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Huawei GX8 im Test: Ist es das attraktivere Mate S?

Momentan wirft Huawei ein Smartphone nach dem anderen auf den Markt. Und alle scheinen sich technisch zu ähneln. Nach dem Huawei ShotX aus Basis des Honor 7 kommt nun das Huawei GX8 (G8) auf Basis des Mate S. Doch bietet es genügend Alleinstellungsmerkmale die einen Kauf des fast 400 Euro teuren Smartphones rechtfertigen?

Design und Haptik: Edles Metall erfreut mein Auge

Das Design ähnelt zumindest auf der Rückseite ein wenig dem Honor 7/Mate S, aber das ist jetzt weder nachteilig noch aufregend. Die Formensprache des Huawei GX8 ist im Vergleich zum Honor 7 aber deutlich runder ausgefallen. Das Gehäuse aus feinem Aluminium des knapp 152 x 76.5 x 7.5 mm dünnen und 167 g schweren Smartphones wirkt etwas ausladender aber auch dünner als beim Honor 7 (144 x 72 x 8,5 Millimetern).

Das Gehäuse ist zudem 10 Gramm schwerer, ansonsten aber genauso wertig verarbeitet wie beim Honor 7. Der Einschub für die beiden Nano-SIM-Karten bzw. für Nano-SIM/MicroSD-Karte befindet sich auf der linken Seite des Gehäuses. Wie bei Huawei/Honor üblich bekommt man also entweder die Unterstützung für Dual-SIM oder eben eine Single-SIM und die Speichererweiterungper MicroSD.

Die Kante rund um das Smartphone wurde dabei angeschliffen und glänzt in der Sonne. Optisch wirkt das schwarz umrandete Display deutlich grösser als es in Wahrheit ist. Randlos ist es nämlich nicht. Der Power-Buttons und die Lautstärkewippe an der rechten Seite sehen zwar schick aus, bieten aber einen schwachen Druckpunkt. Auf  der Unterseite des Huawei G8 kann man sein Micro-USB-Kabel einstöpsel. Dort findet man auch den Lautsprecher sowie das Mikrofon in “iPhone 6”-Optik als mit sechs Löcher.

Bei der Rückseite des in den Farben “Mystic Champagne“, “Horizon Gold“ und “Space Grey“ erhältlichen Smartphone hat Huawei sich für zwei Kunststoffeinsätze auf der Ober- und Unterseite entschieden. Darunter befinden sich die Antennen für WLAN-, UMTS- und LTE. Hier findet man auch die bereits mehrfach bekannte 13-Megapixel-Kamera mit Autofokus sowie den Fingerabdrucksensor. Damit kann man nicht nur sein Smartphone entsperren, sondern auch die Benachrichtigungsleiste herunterziehen und die Kamera auslösen.

Display: 5,5-Zoll und Full-HD

Das Huawei GX8 nutzt ein 5,5 Zoll großes IPS-Display mit einer Auflösung von 1.080 x 1.920 Pixel. Blickwinkelstabilität, Farbabbildung, maximale Helligkeit sind auf dem für Huawei/Honor üblichen Niveau. Weder zu grell, noch zu hell 😀 Das Display verrichtet damit seinen Dienst unauffällig und ohne nenneswerte Schwächen.

Android 5.1 und Emotion UI 3.1: Bunt ist die Welt und veränderbar

Auf dem Huawei GX8 kommt die vom Hersteller entwickelte Benutzeroberfläche Emotion UI in der aktuellsten Version 3.1 zum Einsatz. Auf den ersten Blick sieht man die Ähnlichkeit mit dem MIUI von Xiaomi oder anderen – oft chinesisch geprägten Benutzeroberflächen – erkennen. Das EMUI ist zwar klar strukturiert, aber leider vermisst man auch wichtige Dinge, wie eine alphabetische Sortiermöglichkeit der Apps.

Das Emotion UI verzichtet auf den traditionellen App-Drawer. Die Icons der Apps werden auf den diversen Homescreens abgelegt. Auf Wunsch kann man diese aber auch in Ordner einsortieren.

Die drei Software-Tasten zur Bedienung von Android 5.1 befinden sich natürlich am unterem Displayrand und können problemlos durch eine einfache Wischgeste (nach unten) ausgeblendet werden. Und das macht gerade im Vollbildmodus (zum Beispiel bei Spielen) auch Sinn. Denn so kann man auch bei hektischen Einsätzen in Modern Combat 5 und Co nicht aus Versehen den Home-Button drücken und das Spiel so in den Hintergrund verbannen. Wer das Emotion UI nicht mag, der kann sich im Play Store einen anderen Android-Launcher installieren. Dann sollte man aber in den Einstellungen unter “Apps verwalten” auf die Standardeinstellung der Apps klicken. In der Übersicht kann man dann den neuen Launcher aktivieren.

Das von Huawei (Honor) kreierte Emotion UI 3.1 kann man übrigens ab Werk mit sogenannten Themen anpassen. In der Statusleiste am oberen Rand findet man neben den zahlreichen Verknüpfungen auch eine Art Zeitlinie. Dort kann man ansatzweise erkennen, was man den ganzen Tag mit seinem Smartphone angestellt hat. Diese kann man über den Fingerabdruckscanner auf der Rückseite des Huawei GX8 auch ganz leicht ein- und ausblenden.

Der besagte Sensor funktioniert einwandfrei und ich kann mein GX8 damit nach dem Training meine(r)s Finger(s) leicht Entsperren. Man kann den Scanner aber auch zur Anrufannahme, für Selfies (Fotos) oder Videoaufnahmen zweckentfremden.

Benchmarks: Speed, more Speed

Die Performance mit der aktuellen Firmware ist in Zusammenspiel mit dem neuen Snapdragon 616 von Qualcomm sowie den 3 GByte Arbeitsspeicher wirklich ordentlich und entspricht der des Huawei ShotX. Im Geekbench 3 erzielte das Huawei GX8 damit etwa 664 Zähler im Single-Core und etwa 2.663 Punkte im Multi-Core. Im aktuellen AnTuTu-Benchmark kommt das Smartphone auf einen Wert von über 38.000 Punkte. Die Performance reicht für Spiele durchaus aus. Kein Ruckeln, kein Zuckeln.

Kamera: Mit 13 Megapixel eine ausreichen gute Kompaktkamera

Die Kamera auf der Rückseite löst mit 13-Megapixel auf, bietet eine Blende von f2.0 und kommt auch beim Mate S zum Einsatz. Die Kamera auf der Vorderseite löst mit 5 Megapixel auf und sorgt für gute Selfies, die man softwareseitig nochmals aufhübschen kann. Die Bildqualität war im Test gut. Neben den üblichen Features wie HDR-Modus, Panorma-Modus und einer Bildverschönerung kann man sogar den Focus in Aufnahmen nachträglich verändern.  Videos zeichnet das Smartphone  in Full-HD in guter Qualität auf.

Konnektivität & Akku: Alles (na ja fast) vorhanden

Unterwegs ist man entweder per HSPA+ (Netz von o2 oder Vodafone) oder eben auch per LTE in der Cat 6 (Netz der Telekom) erreichbar. Zuhause oder an Hotspots nutzt man bequem das eingebaute WLAN 802.11 b/g/n/ac. Das klappte im Test völlig problemlos. Das Band 20 mit seinen 800 MHz wird aktuell aber (noch) nicht unterstützt. Dafällt es Nutzern von o2 oder Vodafone schwer mit dem schnellen LTE: Wobei das o2-Netz sowas eh nicht kennt 😀 NFC beherrscht das Huawei G8 nicht. Daten und Medien werden aber per Bluetooth oder Micro-USB übertragen. Huawei hat dem Smartphone einen Akku mit 3.000 mAh auf den Weg gegeben. Normalnutzer dürften mit dieser Kraftzelle problemlos anderthalb Tage ohne Steckdose auskommen. Wer sich allerdings viele Videos ansieht, wird schon nach knapp 7 Stunden sein Ladegerät einstöpseln. Die Sprachqualität ist gut, die Gesprächspartner tönen klar und deutlich aus dem Hörer.  Das Huawei G8 unterstützt neben microSD auch eine Speichererweiterung per USB-OTG. Der GPS-Fix ist mit knapp 6 Sekunden auf einem hohen Niveau.

Multimedia: Klang mit DTS aber ohne Pepp

Huawei Honor 6 Plus

Akustisch peppt das Huawei GX8 den Sound wieder mit DTS auf. Der Musikplayer kommt von Huawei kann aber auch gegen Google Play Music getauscht werden. Die Optik des Huawei-Players kommt etwas verspielt rüber, ist aber übersichtlich und zielführend. Beide Player zeigen neben dem Interpreten auch Playlisten, Genres und Alben an. Auch das integrierte Album-Cover wird korrekt abgebildet. Der MP3-Player bietet neben DTS leider keinerlei individuelle Klang-Presets. Das Smartphone liefert — mit guten Kopfhörern wie zum Beispiel dem Sennheiser Momentum — einen satten Bass ab, klingt aber gerade über den eingebauten Lautsprecher etwas dünn. Der sieht optisch zwar nach Stereo aus (Bohrungen auf beiden Seiten des Gehäuses), ist aber tatsächlich nur Mono. Im direkten Vergleich mit den Xperia-Modellen aus dem Hause Sony, Samsung oder dem Apple iPhone 6S ist der Klang nicht ganz so lebendig, voll und klar.

Fazit: Wer braucht das GX8?

Wem das Huawei Mate S zu teuer ist, der greift einfach zum GX8. Mit einer Displaydiagonalen von 5,5-Zoll und Full-HD-Auflösung liegt es gerade noch gut in der Hand, ist mit 167 Gramm aber auch recht schwer.  Das Gehäuse aus Metall und der Fingerabdruckscanner sind beide von hoher Qualität. Letzterer bietet -neben dem eher zweitrangigen Sicherheitsaspekt – durch seine zusätzlichen Funktionen einen echten Mehrwert. Der Sound geht mit DTS in Ordnung. Die Kamera macht gute Aufnahmen. Mit einem Preis von aktuell knapp 400 Euro und der Unterstützung für Dual-SIM samt LTE Cat. 6 und dem 3.000 mAh starken Akku kann man kaum was falsch machen. Es sei denn man entscheidet sich für das (in meinen Augen) attraktivere Honor 7 😀

Tags : AndroidChinaHuaweiReview
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar “Musik”, aber die meisten anderen bezeichnen es als “Krach”.

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