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Google Pixel (XL) im Test: Gut aber nicht günstig!

Testergebnis

Verarbeitung 9.6
Display 9.6
Performance 10
Kamera 9.1
Konnektivität 8.8

Fazit

9.4 Das Google Pixel XL kostet mindestens 899 Euro, bietet dafür aber auch Top-Technik (Snapdragon 821 und QHD-Auflösung) und eine erstklassige Verarbeitung. Wobei die Optik gerade auf der Rückseite Geschmackssache ist. Der hohe Preis resultiert - wie bei Apple - aber eben nicht aus der verbauten Technik. Die bekomme ich in ähnlicher Form schon für 280 Euro beim Xiaomi MI5s. Google stellt hier eher das neue Betriebssystem Android 7.1, den Google (Sprach)Assistenten sowie die zukünftigen Updates in den Vordergrund. Was fehlt ist der "Hype" wie bei Apple. So bleibt das Google Pixel XL zwar ein tolles, aber eben auch sehr teures Smartphone.

Google hat beim Preis des Pixel XL wohl ein wenig zu sehr nach Cupertino geschielt. Mit einem Einstandspreis von 899 Euro ist es jedenfalls nichts für den kleinen Geldbeutel. Dank der Telekom konnte ich dennoch einen Blick auf das edle Smartphone mit seinem Gehäuse aus Metall und Glas werfen. Das gibt es hierzulande nämlich nur über Google oder eben die Telekom zu kaufen.

Google Pixel XL: Edles Design

Google lässt das Pixel XL im eigene Haus entwickeln, aber von HTC fertigen. Der taiwanische Hersteller arbeitet also ähnlich wie es Foxconn für Apple tut. Das ist gut so, denn Design und Software sind zwei Stärken von Google, HTC liefert dafür (in der Regel) super verarbeitetes Smartphones. Das etwas glücklose HTC 10 ist dafür ein gutes Beispiel.

Die Vorderseite wird eigentlich nur vom 5,5 Zoll großes Display in Beschlag genommen und ähnlich wie das iPhone 7 Plus hat Google viel Platz unter- und oberhalb des Touchscreens gelassen. Bei der Rückseite hat man sich in den Designerstuben in Mountain View mehr Gedanken gemacht. Im oberen Drittel hat man nämlich ein Stück Glas ins Metallgehäuse eingelassen. Entweder in Weiß (bei der silbernen Version) oder in Grau (bei der anthrazitfarbenen Variante).

Angeblich soll das Glas aber nicht nur dem Design dienen, sondern auch die Leistung der Antenne positiv beeinflussen. Das kann ich – im Vergleich zu anderen Smartphones – tatsächlich bestätigen. Der runde Fingerabdrucksensor befindet sich übrigens im Zentrum der Glasplatte. Der Übergang zum Metall ist spürbar.

Google Pixel XL: Tolle Haptik?

Die Verarbeitungsqualität sowie die Haptik des Google Pixel XL ist erstklassig, was ich bei diesem Preis aber auch erwarte. Mit seinen Abmessungen von 154,72 x 75,74 x 8.58 mm und einem Gewicht von rund 168 Gramm ist es natürlich nicht klein und ähnelt dem iPhone 7 Plus. Das ist der Preis für ein großes Display. Im Gegensatz zum Produkt mit dem Apfel bietet es aber nur Schutz nach IP53 (Apple: IP68). Damit ist es nur gegen Staub und Sprühwasser geschützt.

Der Ein-/Ausschalter mit seiner geriffelten Oberfläche ist auf der rechten Seite, darunter findet man den Lautstärke-Taster. Beide sind aus Metall und weisen einen spürbaren Druckpunkt auf. Der Einschub für die nano-SIM ist auf der linken Seite, eine Speichererweiterung per microSD ist nicht vorgesehen. Auf der Oberseite ziert eine 3.5 mm Klinkenbuchse für Kopfhörer den Rahmen, unten findet man die Öffnungen für den Lautsprecher und das Mikrofon sowie die USB-Typ-C-Buchse.

5,5-Zoll-Display: AMOLED ohne Always-On

Das 5,5 Zoll großes Display im AMOLED-Ausführung löst mit 1.1440 x 2.560 Pixel auf. Eine sehr hohe Auflösung gepaart mit einer sehr hohen Leuchtkraft. Das braucht es sich nicht hinter dem Display von Apple zu verstecken. Die Farben werden mit hoher Intensität und guten Ablesewinkeln abgebildet. Dank AMOLED ist der Schwarzwert natürlich sehr hoch. Die höhere Auflösung bringt im normalen Alltag erst einmal keinen zusätzlichen Nutzen, mit der Einführung von VR und Daydream wird sich das dann aber (ggf.) ändern.

led_pixelxlDas Pixel XL bietet kein Always-On-Display, dafür aber über eine (ab Werk deaktivierte) Benachrichtigungs-LED. Bei eingehenden Nachrichten schaltet sich also zunächst lediglich das Display kurz an. Aber selbst das kann man deaktivieren. Zugriff auf die kleine LED bekommt man in den Einstellungen über Benachrichtigungen – Zahnradsymbol oben rechts – Benachrichtigungslicht.

Android 7.1: Erstes Smartphone mit diesem Betriebssystem

Das Google Pixel XL ist das erste Smartphone mit Android 7.1 Nougat. Neben einem neuen screenshot_20161102-145836Launcher, der bereits seit ein paar Wochen als Leak durch das Netz kursiert – gibt es auch ein paar Vereinfachungen in der Bedienung.

In den Einstellungen bekommt man nun beispielsweise durch einen Wisch nach rechts immer auch auf andere Menüpunkte Zugriff. Zudem unterstützen die Google-Apps nun eine Art 3D-Touch. Tippt man ein Icon etwas länger an, offenbaren sich direkt bestimmte Funktionen. So kann ich mit der Kamera direkt ein Selfie oder ein Video aufzeichnen. Das funktioniert aber anders als bei Apple, eine haptische Rückmeldung seitens des Pixel XL fehlt nämlich. Mit

Zu den üblichen Google-Apps gesellt sich nun auch Google Duo und der umstrittene Chat-Messenger Allo. Der neue Google Assistant funktioniert ähnlich wie Apples Siri. Der lernt dann auch aus meinem Frage-/Antwort-Spiel und erinnert sich an meine Vorlieben udn Wünsche.

Ich kann damit nun wie bei Android Wear viele Funktionen meines Smartphones über Spracheingaben steuern, Termine und Notizen erstelle, Anrufe tätigen und mich im Netz auf dem Laufenden halten. Das klappte im Test mit einer sehr hohen Erkennungsrate! Die Daten werden dann auch gleich auf den Servern von Google gespeichert!

Google garantiert beim Pixel zwei Jahre lang Android-Updates. Weitere zwei Jahre lang gibt es monatliche Sicherheitspatches. Was in der Welt von Apple fast selbstverständlich ist, muss man bei Android (leider) bewerben. Smartphones mit Updates zu versorgen ist aufgrund der Vielzahl an unterschiedlichen Geräten aber auch deutlich schwieriger.

Google Pixel XL: Performance & Akku: Snapdragon 821 und 3.450 mAh

Als Prozessor kommt der neue Qualcomms Snapdragon 821 mit seinen vier Kernen zum Einsatz. Den kenne ich schon vom Xiaomi Mi5s.   Im aktuellen AnTuTu-Benchmark erzielte er mehr als 140,.000 Punkte, im Geekbench 4 reicht es für 1.525 Punkte im Single-Core und 4.162 Punkte im Multi-Core. Damit laufen alle aktuellen Spiele und das OS völlig ruckelfrei. Das Pixel XL wird mit 32 GByte  oder 128 GByte Speicher vertrieben. Knapp 29 GByte stehen bei der kleinen Version zur freien Verfügung. Google gewährt aber unendlich viel Speicherplatz für Fotos und Videos in der Google Cloud.

Der fest eingebaute Akku leistet 3.450 mAh, ist aber nach knapp 8 Stunden Dauernutzung bereits am Ende. Das S7 Edge von Samsung hält da deutlich länger durch. Im Test kam ich auf eine Laufzeit von einem Tag. Über Qualcomm Quickcharge und dem mitgelieferten Ladegerät war der interne Akku über Kabel nach 140 Minuten voll aufgeladen.  Allerdings reichen schon wenige Minuten an der Steckdose aus, und schon kann man sein Pixel XL ein paar Stunden nutzen.

Konnektivität und Sound: Ok

Die Sprachqualität und Klangqualität bei Gesprächen ist nur durchschnittlich. Die Sende-/Empfangsleistung dafür auf einem sehr hohen Niveau. Im Netz der Telekom habe ich etwa 85 mbit/s erreicht. LTE Cat 11 ist also ein eher theoretischer Wert. Die grafische Anzeige schummelt zwar leicht, im Gegensatz zum iPhone 7 Plus konnte das Pixel XL den LTE-Empfang aber selbst auf meiner Bahnstrecke aufrechterhalten. Die Soundqualität über den Lautsprecher auf der Unterseite geht in Ordnung. Er tönt sehr laut, ihm fehlt allerdings der Bass und Stereo gibt es hier auch nicht zu hören. Der übliche 5-Band-Equalizer mit seinen unterschiedlichen Presets ist auch wieder da. Über Kopfhörer ist der Sound übrigens deutlich besser.

Google Pixel XL: Beste Kamera der Welt?

Das Google Pixel XL soll laut DxOMark die derzeit beste Smartphone-Kamera bieten. Das finde ich persönlich ziemlich erstaunlich, denn im Test war davon jetzt nichts zu spüren. Die Bildqualität ist nicht besser oder schlechter als beim Samsung Galaxy S7. Die 12-Megapixel-Kamera mit f/2.0 Blende kommt zudem auch bim Xiaomi Mi5s zum Einsatz. Unterschiede in der Qualität sieht man so auch kaum.

Die Pixel des Sensors sind wie beim Nexus 6P 1,55 Mikrometern groß. Das soll die Bildqualität bei schwachen Lichtverhältnissen steigern. Auf einen optischen Bildstabilisator hat Google aber verzichtet. Und vermutlich genau deswegen scheitert die Kamera bei einsetzender Dunkelheit.

Google Pixel XL

Für Selfies stehen beim Pixel XL 8 Megapixel (Blende f/2.4) zur Verfügung. Das Pixel XL macht Fotos standardmäßig im HDR+-Modus. Bei Videoaufnahmen ersetzt das Pixel XL den fehlenden Bildstabilisator durch das gute Gyroskop.

Fazit: Top-Technik zu einem Top-Preis

Und mit Top-Preis meine ich nicht günstig. Das Google Pixel XL kostet mindestens 899 Euro, bietet dafür aber auch Top-Technik (Snapdragon 821 und QHD-Auflösung) und eine erstklassige Verarbeitung. Wobei die Optik gerade auf der Rückseite Geschmackssache ist. Der hohe Preis resultiert – wie bei Apple – aber eben nicht aus der verbauten Technik. Die bekomme ich in ähnlicher Form schon für 280 Euro beim Xiaomi MI5s. Google stellt hier eher das neue Betriebssystem Android 7.1, den Google (Sprach)Assistenten sowie die zukünftigen Updates in den Vordergrund. Was fehlt ist der „Hype“ wie bei Apple. So bleibt das Google Pixel XL zwar ein tolles, aber eben auch sehr teures Smartphone.

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Tags : AndroidGoogleSmartphoneTests
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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