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Huawei Mate 8 im Test: Der schnelle und große Schönling

Das brandneue Huawei Mate 8 bietet ein 6 Zoll großes IPS-Display mit 1.080 x  1.920 Pixel und ist damit erst einmal kein kleines Smartphone. Für knapp 600 Euro bekommt man aber auch ein hochwertiges Äußeres in Form eines Metallgehäuses, eine 16 Mgeapixel-Kamera, einen Fingerabdrucksensor und eine super schnelle CPU mit acht Kernen.
Zunächst einmal muss man sich wirklich darüber im klaren sein, dass das 151,1 x 80,6 x 7,9 Millimeter und 185 Gramm schwere Gehäuse in den Farben Champagne Gold, Moonlight Silver,  Space Gray oder Mocha Brown wirklich gross ist. 185 Gramm sind da im Verhältnis sogar noch wenig, immerhin besteht das Huawei Mate 8 ja auch aus einer Mischung aus Glas und Flugzeugaluminium. Das Material ist zum einen recht widerstandsfähig und zum anderen verleiht es dem Huawei Mate 8 eine exklusive Optik und eine tolle Haptik.

Design & Haptik: Mit einem Wort: “exzellent”

Das matte Gehäuse aus Aluminium des Huawei Mate 8 hat keine scharfen Kanten, der Rahmen wurde jeweils an den äußeren Kanten glattgeschliffen. Das Unibody-Gehäuse weist lediglich auf der oberen und unteren Rückseite Einsätze aus Kunststoff auf. Darunter verbergen sich die beiden Antennen. Farblich sieht man da keinen nennenswerten Unterschied.

Auf der Unterseite findet man – neben dem microUSB-Anschluss – zwei unumgängliche Öffnungen. Links für das Mikrofon und rechts für den Lautsprecher. Wohlgemerkt, den nicht die! Einzahl, Mono!

Der Fingerabdrucksensor liegt wie bei Honor/Huawei typisch auf der Rückseite, direkt unterhalb der überdimensionierten Kameralinse. Die Optik selber benötigt nämlich eigentlich deutlich weniger Platz. Alles ist einfach nur exzellent verarbeitet.

Display: 6-Zoll mit Full-HD

Das 6-Zoll große IPS-Display des Huawei Mate 8 löst mir “nur” 1.080 x 1.920 Pixel auf (367 ppi). Hier hätte ich mir durchaus eine höhere Auflösung vorstellen können. Meine Augen sehen das aber anders und waren zufrieden.  Kontrast und Farbdarstellung sowie Blickwinkelstabilität sind typisch für ein IPS.  Dezent und kein Grund zu meckern.

Kamera & Multimedia: 16 Megapixel und ein Lautsprecher

Die Kamera des Huawei löst auf der Rückseite mit 16 Megapixel auf. Die Variante auf der Vorderseite bringt immerhin noch 8 Megapixel mit.  Der Bildsensor kommt dabei von Sony (IMX 298), nutzt einen Phasenautofokus und eine Blende von f/2.0. Für vernünftige Aufnahmen bei Dunkelheit ist – neben einem Dual-LED-Blitz – auch ein optischer Bildstabilisator mit an Bord.

Kamerabild Mate 8Kamerabild Mate 8Kamerabild Mate 8

Die Kameraqualität ist dabei gut, die Einstellungsmöglichkeiten inklusive Lichtmalerei bekannt umfangreich. Videos zeichnet die Kamera allerdings nur in Full-HD auf. Der Musikplayer verrichtet seinen Dienst unauffällig und mit einem vernünftigen Sound. Leider aber diesmal ohne DTS!

Performance & Akku: Acht Kerne für Kirin

Ja, der neue Kirin 950 aus dem Hause HiSilicon besitzt vier Kerne (Cortex-A57) mit 2,3 GHz und vier Cortex-A53-Kerne mit maximal 1,8 GHz. Für die Auswertung der eingebauten Sensoren ist ein spezieller Co-Prozessor namens i5 zuständig. Im aktuellen AnTuTu-Benchmark kommt das Mate 8 auf unglaubliche 94.282 Punkte und ist damit in der Theorie deutlich schneller als ein Snapdragon 810. Im Geekbench 3 relativiert sich das dann wieder leicht: 1.756 Punkte im Sengle-Core und 6.123 Punkte im Multi-Core sind trotzdem noch Hammer.

Das Emotion UI in der Version 4.0 läuft absolut ruckelfrei und auch ohne spürbare Erwärmung. Selbst aktuelle Highend-Spiele bringen den Prozessor nicht ins Schwitzen. Die CPU greift auf 3 GByte Arbeitsspeicher und die Nutzer auf 32 GByte internen Speicher zurück. Der kann – zu Lasten des zweiten SIM-Slots – per microSD-Karten um 200 Gbyte aufgebohrt werden.

Der fest eingebaute Akku leistet 4.000 mAh und hielt im Test etwa 2 Tage durch. Das ist definitiv Spitze. Eine volle Aufladung nimmt über das mitgelieferte Ladegerät etwa 2 1/2 Stunden in Anspruch.

Android 6.0: Huawei Mate 8 mit Emotion UI 4

Unter der hübschen, leicht verspielt wirkenden Benutzeroberfläche aus dem Hause Huawei (EMUI 4) kommt diesmal Android 6.0 zum Einsatz. Die Ähnlichkeit zu den anderen, oft chinesich geprägten Benutzeroberflächen ala MIUI ist immer noch vorhanden.  EMUI ist eigentlich klar und einfach, obwohl Details, wie eine alphabetische Sortiermöglichkeit der Apps, nicht vorgesehen sind. Auch verzichtet Huawei auf den traditionellen App-Drawer. Die Icons werden auf den diversen Homescreens abgelegt. Auf Wunsch kann man diese aber auch in Ordner einsortieren. Der Homescreen kann beim Mate 8 nun übrigens auch im Querformat genutzt werden. Die Berechtigungen der einzelnen Apps werden zudem auf Wunsch auch einzeln verwaltet.

Die drei Software-Tasten zur Bedienung von Android 6 befinden sich am unterem Displayrand und können problemlos durch eine einfache Wischgeste (nach unten) ausgeblendet werden. Und das macht gerade im Vollbildmodus (zum Beispiel bei Spielen) auch Sinn. Denn so kann man auch bei hektischen Einsätzen in Modern Combat 5 und Co nicht aus Versehen den Home-Button drücken und das Spiel so in den Hintergrund verbannen. Man kann das Huawei Mate 8 in meinem Videoreview in Aktion erleben:

Wer das Emotion UI nicht mag, der kann sich im Play Store einen anderen Android-Launcher installieren. Dann sollte man aber in den Einstellungen unter „Apps verwalten“ auf die Standardeinstellung der Apps klicken. In der Übersicht kann man dann den neuen Launcher aktivieren.

Konnektivität: Alles gut!

Der Lautsprecher tönt recht laut und übersteuert auch auf hoher Lautstärke nicht. Die Gesprächsqualität ist auf einem hohen, aber nicht auf einem Spitzenniveau. (Zumindest) das kann der BlackBerry Priv etwas besser. Die Sende- und Empfangsleistung ist auf einem hohen Niveau und dank der Unterstützung für zwei SIM-Karten kann man auch sein Diensthandy zuhause lassen.

Unterwegs ist man entweder per HSPA+ (Netz von o2 oder Vodafone) oder eben auch per LTE in der Cat 6 erreichbar. Zuhause oder an Hotspots nutzt man bequem das eingebaute WLAN 802.11 b/g/n/ac. Das Huawei Mate 8 unterstützt neben microSD auch eine Speichererweiterung per USB-OTG. Der GPS-Fix ist mit knapp 6 Sekunden auf einem hohen Niveau.

Fazit: Edler Riese auf Speed

Das Huawei Mate 8 ist ein klasse Smartphone mit aktuellen Betriebssystem (Android 6.0 mit Emotion UI 4). Man muss allerdings auch wirklich auf derart große Modelle stehen. Dann entschädigt einem das 6-Zoll große Display dessen Auflösung (Full-HD) ruhig etwas höher hätte ausfallen können. Die Performance ist spitze, die Multimediaqualitäten der Kamera und des Musikplayers  sind gut. Die Frage ist da nur, will man dafür auch 599 Euro ausgeben?

Tags : HuaweiMateReview
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar “Musik”, aber die meisten anderen bezeichnen es als “Krach”.

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