Beenden

Garmin Vivoactive HR im Test: Endlich mit Pulsmesser

Testergebnis

Verarbeitung 9.5
Display 8.5
Performance 8.5
Sport 9.5

Fazit

9 Über die zahlreichen Sportapps und Watchfaces kann man gut auf die eigenen Bedürfnisse anpassen. So kommen Läufern, Radfahrern, Schwimmer und Triathleten voll auf ihre Kosten. Endlich kann man auch den Puls messen ohne sich erst vorher einen Brustgurt umschnallen zu müssen. Damit wird die neue Vivoactive HR dann tatsächlich fast eine "eierlegende Wollmilchsau". Ich hätte mir allerdings ein weniger auffälliges und wuchtiges Äußeres gewünscht.

Endlich wurde mit dem Garmin vívoactive® HR der Nachfolger (oder eine Alternative) zum Garmin Vivoactive vorgestellt. Der neue Fitness-Tracker vereint die Möglichkeit seine sportlichen Aktivitäten zu überwachen mit grundlegenden Funktionen einer Smartwatch. Bedient wird der Activity-Tracker dabei wieder über einen farbigen Touchscreen. Im Gegensatz zum Vorgänger bietet die Garmin Vivoactive HR nun einen Pulsmesser. So ist man nicht mehr auf einen zusätzlichen Brustgurt angewiesen und kann sich im Training schnell einen Überblick über die aktuelle Belastung verschaffen. Den Testbericht findet ihr nach dem Break.

Garmin Vivoactive HR: Design ist ziemlich klobig

Ok, das Design der Vivoactive aus dem letzten Jahr hat mir klar besser gefallen. Die war zudem deutlich flacher. Ob die neue „Klobigkeit“ wohl dem integrierten Pulsmesser geschuldet ist? Egal, mit ihren Abmessungen von 30 x 57 x 12  mm und einem Gewicht von rund 47,6 Gramm trägt sie recht dick auf. Das normale Armband ist übrigens für einen Handgelenkumfang von bis zu 23 cm geeignet. Meines hat etwa 20 cm und ich habe noch etwa 5 freie Löcher. Im Training reduziert sich das dann aber auf etwa 3.  Man sollte in diesem Fall daher wohl gleich zum XL-Armband greifen. Der Hersteller „erlaubt“ für das Standard-Armband einen Handgelenkumfang von 137 bis 195 mm und für das XL-Armband 162 bis 225 mm.

Die Garmin Vivoactive HR ähnelt optisch nun wieder mehr einem Fitness-Tracker als einer Smartwatch. Der Übergang vom Tracker zum Armband gestaltet sich fließend. Wechseln kann man es aber immer noch und Garmin bietet für rund 30 Euro auch (teils farbige) Ersatzbänder aus Silikon an. Ein wenig erinnert mich die Vivoactive HR übrigens an die Fitbit Surge.  Ehrlich gesagt sieht die neue Fitbit Blaze auch besser aus. Letztere bietet aber eben auch keinen eingebauten GPS-Empfänger. Die Garmin Vivoactive HR ist zwar bis zu 5 ATM wasserfest, zum Tauchen ist sie aber nicht geeignet. Im Gegensatz zu anderen Modellen darf und kann man mit ihr aber auch Schwimmen gehen. Triathleten wird es freuen, wenngleich die Umschaltung zwischen Schwimmen, Laufen und Radfahren im Test leider nicht automatisch geklappt hat.

Garmin Vivoactive HR: Bedienung & Lieferumfang

Unter dem berührungsempfindlichen Display findet man noch zwei Drücker zur Unterstützung des Touchscreen. Den bedient man über einfache Wischgesten. Mit der linken Taste kann man die Beleuchtung starten und kehrt an den Anfang des Menüs zurück. Mit der rechten Taste wählt man die einzelnen Sportarten. Drückt man sie länger, kann man die kontextsensitiven Funktionen bearbeiten. Einen guten Eindruck on der Leistungsfähigkeit des Garmin Vivoactive HR bekommt man auch in meinem Video review auf YouTube:

In der Verpackung findet man neben der Vivoactive HR nur noch eine kleine Anleitung sowie die Daten-/Ladeklemme mit USB-Kabel. Eine Ladegerät legt Garmin nicht mit dazu. Das schont zwar die Umwelt, wäre für knapp 250 Euro aber auch „nett“ gewesen.

Vivoactive HR: Transflektives Farbdisplay mit leichten Schwächen

Das knapp 28,6 mm x 20,7 mm große Display löst mit 205 x 148 Pixel auf. Ahnlich wie die Pebble Time stelle es seine Inhalte farbig dar und kommt in der Regel ohne Hintergrundbeleuchtung aus. Je mehr Licht, desto besser kann man das Display ablesen. Für die nachtaktiven Sportler unter uns bietet es eine eigene, etwas schwache Beleuchtung. Ist das Umgebungslicht mal zu gering, zum Beispiel im Winter oder bei einsetzende Dunkelheit, dann reicht ein kurzer Druck auf den linken Knopf am Gehäuse. Der aktiviert dann die aktive Hintergrundbeleuchtung.

Die Auflösung ist im Vergleich zu den aktuellen Smartwatches zwar recht gering, mit 184 Pixeln pro Inch aber ausreichend. Zumal auch  nur Texte und Zahlen darstellt werden. Im Vergleich zum Display der Vivoactive sehe ich eigentlich keine sichtbaren Unterschiede. Funktional ist es, schön oder leuchtend ist was anderes. Es hat mich aber im Training in keiner Situation im Stich gelassen!

Garmin Vivoactive HR: Konnektivität & Akkuleistung

Der eingebaute GPS-Empfänger mit GLONASS-Unterstützzung liefert in der Regel sehr genaue Positionsdaten. Der GPS-Sensor kann in Verbindung mit den vorinstallierten Sportapps für Gehen, Laufen, Radfahren und Schwimmen die Aktivitäten dann auch mit den zurückgelegten Streckendaten versehen. Über die Garmin Move IQ™ genannte Technik soll eine automatische Aktivitätserkennung für Gehen, Laufen, Radfahren, Schwimmen und Training auf dem Crosstrainer erfolgen. Das hat im Test aber leider so gar nicht geklappt.

Daneben kann die Uhr aber auch eingehende Nachrichten eines Android-Smartphones oder iPhones ab iOS 8 empfangen und auf dem Display anzeigen. Das gilt sowohl für SMS als auch für Nachrichten jeder beliebigen App (auch WhatsApp). Beantworten kann ich die Nachrichten hingehen nicht. Auch eingehende Anrufe werden nur signalisiert und können auf der Uhr dann nur „stumm“ geschaltet werden. Telefonieren kann man mit ihr nicht.

So ist die Vivoactive HR dennoch eine gute Ergänzung für Social-Network-Junkies die auch unterwegs mit ihrem Smartphone immer auf dem laufenden sein wollen ohne es dabei jedesmal aus der Taschen ziehen zu müssen. Der eingebaute Pulsmesser mit seinen drei grün leuchtenden Sensoren misst den Herzschlag ununterbrochen 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. So bekommt man einen guten und vor allen Dingen zuverlässigen Eindruck von der aktuellen Belastung. Die kann ich mir dann auch über den Tag als Verlauf anzeigen lassen. Der jeweilige Höchst- und Mindestwert wird dabei gespeichert.

Die Verbindung zum Smartphone wird über Bluetooth 4 aufgenommen. Radfahrer wird die Möglichkeit des Anschlusses von einem Geschwindigkeitssensor und Trittfrequenzsensor freuen. So bekommt man deutlich genauere Daten auf dem Rad. Und auch die neue VIRB XE genannte Action-Kamera kann mit der Garmin verbunden werden.

Laut Hersteller hält der fest eingebaute Akku der Vivoactive HR bis zu 8 Tage im Smartwatch-Modus (mit dauerhafter Herzfrequenzmessung) und rund 13 Stunden im GPS-Modus. So ist es auch dem weniger ambitionierten Marathonläufern möglich, seinen Zieleinlauf mit dauerhaft aktiviertem GPS festzuhalten. Im normalen Betrieb kam ich im Test auf eine Laufzeit von etwa 5-6 Tagen. Zumindest dann, wenn man nicht zu oft das GPS nutzt. Ich selber hatte es jeden Tag etwa 60 Minuten aktiviert und zahlreiche E-Mails und SMS auf die Uhr übertragen. Ein barometrischer Höhenmesser sowie ein elektronischer Kompass vervollständigen die Positionsangaben und erlauben auch ein vernünftiges Höhenprofil bei den Outdoor-Aktivitäten.

Apps & Watchfaces: Die Auswahl ist klein aber fein

Den Funktionsumfang der Garmin Vivoactive HR kann man über Apps erweitern. Als Betriebssystem kommt aber keine gängige Lösung wie Tizen oder Android Wear zum Einsatz und so ist man auf die Schaffenskraft weniger Programmierer angewiesen.

Im Garmin IQ-Shop findet man dennoch eine kleine, aber stetig wachsende Zahl an Watchfaces und auch Apps. Dabei können diese von allen Sensoren Gebrauch machen. Es gibt mittlerweile sogar eine brauchbare App für die Besucher von Fitness-Studios. Selbst den Sternenhimmel kann man sich anzeigen lassen. Die Zahl der Apps wird allerdings vom recht kleinen internen Speicher begrenzt.

Garmin Connect & Sportarten: Garmin liefert alles notwendige

Verbindung zum Smartphone und damit auch die Übertragung der Daten erfolgt über die kostenlose Garmin Connect Apps aus dem Play Store bzw. auf dem Apple Store. Hier kann man dann die Apps und Watchfaces herunterladen und auf die Uhr übertragen. Alle Fitnmess-daten werden hier zentralisiert angezeigt und ausgewertet. Das gilt auch für das eigene Schlafverhalten. Konkurrenzkämpfe mit Freunden sind auch Online über Bestenlisten und Gruppen möglich.

Neben üblichen Sportarten wie Laufen, Gehen, Radfahren und Schwimmen kommen auch Golfspieler sowie Indoor-Sportler und sogar Skifahrer auf ihre Kosten. Die Garmin Vivoactive HR speichert dabei natürlich auch die zurückgelegten Schritte, die erklommenen Stockwerke, überwacht den Schlaf und berechnet die besonders bewegungsintensiven Minuten inklusive Kalorienverbrauch. Hierzu muss man sich nur 15 Minuten am Stück bewegen.

Eine Übersicht aller Funktionen findet man hier auf der Webseite des Herstellers. Im Test konnte ich nicht jede Sportart überprüfen. Der automatische Wechsel hat allerdings ebensowenig geklappt, wie die Messung der zurückgelegten Bahnen beim Schwimmen. Vielleicht liegt es an meinem Testgerät, vielleicht aber nur an der Firmware. Bei der normalen Vivoactive hat es jedenfalls geklappt.

Eine kleine Nervigkeit: der eingebaute Modus für „Kraftraining“ ist nahezu unbrauchbar, da ich die Aktivitäten nicht pausieren kann.

Fazit: Vivoactive HR als Maß aller Dinge?

Für die gebotene Leistung geht der Preis von etwa 250 Euro bei der Garmin Vivoactive HR voll in Ordnung. Der neue Activity-Tracker ist eine runde Sache. Das gilt allerdings nicht für das Design. Das ist mir persönlich zu klobig geraten. Dagegen sehen die Modelle der Konkurrenz ja fast „niedlich“ aus. Ok, wenn man mal von der hässlichen Fitbit Surge absieht. Neben den Details zu meinen sportlichen Aktivitäten stellt sie auch eingehende Anrufe, Nachrichten und E-Mails auf dem transflektiven Display dar.

Letzteres ist in nahezu allen Situationen vollkommen ausreichend, bei Dunkelheit und wenig Licht benötigt man aber die zusätzliche Beleuchtung.

Über die zahlreichen Sportapps und Watchfaces kann man gut auf die eigenen Bedürfnisse anpassen. So kommen Läufern, Radfahrern, Schwimmer und Triathleten voll auf ihre Kosten.  Endlich kann man auch den Puls messen ohne sich erst vorher einen Brustgurt umschnallen zu müssen. Damit wird die neue Vivoactive HR dann tatsächlich fast eine „eierlegende Wollmilchsau“. Ich hätte mir allerdings ein weniger auffälliges und wuchtiges Äußeres gewünscht.

Tags : FitbitGarminReviewsvivoactive
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

Deine Antwort

Diese Website verwendet Cookies, um Ihre Erfahrungen zu verbessern. Durch die Nutzung dieser Seite stimmen Sie dem zu. Mehr Infos

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen", um Ihnen das beste Surferlebnis möglich zu geben. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen zu verwenden fortzufahren, oder klicken Sie auf "Akzeptieren" unten, dann erklären Sie sich mit diesen.

Schließen