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Huawei Mate 9 im Test: Ist es mir lieb und teuer?

Testergebnis

Verarbeitung 9.2
Display 8.7
Performance 10
Kamera 9.3
Konnektivität & Akku 9.3

Fazit

9.3 Das Huawei Mate 9 ist schon wirklich toll: ein großes, helles Display (leider nur in FHD), eine super schnelle CPU, klasse Verarbeitung. Die Kamera erinnert mich an das deutlich günstigere Huawei P9 und preislich liegt man mit rund 700 Euro im oberen Segment. Wer also etwas mehr Display benötigt, der sollte mal einen zweiten Blick aus Mate 9 werfen. Für alle anderen gibt es zig Alternativen aus dem Hause Samsung (S7 Edge, S7) bzw. Apple (i7+) oder wie wäre es mal mit dem Xiaomi Mi Mix? Bei mir ist der "Funke" nicht übergesprungen. Das Mate 9 ist mir persönlich zu "glatt", zu langweilig. Es ist eine super Smartphone, aber ich bleibe beim Exoten aus China.

Oh ja, das Huawei Mate 9 ist mir teuer, genau genommen ist es mir rund 700 Euro teuer 😀 Die Verpackung des 5,9 Zoll großen Displays ist dafür aber auch besonders edel, denn das neue Mate kommt in einem Metallgehäuse. Auf der Rückseite kommt wieder eine 12-Megapixel-Dual-Kamera aus dem Hause Leica zum Einsatz. Angetrieben wird es von einem Kirin 960 mit 4 GByte RAM. Aber ist es mir auch „lieb“? Auf zum Test …

Huawei Mate 9: Das Design kenn ich doch

Nun gut, es sieht aus, wie eine Mischung auf Huawei Mate 8 und Huawei nova Plus. Der Rahmen mit der glänzend polierten Kante macht einen schicken Eindruck. Wobei das mittlerweile auch bei den sehr günstigen Modellen wie dem Xiaomi Redmi Note 4 oder Vernee Mars zu finden ist. Rein optisch und vor allen Dingen haptisch ist das knapp 157 x 79 x 7.9 mm und 190 GRamm schwere Smartlet ein Gedicht. Es liegt sehr angenehm in der Hand. Im Vergleich zu den üblichen Smartphones mit 5,9 Zoll ist es schon fast zierlich! Bei den Farben hält sich Huawei aber zurück. Das Mate 9 gibt es in Grau, Gold und Silber. Mein graues Testsample stammt von Cyberport.de.

Auf der rechten Seite findet man die Lautstärkewippe und den Ein-/Ausschalter. Auf der Oberseite finden dann die Kopfhörer über eine 3.5 mm Klinkenbuchse „Zugang“. Hier befindet sich auch der IR-Sensor zur Fernbedienung von Multimedia-geräten. Der USB-Typ-C-Anschluss sowie der Lautsprecher und das Mikrofon befinden sich auf der Unterseite. Die 20-Megapixel-Kamera und der kreisrunde Fingerabdrucksensor sind sinnvollerweise auf der Rückseite zu finden. Leider sind sowohl der obere Teil als auch der untere Teil der Rückseite wieder aus Kunststoff. Darunter verbergen sich wohl die Antennen. Die Verarbeitung ist dabei super, allerdings spürt man die Übergänge zwischen Metall und Plastik. Die Rückseite kann man über das mitgelieferte Schutzcover (Kunststoff) schützen. Das sieht aber etwas „billig“ aus, zumal der Rahmen nicht geschützt ist.

Display: 5,9 Zoll IPS ohne Fehl und Tadel

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Das 5,9 Zoll große IPS-Display (1.080 x 1.920 Pixel) des Huawei Mate 9 ist zum Rand hin leicht gebogen (2.5D) und bietet eine ansprechende Farbdarstellung. Die Blickwinkelstabilität sowie die maximale Helligkeit sind sehr gut. Mit seiner Pixeldichte von 373 ppi ist es immer noch scharf und eines der Highlights des Smartphones. Mir hat es wikrlich gut gefallen. Der Nachtlesemodus mit seinen reduzierten Blautönen soll das Einschlafverhalten positiv beeinflussen. Die Quad-HD-Auflösung hat Huawei übrigens dem Mate 9 in der Porsche-Edition bzw. dem eigenen Mate 9 Pro (aktuell nur in China) vorbehalten. Beide sind aber auch teurer.

Performance & Akku: Wirklich Klasse

Bei der CPU setzt Huawei auf den neuen HiSilicon Kirin 960 sowie 4 GByte Arbeitsspeicher. vDie spezielle Porsche-version bekommt dann sogar 6 GByte Arbeitsspeicher spendiert. Brauchen tut man sowas aber nicht. Der neue Chipsatz kommt im aktuellen AnTuTu auf 123.705 Punkte, das Xiaomi MI Mix auf über 155.000. Im Geekbench 4 startet er aber mit 1.941 Punkte im Single-Core und 6.243 im Multi-Core durch. Damit setzt sich der Kirin 960 an die Spitze. Im Alltag spürt man die Top-Ergebnisse nicht. Aktuelle Smartphones sind eh viel zu schnell für dei Benutzeroberflächen und Spiele. Alles getesteten Spiele im Play Store laufen damit vollkommen ruckelfrei.

Der fest eingebaute Akku leistet 4.000 mAh und hielt im Dauertest bei voller Helligkeit knapp 8.30 Stunden durch. Normalnutzer schaffen damit bis zu zwei Tage. Aufgeladen wird das Smartphone dann über ein USB-Typ-C-Kabel. Der Ladevorgang dauert etwa 1:50 Stunden. Die Akkuleistung ist stark vom persönlichen Nutzerverhalten abhängig.

Emotion UI 5: Android 7 in bunt

Emotion UI 5 nennt sich die neue Benutzeroberfläche aus dem Hause Huawei auf der Basis von Android 7. Sie verzichtet auf den mittlerweile eh überholten App-Drawer, kommt aber mit ein paar vorinstallierten Programmen daher.  Neben Facebook und Twitter hat Huawei im Ordner „Top Apps“ auch News Republik (sehr aufdringlich), Booking.com, WPS Office und Todoist installiert. Deinstallieren kann man sie aber alle. So bleiben rund 48 GByte Speicher verfügbar.

Alle Icons werden auf den Homescreens des EMUI verteilt. Auf Wunsch kann man die Icons aber auch in Ordner sortieren. Die drei (bzw. vier) Software-Tasten zur Bedienung von Android befinden sich – dauerhaft eingeblendet – am unterem Displayrand und nennen sich „Navigationsleiste“. Die kann man in den Einstellungen dann anpassen. Der Verzicht auf den App-Drawer kann nach der Installation von vielen Apps und Games schnell zum Verlust der Übersicht führen. Daher kann man seine Icons in Ordner sortieren oder einen Android-Launcher mit App-Drawer installieren. In jedem Fall kann man den Look & Feel über Themen personalisieren. Zieht man die Statusleiste am oberen Rand nach unten, dann findet man neben den üblichen Verknüpfungen (WLAN, Flugmodus, SIM, etc.) auch eine Timeline mit den zuletzt durchgeführten Aktionen.

Screenshots kann man zum Beispiel auch durch klopfen mit dem Fingerknöchel auf das Display auslösen. Das Scroll-Shot-Feature macht Screenhots von Inhalten, die mehrere Bildschirmseiten lang sein. Klopft man mit zwei Fingerknöcheln auf einmal auf das Display, dann startet das Screen Recording. Der Inhalt des Screens wird als Video abgespeichert.

Das EMUI ist – nach kurzer Eingewöhnungszeit – eine der besten Benutzeroberflächen mit zahllosen Einstellungs-/ und Personalisierungsfunktionen. „Neu“ hinzugekommen ist übrigens der „alte“ App-Drawer. Wer sich partout nicht davon trennen  kann, der hat mit EMUI 5 nun die Qual der Wahl.

Multimedia: 20/12-Megapixel-Dual-Kamera

Huawei Mate 9Die Kamera-App selber kennt man schon von anderen Huawei-Smartphones wie dem Huawei P9. Mit der brandaktuellen Firmware MHA-L29C432B126 (553 Megabyte) gibt es screenshot_20161209-091331nun auch einen 6-fach (digitalen) Zoom für Aufnahme aus der Entfernung. Der zweifache Zoom klappt ohne Verlust, da die Details der Aufnahme dann aus den 20 Megapixel extrahiert und auf 12 Megapixel runtergerechnet werden.

Nun, das Mate 9 bietet – wie das P9 – eine Dual-Kamera. Hier allerdings mit 20 Megapixel im Monochrom-Modus und 12 Megapixel im RGB-Modus. Die Leica-Optik bzw. Software kombiniert die beiden Kameras zu einem Gesamtbild. Entweder mit 20 Megapixel (dann ohne Zoom), oder eben mit 12 Megapixel und der Möglichkeit des Hybrid-Zooms. Der Hybrid-Autofokus reagiert schnell und präzise, der optische Bildstabilisator reduziert die Wackler bei Aufnahmen in Dunkelheit.

Huawei Mate 9

Neben den üblichen Spielereien wie HDR-Modus, Panorma-Modus und einer Bildverschönerung, mit teilweise extrem künstlich wirkenden Ergebnissen, bietet das Huawei Mate 9 auch nette Licht-Spielereien bei Dunkelheit. Zahlreiche Nachtmodi vereinfachen und verschönern die Aufnahmen bei Dunkelheit. So kann man beispielsweise „Bilder“ in die Nacht zeichnen (Lichtmalerei). Man nehme eine Lichtquelle und male fröhlich in der Luft herum. Die Kamera des Mate 9 berechnet dabei automatisch die passende Verschlusszeit und den ISO-Wert. Das klappt wegen der langen Belichtungszeit aber nur mit einem Stativ. So kann man beispielsweise auch die Lampen von Autos in eine Art Lichtschlange verwandeln.

Wer wirklich alles aus der Kamera rausholen will, sollte zum Pro-Modus greifen. Hier kann man die – mitunter etwas oberflächliche Automatik – aushebeln und erhält Zugriff auf alle wichtigen Einstellungen (ISO, Weißabgleich, Fokus, etc.). Gut Gefallen hat mir auch der Monochrom-Modus. Die daraus resultierenden Schwarz-Weiss-Aufnahmen bestechen durch Schärfe und Detailfülle.

Campics Huawei Mate 9

Die Funktion „Große Blende“ ermöglicht in Zusammenarbeit mit der eingebauten Nachbearbeitungssoftware eine Art Tiefenschärfe-Effekt. Dabei kann man Fokus im Nachhinein ändern oder eine größere oder eine kleinere Blendenöffnung wählen. Wer Fans von diesem Bokeh-Effekte ist, der kommt hier voll auf seine Kosten. Mit echten Kameras kann er aber nicht mithalten.

Die Kamera auf der Vorderseite löst mit 8 Megapixel auf und sorgt für exzellente Selfies, Wefies und Co. Die Qualität der Kamera finde ich insgesamt sehr gut, aber eine richtige Leica könnte mehr. Dennoch ist das hier einer der besten Kameras auf dem Markt.

Konnektivität und Sound: LTE mit DTS

Die Gesprächsqualität des Huawei Mate 9 ist gut. Meine Gesprächspartner haben mich einwandfrei verstanden, die Unterdrückung der Umgebungsgeräusche über die beiden Mikrofone funktioniert gut, kann aber nicht mit dem Apple iPhone 7 Plus mithalten. An Datenschnittstellen stehen neben LTE noch WLAN b/g/n sowie Bluetooth 4.1 und NFC zur Verfügung. Die Sende- und Empfangsleistung in den Netzen der Telekom und Vodafone war ebenfalls auf einem guten Niveau. LTE in der Cat 11 sorgt in der Theorie für eine Übertragungsrate von bis zu 600 mbit/s. Im Test (Telekom) unter optimalen Bedingungen kam ich auf etwa 221 mbit/s. In der Praxis auf knapp 90 mbit/s. Zudem bietet das Huawei Mate 9 in den Einstellungen eine abschaltbare Kanalbündelung. Meine Meinung zum Huawei Mate 9 findet ihr ich auch im Videoreview auf YouTube:

Das Huawei Mate 9 als Dual-SIM-Variante bucht nur eine der beiden SIMs in das LTE-Netz ein. Die andere funkt nur im GSM/UMTS-Netz. Eien Speichererweiterung UND zwei SIM-Karten ist aber nicht vorgesehen. Entweder, oder!

Der runde Fingerabdrucksensor auf der Rückseite sorgt für zusätzliche Sicherheit und arbeitete im Test einwandfrei. Der Musikplayer liefert einen sehr schönen Sound mit DTS, muss aber ohne FM-Radio und Equalizer-Presets auskommen. Der Lautsprecher des Huawei Mate 9 auf der rechten Unterseite tönt klar und ist sehr laut. Übrigens, Huawei liefert wieder einen schönen Demosong von Delacey.

Das Thema „SAR-Wert“ und Belastung durch Strahlung ist immer mal wieder ein Thema. Auch wenn ich das gut nachvollziehen kann, wer echte Bedenken hat, der sollte einen großen Bogen um das Mate 9 machen. Das Huawei Mate 9 kommt laut Handystrahlung.ch auf 1,64 und übertrifft damit sogar das iPhone 7 (SAR-Wert von 1.37). Der Grenzwert beträgt dabei üppige 2.0. Die negative Auswirkung der Strahlung auf den menschlichen Körper ist wissenschaftlich allerdings noch nicht gefestigt. Trotzdem sollten die Hersteller das Thema nicht vernachlässigen. Bei meiner Bewertung spielt es (noch) keine Rolle.

Fazit: Top oder was?

Das Huawei Mate 9 ist schon wirklich toll: ein großes, helles Display (leider nur in FHD), eine super schnelle CPU, klasse Verarbeitung. Die Kamera erinnert mich an das deutlichCyberport günstigere Huawei P9 und preislich liegt man mit rund 700 Euro im oberen Segment. Wer also etwas mehr Display benötigt, der sollte mal einen zweiten Blick aus Mate 9 werfen. Für alle anderen gibt es zig Alternativen aus dem Hause Samsung (S7 Edge, S7) bzw. Apple (i7+) oder wie wäre es mal mit dem Xiaomi Mi Mix? Bei mir ist der „Funke“ nicht übergesprungen. Das Mate 9 ist mir persönlich zu „glatt“, zu langweilig. Es ist eine super Smartphone, aber ich bleibe beim Exoten aus China.

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Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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