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Google Nexus 5x im Test: Sechs Kerne und kein Halleluja

Mit dem Nexus 5x will Google direkt an den Erfolg des Nexus 5 anknüpfen. Das Vorgängermodell war aber weder für seine gute Kamera noch für erweiterbaren Speicher bekannt. Und auch das Nexus 5X scheint ein wenig in die gleiche Kerbe zu schlagen. Wie es sich im Test geschlagen hat, könnt ihr nun nachlesen.

Technik: Snapdragon 808 aber kein erweiterbarer Speicher

Das neue Google Nexus 5x bekommt man nun sowohl im deutschen Google Store als auch bei Onlineshops, wie zum Beispiel bei Cyberport.de. Mit 16 GByte internem Speicher kostet es 479 Euro, für die Version mit 32 GByte Festspeicher muss man 529 Euro berappen. Eine Stange Geld, für die ich auch eine Menge Gegenwert erwarte. Das Nexus 5x bietet neben einem Snapdragon 808 mit sechs Kernen noch 2 GByte Arbeitsspeicher, den o.a. Festspeicher und eine 12-Megapixel-Kamera mit der Möglichkeit 4K-Videos aufzuzeichnen. Angetrieben wird es von Android 6.0. Kein Wunder, kommt das Gerät ja auch direkt von Google. Hersteller ist allerdings die Firma LG.

Design & Verarbeitung: Gähn

Das Nexus 5X unterscheidet sich optisch nur geringfügig von seinem Vorgänger aus 2013. Selbst wenn das Absicht sein sollte, tut Google sich damit vermutlich keinen Gefallen. Das Gehäuse besteht aus mattem Polycarbonat und kommt in den drei Farben Anthrazit, Quarz oder Eisblau daher. Selbst die beiden Drücker auf der rechten Seite (Lautstärke und Power) sind aus Kunststoff.

Im Vergleich zum Nexus 5 ist das 5X mit seinen Abmessungen von 147 x 72,6 x 7,9 mm zwar leicht gewachsen, aber auch dünner geworden. Die Bedienung selbst ist kein Problem. Der Fingerabdrucksensor befindet sich ergonomisch „richtig“ auf der Rückseite und das Entsperren des Smartphones funktioniert so sehr schnell und unkompliziert. Die Verarbeitung ist ok, kein Highend aber auch kein „billiger Plastikbomber“, zumindest nicht auf den ersten Blick. Mit seinen 136 Gramm ist es dafür auch recht leicht geraten.

Display: 5,2 Zoll und Full-HD

Google nutzt ein 5,2 Zoll großes FullHD-Display mit 423 ppi welches durch Corning Gorilla Glass 3 geschützt wird. Zudem wurde der Rand um das Display herum leicht erhöht. So liegt es – ähnlich wie die Xperia Z5 – nicht plan auf. Die maximale Helligkeit ist jetzt nicht übermässig hoch, reicht aber für den täglichen Einsatz vollkommen aus.  Der Weißabgleich ist gut, allerdings ziemlich arm ausgefallen. Die Blickwinkelstabilität ist ebenfalls unauffällig.  Die fettabweisende Beschichtung gegen Fingerabdrücke und Verschmutzungen ist allerdings unwirksam. Habe ich gerade mit meinem Lachsbrötchen getestet. Die RGB LED-Benachrichtigungsleuchte befindet sich im unteren Lautsprechergitter und signalisiert eingehende SMS, E-Bay und WhatsApp-Nachrichten. Die Farben kann man mit einer zusätzlichen App verändern. Welche Apps die LED nutzen könne, kann aber nicht eingestellt werden. So klappte es mit dem E-Mail-App Cloudmagic nicht immer und auch eingehende/entgangene Anrufe wurden nicht per Licht signalisiert. Dafür scheint dann das Inaktivitätsdisplay zuständig zu sein. Bei eingehenden Nachrichten leuchtet es kurz auf. Das klappt auch, wenn man das Nexus 5x zum Gesicht anhebt.

Konnektivität und Akku: USB Type C ohne Adapter auf Type A

Das Nexus 5x nutzt den neuen USB-Anschluss mit Typ-C-Stecker. Den kann man zwar nicht mehr ist falsch herum einstecken, leider liefert Google aber keinen Adapter für den Typ-A-Anschluss mit. Man kann sein Nexus 5x als nicht ab Werk an den PC oder ältere Macs anschliessen! Die Anschaffung eines zusätzlichen Kabels ist daher schon fast Pflicht. Alternativ muss man seine Daten & Medien per WLAN auf das Smartphone kopieren. Der nicht erweiterbare Speicher von 16 oder 32 GByte (10 bzw  24 GB nutzbar) ist zu klein für aktuelle Anwendungen oder viele 4K-Videoaufnahmen.

Die Einrichtung des Fingerabdrucksensors erfolgt über die Einstellungen unter dem Punkt „Nexus Imprint“. Sie ist in sieben Schritten erledigt. Der Entsperrvorgang ist ähnlich schnell wie beim OnePlus 2, Huawei Mate S oder iPhone 6S. Die Sende- und Empfangsleistung des Nexus 5 ist gut. LTE in der Cat 6 klappt in allen notwendigen Frequenzen. Die Gesprächsqualität war im o2 und Telekom-Netz ebenfalls unauffällig.

Der 2.700 mAh starke Akku des Nexus 5X hält bei moderater Nutzung etwa einen Arbeitstag durch und lässt sich in knapp 80 Minuten komplett aufladen. Drahtlos per Qi-Charging geht das aber nicht.

Performance: Der Snapdragon 808 rechnet sich wund

Im Nexus 5X steckt der gleiche Prozessor wie im deutlich günstigeren Xiaomi Mi4c. So erreichte er im AnTuTu 52.592 Punkte, im Geekbench 3 kam der SoC auf 1.226 Punkte im Single-Core und 3.536 Pukte im Multi-Core. Aaktuelle Spiele liefen damit absolut flüssig und auch das Betriebssystem hatte keine spürbaren Ruckler aufzuweisen. Die Installation des ersten Updates (knapp 44 MByte) dauerte allerdings fast 10 Minuten und auch bei der Installation der Google-Apps-Updates ruckelte das Nexus 5x fröhlich vor sich hin.

Android 6.0 Marshmallow: Aktueller geht es nicht

Das Nexus 5X war das erste Smartphone, das mit dem neuen Android 6.0 Marshmallow ausgeliefert wurde. Die Unterschiede zu Android Lollipop fallen kaum auf, der Google Now Launcher ist eingängig und zeigt in der obersten Zeile nun die zuletzt genutzten Apps an. mit dem bloßen Auge nicht wirklich erkennbar sind. Ähnlich wie Samsung hat nun auch Qualcomm eine sogenannte „efuse/Qfuse“ im Chipsatz scharf geschaltet. Entsperrt man den Bootloader des Nexus 5x (zum Beispiel für Custom ROMs wie das beliebte CM 13) , dann wird diese „Qfuse“ irreversibel aktiviert. Manche Dienste und Apps können das auswerten und den Betrieb einstellen. Das ist eine Sicherheitsmaßnahme die einen unbefugten Zugriff durch Dritte erkennen soll und damit eure Daten schützt. Die gibt es schon seit 2012 😀

Multimedia und Kamera: Die 12-Megapixel machen einen guten Eindruck

Der Sound kommt aus dem unteren der beiden Lautsprecher auf der Vorderseite und ist extrem laut. Der Musikplayer aus dem Hause Google kann mit den üblichen Equalizer-Presets aufwarten, der Sound ist befriedigend. Hier ein paar Kamerabilder des Google Nexus 5x:

Google Nexus 5x

Die neue Kamera im Nexus 5X schlägt mit ihren 12 Megapixel den Vorgänger um Längen und zwar in allen Bereichen. Bei Aufnahmen in Dunkelheit sieht man natürlich ein Bildrauschen und die HDR-Aufnahmen wirken etwas künstlich. Die 5-Megapixel-Kameras für Selfies acht ebenfalls ansprechenden Aufnahmen und zeichnet Videos in FullHD auf.

Die Foto-App von Google kann zwar Panorama-Fotos und Kugelpanoramen erstellen, bietet aber keinen manuellen Modus. Den HDR+-Modus kann man aktivieren, deaktivieren oder automatisieren. Zuvor sollte man seine Motive vielleicht auch frisieren. Die Blende von f/2.0 sorgt für mehr Licht, mangels optischen Bildstabilisator sollte man aber eine ruhige Hand haben. Der eingebaute Laser-Autofokus ist schnell, verwackelte Aufnahmen dürften damit also eher unwahrscheinlich werden. Langzeitbelichtungen sind eh nicht möglich.

Fazit: Kann mich nicht überzeugen

Das Nexus 5X konnte mich nicht überzeugen. Der interne Speicher ist mit 16/32 GByte zu klein und kann nicht erweitert werden. Die CPU ist schnell, die Kamera macht ansprechende Aufnahmen. Aber all das bekomme ich zum Beispiel beim Xiaomi Mi4c schon für rund 250 Euro. Das Google Nexus 5x ist da fast doppelt so teuer, ohne echten Mehrwert bieten zu können und haptisch ähneln sich beide Smartphones sehr. Immerhin bekommt man auf dem Nexus 5x aber zukünftig immer die neusten Softwareupdates. Und wem das wichtig ist, der kann sich sein neues Google Nexus 5x zum Beispiel bei Cyberport.de kaufen.

 

Tags : GoogleLGNexusReview
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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