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HTC U11 im Test: Drück mich hart!

HTC U11, so nennt sich das neue Smartphone von HTC. Der Name erinnert mich erst einmal eine Fußballmannschaft, hätte man doch nur den bisherigen Codename “Ocean” übernommen. Technisch bietet das U11 aber eine Innovation: der Rahmen reagiert nämlich auf Druck. HTC nennt das Edge Sense. Das Design lehnt sich hingegen an die beiden bisherigen Modelle “U Play” und “U Ultra” an. Ansonsten gibt es Technik vom Feinsten, aber lohnt sich der Kauf?

Design: Flüssiges Glas?

Das HTC U11 kommt wieder im Liquid-Surface-Design der U-Serie daher und unterscheidet sich optisch daher kaum vom HTC U Ultra. Die Rückseite besteht aus Glas und glänzt wie ein Spiegel in der Sonne. Das sieht auf den ersten Blick wirklich toll aus, gerade bei meinem Testsample in “Amazing Silver”. Nach ein paar Minuten erkennt man aber schnell die Nachteile: überall findet man seine Fingerabdrücke. Deswegen liefert HTC auch gleich ein kleines Putztuch mit.

Wer diese ganz vermeiden will, sollte es nur mit Handschuhen tragen bzw. die mitgeliefert Schutzhülle aus transparentem Kunststoff anbringen. Die wird den Glanz erhalten, es besteht aber auch die Möglichkeit, dass sich darunter härtere Staubkörner oder Sand einschleichen. Dann wird die Rückseite so richtig “zermahlen”.

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Die Front des Smartphones wird vom 5,5 Zoll großen Display mit seinen 1.440 x 2.560 Pixel in Beschlag genommen. Das zweite Display des HTC U Ultra findet man hier nicht, das ist aber auch kein Verlust. Sowohl die seitlichen, wie auch die beiden Ränder ober- und unterhalb des Displays sind immer noch recht breit. Dagegen sieht mein Galaxy S8 geradezu zierlich aus. Aber HTC benötigt den Raum wohl um das notwendige Klangvolumen für die beiden Lautsprecher auf der Vorderseite erzeugen zu können.

Das HTC U11 ist mit seinen 153,9 x 75,9 x 7,9 mm bei einem Gewicht von rund 169 Gramm wahrlich nicht klein. Ein Apple iPhone 7 Plus kommt aber auch auf 158.2 x 77.9 x 7.3 mm bei 188 Gramm, das Xiaomi Mi Mix mit seinem riesigen Display bringt es aber nur auf 158.8 x 81.9 x 7.9 mm bei 209 Gramm. Das HTC U11 wird in Brilliant Black, Amazin Silver (Testsample von cyberport.de), Sapphire Blue  und bald auch in Red angeboten. In China wird es wohl auch eine Variante mit 6 GByte RAM und 128 GByte Speicher geben. Hierzulande müssen wird eben mit 4 GByte Arbeitsspeicher und 64 GByte Speicher auskommen.

HTC_U_11_08Das Corning Gorilla Glas 5 des Displays ist zu den Rändern hin leicht abgerundet. Auf der rechten Seite des Metallrahmens findet man den geriffelten Ein-/Ausschalter sowie die Lautstärktasten. Auf der Unterseite kommt ein USB-Typ-C-Anschluss (USB 3.1) sowie einer der beiden Lautsprecher (der andere befindet sich in der Ohrmuschel) und zwei Mikrofone zum Vorschein. Die anderen beiden befinden sich auf der Ober- und Rückseite. Eine 3.5 mm Klinkenbuchse findet man allerdings NICHT. Der Sound der mitgelieferten Kopfhörer wird über den USB-Port ausgegeben, alternativ steht Bluetooth zur Verfügung! Wer normale Kopfhörer nutzen willm, der benötigt unbedingt den mitgelieferten Adapter mit seinem eingebauten DAC, andere funktionieren offenbar nicht! also schön aufpassen auf das gute Stück.

Das Gehäuse des HTC U11 ist diesmal nach IP67 zertifiziert und somit bedingt wasser- oder staubdicht. Der Home-Button fungiert als Sensortaste sowie als Fingerabdruckscanner. Daneben findet man dann noch zwei weitere, beleuchtete Sensortasten für „zurück” und den Taskmanager.

Das neue Liquid Design soll wie “Wasser” sein und schützt die Rückseite durch eine Art mehrlagiges, eingefärbtes Glas. Dadurch schillert bzw. glänzt die Oberfläche sehr stark. Erinnert mich manchmal aber auch an Plastik. Kratzer sind zwar nicht sofort – aber laut den Erfahrungen anderer Nutzer im Internet – nach einigen Tagen/Wochen sichtbar. Hier unterscheidet es sich nicht vom diamantschwarzen iPhone 7.

Display: 5,5 Zoll ohne Schnickschnack

Ulefone_Gemini_Pro_17Das SuperLCD 5 Display mit seinen 5,5 Zoll und einer Auflösung von 1.440 x 2.560 Pixel stammt aus der Familie “IPS” und kommt im normalen 16:9-Format daher. Die Darstellung von Filmen ist so natürlich etwas angenehmer als das S8, G6 oder Mi Mix. Farben werden naturgetreu abgebildet, HDR10 wird aber nicht unterstützt. Aufgrund des oft fehlenden Filmmaterials ist das aber auch kein Problem. Die Ausleuchtung am unteren Rand des Displays könnte gleichmässiger sein. Auch die maximale Helligkeit dürfte einen Tick höher ausfallen.

Android 7.1.1 und HTC Sense: Muss man mögen

HTC setzt beim U Ultra auf Android 7.1.1 Nougat sowie die hauseigene Benutzeroberfläche namens HTC Sense. Wie beim HTC 10 kommt auch hier die aktuelle Version 8 zum Einsatz. Der Hersteller hat sich wieder am Material-Design von Google orientiert, ermöglicht aber auch die Anpassung per Themen. Bei den Apps hält sich HTC vornehm zurück. In erster Linie setzt man auf die Standard-Apps aus dem Hause Google. Bei der Kamera-App hat sich HTC aber zu keinem Kompromiss hinreißen lassen und nutzt eine Eigenentwicklung. Ebenfalls hinzugekommen ist die„Boost+“ genannte App die sich um das Speichermanagement und Dateileichen kümmert. Und natürlich darf auch der hauseigene Videoeditor namens „Zoe Video Editor“ fehlen. Hiermit kann man sich aus seinen Urlaubsfotos und einem Soundtrack eine prima Diashow erstellen.

Im Gegensatz zum Now oder Pixel-Launcher kann man hier zusätzlich die Icons und Hintergrundbilder über Themen ändern. Eine Sortierung der App-Icons ist nach vielen unterschiedlichen Kriterien möglich.

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Ich persönlich mag den Launcher trotzdem nicht. Natürlich findet man auf dem Homescreen durch eine Wischgeste nach rechts wieder die personalisierbare Nachrichtenübersicht “Highlights”. Der Dienst erfolgt über die App “News Republic”, kann aber deaktiviert werden. Die zum Testzeitpunkt aktuelle Firmware 1.13.401.1 lief schnell und fehlerfrei.

HTC Sense – Companion

Der Sinn des HTC Sense Companion hat sich mir in den paar Tagen, in denen er erst zur Verfügung steht, noch nicht erschlossen. Mit viel Fantasie könnte man ihn für eine Art “Google Now” halten. Er soll nämlich an das eigene Verhalten und an die besuchten Orte angepaßte Informationen liefern. Aber vielleicht mache ich dazu noch einen gesonderten Test.

Performance & Akku: 2,45 GHz und 3.000 mAh

Ulefone_Gemini_Pro_16HTC hat sich für den aktuellen Snapdragon 835 entschieden. Diese wird nur mit 2,45 GHz angetrieben und kann auf 4 Gbyte RAM zurückgreifen. An die (geschummelte) Leistung eines OnePlus 5 kommt das HTC U11 nicht heran. Im aktuellen AnTuTu-Benchmark reicht es trotzdem für 173.105 Punkte und auch im Geekbench 4 kommt der SoC auf 1.917 Punkte im Single-Core und 6.336 Punkte im Multi-Core. Das HTC U11 ist frei von Rucklern und reagiert super fix auf alle Eingaben. Einen guten Eindruck von der hohen Performance bekomtm man auch in meinem Video vom HTC U11 auf YouTube:

Der interne Akku leistet 3.000 mAh und kann nicht selbst gewechselt werden. Durch das hochauflösende Display sowie der schnellen CPU kommt man auf eine Laufzeit zwischen knapp 5 Stunden (Dauernutzung höchste Helligkeit) und etwa anderthalb Tagen (E-Mails checken, 1 1/2 Stunden Musik pro Tag). Das ist kein schlechter Wert, aber auch keine wirklich überzeugende Leistung. Das Google Pixel XL halten länger durch.

Konnektivität & Sound: LTE Cat 16 und das volle Programm

LTE wird theoretisch in Cat 16 bis bis zu 1 GB/s angeboten. In der Praxis kann man sich schon über rund 90 mbits/s freuen, wenn überhaupt vielleicht mal 500 mbit/s. Die Sprachqualität des HTC U11 ist wirklich gut, kein nennenswertes Rauschen. Hier spürt man die “Kraft” der vier Mikrofone. Die Sende-/ und Empfangsqualität ist hingegen nicht ganz ohne Mängel. Die Empfangsleistung im Netz der Telekom war schlechter als bei meinem Galaxy S8, der Umschaltvorgang zwischen LTE/UMTS/GSM dauert recht lange und wurde viel früher initiiert. Die Inhalte des Smartphones kann man über Bluetooth 4.2 und USB-Typ-C  (3.1) auf den PC und über AirPlay, Chromecast, DLNA und Miracast an seine Multimedia-Anlage übertragen. Selbst Display-Port wird angeboten.

Der interne Speicher (64 GByte) kann per microSD-Karten erweitert werden. Frei sind aktuell etwa 52 GByte. An weiteren Schnittstellen stehen GPS (GLONASS & Baidou) zur Verfügung. Der Fingerabdrucksensor im Homebutton funktioniert absolut zuverlässig.

Boomsound kommt beim U Ultra ebenfalls wieder zum Einsatz. Dabei dient der Lautsprecher in der Ohrmuschel als Hochtöner und der zweite Lautsprecher auf der Unterseite als Basslautsprecher. Das klingt schon ziemlich geil und laut. Die Audiowiedergabe über Kopfhörer erfolgt diesmal NUR über Bluetooth und USB-Typ-C. HTC setzt dabei – ähnlich wie Samsung – auf eine Anpassung des Sounds per Audiomessung. USonic vermisst über ein kurzes Rauschen den Gehörgang und passt den Ton entsprechend an. Das geht deutlich schneller als bei Samsung und liefert ein wirklich überzeugendes Ergebnis. Die mitgelieferten Kopfhörer sind hier wirklich Spitzenklasse und bieten sogar aktives Noice Cancelling. daher auch diw Stromversorgung über den USB-Port. Einen Adapter von USB-Typ-C auf Klinke liefert HTC mit. Der scheint auch einen speziellen DAC zu nutzen, andere Adapter sollen nämlich nicht funktionieren.

Kamera: HTC Ultrapixel die Dritte

HTC_U_11_12Die Ultrapixel hat HTC nun in der Version 3 installiert. Die Kamera selber löst dabei mit maximal 12 Megapixel auf, die Pixelgröße beträgt 1,4 μm. Durch einen optischen Bildstabilisator sowie einer Blende von f/1.7 erreicht man eine gute Lichtempfindlichkeit. Im Notfall hilft noch ein Dual-Tone-LED. Der Autofokus nutzt dabei die Phasenerkennung. Die eigene Kamera-App bietet neben HDR auch eine Technik namens HDR-Boost. Hier werden dann bei schlechten Lichtverhältnissen drei Aufnahme in Folge gemacht und miteinander verglichen. Daraus entsteht dann ein Gesamtbild mit (etwas) weniger Bildrauschen.Edge_Sense_22Verhindern kann diese Technik das sichtbare Bildrauschen leider nicht. Bei guten Lichtverhältnissen entschädigt die Kamera dann aber wieder mit RAW-Dateien. Eine klasse Kamera, leider werden die Motive aber oft zu dunkel abgebildet.

HTC U11
Die Frontkamera löst mit 16 Megapixel auf und biete eine Blende f/2.0. So gelingen Selfies auch bei schlechtem Licht. Videos zeichnet das HTC U11 in 4K und bis zu 30 Bildern pro Sekunde auf. Auch eine Zeitlupe und einer Hyperlapse stehen zu Auswahl. Dank der zahlreichen Mikrofone, die man auch selbst auf die Audioquellen ausrichten kann, geht auch der Ton mehr als in Ordnung.

Fazit: Gut aber zu teuer!

Das 749 Euro teure HTC U11 sieht schick aus. Die Rückseite glänzt und spiegelt in der Sonne und unterscheidet sich eigentlich nicht vom aktuell 497,70 Euro teuren HTC U Ultra. Über den Sinn oder CP-LogoRGB-rechtsUnsinn einer solchen Spiegelfläche kann man trefflich streiten. Die Performance geht dafür aber voll in Ordnung und die 12-Megapixel-Kamera braucht sich nicht zu verstecken. Das 5,5 Zoll große QHD-Display macht ebenfalls einen sehr guten Eindruck. Einzig die Sende-/ und Empfangsleistung könnte besser sein, dafür entschädigt dann wieder der gute Sound. Ich persönlich finde es für die gebotene Leistung dennoch zu teuer. Aber der Preis wird – wie beim U Ultra – sicher schnell fallen.

Testergebnis

Verarbeitung 9.2
Display 9.3
Performance 10
Kamera 9
Konnektivität & Akku 8.7

Fazit

9.2 Das 749 Euro teure HTC U11 sieht schick aus. Die Rückseite glänzt und spiegelt in der Sonne und unterscheidet sich eigentlich nicht vom aktuell 497,70 Euro teuren HTC U Ultra. Über den Sinn oder Unsinn einer solchen Spiegelfläche kann man trefflich streiten. Die Performance geht dafür aber voll in Ordnung und die 12-Megapixel-Kamera braucht sich nicht zu verstecken. Das 5,5 Zoll große QHD-Display macht ebenfalls einen sehr guten Eindruck. Einzig die Sende-/ und Empfangsleistung könnte besser sein, dafür entschädigt dann wieder der gute Sound. Ich persönlich finde es für die gebotene Leistung dennoch zu teuer Aber der Preis wird - wie beim U Ultra - sicher schnell fallen.

Tags : Android 7HTCReviewSmartphoneTests
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar “Musik”, aber die meisten anderen bezeichnen es als “Krach”.

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