Beenden

Huawei nova 2 im Test: Schicker Nachfolger für Selfie-Fans

(c) Huawei

Das Huawei nova 2 kommt in einem Metallgehäuse in einer “seltsam” bekannten Form daher. Auf der Vorderseite findet man ein 5 Zoll großes Full-HD Display, die Rückseite ziert eine Dual-Kamera mit 12 und 8 Megapixel Kamera. Die Frontkamera löst sogar mit unglaublichen 20 Megapixel auf. Angetrieben wird das Huawei nova 2 von einem Kirin 659 SoC, 4 GByte RAM und 64 GByte Speicher. Als Basis dient dabei Android 7.0 und EMUI 5.1. Interessiert?

Huawei nova 2: Die Form kenne ich doch?

Das komplette Metallgehäuse des chinesischen Herstellers erinnert mich persönlich doch stark an das Huawei_nova_2_backiPhone 7. Nun gut, abgerundete Kanten sind sicher kein Merkmal, welches ausschliesslich von Apple genutzt wird, aber ein kleiner Beigeschmack bleibt dennoch, denn die Kunststoffstreifen (Antennen) sind ebenfalls leicht abgerundet. Technisch ist es dem Honor 9 ähnlich (nicht nur im Preis), aber teilweise auch unterlegen.

Mit seinen Abmessungen von 142,2 x 68.9 x 6.9 mm und einem Gewicht von rund 143 Gramm ist es kleiner als sein Vorgänger, welcher im Oktober 2016 von mir getestet wurde. Das Metallgehäuse kommt zunächst in den drei Farben (Schwarz, Gold, Blau) auf den Markt. Alle drei sind mit einem matten Finish versehen. Die beiden anderen Farbvarianten Grün und Pink sind erst einmal nicht in Deutschland verfügbar. Das Huawei Nova 2 ist ein echter Handschmeichler und liegt sehr angenehm in der Hand. Das Smartphone ist dabei wirklich super verarbeitet.

Auf der rechten Seite befindet sich die Lautstärkewippe sowie der Ein-/Ausschalter, der zur Verbesserung der Haptik leicht geriffelt ist.  Der USB-Typ-C-Port sowie der Lautsprecher und das Mikrofon liegen auf der Unterseite. Die beiden Kamera mit dem kreisrunden Fingerabdrucksensor haben die Designer im oberen Drittel der Rückseite platziert.Huawei_nova_2_rechtsDas Huawei nova 2 bietet einen normalen 3.5 Klinkenanschluss für handelsübliche Kopfhörer. Dank des eigene Soundchips vom Typ AKM4376A gibt es auch ordentlich was auf die Ohren, dazu aber später mehr.

Display: 5 Zoll IPS ohne Fehl und Tadel

Huawei_nova_2_frontDas 5 Zoll große LTPS-Display des Huawei nova 2 ist zu beiden Rändern hin leicht gebogen (2.5D), kommt aber Werk mit einer Schutzfolie und weist eine glatte, schön gleitenden Beschichtung auf. Fingerabdrücke werden dabei nicht ganz so schnell angenommen.  Die Farbdarstellung finde ich persönlich angenehm dezent, die Kontraste sind ausreichend hoch. Auch die Blickwinkelstabilität sowie die maximale Helligkeit gehen in Ordnung. Mit einer Pixeldichte von 443 ppi stellt es alle Inhalte absolut scharf dar. Ein spezieller Nachtlesemodus reduziert den Blauanteil und soll so für schnelleres, oder besser gesagt leichteres Einschlafverhalten sorgen. Wobei man dazu einfach sein Smartphone auch einfach in den Schrank legen könnte.

Performance & Akku: Reicht voll aus.

Das Huawei nova 2 ist mit dem neuen HiSilicon Kirin 659 sowie 4 GByte Arbeitsspeicher und 64 Gbyte ROM ausgestattet. Der Chipsatz kommt im aktuellen AnTuTu auf rund 75.000 Punkte. Im Geekbench 4 EMUI51_Nova2_10kommt er auf 906 Punkte im Single-Core und 3.555 im Multi-Core. Alle getesteten Spiele (Asphalt Extreme, Modern Combat 5) liefen damit vollkommen ruckelfrei und auch das EMUI 5.1 hatte keine Ruckler. Leider reagiert das RAM-Management immer noch ziemlich unwirsch. Apps werden (wieder) bei Erreichen einer bestimmten Speichergrenze (um die 2 GByte) rigoros aus dem Speicher gekickt. Unschön und unnötig bei 4 GByte RAM!

Der fest eingebaute Akku leistet 2.950 mAh und reicht bei halber Display-Helligkeit im PC Mark Akkutest für 6:35 Stunden. Normalnutzer, die nur ein paar E-Mails am Tag checken und Gespräche führen, schaffen damit locker anderthalb Tage. Selbst Hardcore-Nutzer wie ich (zig E-Mails, WhatsApp und 2 Stunden Musik über Bluetooth) werden erst am späten Abend zum Ladegerät greifen müssen. Aufgeladen wird das Smartphone über das USB-Typ-C-Kabel in 1:50 Stunden.

Emotion UI 5.1: Leicht verspielt wirkendes Android 7

  • EMUI51_Nova2_1
  • EMUI51_Nova2_2
  • EMUI51_Nova2_3
  • EMUI51_Nova2_4
  • EMUI51_Nova2_5
  • EMUI51_Nova2_6
  • EMUI51_Nova2_7
  • EMUI51_Nova2_8
  • EMUI51_Nova2_9
  • EMUI51_Nova2_10
  • EMUI51_Nova2_11
  • EMUI51_Nova2_12
  • EMUI51_Nova2_13

Emotion UI 5.1 nennt sich die Benutzeroberfläche aus dem Hause Honor/Huawei auf der Basis von Android 7.0. Sie verzichtet ab Werk zwar auf einen App-Drawer, wer ihn aber partout haben will, der finden in den Einstellungen auch eine Option für eine (Re)Aktivierung 😀

Erfreulicherweise wurde (zumindest mein Testsample) nicht mit Bloatware vollgepackt. Die “üblichen Verdächtigen wie Booking.com, eBay, Instagram, Facebook, TripAdvisor und auch die langweiligen Spiele von Gameloft (Asphalt Nitro, Dragon Mania, Disney Kingdoms, etc.) sind also nicht vorinstalliert. So sind ab Werk rund 52 GByte verfügbar.

Beim Emotion UI werden die Icons der Apps auf den unterschiedlichen Homescreens des verteilt. Auf Wunsch kann man die Apps aber auch in Ordner sortieren. Die drei (bzw. vier) Software-Tasten zur Bedienung von Android befinden sich – dauerhaft eingeblendet – am unterem Displayrand. Der Verzicht auf den App-Drawer kann nach der Installation von vielen Apps und Games schnell zum Verlust der Übersicht führen. Daher kann man seine Icons in Ordner sortieren oder einen Android-Launcher mit App-Drawer installieren. In jedem Fall kann man den Look & Feel über Themen personalisieren. Zieht man die Statusleiste am oberen Rand nach unten, dann findet man neben den üblichen Verknüpfungen (WLAN, Flugmodus, SIM, etc.) auch eine Timeline mit den zuletzt durchgeführten Aktionen.

Multimedia: 12 + 8 = 20 Megapixel

Das Huawei nova 2 bietet auf der Rückseite eine 12-Megapixel-Kamera mit Autofokus (Phasenvergleich) , verzichtet aber auf einen optischen Bildstabilisator (OIS). Die Frontkamera knipst Selfies mit maximal 8 Megapixel. Videos zeichnet das Huawei nova 2 übrigens in 4K auf. Das ist doch ein weiteres Highlight! Die Qualität der Aufnahmen geht in Ordnung, ohne Bildstabilisator wackeln die bewegten Bilder aber etwas. Die Kamera-App selber kennt man schon von anderen Huawei-Smartphones, bietet aber nicht die zahlreichen Features eines Huawei P9.

Die Bildqualität ist wirklich gut. Farben werden sauber abgebildet, die Details kommen bei ausreichend Licht gut zur Geltung. Bilder mit 12 Megapixel gibt es aber nur im 4:3 Format. Wer 16:9 bevorzugt, muss mit maximal 9 Megapixel auskommen. Bildrauschen findet man nur bei Aufnahmen unter schlechten Lichtverhältnissen. Da könnt der Profi-Modus mit seinen zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten für leichte Verbesserungen sorgen.

Konnektivität und Sound: LTE mit DTS

Die Gesprächsqualität des Huawei nova 2 ist gut. Meine Gesprächspartner haben mich einwandfrei verstanden, die Unterdrückung der Umgebungsgeräusche über die beiden Mikrofone funktioniert gut, kann aber nicht mit dem Apple iPhone 7 Plus mithalten. An Datenschnittstellen stehen neben LTE noch WLAN b/g/n sowie Bluetooth 4.1 und NFC zur Verfügung. Die Sende- und Empfangsleistung in den Netzen der Telekom und Vodafone war ebenfalls auf einem guten Niveau. LTE in der Cat7 sorgt in der Theorie für eine Übertragungsrate von maximal 300 mbit/s. Dazu nutzt das Huawei nova 2 in den Einstellungen eine abschaltbare Kanalbündelung.

Das Huawei nova 2 gibt es als Single-SIM und Dual-SIM. Nur eine der beiden Karten kann aber das LTE-Netz nutzen. Die andere funkt nur im GSM/UMTS-Netz. Eien Speichererweiterung UND zwei SIM-Karten ist zudem nicht vorgesehen. Entweder, oder?! Sehr schade, denn vom internen Speicher mit seinen 32 Gbyte sind nur rund 22 GByte frei.

Der runde Fingerabdrucksensor auf der Rückseite sorgt für zusätzliche Sicherheit und arbeitete im Test einwandfrei. Der Musikplayer liefert einen annehmbaren Sound und mit DTS und einem echten FM-Radio aufwarten. Spezielle Equalizer-Presets bietet er aber leider keine. Der Lautsprecher des Huawei nova 2 auf der rechten Unterseite tönt klar, ist aber etwas zu leise.

Fazit: Eine schier unüberschaubare Anzahl an Geräten

Das Huawei nova 2 kostet rund 350 Euro und ist ein (weiteres) gutes Mittelklasse-Smartphone aus dem Hause Honor/Huawei. Das 5-Zoll-Display mit Full-HD-Auflösung, der Snapdragon 625 und die Dual-SIM-Unterstützung haben mir gut gefallen. Preislich liegt man (noch) unter dem Honor 8 bzw. Honor 9. Beide sind aber auch größer und durch das viele Glas auch empfindlicher. So schafft man sich die Konkurrenz gleich im “eigenen” Haus.

Testergebnis

Verarbeitung 9.3
Display 9.1
Performance 8.4
Kamera 9.1
Konnektivität & Akku 9

Fazit

9 Das Huawei nova 2 kostet rund 350 Euro und ist ein (weiteres) gutes Mittelklasse-Smartphone aus dem Hause Honor/Huawei. Das 5-Zoll-Display mit Full-HD-Auflösung, der Snapdragon 625 und die Dual-SIM-Unterstützung haben mir gut gefallen. Preislich liegt man (noch) unter dem Honor 8 bzw. Honor 9. Beide sind aber auch größer und durch das viele Glas auch empfindlicher. So schafft man sich die Konkurrenz gleich im "eigenen" Haus.

Tags : Android 7ChinaHuaweinovaReviewSmartphoneTests
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

Diese Website verwendet Cookies, um Ihre Erfahrungen zu verbessern. Durch die Nutzung dieser Seite stimmen Sie dem zu. Mehr Infos

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen", um Ihnen das beste Surferlebnis möglich zu geben. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen zu verwenden fortzufahren, oder klicken Sie auf "Akzeptieren" unten, dann erklären Sie sich mit diesen.

Schließen