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Google Pixel C Tablet im Test: Weder Surface noch iPad

Google ist mit seinem neuen Pixel C genannten Tablet ausgezogen, die Dominanz von Microsofts Surface-Tablet im Businessbereich und Apples iPad im Konsumerbereich ein wenig zu lockern. Allerdings bleibt es beim Versuch. Warum das so ist, erfahrt ihr nach dem Break.

Design: Metall, Metall und noch mehr Metall

Das neue Google Pixel C kann man durchaus als Nachfolger des Nexus 9 sehen. Wenngleich letzteres auch nach wie vor noch verfügbar ist. Optisch orientiert es sich aber mehr am Apple iPad Air (2). Das knapp 242 x 179 x 7 mm dünne und 517 Gramm schwere Gehäuse besteht aus hochwertigem Aluminium. Die Abmessungen unterscheiden sich übrigens kaum vom Pad Air 2 (240 x 169,5 x 6,1 mm).

Auf der Rückseite findet man eine 8-Megapixel-Kamera sowie die vom Chromebook bekannte LED-Statusleiste. Auf einer der beiden langen Seiten befinden sich übrigens nicht weniger als 4 Mikrofone. Zudem hat Google dort auch  die kräftig tönenden Stereolautsprechern positioniert.

Display: Pixel C punktet mit 1:1,41 und hoher Auflösung

Das Pixel C nutzt auf dem 10,2 Zoll großen LTPS-LCD- (Low Temperature Polysilicon) eine Auflösung von 2.560 x 1.800 Pixel (308 ppi). Damit ist das Display in der Theorie besser als das Microsoft Surface 3 (216 ppi) sowie als der angebissenen Luft-Apfel (264 ppi). Die Displayinhalte werden farbenfroh, aber nicht überbetont abgebildet. Alle Texte sehen absolut knackig aus. Die Blickwinkelstabilität ist ebenfalls grandios. Das Display des Google Pixel C nutzt übrigens ein Seitenverhältnis von 1:1,41. Also nicht ganz 4:3.

Ansteckbare Tastatur: Magnetisch und induktiv

Bisher war das Google Pixel C “nur” ein schönes Android-Tablet. Mit der optional für 169 Euro erhältlichen Tastatur will es sich aber in ein produktives Monster verwandeln. Die insgesamt 57 Tasten aus Kunststoff liegen dabei aber sehr eng beieinander. Sondertasten für die Steuerung des Musikplayers, der Lautstärke oder der Helligkeit bietet sie auch nicht. Einzig die vier Cursortasten in der rechten Ecke erlauben eine Navigation in längeren Texten. Jetzt kommt aber der “Gag”: die Tastatur kann auch als Displayschutz genutzt werden. Nein! Doch! Oh ….

Oberhalb der Tastatur befindet sich ein Klappmechanismus mit ein paar Magneten. Diese verbinden sich mit dem ebenfalls – zumindest stellenweise magnetischen – Gehäuse des Pixel C. So kann ich die Tastatur in einem Blickwinkel zwischen 100 und 180 Grad komplett verstellen. Das ist zwar nicht ganz so flexibel wie bei einem Laptop, aber dennoch um Längen besser als bei den meisten Tastatur-Covern des Apple iPad Air (2).

Kontakt zum Pixel C nimmt sie dann aber per Bluetooth LE auf. Einmal mit dem Tablet verbunden klappt die Anbindung relativ zuverlässig, aber leider eben nicht immer automatisch. Die Drücker selber funktionieren freilich nur mit Strom. Dazu bietet die Tastatur aber keinen Stromanschluss. Sie wird per Induktion aufgeladen und zwar vom Pixel C selbst!

Legt man die Tastatur bei Nichtgebrauch mit der Tastenseite nach unten auf das Tablet, dann fungiert sie als Cover und wird gleichzeitig vom Akku des Google Pixel C aufgeladen. Mit einer Ladung soll man angeblich zwei Monate auskommen. Während meines Tests mußte ich sie jedenfalls nicht nochmal aufladen 😀

Die Tastatur selbst ist auch für längere Texte geeignet. Ein Buch würde ich damit aber nicht schreiben wollen. Unterwegs mal ein paar E-Mails, eine Excel-Tabelle oder ein Dokument fertigen bzw. redigieren, das stellte mich im Test vor keine große Herausforderung.

Performance/Akku: Android 6.0.1, Nvidia Tegra X1

Der im Google Pixel C verbaute Tegra X1 bietet im Gegensatz zur CPU im Nvidia Shield TV “nur” vier der acht möglichen Kerne. Die werden mit 1,9 GHz getaktet und für eine schnelle Grafikausgabe sorgt eine Maxwell GPU. Im AnTuTu X reichte es für rund 65.500 Punkte und im Geekbench 3 kam der Prozessor mit seiner vier Kernen auf immerhin 1.438 Zähler im Single-Core und 4.340 Punkte im Multi-Core.

Das auf dem Tablet genutzte Android 6.0.1 läuft absolut flüssig, wird unter Last (4K-Videos oder aktuelle Spiele) aber recht warm. Von einer Überhitzung wie beim Snapdragon 810 würde ich aber nicht sprechen. Der Akku des Pixel C leistet 9.000 mAh und hielt im Test etwa 10 Stunden am Stück durch. Da ist ein guter Wert, der aber auch vom Apple iPad Air (2) erreicht wird. Aufgeladen wird die Kraftzelle des Pixel C über das mitgelieferte Ladegerät samt fest montiertem USB-Type-C-Anschluss. Ein USB-Type-A-Kabel gehört nicht zum Lieferumfang. Eine Synchronisation mit dem PC oder Mac ist daher zunächst nur per WLAN möglich. Das entsprechende Kabel kostet bei Google knapp 22 Euro!

Fazit: Weder Surface noch iPad

Man kann dem Google Pixel C selbst keine mangelnde Produktivität zur Last legen. Es bietet dazu alle Voraussetzungen: Eine pfiffige Tastatur mit gerade noch akzeptabel großen Drückern, eine Magnethalterung und die Aufladung per Induktion. Die Nvidia Tegra X1 CPU des Tablets ist ausreichend schnell, die Qualität der 8-Megapixel-Kamera reicht für ein paar Schnappschüsse.

Leider ist Android 6.0 aber nicht auf wirklich produktive Arbeiten ausgerichtet. Das ist und bleibt wohl die Domäne von Microsofts Surface Tablets mit Windows 10. Als Multimedia-Tablet ist es gut, hier kann aber auch das Apple iPad Air (2) punkten. Das Google Pixel C kostet mit 32 GByte (nicht erweiterbaren) Speicher aktuell 499 Euro (Google Play Store). Für die Variante mit 64 GByte muss man sogar 599 Euro überweisen. Hinzu kommen 169 Euro für die Tastatur. Ein USB-Type-A-Kabel für den Datenaustausch mit dem PC/Mac fehlt komplett und schlägt nochmals mit etwa 20 Euro zu Buche. Insgesamt ist es im Verhältnis zur gebotenen Leistung einfach zu teuer. Da nehme ich lieber ein Microsoft Surface 3. Das gibt es zudem auch mit LTE.

Tags : GoogleReviewTablet
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar “Musik”, aber die meisten anderen bezeichnen es als “Krach”.

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