Beenden

Honor 5c im Test: Viel Smartphone für 200 Euro?

Das Honor 5c bietet für knapp 200 Euro ein 5,2 Zoll großes Display mit Full-HD-Auflösung. Im schlichten Metallgehäuse findet man neben der CPU vom Typ HiSilicon Kirin 650 mit acht Kernen auch noch 2 GByte RAM sowie 16 GByte Speicherplatz. Der Fingerabdrucksensor der China-Variante wurde hierzulande übrigens gestrichen, angeblich wegen der fehlenden Nachfrage … Werfen wir einen Blick auf den Rest!

Design: Mischung aus Honor 5c und Honor 5x?

Das etwa 147.1 x 73.8 x 8.3 mm große und dennoch 156 Gramm schwere Honor 5c besteht – ähnlich wie das Honor 5x – aus Aluminium. Allerdings handelt es sich nicht um einen Unibody aus Metall. Laut Aussage von Honor besteht beim 5c lediglich der Rahmen aus Metall, der „Akkudeckel“ soll aus hochwertigem Kunststoff bestehen. Der Kratztest in der Redaktion sowie der „Kühlschranktest“ kommen aber zu einem anderen Ergebnis. Der Deckel IST aus Metall. Er ist eiskalt und die Kratzer gehen nicht in Kunststoff über! Das Smartphone kommt in den drei „Farben“ Gold, Silber und Grau auf den Markt.

Der herausziehbare Tray für die beiden nano-SIM-Karten / MicroSD-Karte befinden sich auf der linken Seite im Rahmen. Das Smartphone unterstützt also entweder Dual-SIM ODER eine Single-SIM und die Speichererweiterung per microSD. Bei knapp 16 Gbyte internen Speicher sollte man sich also gut überlegen, was man möchte 😀 Der Ein-/Ausschalter sowie der Regler für die Lautstärke liegen auf der rechten Seite. Einen speziellen Kameraauslöser hat das Honor 5c leider nicht zu bieten. Die Bedienung von Android 6.0.1 erfolgt über die Softkeys im Betriebssystem.

Die Kameralinse liegt auf der Rückseite und ragt deutlich aus dem Gehäuse hervor. Neben dem Objektiv findet man noch eine kleine LED. Den Fingerabdrucksensor der China-Variante hat man in Europa einfach wegrationalisiert. Angeblich wegen „fehlender“ Nachfrage in Verbindung mit höheren Produktionskosten. Warum kostet das Honor dann in Deutschland knapp 200 Euro, während man es in China für etwa 130 Euro erhalten kann?

Die Verarbeitung ist gut, das Design hingegen langweilig, aber bei 200 Euro kann man ja auch nicht viel verlangen oder?

Display: 5,2 Zoll und Full-HD

Der 5,2 Zoll große Touchscreen in IPS-Technologie löst in Full-HD (1.00 x 1.920 Pixel auf). Mit seiner Pixeldichte von 423 ppi stellt es Bilder und Texte scharf aber Farben auch etwas flau dar. Das Panel selber ist ausreichend hell, die Blickwinkelstabilität ordentlich. Bei direkter Sonneneinstrahlung sieht man starke Spiegelungen. Das Display selber wird offensichtlich nicht durch Corning Gorilla Glas geschützt. Kratzer sind da natürlich vorprogrammiert. Daher vermutlich auch die vorinstallierte Displayschutzfolie. Eingehende Nachrichten und Anrufe werden übrigens durch eine kleine Benachrichtigungs-LED oberhalb des Displays signalisiert.

Konnektivität und Sound: Dual-SIM und Single-Sound

Das Honor 5c bietet zwei SIM-Karten-Slots (Dual SIM) und zwar für Nano-SIMs. Beide Slots unterstützen den Betrieb mit LTE, aber nicht gleichzeitig. Man muss in den Einstellungen festlegen, mit welcher Karte man also den schnellen Datenturbo nutzen will. Dafür wird aber auch das heißbegehrte Band 20 mit seinen 800 MHz unterstützt. Gut für uns „Landeier“, die eventuell noch auf O2 oder Vodafone angewiesen sind. Der Empfang sowie die Gesprächsqualität gaben im Test (Telekom, O2, Vodafone) keinen Anlass zur Klage.

Den Speicher des Honor 5c kann man zwar per microSD (um 200 GByte) erweitern, verzichtet dann aber auf die zweite SIM-Karte. Per USB-OTG klappte das leider nciht. Der GPS-Fix ist mit knapp 6 Sekunden auf einem hohen Niveau. Die Genauigkeit liegt im üblichen Rahmen (Abweichung von 3 – 10 Metern).

Der Sound des Honor 5c wird mit DTS aufbereitet. Der Musikplayer aus dem Hause Huawei kann aber auch gegen Google Play Music getauscht werden. Beide Player zeigen neben dem Interpreten auch Playlisten, Genres und Alben an. Auch das integrierte Album-Cover wird korrekt abgebildet. Der MP3-Player bietet neben DTS leider keinerlei individuelle Klang-Presets. Das Smartphone liefert — mit guten Kopfhörern wie zum Beispiel dem Sennheiser Momentum — einen satten Bass ab, klingt aber gerade über den eingebauten Lautsprecher auf der Unterseite etwas dünn. Auf den ersten Blick vermittelt das Honor 5c zwar einen Stereo-Lautsprecher (Bohrungen auf beiden Seiten des Gehäuses). tatsächlich tönt es aber nur aus der rechten Seite. Im direkten Vergleich mit den Xperia-Modellen aus dem Hause Sony, Samsung oder dem Apple iPhone 6S ist der Klang nicht ganz so lebendig, voll und klar.

Android 6.0.1 und Emotion UI 4.1

Auch auf dem Honor 5x kommt die Benutzeroberfläche namens Emotion UI in der Version Version 4.1 zum Einsatz Als Basis fungiert Android 6.0.1. Auf den ersten Blick erkennt man gewisse Ähnlichkeiten zum MIUI von Xiaomi. Aber auch Samsung und LG kommen mittlerweile (testweise) ohne eigenen App-Drawer aus. Das Benutzerinterface selbst ist klar und einfach strukturiert. Leider vermisse ich immer noch wichtige Dinge, wie beispielsweise eine Sortiermöglichkeit für Apps (alphabetisch oder nach Installationsdatum). Man kann die Apps dafür aber durch Schütteln des P9 lite sortieren und die Rastergröße der Apps anpassen.

Die Icons werden auf den Homescreens des Honor 5c verteilt. Auf Wunsch kann man die Apps aber auch in Ordner sortieren. Die drei (bzw. vier) Software-Tasten zur Bedienung von Android befinden sich – dauerhaft eingeblendet – am unterem Displayrand. Im Vollbildmodus kann ich sie aber ausblenden. So stören sie nämlich nicht bei hektischen Spielen. Aus Versehen den Homebutton drücken war gestern. 😀 Der Verzicht auf den App-Drawer ist in meinen Augen verschmerzbar, kann nach der Installation von vielen Apps und Games aber auch zum Verlust der Übersicht führen. Auf Wunsch kann man sich im Play Store daher auch jeden anderen Android-Launcher installieren. Hier in meinem Videoreview zum Honor 5c auf YouTube kann man den Launcher im Einsatz sehen:

Huawei bietet beim EmotionUI 4.1 ab Werk die Möglichkeit „Themes“ einzusetzen und damit den Look & Fell der Oberfläche zu ändern. Wer mag, kann sich online mit also mit weiteren Themen versorgen. Zieht man die Statusleiste am oberen Rand nach unten, dann findet man die üblichen Verknüpfungen (WLAN, Flugmodus, SIM, etc.) und eine  Timeline mit den zuletzt durchgeführten Aktionen. So sieht man, wann man was auf dem Smartphone gemacht hat.

Performance & Akku: HiSilicon Kirin 650 und 3.000 mAh

Im Honor 5c kommt der HiSilicon Kirin 650 zum Einsatz. Ähnlich wie der Sanpdragon 650 bietet er auch acht Kernen. Mit seinen 2 GByte Arbeitsspeicher erreicht er beim Geekbench 3 919 Zähler im Single-Core und 3.881 Punkte im Multi-Core. Im aktuellen AnTuTu-Benchmark kommt es auf einen Wert von über 53.410 Punkte. Damit fühlt es sich sogar schneller an, als das Honor 5x.

Der Akku entspricht mit seiner Nennleistung von 3.000 mAh dem des Honor 5x oder Huawei P9 lite. Normalnutzer dürften mit dieser Kraftzelle problemlos anderthalb Tage ohne Steckdose auskommen. Wer sich allerdings viele Videos ansieht, wird schon nach knapp 6 Stunden sein Ladegerät nutzen müssen.

Kamera: 13 Megapixel aus dem Baukasten

Die Hauptkamera mit ihren 13 Megapixel kam schon bei anderen Modellen aus dem Hause Huawei oder Honor zum Einsatz. Die Ergebnisse überraschen daher nicht. Selfies knipst man mit 8 Megapixel, einen optischen Bildstabilisator bieten beiden Kameras aber nicht. Dafür kann man sein Gesicht im Selfie-Modus per Schieberegler „optimieren“. Leider sieht aber genau das total künstlich aus.

Honor 5c

Sofern ausreichend Sonnenlicht zur Verfügung steht, macht die Kamera gute Bilder. Bei einsetzender Dunkelheit kommt aber ein Rauschen hinzu. Leider ragt das Objektiv auf der Rückseite aus dem Gehäuse hervor und so wackelt das Honor 5c leicht hin und her.

Fazit: Für knapp 200 doch nichts besonderes?

Ich bin ehrlich. Für deutlich unter 200 Euro hätte das Honor 5c ein wirklich tolles Smartphone werden können. Da es hierzulande aber eben mit 200 Euro zu Buche schlägt und auf den Fingerabdrucksensor verzichtet, ist es „nur“ ein weiteres (gutes) Smartphone. Ein Display mit 5,2 Zoll und Full-HD ist bei Smartphones „aus China“ nichts besonderes. Die CPU ist ausreichend schnell, die Haptik ist gefällig. Im Low-Cost-Bereich würde ich trotzdem eher das Xiaomi Redmi 3, oder wenn es Full-HD sein soll, das Xiaomi Redmi Note 3 empfehlen. Beide Modelle gibt es allerdings nur als Import. Bleibt also noch das Moto G4 oder gleich ein Huawei P9 lite.

Tags : ChinaReviewReviewsSmartphone
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

Diese Website verwendet Cookies, um Ihre Erfahrungen zu verbessern. Durch die Nutzung dieser Seite stimmen Sie dem zu. Mehr Infos

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen", um Ihnen das beste Surferlebnis möglich zu geben. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen zu verwenden fortzufahren, oder klicken Sie auf "Akzeptieren" unten, dann erklären Sie sich mit diesen.

Schließen