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Honor 7x im Test: Wirklich nur Mittelklasse?

Huawei/Honor bringt ein Smartphone nach dem anderen auf den Markt. Das Honor 7x beispielsweise unterscheidet sich nur wenig vom Huawei Mate 10 lite oder dem nova 2i. Es gilt das Baukastenprinzip, so erreicht man dann auch die Zielgruppe der preisbewussten (jungen) Käufer*innen. Mit knapp 300 Euro ist das Honor 7x jetzt aber auch nicht supergünstig. Technisch bekommt man ein 5,96 Zoll großes FHD+Display mit wenig Rand, eine Dual-Kamera mit 16/2 Megapixel und eine ordentliche CPU. Dual-SIM und/oder Speichererweiterung gehören ebenso zum guten Ton wie ein hochwertiges Metallgehäuse. Aber lohnt sich der Kauf?

Honor 7x: Metall und Glas

Das neue Honor 7x ist (offiziell) leider weder staub- noch wasserdicht und auch nicht bruchsicher. Wobei das Gehäuse ja zumindest aus Metall besteht. Die Formensprache ist bei einem Display in 18:9 vorprogrammiert: lang und „schmal“. Mit seinen Abmessungen von 156,5 x 75,3 x 7,6 mm und einem Gewicht von 165 Gramm  ist es nicht gerade klein, bringt aber auch ein 5.93 Zoll großes Display mit! Die Vorderseite wird von Glas geschützt, die Oberfläche ist aber sehr rutschig. Der Rest besteht dann aus Metall und kommt in den beiden Farben Schwarz oder Blau daher.

Honor7x2_2i_10liteNova 2i -Mate 10 lite – Honor 7x

Die Verarbeitung ist gelungen, die Farbe allerdings nur recht dünn aufgetragen. Im Falle eines Sturzes gibt es daher eine gut sichtbare Schadensmeldung. Die beiden Kameralinsen ragen zudem gut sichtbar aus dem Gehäuse hervor. Direkt darunter findet man – allerdings mittig angeordnet – den kreisrunden Fingerabdrucksensor. Das Gehäuse wird dabei von den üblichen Kunststoffstreifen unterteilt

Display: 5,93 Zoll und Full-HD+

Huawei_V10_5Das 5,93 Zoll große FullViw-Display (IPS) auf der Vorderseite löst mit 1.080 x 2.160 Pixel auf. Das IPS-Display stellt die Farben originalgetreu dar und überstrahlt nicht, auch der Kontrast geht in Ordnung. Bei den Schwarzwerten ist ein AMOLED zwar überlegen, aber auch hier gibt es wenig Grund zu Klagen. Texte und Bilder wirken gestochen scharf. Die maximale Helligkeit reicht für meinen Geschmack ebenfalls aus, die Ablesbarkeit aus unterschiedlichen Blickwinkel war ok. Bei direkter Sonneneinstrahlung wird es aber schnell „eng“ und bei stärker geneigten Blickwinkel überschattet ein nettes Grau die Farben.

Emotion UI 5.1: Android 7.0 mit Ladehemmungen

Emotion UI 5.1 nennt sich die Benutzeroberfläche aus dem Hause Honor/Huawei auf der Basis von Android 7.0. Sie verzichtet ab Werk zwar auf einen App-Drawer, wer ihn aber partout haben will, der finden in den Einstellungen auch eine Option für eine (Re)Aktivierung 😀

Alle Apps werden auf den unterschiedlichen Home-Screens des EMUI 5.1 verteilt. Auf Wunsch kann man die Icons auch in Ordner sortieren. Die drei (bzw. vier) Software-Tasten zur Bedienung von Android befinden sich – dauerhaft eingeblendet – am unterem Displayrand. Das nennt sich treffenderweise „Navigationsleiste“. Die kann man in den Einstellungen dann auch anpassen, ausblenden und auch die Reihenfolge der Icons umsortieren. Den Fingerabdrucksensor kann man zudem als eine Art „Touchscreen“ nutzen. So kann ich durch Wischgesten über den Sensor das Betriebssystem steuern, bzw. die Benachrichtigungsleiste und in Fotos scrollen. Bis zu fünf Fingerabdrücke unterscheidet der Sensor dabei zuverlässig voneinander.

Das Look & Feel des EMUI 5.1 kann man wie gewohnt über Themen personalisieren. Zieht man die Statusleiste am oberen Rand nach unten, dann findet man neben den üblichen Verknüpfungen (WLAN, Flugmodus, SIM, etc.) auch eine Timeline mit den zuletzt durchgeführten Aktionen. Das EMUI ist – nach kurzer Eingewöhnungszeit – dank seiner zahllosen Einstellungs-/ und Personalisierungsfunktionen eine schöne, aber eben auch verspielt wirkende Benutzeroberflächen. Die eingebaute CPU des Honor 7x hat hier – gerade bei den Animationen – so manche „Gedenksekunde“ eingelegt

Leider wurde auch das Honor 7x ab Werk mit viel Bloatware vollgepackt. Apps wie Booking.com, Instagram, Facebook und ein paar langweilige Spiele muss ich echt nicht haben. Natürlich kann man sie deinstallieren, aber ab Werk sind von den theoretisch 52 GByte freien Speicher eben erst einmal nur 48 GByte verfügbar.

Performance & Akku: Weniger sollte es nicht sein

Bei der CPU setzt das Honor 7x auf den HiSilicon Kirin 959 sowie 4 GByte Arbeitsspeicher. Der Chipsatz kommt im aktuellen AnTuTu auf 61.249 Punkte und im Geekbench 4 auf 915 Punkte im Single-Core und 3.568 im Multi-Core durch. Das ist das Niveau eines MediaTek P25.

Die meisten getesteten Spiele (Asphalt Extreme, Modern Combat 5) liefen damit angemessen schnell, das EMUI 5.1 und das RAM-Management waren aber etwas träge. Gerade bei mehreren geöffneten Fenstern im Browser dauerten die Wechsel länger als üblich. Bei Erreichen einer bestimmten Speichergrenze (um die 2 GByte) werden Apps dann rigoros aus dem Speicher gekickt. Unschön und unnötig bei 4 GByte RAM!

Der fest eingebaute Akku leistet 3.340 mAh und kam bei halber Display-Helligkeit im PC Mark Akkutest auf knapp 7:30 Stunden. Die Screen-on-time beträgt gute 6 Stunden. Normalnutzer, die nur ein paar Mails am Tag checken und Gespräche führen, schaffen mit der Kraftzelle locker zwei Tage. Selbst Hardcore-Nutzer wie ich (zig E-Mails, WhatsApp und 2 Stunden Musik über Bluteooth) werden erst am Abend zum Ladegerät greifen müssen, haben dann sogar noch eine Reserve von rund 25%. Aufgeladen wird das Smartphone über ein microUSB. Der Ladevorgang dauert etwa 2:40 Stunden.

Multimedia: 16/2-Megapixel-Dual-Kamera

Die Kamera-App selber kennt man schon von anderen Huawei/Honor-Smartphones. Ein Dual-Lens-Hybrid-Zoom (zweifache Zoom) ist nicht vorhanden, auch die Leica-Features und einen optischen Bildstabilisator sucht man hier vergebens.

Huawei_V10_2Neben den üblichen Spielereien wie HDR-Modus, Panorma-Modus und einer Bildverschönerung, mit teilweise extrem künstlich wirkenden Ergebnissen, bietet das Honor auch nette Licht-Spielereien bei Dunkelheit. So kann man beispielsweise „Bilder“ in die Nacht zeichnen (Lichtmalerei). Man nehme eine Lichtquelle und male fröhlich in der Luft herum. Die Kamera berechnet dabei automatisch die passende Verschlusszeit und den ISO-Wert. Das klappt wegen der langen Belichtungszeit aber nur mit einem Stativ. So kann man beispielsweise auch die Lampen von Autos in eine Art Lichtschlange verwandeln.

Zusätzlich stehen noch Panorama und verschiedene andere Filter und Effekte zur Auswahl. Wer wirklich alles aus der Kamera rausholen will, sollte zum Pro-Modus (ISO, Weißabgleich, Fokus, etc.) greifen.
Honor 7X

Im Portrait-Modus und über „Große Blende“ kann ich eine Art Tiefenschärfe-Effekt erzeugen, der im Gegensatz zu echten Kameras aber softwarebasiert ist. Dabei kann man Fokus im Nachhinein ändern oder eine größere oder eine kleinere Blendenöffnung (f/0.95-f/16) wählen. Fans dieses Bokeh-Effekts  kommen hier voll auf ihre Kosten. Leider wirkt dieser aber arg künstlich. Die Kamera auf der Vorderseite löst mit 8 Megapixel auf und sorgt für schöne Selfies, Wefies und Co. Ein spezieller Schönheitsmodus zieht dann die (hoffentlich nicht vorhandenen) Falten glatt.

Konnektivität & Sound: Ist ok

Unterwegs kann ich über HSPA+ oder eben auch per LTE in der Cat 6 bzw. WLAN 802.11 /a/g/n/ (nur 2.4 GHz) im Internet surfen. Das klappte im Test völlig problemlos. Bei der Telekom kam ich in Münster auf knapp 60 mbit/s. Daten und Medien werden per Bluetooth 4.2 LE und NFC übertragen. Die Sprachqualität ist gut, meine Gesprächspartner tönen klar und deutlich aus dem Hörer. Das Honor 7x unterstützt dabei die Erweiterung des internen Speichers über microSD-Karten (bis 200 GByte) – sofern man auf die zweite SIM-karte verzichtet – und USB-OTG. Der durchschnittliche GPS-Fix war nach rund 3 Sekunden erledigt. Der Musikplayer aus dem Hause Honor zeigt den Interpreten und auch Playlisten, Genres und Albennamen an. Auch das in den Track integrierte Album-Cover wird korrekt angezeigt. Das P10 liefert — mit guten Kopfhörern — einen vernünftigen Sound. Der eingebaute Lautsprecher auf der Unterseite klingt hingegen dünn.

Fazit: Nichts besonderes?

Das Honor 7x kostet 299 Euro. Bis zum 15.01.18 gibt es noch eine Rabattaktion in Höhe von 50 Euro. Die bekommt man erstattet, wenn man seine Erfahrungen mit dem Smartphone mit anderen (zum Beispiel bei Amazon) teilt. Das Gerät selber ähnelt sehr stark dem Mate 10 lite (Nova 2i) und ist ein gutes Mittelklasse-Smartphone. Die CPU ist soweit ok, leider spürt man beim verspielt wirkenden EMUI 5.1 leichte Ruckler, gerade bei den Animationen oder Wechsel zwischen Fenstern. Die Dual-Kamera liefert keinen messbaren Vorteil, der Bokeh-Effekt wirkt unnatürlich. Die Bildqualität geht insgesamt noch in Ordnung. Für 300 Euro gibt es allerdings eine Menge Konkurrenz aus dem Hause Motorola, Samsung und auch aus China direkt, Stichwort Xiaomi.

Testergebnis

Verarbeitung 8.7
Display 8.8
Performance 8.4
Kamera 8.2
Konnektivität & Akku 8.9

Fazit

8.6 Das Honor 7x kostet 299 Euro. Bis zum 15.01.18 gibt es noch eine Rabattaktion in Höhe von 50 Euro. Die bekommt man erstattet, wenn man seine Erfahrungen mit dem Smartphone mit anderen (zum Beispiel bei Amazon) teilt. Das Gerät selber ähnelt sehr stark dem Mate 10 lite (Nova 2i) und ist ein gutes Mittelklasse-Smartphone. Die CPU ist soweit ok, leider spürt man beim verspielt wirkenden EMUI 5.1 leichte Ruckler, gerade bei den Animationen oder Wechsel zwischen Fenstern. Die Dual-Kamera liefert keinen messbaren Vorteil, der Bokeh-Effekt wirkt unnatürlich. Die Bildqualität geht insgesamt noch in Ordnung. Für 300 Euro gibt es allerdings eine Menge Konkurrenz aus dem Hause Motorola, Samsung und auch aus China direkt, Stichwort Xiaomi.

Tags : Android 7ChinaHonorHuaweiReviewSmartphonesTests

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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