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Huawei Honor 8 im Test: 399 Euro für ein feines Smartphone

Seit heute morgen kann man das neue Honor 8 auch im europäischen Onlineshop Vmall.eu von Honor bestellen. Die Auslieferung des knapp 400 Euro teuren Smartphone erfolgt angeblich innerhalb eines Tages (so der Hersteller). Der Nachfolger des Honor 7 kommt mit einem Fingerabdrucksensor, einer 12-Megapixel-Dual-Kamera und bietet ein Gehäuse aus Metall und Glas. Das Highlight ist daber sicher die – in China seit langer Zeit nahezu ausverkaufte – blaue Version. Mehr im Test.

Honor 8: Für 400 Euro in drei Farben

Das Honor 8 ist seit heute morgen auch in Deutschland verfügbar. Der Nachfolger des Honor 7 kostet mit 32 GByte Speicher 399 Euro. Die Version mit 64 GByte Speicher für 449 Euro kommt leider erst im September auf den Markt. Dafür stehen direkt ab Start alle drei Farbvarianten (Midnight Black, Pearl White, Sapphire Blue) zur Verfügung. Gerade das Sapphire Blue sind extrem schick aus.

Der Rahmen des 145.5 x 71.0 x7.45 mm großen und 153 Gramm schweren Smartphone besteht aus Metall. Leider scheint das Metallgehäuse aber auch recht empfindlich.

Auch die auf hochglanzpolierten Kanten sind wahre Kratzer-Magneten. Vorder- und Rückseite hingegen aus Glas. Das sieht zwar sehr schick aus, dürfte aber in den nächsten Wochen ebenfalls einige Kratzer abbekommen. Ich habe daher gleich eine Schutzhülle bestellt. Die Optik des Samsung Galaxy S7 mit all seinen Vor- und Nachteilen scheint auch für andere Hersteller sehr interessant. Das Gerät rutscht zudem auf und auch in der Hand leicht ab. Im Falle eines „Falles“ dürfte es einen ziemlichen Schaden nehmen.

Full-HD-Display mit 5,2 Zoll

Das 5,2 Zoll großes LCD löst in Full-HD (1.080 x 1.920 Pixel) aus und wird von Gorilla Glas 3 geschützt. Die Kanten sind dabei leicht abgerundet, im Sprachgebrauch nennt sich das 2.5D-Optik. Die maximale Helligkeit geht in meinen Augen in Ordnung und auch die Ablesbarkeit bei unterschiedlichen Blickwinkel war für ein LCD gut. Bei direkter Sonneneinstrahlung ist die Helligkeitsautomatik zu sparsam. Das Display stellt Farben originalgetreu dar und auch der Kontrast geht in Ordnung. Eine Always-On-Funktion gibt es leider nicht.

Honor 8: Performance und Kamera wie beim Huawei P9?

Der etwas ältere Octa-Core-Prozessor vom Typ Kirin 950 stammt vom Mate 8, wird mit bis zu 2,3 GHz getaktet und kann auf 4 GByte RAM zurückgreifen. Im aktuellen AnTuTu-Benchmark erzeilt der SoC knapp 93.400 Punkte und damit kaum langsamer als der Kirin 955 des Huawei P9. Im Geekbench 3 kommt er allerdings „nur“ auf 1.805 Punkte im Single-Core und 6.415 Punkte im Multi-Core. Einen guten Eindruck vom Smartphone vermittelt euch auch mein Honor 8 Videoreview auf YouTube:

Die beiden 12-Megapixel-Kameras samt Dual-LED-Blitz auf der Rückseite ähneln den Modellen des Huawei P9. Sie zeichnen Videos in 4K auf, kommen aber ohne das Know-how von Leica aus. Rein von der Qualität her gibt es allerdings keine nennenswerten Unterschiede.

Honor 8

Die beiden Kameras zeichnen dabei wieder jeweils ein RGB-Farbbild bzw ein monochromes Bild auf. Die Kamera addiert die beiden Bilder dann zu einem kontrastreichem Ganzen mit hoher Detailschärfe. Leider gibt es beim Honor 8 aber keinen dezidierten Monochrome-Modus mehr 🙁

Die Selfie-Kamera auf der Vorderseite bietet immerhin noch eine Auflösung von 8 Megapixel und eine f/2.8-Blende. Der etwas künstlich wirkenden Beauty-Modus ist immer noch mit dabei.

Android 6.0.1 und Emotion UI 4.1

Auf dem Honor 8 kommt das hinlänglich bekannte Android 6.0.1. samt der Benutzeroberfläche Emotion UI 4.1 zum Einsatz. Das Benutzerinterface selbst ist klar und einfach strukturiert. Leider vermisse ich aber auch immer noch eine vernünftige Sortiermöglichkeit für Apps (alphabetisch oder nach Installationsdatum).

Alle Icons werden auf den Homescreens des EMUI verteilt. Auf Wunsch kann man die Icons aber auch in Ordner sortieren. Die drei (bzw. vier) Software-Tasten zur Bedienung von Android befinden sich – dauerhaft eingeblendet – am unterem Displayrand. Im Vollbildmodus kann ich sie aber ausblenden. So stören sie nämlich nicht bei hektischen Spielen. Aus Versehen den Homebutton drücken war gestern. 😀 Der Verzicht auf den App-Drawer ist auf den ersten Blick zwar nett, kann nach der Installation von vielen Apps und Games aber schnell zum Verlust der Übersicht führen. Auf Wunsch kann man sich im Play Store aber einen anderen Android-Launcher oder einen hübschen 3D-Launcher installieren.

Huawei bietet beim EmotionUI 4.1 ab Werk die Möglichkeit „Themes“ einzusetzen um damit den Look & Feel der Oberfläche zu ändern. Wer mag, kann sich online also mit weiteren Themes versorgen. Zieht man die Statusleiste am oberen Rand nach unten, dann findet man die üblichen Verknüpfungen (WLAN, Flugmodus, SIM, etc.) und eine  Timeline mit den zuletzt durchgeführten Aktionen. So sieht man, wann man was auf dem Smartphone gemacht hat.

Honor 8: 3.000 mAh, LTE und Dual-SIM

Die ganze Power soll mit einem  3.000 mAh starken Akku am Leben gehalten werden. aufgeladen wird er dabei über einen USB-Typ-C-Anschluss samt Schnellladefunktion (9V/2A). So steht dem Akku nach knapp 30 Minuten bereits 50% seiner Kapazität zur Verfügung. Der nicht wechselbare Akku hilft den Poweruser locker über den Tag. Normalnutzer kommen mit dieser Kraftzelle ungefähr 20 Stunden ohne Steckdose aus.

Ein Infrarotsender auf der Oberseite erlaubt die Steuerung der heimischen Multimediageräte. Dank Dual-SIM mit LTE im Band 20 und WLAN /b/g/n/ac geht es unterwegs flott voran. Der Speicher kann dann allerdings nicht mehr erweitert werden. Hier gilt also: entweder, oder. Unterwegs kann ich über HSPA+ oder eben auch per LTE in der Cat 6 bzw. WLAN 802.11 /a/g/n/ac (2.4/5 GHz) im Internet surfen. Das klappte im Test völlig problemlos. Bei der Telekom kam ich in Münster auf knapp 89 mbit/s. Daten und Medien werden per Bluetooth 4.2 LE und NFC übertragen.  Die Sprachqualität des Honor 8 ist gut, die Gesprächspartner tönten klar und deutlich aus dem Hörer. Dank der „Signal+“ genannten Technologie konnte ich bei mir auf dem Land den Empfang über o2 sogar verbessern. Das Honor unterstützt die Erweiterung des internen Speichers über microSD-Karten (bis 200 GByte) und USB-OTG. Der durchschnittliche GPS-Fix war nach rund 5 Sekunden erledigt.

Fingerabdrucksensor mit Mehrwert

Ein Fingerabdrucksensor auf der Rückseite sorgt für zusätzliche Sicherheit und fungiert auch wieder als Smart-Key. Man kann mit ihm also zum Beispiel die Benachrichtigungsleiste steuern. Der Fingerabdruckscanner wurde zudem technisch gepimpt und soll dank einer 3D-Scan-Technik nichzt mehr mit einem nachgemachten Abdruck überlistet werden können. Drückt man ihn ein oder mehrmals, so kann man unterschiedliche Apps oder Funktionen (Taschenlampe, etc.) starten.

Der Musikplayer liefert einen annehmbaren Sound, zwar mit DT aber ohne Equalizer-Presets. Ein FM-Radio steht leider nicht zur Verfügung.

Fazit: Eine Dual-Kamera im totschickem Gewand

Das Honor 8 lieferte im Test eine gute Vorstellung ab. Der Akku mit seinen 3.000 mAh hält das Honor 8 ein bis anderthalb Tagen am Laufen. Mit aktuell 399 Euro ist es für die gebotene Leistung meiner Meinung nach nicht zu teuer. Die beiden Kameras machen ebenfalls einen guten Eindruck. Das 5,2 Zoll große Display samt Full-HD-Auflösung ist unspektakulär. Die Verarbeitungsqualität und auch die Optik sind dafür – gerade bei der blauen Variante – extrem geil. Leider ist es aber auch sehr empfindlich.

Testergebnis

Verarbeitung 9.5
Display 8.5
Performance 9
Kamera 9

Fazit

9 Das Honor 8 lieferte im Test eine gute Vorstellung ab. Der Akku mit seinen 3.000 mAh hält das Honor 8 ein bis anderthalb Tagen am Laufen. Mit aktuell 399 Euro ist es für die gebotene Leistung meiner Meinung nach nicht zu teuer. Die beiden Kameras machen ebenfalls einen guten Eindruck. Das 5,2 Zoll große Display samt Full-HD-Auflösung ist unspektakulär. Die Verarbeitungsqualität und auch die Haptik sind dafür - gerade bei der blauen Variante - extrem geil. Leider aber auch sehr empfindlich.

Tags : AndroidHonorHuaweiP9ReviewSmartphoneTests
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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