS-Empfängers kann man damit nicht nur seine Schritte zählen, sondern auch die zurückgelegte Entfernung sowie den aktuellen Pace/Geschwindigkeit. Ein großer Vorteil im Vergleich zu den meisten Smartwatches mit Android Wear! Leider funktionierte der GPS-Empfänger bei beiden Testsamples nicht! Daneben gibt es auch einen Musikplayer für MP3 über den internen Speicher, einen vollwertigen Web-Browser und die für Telefonate unumgänglichen Apps (Kontakte, SMS, Telefon). Eingaben kann man recht komfortabel über die virtuelle Tastatur erledigen. Für längere Texte reicht es dann aber doch nicht 😀

Multimedia & Musik: Videos und MP3 für Leute mit guten Augen und Ohren

Der eingebaute Musikplayer stellt neben dem Tracknamen auch das Cover-Art dar. Wer es etwas komfortabler mag, der kann sich auch Google Play Musik installieren. Die Soundausgabe erfolgt entweder über den eingebauten Lautsprecher auf der Unterseite, oder über ein optionales Bluetooth-Headset. So kann man die Finow X5 Smartwatchunterwegs auch als Trainingscomputer mit Musikwiedergabe nutzen. Leider stehen aber nur knapp 1.3 GByte für MP3 zur Verfügung.

Akku & Performance: 450 mAh und 1 GHz

Die Smartwatch wird über eine magnetische Ladeschale, ähnlich wie bei der LG Watch R aufgeladen. Der Akku der Smartwatch liefert 450 mAh und hält zwischen einem und anderthalb Tagen durch. Wer das Display oft und lange nutzt, der wird aber auch schon nach rund 4 Stunden nachladen müssen. Der Ladevorgang ist aber nach etwa 30 Minuten bereits beendet.

Bei der X5 kommt die für diese Art von Smartwatches übliche Dual-Core-CPU vom Typ Mediatek MT6572 mit 1 GHz je Kern sowie der Grafikprozessor vom Typ ARM Maili-400 zum Einsatz. Die Smartwatch nutzt 512 Megabyte Arbeitsspeicher und erreicht damit im neuen AnTuTu-Benchmark 9415 Punkte. Im Geekbench 3 reicht es für 326 Punkte im Single-Core und 591 im Multi-Core.

Die Uhr ist natürlich nicht für aktuelle Spiele gedacht und auch bei aufwändigen Webseiten kommt es zu leichten Rucklern. Spiele wie beispielsweise Angry Birds oder Flappy Birds kann man aber auch auf dem Display nutzen. Die Apps und Games werden dabei auf den nur 1.3 GByte großen Speicher verteilt.

Konnektivität: nano-SIM, GPS und WLAN

Im Gegensatz zu den üblichen Smartwatches auf Basis von Android Wear (und abgesehen von der Samsung Gear S2 mit eSIM) kann man mit der Finow X5 Smartwatch unterwegs auch über WLAN b/g (nur 2.4 GHz) oder UMTS Surfen. Dank der eigenen nano-SIM, Mikrofon und Lautsprecher kann man mit ihr sogar Telefonieren. Die Datenübertragungsrate ist ok (60 Mbit). Alle Dateien, Bilder und Videos werden entweder über micro-USB oder per Bluetooth 4 vom Mac oder PC übertragen.

Die Sende-/ und Empfangsleistung der Smartwatch war dabei – je nach Netz – vollkommen ausreichend. Die Gesprächspartner tönen gut hörbar (allerdings für alle in der näheren Umgebung) über den eingebauten Lautsprecher. Etwas diskreter und weniger auffällig geht das auch über ein Bluetooth-Headset.

Wer das nicht mag, der kann die Finow X5 auch als “Companion” nutzen. Dann werden einfach alle Nachrichten des Smartphones über Bluetooth auf die Uhr übertragen. Die dazu passenden App ist auf der Uhr bereits installiert und steht für Android-Smartphones per Download zur Verfügung. Nutzer von iPhones schauen hier aber in die Röhre. Leider wird die Verbindung zum Smartphone in unregelmäßigen Abständenbeendet, hier hilft dann nur ein Neustart der Uhr und des Smartphones. Die App selber ist zudem sehr schlecht übersetzt.

Fazit: Bestes Preis-/Leistungsverhältnis

Die Finow X5 Smartwatch bietet für umgerechnet 120 Euro eine tolle Verarbeitung. Das Metallgehäuse, aber auch die innere Verarbeitung sind (im Gegensatz zur K8) top. Das 1.4 Zoll große OLED mit seinen 400 x 400 Pixel ist ein Highlight. Der GPS-Empfänger funktionierte hingegen  nicht, über WLAN oder UMTS (nano-SIM) klappte die Verbindung dann aber. So ist sie komplett unabhängig vom Smartphone (iOS oder Android).

Dank Android 4.4.2 und seiner virtuellen Tastatur kann man nicht nur WhatsApp, SMS oder E-Mail empfangen und lesen, sondern auch gleich beantworten. Über den Play Store kann ich mir zudem fast jede verfügbare Android-App installieren. In meinen Augen ist das Preis-/Leistungsverhältnis der Finow X5 Smarwatch unschlagbar gut. Leider bekommt man sie nur als Import.

Update: Bilder der schwarzen Version, neue Firmware aus 06/16

Testergebnis

Verarbeitung 9.5
Display 9
Performance 8.5
Sport 7

Fazit

8.5 Die Finow X5 Smartwatch bietet für umgerechnet 120 Euro eine tolle Verarbeitung. Das Metallgehäuse, aber auch die innere Verarbeitung sind (im Gegensatz zur K8) top. Das 1.4 Zoll große OLED mit seinen 400 x 400 Pixel ist ein Highlight. Der GPS-Empfänger funktionierte hingegen nicht, über WLAN oder UMTS (nano-SIM) klappte die Verbindung dann aber. So ist sie komplett unabhängig vom Smartphone (iOS oder Android).

Tags : FinowReviewsSmartwatch
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar “Musik”, aber die meisten anderen bezeichnen es als “Krach”.

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