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Fossil Q Founder im Test: Edelstahl und Android Wear

Fossil als renommierter Hersteller von Uhren hat sich mit der Q Founder ebenfalls auf den Weg gemacht und eine Smartwatch auf der Basis von Android Wear auf den Markt gebracht. Sie kommt etwas spät und muss sie sich gegen bereits etablierte Modelle wie die Huawei Watch, die deutlich teurere TAG Heuer Connect oder die etwas günstigere Moto 360 2. Gen durchsetzen. Von letzterer übernimmt Fossil übrigens eine unschöne Eigenschaft: den “flat tire” des Displays.

Fossil Q Founder: Eine Smartwatch im Design einer Uhr

Fossil-Q-Founder“Time is money and money makes the world go round”. Das Display der Fossil Q Founder ist jedenfalls nicht ganz rund. Ähnlich wie Moto 360 hat der Hersteller den unteren Rand für den Helligkeitssensor genutzt. Inhalte lassen sich da dann leider keine mehr darstellen. Auffällig ist das allerdings nur bei hellen Watchfaces. Diese beliebten virtuellen Ziffernblätter sind sicher ein Hauptgrund sich eine Smartwatch zu zulegen.

Werfen wir einen Blick auf das Gehäuse der Smartwatch. Auf den ersten Blick wird klar, dass es aus Edelstahl besteht. Auf den zweiten Blick (in die Unterlagen) erschliesst sich einem dann die Tatsache, dass die Bling Bling dann sogar nach IP67-Standard wasser- und staubdicht ist. Damit taugt sie allerdings weder für Schwimmer noch für Taucher. Smartwatches sind heutzutage noch meilenweit von den Nehmerqualitäten echter Uhren entfernt. Das Gehäuse meines Testsamples ist überwiegend glänzend gehalten (daher auch Bling Bling), die Ränder der Uhr sind hingegen matt. Optisch gefällt sie mir auf jeden Fall, allerdings erst nach der Moto 360 2. Gen. Die Fossil Q Founder gibt es mittlerweile in drei Varianten zu kaufen:

Fossil_Q_Founder

Zwei davon gibt es mit einem Gliederarmband aus Edelstahl, eine andere mit einem Gehäuse aus Roségold in Kombination mit einem Lederarmband. Ich bin persönlich kein Fan von den Metallbändern (nicht mal bei meiner Rolex): sie sind mir zu schwer und klobig. Die Q Founder bringt mit Armband immerhin 172 Gramm auf die Waage. Erfreulicherweise kann man aber – mit einem passenden Werkzeug oder kleinem Schraubendreher – das Armband gegen jedes beliebige 22-Millimeter-Band austauschen. Das Edelstahl-Gehäuse selbst kommt nur auf 72 Gramm.

Die Q Founder von Fossil nutzt nur einen einzigen Drücker und der befindet sich (ergonomisch nicht wirklich günstig) auf der berühmten “Drei-Uhr-Position”. Mit ihren Abmessungen von 47 x 47 x 13 mm ist sie recht groß geraten, liegt aber noch im Rahmen.

Display: 1,5 Zoll und 360 x 326 Pixel

Fossil-Q-Founder-DisplayDas Display nutzt eine Diagonale von 1,5 Zoll und kommt mit den – für diese Displays üblichen 360 x 326 Pixel daher. Üblich, weil der Hersteller am unteren Rand den sogenannten Ambilight-Sensor verbaut hat. Damit steuert die Uhr die notwendige Helligkeit automatisch, kann dort aber keine Informationen abbilden. Samsung hat das bei Gear 2 Classic deutlich gelöst. Das Display selber unterscheidet sich nicht von der Moto 360 2. Gen. Die maximale Helligkeit ist ausreichend und kann auch manuell eingestellt werden. Farben und Inhalte werden schön scharf abgebildet.

Technik & Ausdauer: Aus dem Smartwatch-Baukasten in die Fossil?

Moment, so einfach hat sich der Hersteller das bei seiner Q Founder nicht gemacht. immerhin nutzt er statt eines Snapdragon 400 den gleichen Intel-Atom-Prozessor wie die TAG Heuer Connected. Die CPU ist damit in der Theorie sogar etwas stärker als der Snapdragon, in der Praxis bemerkt man davon und vom 1 Gigabyte großen Arbeitsspeicher aber nichts. Android Wear sei “Dank”. Was man aber definitiv bemerkt, ist der fehlende Herzfrequenzsensor.

Der fest eingebaute Akku leistet 400 mAh und kann auch bei der Fossil Q Founder keine Wunder vollbringen. So reichte der Saft im Test etwa einen Arbeitstag. Dabei hatte ich das Display auf “Always on”. Deaktiviert man diese Option, dann verzichtet man natürlich auf die hübschen, immer sichtbaren Ziffernblätter, wird aber mit zusätzlichen 20% Akkulaufzeit belohnt. Aufgeladen wird die Q Founder übrigens ganz standesgemäß per Induktion, allerdings über ein sehr großes Cradle.

Fossil Q Founder: Mit Update auf 1.4 (Marshmallow)

Rein von den Funktionen und der Bedienung unterscheiden sich die gängigen Smartwatches nicht, wenn man mal vom Exoten “K8 Round” absieht. Der Schrittzähler ist also auch bei der Q Founder vorhanden und zählt das Zähneputzen fleissig als Bewegung. Einen Pulsmesser hat die Fossil aber leider nicht. Über die Q-App für Android kann ich mir – ähnlich wie bei der Moto App für die 360 –  ein paar zusätzliche Watchfaces installieren.

Nichts, was man über die App Watchfaces, Facer und Co nicht auch (besser) machen könnte. Für Nutzer von iOS steht diese sowieso nicht zur Verfügung. Die Funktionen sind dann also leicht eingeschränkt. Nachrichten und Anrufe werden auf die Smartwatch gebeamt, beantworten kann man sie aber nicht. Auch texte kann man mangels virtueller Tastatur keine eingeben. Man ist auf Gedeih und Verderb den vorgefertigten Textschnipseln ala “Komme gleich” ausgeliefert.

Da die Q Founder auch keinen eigenen GPS-Empfänger nutzt, kann man mit ihr nur dann Navigieren, wenn das Smartphone mit dabei ist. immerhin kann ich den 4 GByte großen Speicher vorab mit MP3 füllen und dann über Bluetooth-Kopfhörer abspielen. Einen Lautsprecher hat die Fossil Q Founder nicht. Der kann also auch nach dem Update auf Marshmallow nicht angesprochen werden 😀

Fazit: Uhr oder Smartwatch?

Die Q Founder von Fossil sieht gut aus und ist schon auf den ersten Blick als waschechte Fossil zu erkennen. Wie die analogen Brüder und Schwestern, nur eben mit virtuellen Ziffernblättern. Insoweit kann man sie also kaum von einer normalen Uhr unterscheiden. Als Bonus bekomme ich hier die Möglichkeit, Nachrichten vom Smartphone auf den Arm weiterleiten zu lassen. Antworten sind nur in Form kurzer (vorgefertigter)  Textnachrichten möglich. Fans virtueller Ziffernblätter (Watchfaces) kommen auch hier wieder auf ihre Kosten. Dann allerdings zu Lasten der Akkulaufzeit. Die beträgt maximal 1 Tag.

Die Fossil Q Founder kostet zwischen 299 und 319 Euro und reiht sich damit fast nahtlos in die Konkurrenz ein.  Die ähnlich gute Moto 360 2. Gen kann man aktuell allerdings schon für etwa 269 Euro ergattern. Die Huawei Watch ist zwar technisch besser, dafür mit um die 400 Euro auch teurer. Die TAG Heuer Connected spielt in einer ganz anderen Liga, sowohl preislich (1.350 Euro) als auch von der Haptik her. Warum hat die Q Founder eigentlich keinen Herzfrequenzsensor?

Tags : Android WearFossilReviewSmartwatch
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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