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Huawei Honor 6 Plus Test

Honor ist eine Marke von Huawei und konnte in den letzten Monaten eine Menge Achtungserfolge erzielen. Mit dem Honor Holly brachte der chinesische Hersteller ein sehr günstiges und mit dem Honor 6 ein technisch hochwertiges Smartphone auf den deutschen Markt. Mit dem Honor 6 Plus setzt Huawei jetzt noch einen oben drauf. Das neue Smartphone ist aktuell zwar nur in China verfügbar, soll in den nächsten Wochen aber auch nach Deutschland kommen. Das 6 Plus bietet alle Vorzüge des Honor 6 (z.B. Dual-SIM mit Full-Active-Dual-SIM und LTE Cat 6 (allerdings nicht im Band 20)) nutzt aber ein größeres Display. Der 5,5-Zoll große Touchscreen löst mit 1.080 x 1.920 Pixel (401 ppi) auf, der neue Achtkern-Prozessor wird von einem Akku mit 3.600 mAh am Leben gehalten.

Betrieben wird es mit Android KitKat 4.4.4 samt Emotion UI 3.0 als Benutzeroberfläche. Das eigentliche Highlight sind aber die beiden, jeweils mit 8 Megapixel auflösenden Kameras auf der Rückseite. Die erlauben eine manuelle Fokusverschiebung, wie beim HTC One M8. Mein Testgerät stammt übrigens von Trading Shenzen und kann dort mit 32 Gbyte bestellt werden.

Verarbeitung und Haptik


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Die Verarbeitung des Honor 6 Plus ist wirklich super und auch die Haptik hat sich im Vergleich zum Vorgänger nochmals verbessert. Der Rahmen des knapp 150,5 x 75,7 x 7,5 Millimetern großen Smartphone besteht nun nicht mehr aus Kunststoff in Alu-Optik, sondern wirklich aus Metall. Damit steigt das Gewicht allerdings auch auf beachtliche 165 Gramm, ein Plus von immerhin 35 Gramm. Das Gehäuse knarzt nicht und auch die Abdeckung für die beiden SIM-Karten sowie die MicroSD-Karte sitzt einwandfrei im Rahmen. Hier hat man allerdings die Wahl zwischen zwei SIM-Karten (einmal Nano & einmal Micro-SIM) oder zwischen einer SIM und der Speichererweiterung über MicroSD.

Den internen Speicher von 16 GByte / 32 GByte per MicroSD-Karte aufblasen und Dual-SIM nutzen funktioniert leider nicht. Der Lautstärkeregler sowie der Ein-/Ausschalter befinden sich auf der rechten Seite und sind leicht bedienbar, stehen aber recht nahe beieinander. Direkt darunter findet man einen Schacht für die MicroSD bzw. Nano-SIM und einen für eine Micro-SIM. Die Rückseite besteht nicht mehr aus Kunststoff, sondern aus Glas. Leichte Mikrokratzer sind da trotzdem vorprogrammiert.

Display

Das 5,5 Zoll große JDI-Display auf der Vorderseite löst mit 1.080 x 1.920 Pixel auf. Da es aber einen halben Zoll größer geworden ist, sinkt die Pixeldichte auf 401 ppi. Die maximale Helligkeit geht in meinen Augen noch voll in Ordnung. Auch die Ablesbarkeit auf unterschiedlichen Blickwinkel gab im Test keinen Anlass zur Klage. Bei direkter Sonneneinstrahlung sollte man aber die manuelle Helligkeitseinstellung bemühen. Die Farben werden übrigens einen Tick leuchtender abgebildet als beim Honor 6.

Android 4.4.4 und Emotion UI 3.0

Huawei Honor 6 Plus Huawei Honor 6 Plus Huawei Honor 6 Plus

Auf dem Honor 6 Plus kommt die bereits von anderen Modelle bekannte Benutzeroberfläche namens Emotion UI in der aktuellen Version 3.0 zum Einsatz. Auf den ersten Blick werden Kenner der Szene vermutlich leichte Ähnlichkeiten mit dem MIUI des Xiaomi Mi4 erkennen. Die Benutzeroberfläche selbst ist dabei zwar klar und einfach strukturiert, leider vermisst man aber auch wichtige Dinge, wie eine Sortiermöglichkeit der Apps.


Das neue Emotion UI verzichtet beispielsweise auch auf einen normalen App-Drawer. Alle Apps und Icons werden auf den diversen Homescreens des Honor 6 Plus verteilt. Auf Wunsch kann man aber auch ein wenig Ordnung ins Chaos bringen, wenn man seine Apps (bzw. Icons) in Ordner einsortiert. Die drei Software-Tasten zur Bedienung von Android befinden sich am unterem Displayrand, können durch eine einfache Wischgeste aber auch ausgeblendet werden. Im Vollbildmodus macht das besonders viel Sinn, den so kann man auch bei hektischen Spielen nicht aus Versehen den Homebutton drücken und das Spiel in den Hintergrund verbannen. Auf Wunsch kann man sich im Play Store aber einen anderen Android-Launcher oder 3D-Launcher installieren.

Immerhin bietet Huawei mit der EmotionUI 3.0 schon ab Werk zahlreiche „Themes“ zur Individualisierung an. In der Statusleiste am oberen Rand findet man zahlreiche Verknüpfungen.

Benchmarks

Huawei Honor 6 Plus Huawei Honor 6 Plus Huawei Honor 6 Plus

Die Performance mit der aktuellen Firmware ist in Zusammenspiel mit dem neuen Octa-Core-Prozessor (Hilisicon Kirin 925) sowie den 3 GByte Arbeitsspeicher wirklich super. Dabei nutzt der neue Octa-Core-Prozessor insgesamt vier Kernen auf Cortex-A15-Basis mit maximal 1.8 GHz sowie vier Kerne auf Cortex-A7-Basis mit maximal 1.3 GHz. Je nach Auslastung schaltet das Honor 6 Plus automatisch zwischen den effizienten A7-Kernen und leistungsstärkeren A15-Kernen um. So reguliert sich die Leistungsaufnahme und damit auch die Akkulaufzeit nach dem Nutzungsverhalten. Im Geekbench 3 erzielte das Honor 6+ 900 Zähler im Single-Core und etwa 3.218 Punkte im Multi-Core. Im aktuellen AnTuTu-Benhcmark erzielt das Honor 6 Werte von über 43.952 Punkte. Damit liegt das Honor 6 Plus leicht vor dem Vorgänger, aber trotzdem weit vorne an der Spitze. Geräte wie das HTC One M8 und Samsung Galaxy S5 bzw. das Xiaomi MI4 sind auch nicht schneller. Gegen das HTC One M9 kommt es allerdings nicht mehr an. Aktuell reicht es aber locker auch für aufwendigere Spiele, wie beispielsweise Modern Combat 5 oder Dead Trigger 2 aus. Kein Ruckeln, kein Zuckeln.

Kamera

Die beiden Kameras auf der Rückseite lösen mit jeweils 8 Megapixel auf. Damit kann man „normale“ Fotos mit einer maximalen Auflösung von 13- Megapixel machen, oder eben spezielle Aufnahmen mit einem verschiebbaren Fokus. Den dadurch entstehenden Tiefenschärfe-Effekte mit nachträglicher Fokussierung kennt man schon vom HTC One M8. In meinen Augen wirkt er allerdings vielleicht etwas zu „künstlich“. Die Aufnahmequalität ist trotzdem mehr als ausreichend um auch ein paar Urlaubsfotos machen zu können. Die Kamera auf der Vorderseite für Selfies, Wefies und Co löst übrigens auch mit 8 Megapixel auf.

Campcis Honor 6 Plus Campcis Honor 6 Plus Campcis Honor 6 Plus
Mehr Testbilder findet ihr in meinem Flickr-Konto.Konnektivität & Akku

Huawei Honor 6 Plus
Unterwegs kann man über HSPA+ oder eben auch per LTE in der Cat 6 bzw. WLAN 802.11 b/g/n/ac online gehen. Das klappte im Test völlig problemlos. Das 800-Megahertz-Band (Band 20) wird generell nicht unterstützt. Band 7 nur bei der Variante mit 32 GByte Speicher. Da dürfte es bei Nutzern von o2 zum Beispiel eng werden. Per LTE und HSPA+ kann man aber nur mit der SIM in Einschub 1 surfen, SIM-Schacht 2 unterstützt nur GSM (2G). Man kann diese Konfiguration aber in den Einstellungen umschalten und so die LTE-Anbindung zwischen den beiden SIM-Karten wechseln. NFC beherrscht das Honor 6+ mit 16 GByte nicht. Es gibt aber auch eine Version mit NFC und 32 GByte Speicher. Daten und Medien werden aber auf jeden Fall per Bluetooth 4.0, HDMI über MHL und USB 2.0 übertragen.

Der Hersteller hat dem Honor 6+ einen Akku mit 3.600 mAh auf den Weg gegeben. Normalnutzer dürften mit dieser Kraftzelle problemlos zwei Tage ohne Steckdose auskommen. Wer sich allerdings viele Videos ansieht, wird schon nach knapp 11 Stunden sein Ladegerät einstöpseln. Die Sprachqualität des Honor 6 ist gut, die Gesprächspartner tönten klar und deutlich aus dem Hörer. Man ist zudem auf beiden SIM-Karten gleichzeitig erreichbar (Full-Active)! Das Honor 6 Plus unterstützt dabei OTG und bietet sogar einen elektronischen Kompass. Der GPS-Fix ist mit knapp 3 Sekunden auf einem hohen Niveau. Mehr Details gibt es zum Beispiel in meinem Videoreview des Honor 6 Plus auf YouTube.



Multimedia

Huawei Honor 6 Plus

Technisch peppt das Huawei Honor 6 Plus den Sound per DTS auf. Dazu steht ein spezieller Soundchip (Tensilica HIFI3) zur Verfügung. Der Musikplayer kommt von Huawei, wer mag kann aber auch Google Play Music einsetzen. Die Optik des Huawei-Players kommt etwas verspielt rüber, ist aber trotzdem noch übersichtlich und zielführend. Beide Player zeigen natürlich den Interpreten und auch Playlisten, Genres und Alben an. Auch das integrierte Album-Cover wird korrekt angezeigt. Der MP3-Player bietet neben DTS keinerlei Klang-Presets. Das Honor 6 Plus liefert — mit guten Kopfhörern (z.B. Sennheiser Momentum) —einen satten Bass ab, klingt aber gerade über den eingebauten Lautsprecher etwas dünn. Im direkten Vergleich mit den Xperia-Modellen aus dem Hause Sony oder dem Apple iPhone ist der Klang nicht ganz so lebendig, voll und klar. Meine beiden Referenzgeräte, ein Cowon J3 und der Estarlab Monolith spielen da sowieso in einer anderen Liga.

Das Huawei Honor 6 Plus bietet über DTS einen guten Sound. Die beiden Kameras auf der Rückseite liefern eine gute Vorstellung ab, der Tiefenschärfe-Effekt ist wirklich nett. Das 5,5-Zoll große Display samt Full-HD-Auflösung konnte mich im Test überzeugen und die Verarbeitungsqualität ist ebenfalls gut. Das Honor 6 Plus kann dank Dual-SIM Unterstützung und LTE Cat. 6 mit zwei Karten gleichzeitig umgehen. Unterstützt aber leider nicht das in Deutschland recht wichtige Band 20 (800 MHz). Mit einem Preis von 430 Euro braucht es sich in keiner Disziplin hinter Geräten aus dem Hause Samsung und Co. zu verstecken.

Tags : Honor
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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