Beenden

HTC One M9 Test: Wenig Neuerungen zum Vorgänger

Die Erwartung waren hoch und alle Augen auf Mordor HTC gerichtet. Zumindest solange, bis die ersten Leaks zum “neuen” HTC One M9 bekannt wurden. Dann scheinen die Gemüter erst so richtig in Wallung gebracht worden zu sein. HTC hat mit einem One (M9) nämlich nicht etwa das Rad neu erfunden, sondern kleine aber feine Verbesserungen vorgenommen. Technisch kann es sich also nicht ganz mit dem Galaxy S6 messen, zumindest nicht auf den ersten Blick. Das überlässt man bei HTC dann dem HTC One M9 Plus. Optisch ähnelt das One M9 seinem Vorgänger One M8 nicht nur namentlich. Das 5-Zoll große Display nutzt wieder eine Auflösung von 1.080 x 1.920 Pixel. Dafür kommt aber auch erstmalig der neue Snapdragon 810 mit Unterstützung für 64-Bit zum Einsatz. Leider kämpft der aber mit einer ziemlich hohen Wärmeabgabe, die das hochwertige Metallgehäuse des One M9 direkt auf die Finger bzw. Hand seines Besitzers (Besitzerin) überträgt. Ein kleiner Hitzkopf. Bei der Kamera setzt HTC auf Veränderungen. So kommt nun keine Duo-Cam mehr zum Einsatz, sondern eine “einfache” 20-Megapixel-Kamera. Wie die sich (in Kombination) mit dem Rest so geschlagen hat und ob ich mir die Finger verbrannt habe, das erfahrt ihr in den nächsten paar Minuten, respektive Sätzen.

Design

HTC One M9
Mehr Bilder nach dem Klick

Was soll ich sagen? Es sieht genauso aus, wie das One (M8). Ein sehr hochwertiges Gehäuse aus edlem Metall. Zwei Lautsprecher-Abdeckungen auf der Vorderseite und ein leicht gebogener Rücksen mit der neuen 20-Megapixel-Kamera. Sowas muss man einfach live gesehen und vor allen Dingen in der hand gehalten haben. Ein absoluter Handschmeichler und so sinnlich. Optisch ist das One M9 weiterhin eine echte Offenbarung, die die Designer bei HTC aber nicht konsequent vebessert haben. So liegt der Ein-/Ausschalter nun nicht mehr auf der Oberseite, sondern am linken Gehäuserand. DAS ist eine sinnvolle Änderung. Der breite Rand unterhalb des Displays samt HTC-Logo ist aber immer noch vorhanden. Gleichwohl man das One M9 über drei Softkeys bedient. Was für eine Platzverschwendung.

HTC_One_M9_23 HTC_One_M9_22

Die kleine Benachrichtigungs-LED ist im Lautsprecher-Gitter leicht gewandert. Direkt daneben findet man ein paar Sensoren sowie die 4-Ultrapixel-Frontkamera für Selfies und Wefies. Auch das neue HTC One M9 wird zum Rand hin wieder deutlich schmaler aber nicht ganz so rundlich wie das One M8 somit. Das sorgt bei der Haptik für Pluspunkte. Das Metall fühlt sich warm und angenehm an, teilweise leider etwas zu warm. Mit seinen Abmessungen von 144,6 x 69,7 x 9,61 Millimeter ist es etwas kleiner als der Vorgänger. Den man aktuell übrigens für etwa 250 Euro weniger kaufen kann. Das Gewicht beträgt “nur” noch 157 Gramm. Der Einschub für die Nano-SIM (mit Tray) sitzt auf der linken Seite. Auf der rechten Seite findet man den Einschub für die MicroSD-Speicherkarten. Direkt darunter befindet sich die beiden Regler für die Lautstärke sowie der zuvor erwähnte Ein-/Ausschalter. Der IR-Sensor, der sich beim One M8 noch in die Power-Taste befand, befindet sich beim One M9 an der Oberseite unter einer schwarzen Abdeckung aus Kunststoff. Der 3,5 mm Klinkenanschluss wurde auf die Unterseite, zusammen mit dem MicroUSB-Anschluss verbannt.. Das One M9 gibt es in Farben Gunmetall Grey, Gold on Silver und Gold. Mein Testgerät kostet bei notebooksbilliger.de aktuell 749 Euro.

Technik

Prozessor Qualcomm Snapdragon 810 Octa-Core mit 2 GHz
GPU: Adreno 430
Betriebssystem Android 5.0.2 Lollipop mit Sense 6.0
Interner Speicher 32 GB Interner Speicher, mit MicroSD (bis zu 128 GB)
24 GB stehen zur Verfügung
RAM 3 GB
Display 5 Zoll HD Super-LCD–Display mit 1.080 x 1.920 Pixel und Gorilla Glass 3
Abmessungen (HxBxT) 144,6 x 69,7 x 9,61 mm
157 Gramm
Gehäusematerial Metall Gunmetal, Silber, Gold
Kamera 20 Megapixel Kamera mit LED
4 Ultrapixel Frontkamera
Konnektivität GSM (850/900/1.800/1.900 MHz) + UMTS/HSPA+ (850/900/1.900/2.100 MHz) 42 Mbit/s + LTE (800/1.800/2.600 MHz) + WLAN a/b/g/n (Dualband), Bluetooth 4.0, MicroUSB, 3,5mm Audio
Kapazität 3,8 V/2.840 mAh, nicht wechselbar
Weitere Setails FM Radio, MHL, Autofokus, LED
BoomSound

Display

HTC_One_M9_24
Das Display des One M9 bietet wieder eine Diagonale von 5-Zoll und eine Auflösung von 1.080 x 1.920 Pixel. Damit kann es zwar nicht gegen die Quad-HD-Auflösung des Samsung Galaxy S6 anstinken, macht aber dennoch einen guten Eindruck. Mit seinen 441 ppi werden alle Inhalte gut lesbar abgebildet. Einzelne Pixel kann ich nicht mehr erkennen. Die maximale Leuchtkraft des Displays reicht gerade noch aus, um es auch bei direkter Sonneneinstrahlung noch ablesen zu können. Die Farben wirken natürlich und nicht überbetont wie bei den AMOLED. Der Kontrast hat im Vergleich zum Vorgänger subjektiv allerdings etwas nachgelassen.

Sound

Die beiden Lautsprecher auf der Vorderseite bieten dank BoomSound-Technologie einen absolut erstklassigen Sound. Sowas hört man in dieser Qualität nur sehr selten. Leider gilt das nicht für den Klang über Kopfhörer. Da HTC mittlerweile auf Equalizer-Presets verzichtet, ist der Klang etwas zu “breit”. Es fehlen Bässe und auch die Höhen wirken ziemlich dünn. Das änderte sich mit meinen Bluetooth-Kopfhörern vom Typ “Zoro Wireless” bzw. den kabelgebundenen “Sennheiser Momentum” leicht. Beide liefern ab Werk bereits eine Menge Bass und das kommt dem Sound des One M9 zugute. Wer allerdings lieber Equalizer-Presets mag, der sollte sich über den Play Store einen anderen Musikplayer installieren. Ich selber nutze den PlayerPro mit DSP-Pack und bekomme so auch mit den Ultimate Ears Fi 10 einen guten Klang.

Performance

HTC One M9HTC One M9

Im AnTuTu X-Benchmark kommt das One M9 mit seinem Snapdragon 810 nach dem letzten Softwareupdate auf rund 47.780 Punkte. Das ist dann Welten vom Galaxy S6 entfernt. Geschuldet ist das der höheren Hitzeentwicklung der CPU im Vergleich zum Exynos 7420 beim galaxy S6. HTC hat die Wärmeabgabe softwareseitig durch Se nkung der Taktfrequenz etwas abriegeln müssen. So liegt es num Im Endergebnis knapp hinter dem Galaxy S6. Im Geekbench 3 kam die CPU zuletzt auf 870 Zähler im Single-Core und 3.182 im Multi-Core-Modus. Während des Tests konnte ich aktuelle Spielen (GTA: San Andreas, Asphalt 8 oder Dead Trigger 2) problemlos spielen. Eine leichte Erwärmung ist aber immer noch spürbar. Das Gehäuse aus Metall leitet halt sehr gut.

HTC One M9HTC One M9HTC One M9

HTC Sense 7

HTC One M9HTC One M9HTC One M9

Als Betriebssystem kommt das aktuelle Android 5.0.2 samt HTC Sense 7 zum Einsatz. Ich bin kein Freund von Sense, aber man kann sich ja auch einen anderen Launcher aus dem Play Store installieren. HTC hat nun sogar Themen eingeführt. So kann man sich die Icons und Hintergründe nach eigenem Geschmack verändern. Wer mag, kann sich auch ein eigenes Theme aus seinen Fotos erstellen. Der eingebaute Theme-Manager versucht dann, die Icons und Farben der Benutzeroberfläche an das Bild anzupassen. Neben den drei “Standard-Android-Tasten” (Softkeys) kann ich mir sogar eine vierte On-Screen-Taste einblenden. Im Punkt “Navigation bearbeiten” in den Einstellungen kann man damit beispielsweise das Display ausschalten, das utomatische Drehen abschlaten, oder Benachrichtigungen und Kurzeinstellungen erreichen. Man kann sogar die komplette Navigationsleiste ausblenden.

HTC One M9HTC One M9HTC One M9

Neu hinzugekommen ist auf dem ersten Startbildschirm ein “intelligenter” Ordner”. Der zeigt in Abhängigkeit zum aktuellen Aufenthaltsort unterschiedliche Apps an. Das Widget orientiert sich dabei über GPS. Derzeit kann man zwischen “Arbeit”, “Unterwegs” und “Zuhause” wählen.

Kamera
HTC_One_M9_26
Die rückseitig verbaute Kamera des HTC One M9 unterscheidet sich von den Vorgängern, denn sie nutzt lieber einen handelsüblichen 20-Megapixel-Sensor. Der neue Sensor ist deismal 1/2,4 Zoll groß. Die Brennweite der Hauptkamera liegt bei 28 Millimeter. Die Blende wurde im Vergleich zum One M8 von f/2.0 auf f/2.2 verkleinert und nimmt so weniger Licht auf. Da das One M9 auch keine optischen Bildstabilisator hat, kommt bei Dunkelheit schnell zu verwackelten Aufnahmen. In diesem Bereich war die alte Ultrapixel-Kamera besser. Da HTC beim One M9 auf eine zweite Kamera auf der Rückseite verzichtet, wird die nachträgliche Veränderung des Focus softwareseitig gelöst. Eine eingebaute Bokeh-Funktion soll eine Tiefenunschärfe wie bei einem Spiegelreflexkamera simulieren. In meinen Augen eien absolute Spielerei. Die Zoe-Funktion, die aus den Fotos und Videos eigene Collagen erstellt ist zwar vorhanden, jedoch nur über die Alben-App erreichbar. Beispielsbilder der Kamera des HTC One M9 findet ihr hier.

Konnektivität & Akku

Unterwegs ist man über DC-HSPA+ mit bis zu 42,2 MBit/s oder LTE in der Cat. 6 online. Daneben bietet das HTC One M9 auch Bluetooth 4, WLAN 802.11 a/b/g/n (Dualband) und GPS (GLONASS) bzw. NFC. Im Netz der Deutschen Telekom bzw. im o2-Netz war der Empfang gut bis sehr gut. Im LTE-Netz von o2 habe ich knapp 20 MBit/s erreicht, im Netz der Telekom etwa 89 mbit/s und im heimischen WLAN etwa 115 MBit/s. Die Gesprächsqualität war dabei aber immer gut. Der fest eingebaute Akku des HTC One M9 liefert 2.8540 mAh, ist also etwa 200 mAh stärker als beim One M8. Er hält bei starker Nutzung knapp 6 Stunden durch. Normalnutzer (knapp 15-20 Minuten Gespräche pro Tag, etwa 1 Stunde MP3 und Videos) dürften etwa 2 Tage ohne Steckdose auskommen.

Fazit

Oh man, was soll man zum “neuen” HTC One M9 nur sagen? Es ist eine konsequente, aber leider nicht vollständige Weiterentwicklung des Vorgängers. Optisch unterscheidet es sich kaum, was ich persönlich nicht als nachteilig empfinde. Die Haptik ist super, die beiden HTC-Boomsound-Lautsprecher sind genial. Der sonstige Klang geht in Ordnung. Die Sende- und Empfangsleistung ist auf hohem Niveau. Das ist der Preis von 749 Euro allerdings auch. Denn damit ist es mehr als 250 Euro teurer als der vergleichsweise ebenfalls sehr gute Vorgänger. Das Display untescheidet sich nämlich kaum und die neue CPU mußte sogar softwareseitig kastriert werden. Ausreichend schnell für HTC Sense und alle aktuellen Spiele ist sie aber allemal. Ich persönlich würde den Aufpreis zwischen One M8 und M9 nicht zahlen wollen. Wer mobile-reviews.de unterstützen will, der kauft das Smartphone bei notebooksbilliger.de

Tags : HTCReview
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

Diese Website verwendet Cookies, um Ihre Erfahrungen zu verbessern. Durch die Nutzung dieser Seite stimmen Sie dem zu. Mehr Infos

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen", um Ihnen das beste Surferlebnis möglich zu geben. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen zu verwenden fortzufahren, oder klicken Sie auf "Akzeptieren" unten, dann erklären Sie sich mit diesen.

Schließen