Beenden

GPD Win Konsole im Test: Windows 10 trifft Retro-Konsolen-Gamer

(c) Gamepad Digital

Immer nur Smartphone ist doch langweilig und da ich gerade mal wieder auf der Retro-Welle schwimme, habe ich mir von Gearbest.com einen kompletter PC mit Windows 10 und Gamecontroller in Form einer tragbaren Spielkonsole mit 5,5 Zoll Display besorgt. Der Name? GPD Win. Der Preis? 320 Euro und ich bin echt erstaunt und begeistert.

GPD Win: Eine Idee wird krautfinanziert?

Der GPD Win wurde ursprünglich durch eine Crowdfunding-Kampagne auf Indiegogo finanziert. Der Hersteller Gamepad Digital konnte mehr als genug Erfahrung im Bereich mobiler Konsolen-Handhelds vorweisen, daher war das notwendige Geld schnell zusammen. Mittlerweile kann man die GPD Win auch in einzelnen Online-Shops erwerben, wobei der Import aus China der einzig sinnvolle, weil deutlich günstigere Weg ist. Für 320 Euro ist man übe Gearbest.com schnell im Besitz der neuen Konsole, Händler aus Good old Germany verlangen dafür gut 420 Euro.

Das Design: Nintendo 3DS XL auf Windows 10?

Nicht wird so schnell kopiert, wie gutes (oder erfolgreiches) Design. So haben sich die Designer des GPD Win wohl den leicht angestaubten und wenig beliebten Nintendo 3DS XL zur Brust genommen. Optisch ähnelt sich die beiden Clamshells doch sehr und praktischerweise passt das knapp 155 x 97 mm große GPD Win auch in die Taschen des Vorbilds. Selbst die Fettfingeranziehende Aussenseite hat man direkt übernommen. Erfreulicherweise aber auch die gute Verarbeitung des klappbaren Gehäuses.

Zum Lieferumfang gehören die Konsole, Lade/-Datenkabel, ein Ladegerät, ein paa

GPD Winr Adapter, ein Kopfhörer, Anleitungen und eine Displayschutzfolie.

Neben dem 5,5 Zoll großes Display bietet der GPD Win auch eine echte (Mini)Tastatur UND ein eingebautes Gamepad mit analogen Joysticks. Auf der Rückseite findet man den Einschub für die MicroSD, eine Kopfhörerbuchse, einen USB-A-3.0-Anschluss, den Mini-HDMI-Ausgang sowie einen USB-Typ-C-Anschluss (SUB 3.0) über das Gerät auch aufgeladen wird. Zusätzlich hat man hier vier Schulterknöpfe mit stabilen Microschaltern untergebracht.

Bedienung?! Keine weiteren Tasten mehr, bitte!!!

Die Tastatur mit ihren kissenförmigen, leicht gewölbten Tasten ist schon echt umfangreich. Für die Eingabe längerer Texte ist sie allerdings weder konzipiert, noch macht das überhaupt Spaß. Sie dient mehr den kurzen Eingaben in Spielen, die überwiegend noch für den C64 geschrieben wurde. Ich denke da an die “Ultima-Reihe” von Lord British. Auch die entsprechenden System-Befehle wie >Load”*”,8,1< kann man damit problemlos einhacken.

GPD Win

Zu den gefühlt 1.080 Drückern im QWERTY-Design mit Mehrfachbelegung gesellen sich an der rechten Seite noch ein Ein-/Ausschalter sowie eine Taste für den mittleren X-Button eines Xbox-Controllers, L3 und R3, Select und Start sowie Druck-, Pause- und Lautstärketasten. Das Digitalpad und zwei analoge Sticks sowie das bekannte Kleeblatt mit den typischen Symbolen der PlayStation bzw. Xbox kommen nochmals hinzu. So wird es VERDAMMT eng auf dem Gehäuse. Die Qualität der Steuerelemente ist trotzdem sehr gut, leider ist gerade da Digitalpad etwas zu “matschig” ausgefallen. Die analogen Sticks kann man übrigens nicht nur zum Zocken, sondern per Wahlschalter auch als Maus missbrauchen.

Performance & Akku: Ein Atom-Reaktor liefert den Speed

  • GPD Win
  • GPD Win
  • GPD Win
  • GPD Win
  • GPD Win
  • GPD Win
  • GPD Win
  • GPD Win
  • GPD Win
  • GPD Win
  • GPD Win
  • GPD Win
  • GPD Win
  • GPD Win
  • GPD Win
  • GPD Win
  • GPD Win
  • GPD Win
  • GPD Win
  • GPD Win
  • GPD Win
  • GPD Win
  • GPD Win
  • GPD Win
  • GPD Win

Na ja, fast. Die CPU vom Typ Intel Atom X7 Z8700 nutzt vier Rechenkerne und kann auf 4 GByte RAM zählen. Der interne Speicher (eMMC) fasst immerhin 64 GByte, wobei rund 20 Gbyte durch das vorinstallierte Windows 10 beschlagnahmt werden. Über eine Micro-SD-Karte kann man ihn aber problemlos – je nach Qualität – auch ausreichend schnell um weitere 200 GByte Speicher erweitern. Das ist – für mich als Retro-Gamer – mehr als genug, nutze ich doch ansonsten einen Raspberry Pi 3 für solcherlei Zwecke. Highend-Games wie GTA V laufen darauf natürlich nicht.

Wer den Atom aber mal so richtig fordert, der wird auch mit Temperaturen von bis zu 45 Grad belohnt. Die Intel-HD-Graphics-405-GPU liefert bei Spielen wie The Elder Scrolls Oblivion, Bioshock und selbst Crysis noch Bildraten von bis zu 40 fps auf hohen Einstellungen. Manchmal muss man dann in den jeweiligen Einstellungen der Spiele aber manuell nachbessern. In meinem Videoreview auf YouTube sehr ihr den GPD Win im Einsatz:

Eine Lüfter befindet sich auf der Unterseite des GPD Win und kann über einen Schalter in drei Stufen geregelt werden. Eine automatische Lüfterregelung gibt es nicht. Schaltet sich das Display ab, dann schaltet sich auch der Lüfter aus! Wer also über HDMI zockt, sollte das Display aktiv lassen, sonst taktet die CPU wegen akuter Luftnot schnell runter!

Der fest eingebaute Akku leistet stattliche 6.700 mAh und hält im Dauerbetrieb – wenn die CPU nicht unter Vollast arbeitet – rund 6 Stunden durch. Bei leistungshungrigeren Spielen ist allerdings durchaus schon nach etwa 2 Stunden Feierabend. Mit dem mitgelieferten Ladegerät samt EU-Adapter dauert die Aufladung rund 3 Stunden.

Das Display kommt mit 5,5 Zoll und HD-Auflösung

GPD Win

Das 5,5 Zoll große Display löst nur mit 1.280 x 720 Pixel auf, reagiert dafür aber auch auf Berührungen und ist ausreichend hell. Kontarst und Blickwinkelstabilität gehe ebenfals in Ordnung. Full-HD habe ich ehrlich gesagt nicht vermisst. Angeblich wird das Display durch Corning Gorilla Glas geschützt. Klappt man es zusammen, dann berühren sich die Joysticks, Tasten und das Display! Bei 120 Grad rastete der Screen übrigens hörbar ein. Eine andere Einstellung gibt es nicht!

Konnektivität: Nix SIM, nur WLAN und Bluetooth

Ins Internet oder für Multiplayer-Games stehen nur Dualband-WLAN (2.4 GHz/5 GHz) zur Verfügung. Eine externes Display findet über HDMI Anschluss. Eine Tastatur und Maus hingegen über Bluetooth 4.1. Der GPD Win erfordert für viele Spiele allerdings eine vernünftige Einstellung und damit auch ein wenig Hintergrundwissen seines Besitzers. Dazu steht einem aber eine hilfreiche Community zur Seite. er mag, kann den GPD Win im BIOS sogar noch übertakten.

Spiele: Windows, NES, SNES, C64, PlayStation 2

Über einen DOS-Emulator bekommt man den ein oder anderen Klassiker wie Duke Nukem wieder zu Gesicht. In der Regel reicht die Power auch für Spiele vom C64, NES, SNES oder PlayStation 2. Auch die zuvor erwähnten Spiele für Windows funktionieren einwandfrei. Abseits davon ist der GPD Win auch als Mini_PC mit einfachem Word oder Excel geeignet. Hier sollte man dann aber echt einen externen Monitor per HDMI bemühen.

Fazit: 320 Euro für Nerds

Der GPD Win kostet als Import rund 320 Euro und ist damit natürlich teurer als so manches Netbook bzw. ein “Billig-PC”. Ich persönlich ziehe den tragbaren Mini-PC aber vor. Unterwegs auf seine alte Spielesammlung zugreifen zu können und so mal eben eine Runde Donkey Kong, Duke Nukem und Co zu zocken macht echt Laune. Per externem Monitor, Bluetooth-Tastatur und Maus kann ich ihn sogar zu einem Arbeitstier umfunktionieren. Trotzdem dürfte er eher den Nerd in uns ansprechen.  Wer nun Geschmack an dem GPD Win gefunden hat, der möge ihn bitte bei Gearbest.com bestellen. Mit dem Coupon Code GPD28 bekommt man das GPD Win bis zum 31.03.17 für 293.01 Euro.

Update: Neue Bilder, neues BIOS, Coupon-Code

Testergebnis

Verarbeitung 9.2
Display 8.7
Performance 8.9
Konnektivität & Akku 9

Fazit

9 Der GPD Win kostet als Import rund 320 Euro und ist damit natürlich teurer als so manches Netbook bzw. ein "Billig-PC". Ich persönlich ziehe den tragbaren Mini-PC aber vor. Unterwegs auf seine alte Spielesammlung zugreifen zu können und so mal eben eine Runde Donkey Kong, Duke Nukem und Co zu zocken macht echt Laune. Per externem Monitor, Bluetooth-Tastatur und Maus kann ich ihn sogar zu einem Arbeitstier umfunktionieren. Trotzdem dürfte er eher den Nerd in uns ansprechen.

Tags : AndroidChinaEmulatorSmartphoneWindows
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar “Musik”, aber die meisten anderen bezeichnen es als “Krach”.

Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

Diese Website verwendet Cookies, um Ihre Erfahrungen zu verbessern. Durch die Nutzung dieser Seite stimmen Sie dem zu. Mehr Infos

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen", um Ihnen das beste Surferlebnis möglich zu geben. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen zu verwenden fortzufahren, oder klicken Sie auf "Akzeptieren" unten, dann erklären Sie sich mit diesen.

Schließen