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Vegane Ernährung, wenig Alkohol und mehr Sport stehen heutzutage auf der Agenda vieler (nicht nur jüngerer) Leute. Da kommt ein Fitness-Tracker als Motivationshilfe immer gut und Fitbit ist hier der Marktführer. Natürlich gibt es auch Smartwatches die den Puls messen können, aber meist nicht so genau und zielführend, wie die Fitness-Tracker. Die wiederum haben keine „Smartwatch“-Funktionen. Die Fitbit Blaze bietet nun beides an. Oder doch nicht?

Fitbit Blaze: Ungewöhnliches Design

Wer sich an meinen Test der Fitbit Surge erinnert, der kennt das Problem: Der Fitness-Tracker sah einfach „langweilig“ und etwas plump aus. Der knapp 230 Euro teure Fitbit Blaze hingegen ist deutlich eleganter, schlanker und schicker ausgefallen. Da man den eigentlichen Tracker aus dem Metallrahmen herausnehmen kann, ist auch das Armband wechselbar.  Fitbit BlazeFitbit liefert neben einem Armband aus Silikon (Schwarz, Blau, Pflaume) auch eine Variante in  Leder. Wer es schwerer mag, der greift einfach zum Gliederarmband. Die beiden letzteren Armbänder (139,95 bzw. 99,95 Euro) taugen allerdings kaum für den Sport. Die Handfesseln gibt es übrigens in drei Größen (S/L/XL). Mein Testsample wurde mit einem Armband in „L“ ausgeliefert. Bei meinem Handgelenkumfang von 19.5 cm ist das vollkommen ausreichend. Ein Ersatzband kostet 29,95 Euro.

Der Rahmen um das Blaze herum besteht aus Metall, wobei der Fitness-Tracker zu den beiden Armbandenden hin leicht angeschränkt ist. Metall kann (wie jedes andere Material) natürlich auch verkratzen. Der Hinweis ist in erster Linie an die Skateboarder oder Kletterer unter uns gerichtet. Bei anderen Sportarten ist man den Steinen nicht „so nah“ 😀

Die Blaze ist mit 44 Gramm sehr leicht und das Silikonarmband liegt angenehm auf der Haut. Druckstellen wie beim riffeligen Armband der Surge habe ich keine gehabt. Allerdings bildet sich leicht Schweiss unter dem Armband. Der Fitbit Blaze selbst ist schweiß-, regen- und spritzwassergeschützt. Sollte laut Hersteller jedoch nicht beim Schwimmen getragen werden. Deswegen gibt es für diese Sportart wohl auch keinen passenden Trainingsmodus 😀 Fitbit empfiehlt den Nutzern zusätzlich, die Uhr vor dem Duschen (aus Hygienegründen) abzulegen.

Zum Aufladen muss man den kleinen Fitness-Tracker leider aus seinem Metallrahmen entnehmen und dann in die separate Ladestation legen. Während des Ladevorgangs kann man ihn dann nicht mehr vernünftig bedienen. Ich persönlich mag das kantige Design des Blaze, denn es ist ungewöhnlich und sticht so aus der Masse an Trackern hervor.

Fitbit Blaze und die Bedienung: Drei Tasten und Touchscreen

Fitbit_BlazeDie Bedienung des Blaze ist einfach: Entweder man nutzt den Touchscreen oder die drei Drücker an den Seiten. Links im Rahmen findet man die Zurück-Taste. Mit den beiden Drückern auf der rechten Seite kann man die Mediaplayer-Steuerung aufrufen und sich die zuletzt eingegangene Nachrichten (SMS, Anrufe) anzeigen lassen.  Über den Touchscreen navigiert man durch horizontale Wischgesten von einem Icon zum anderen.

Hier findet man neben der aktuellen Uhrzeit auch die animiert dargestellten Punkte „Heute, Übung, FitStar, Timer, Alarme und Einstellungen“. Im Unterpunkt „Heute“ kann man sich den aktuellen Tagesfortschritt in Form der aktuellen Schrittzahl, Herzfrequenz, der zurückgelegten Strecke, der verbrannten Kalorien und erklommenden Etagen anzeigen lassen.

Wer einen Workout starten will, der nutzt dazu den Punkt „Übungen“. Die Fitbit Blaze unterstützt die Sportarten Laufen, Gehen, Radfahren, Ellipsentrainer, Laufband, Gewichte und Training. In der Fitbit-App selbst kann man auch Yoga, Pilates, Tennis, Kickboxen und Golf hinzufügen. Sinnvoll ist das aber wohl kaum. Denn hier steht einem nur die Zeitmessung zur Verfügung. Ich selber nutze die Blaze für den Ellipsentrainer, das Laufband, Radfahren und Laufen. Mein kleines Videoreview der Fitbit Blaze auf YouTube vermittelt auch einen guten Eindurck von vielen Funktionen:

Wer sich täglich Fit halten will, der kann auf „FitStar“ zurückgreifen. Hier bietet die Fitbit ein kleines Trainingsprogramm an: „Aufwärmen, 7-Minuten-Training“ und 10-Minuten-Bauchmuskeln“.

Der eingebaute Timer bietet eine Stoppuhr bzw. Countdown. Über „Alarme“ kann ich einen Wecker aktivieren bzw. deaktivieren. Einrichten muss ich ihn leider über die Fitbit-App auf dem Smartphone oder über die Fitbit-Webseite. Im Punkt „Einstellungen“ kann ich die  Display-Helligkeit einstellen, die „Uhr-zum-Gesicht-aktiviert-Display“-Geste aktivieren oder die permanente Herzfrequenzmessung einstellen.

Durch seine Multisport-Automatik erkennt der Blaze aber auch Sportarten ohne manuelles Zutun. So konnte ich im Test problemlos zwischen Fahrrad und Laufen wechseln ohne etwas zu ändern.

Display: Klein aber fein

Das kleine LCD-Panel stellt seine Inhalte nun auch farbig dar. Zur Auflösung und den Abmessungen äußert sich der Hersteller nicht. Ich persönlich empfinde die Diagonale und Ablesbarkeit aber gut. Die Helligkeit kann man auch manuell einstellen.  Das Display ist nicht „Always on“, es aktiviert sich also nur über die „Uhr-zum-Gesicht-heben“-Geste.

Konnektivität & Akku: Kein GPS, nur Bluetooth

Kommen wir zur Konnektivität. Im Gegensatz zur Surge verzichtet der FitBit Blaze leider auf ein integriertes GPS-Modul. Damit man während seiner sportlichen Aktivitäten die zurückgelegte Route aufzeichnen kann, verbindet sich die Uhr über Bluetooth mit dem GPS des Smartphones. Ohne Smartphone gibt es also auch keine GPS-Informationen.

Der eingebaute Schrittzähler misst die tägliche Strecke nicht über GPS, sondern schätzt eure Schrittlänge und rechnet diese dann auf eine Entfernung hoch. Das ist sehr ungenau. 10.000 Schritt sind da schnell erreicht, 10 km sind das aber definitiv nicht 😀

Beim Zähneputzen werden Schritte natürlich auch gezählt, obwohl ihr nur nahezu regungslos vor dem Spiegeln steht. „Last but not least“ kann der Fitbit Blaze auch die erklommenen Etagen zählen. Da lohnt sich der Verzicht auf den Aufzug doppelt.

Der eingebaute Sensor auf der Unterseite kann den Puls über ein grünes Licht messen. Das klappte im Test beim Laufen und Radfahren einwandfrei. Wer es noch genauer mag, der muss einen Brustgurt mit Pulsmesser nutzen. Den kann man aber nicht mit dem Fitbit Blaze verbinden. Die Messung des Puls stimmte zu 100% mit den Geräten im Fitnessstudio überein. Die Blaze kann ich dabei mit mehreren Smartphones abwechseln verbinden. Sie ist nicht – wie Android Wear oder die Apple Watch – an ein bestimmtes Gerät gebunden. Dazu muss man nur auf den Smartphones eine BT-Kopplung einrichten.

Fitbit-Blaze_Clock-Faces-4
Der Hersteller gibt eine Laufzeit von bis zu fünf Tagen an. Setzt dann aber eine gelegentliche Nutzung voraus. Im Test und bei einer täglichen Nutzung von etwa zwei Stunden, kam ich 3-4 Tage mit einer Akkuladung aus. Im „Classic“-Modus mit der Möglichkeit, den Musikplayer zu steuern, eher 3 Tage. Danach muss ich die Blaze aus dem Rahmen hebeln und in die mitgelieferte Ladeschale einsetzen. Die Aufladung dauert knapp 2 Stunden. Cool ist auch die Tatsache, dass mir meine Blaze per E-Mail mitteilt, dass der Akku geladen werden will 😀

Fitbit Blaze: Running oder Schrittgeschwindigkeit?

Wer sich im Laufe des Tages auf seine Lorbeeren ausruht, der wird vom Blaze leider nicht durch sanfte Vibration auf seine (körperliche) Untätigkeit hingewiesen. Das Feature ist schlicht Fitbit_Woche(noch) nicht vorhanden.

Über das FitStar-Programm liefert die Fitbit Blaze aber einen kostenlosen Trainingsplan. Ab Werk hat man drei unterschiedliche Programme zur Auswahl.: Aufwärmen, Sieben-Minuten-Workout und ein Zehn-Minuten-Bauchmuskelprogramm. Auf dem Display der Uhr bekommt ihr dann zeitnah entsprechende Informationen über die abzuleistenden Übungen. Beim Sieben-Minuten-Workout macht man sich sprichwörtlich zum Hampelmann, sitzt an der Wand, übt sich in Liegestützen und Kniebeugen. Ein feines Cardio-/Muskel-Training.

Im Gegensatz zum Coach im Fitnessstudio kontrolliert hier natürlich niemand eure Haltung. Ausgefeiltere Trainingspläne gibt es zudem nur gegen Aufpreis:  für schlanke 40 Euro bekommt ihr eine Jahres-Mitgliedschaft bei FitStar und mehr Abwechslung.

Ach ja, wer es unbedingt benötigt: die Fitbit Blaze misst auch euren Schlaf. Den Zeitpunkt des Dahindämmerns  beziehungsweise aufwachen erkennt die Uhr entweder automatisch, oder ihr gebt ihr dazu selber den Startschuss. Eine in meinen Augen nutzlose und unbequeme Funktion (dickes Armband und grün leuchtender Pulsmesser), da auch keinerlei Aussage über die Schlafqualität geliefert werden kann. Geht mal in ein Schlaflabor, dann seht ihr auch warum.

Fitbit Blaze und die Smartwatch-Funktionen

Fitbit BlazeDie Fitbit Blaze bietet euch rudimentäre Smartwatch-Funktionen. Dabei zeigt die Uhr nur die grundlegenden Informationen in Form eingehender Anrufe, SMS und Kalender-Einträgen an. Andere Benachrichtigungen oder E-Mails werden nicht angezeigt. WhatsApp, Facebook und Co bleiben also ohne Beachtung. Das finde ich auch mal ganz erholsam. Auf eingehende Anrufe oder SMS könnt ihr auf der Fitbit Blaze nicht direkt antworten. Dafür kann man aber den Musikplayer des Smartphones über eine Bluetooth-Verbindung (Classic) fernsteuern. Dieser Modus benötigt aber mehr Strom.

Fitbit-App und Webinterface: Viele Funktionen

Die FitBit-App ist wirklich gut gemacht. Über das Dashboard bekomme ich einen Überblick über die wichtigsten Fitness-Daten. Von hier aus sehe ich auch die kleinsten Details meiner sportlichen Betätigungen. Beispielsweise der Verlauf des Ruhepuls, Schlafzeiten, Ernährung. Hier kann ich auch Freunde hinzufügen und mich mit diesen in kleinen Wettkämpfen messen.

Die Fitbit-App ist gleichzeitig auch die Kommandozentrale der Blaze. Hier stelle ich den Wecker ein und lege meine Fitness-Ziele fest. Selbst die Watchfaces kann ich hier ändern. Die Auswahl ist aber klein und kann auch nicht über Third-Party-Watchfaces verändert werden. Wer mal keinen Zugang zur App hat, der kann auch das Webinterface von Fitbit nutzen. Die Fülle der Informationen ist hier ebenso hoch wie nützlich.

Fazit: Mit GPS wäre die Fitbit Blaze perfekt

Die Fitbit Blaze ist ein schicker Fitness-Tracker mit Smartwatch-Funktionen. Letztere sind allerdings übersichtlich ausgefallen. Neben Anrufen, SMS und Kalendereinträgen bekomme ich unterwegs keine weiteren Informationen. Eigentlich gut so, denn man soll sich ja auf den Sport konzentrieren und abschalten. Allerdings werden die GPS-Daten nur über das Smartphone zur Verfügung gestellt. Wer das nicht mitschleppen will, dem bleibt am Ende doch nur ein schicker Fitness-Tracker.

Testergebnis

Verarbeitung 10
Display 9
Performance 9
Sport 8.5

Fazit

9.1 Die Fitbit Blaze ist ein schicker Fitness-Tracker mit Smartwatch-Funktionen. Letztere sind allerdings übersichtlich ausgefallen. Neben Anrufen, SMS und Kalendereinträgen bekomme ich unterwegs keine weiteren Informationen. Eigentlich gut so, denn man soll sich ja auf den Sport konzentrieren und abschalten. Allerdings werden die GPS-Daten nur über das Smartphone zur Verfügung gestellt. Wer das nicht mitschleppen will, dem bleibt am Ende doch nur ein schicker Fitness-Tracker.

Tags : BlazeFitbitFitness-TrackerReviewSmartwatch
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.