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Huawei P10 im Test: Ist ein Mate 9 Mini

Das Huawei P10 kommt wie das Huawei Mate 9 mit zwei Kameras aus dem Hause Leica auf den Markt. Die Linsen werden allerdings in China bei Sunny Optical gefertigt, während die Sensoren von Sony stammen. Leica liefert dafür das nötige Knowhow bei der Software. Das Huawei P10 selbst ist in Metallgehäuse eingekleidet. Der Fingerabdrucksensor ist allerdings auf die Vorderseite gewandert und wurde in den Home-Button integriert. Der kann dank Wischgesten auch noch andere Funktionen übernehmen. Wie sich das knapp 600 Euro teure „Kamerawunder“ im Test geschlagen hat, lest ihr gleich.

Huawei P10: Ein Honor 8 in edles Metall gehüllt

Rein optisch macht das Huwaei P10 auf mich den Eindruck, als ob die Designer einfach ein Honor 8 in Metall eingekleidet hätten. Das Unibody-Gehäuse besteht allerdings – wie beim P9 – aus einer Mischung aus Leichtmetall und Glas. Die Kamera ist wie beim Vorgänger in eine Glasleiste eingefasst.

Huawei P10
Genau diese Übergänge vom Displayglas zum Metallrahmen fühlen sich glatt an. Fühlt sich einfach super an. Die gesamte Verarbeitung ist über jeden Zweifel erhaben. Der Einschub für EINE SIM-Karte sowie microSD auf der linken Seite des Gehäuses sind ebenfalls aus Metall und schliessen bündig mit dem Rahmen ab.

Huawei P10Der Lautstärkeregler sowie der Ein-/Ausschalter (wie beim Nova in rot „eingekreist“) sind nun auf die rechte Seite gewandert. Die Unterseite wird vom Mikrofon, dem Lautsprecher und einem USB-Typ-C-Anschluss in Beschlag genommen. Das Gehäuse kommt in den Farben Graphite Black/Mystic Silver/Dazzling Blue/Prestige Gold in Deutschland auf den Markt. Mit seinen Abmessungen von 145,3 × 69.3 × 6.98 mm  ist es fast so gross, wie das P9. Das Gewicht ist dabei mit rund 145 GRamm fast gleich geblieben.

Display: 5,1-Zoll und Full-HD?

Das 5,1 Zoll große Display auf der Vorderseite löst mit 1.080 x 1.920 Pixel auf. QHD wäre in dieser Preisklasse zwar wünschenswert, ist aber dem größeren Huawei P9 Plus vorbehalten. Im Vergleich zum P9 sind die Ränder um das Display aber DEUTLICH schmaler ausgefallen und erinnern an das Sony Xperia XA. Das IPS-Display stellt die Farben originalgetreu dar und überstrahlt sie nicht, auch der Kontrast geht in Ordnung. Bei den Schwarzwerten ist ein AMOLED zwar überlegen, aber auch hier gibt es kaum Klagen. Texte und Bilder wirken gestochen scharf. Kein Wunder bei den 432 ppi.  Die maximale Helligkeit reicht für meinen Geschmack ebenfalls aus, die Ablesbarkeit aus unterschiedlichen Blickwinkel war gut. Bei direkter Sonneneinstrahlung sollte man aber die manuelle Helligkeitseinstellung bemühen. Die Automatik geht da zu sparsam ans Werk. Leider hat der Hersteller – wie beim Honor 6x und Huawei P8 lite (2017) die fettabweisende Schicht beim Huawei P10 und Huawei P10 Plus reduziert, um sicherzustellen, dass der vom Displayglas bedeckte – kapazitive – Home-Button mit integriertem Fingerabdrucksensor und Touch-Gesten ordnungsgemäß funktioniert. So erklärt Huawei den Umstand, dass das Corning Gorilla Glas 5 recht „stumpf“ wirkt. Bei Spielen, die eine schnelle Gleitreaktion des Fingers über dem Displayglas (z.B. Lonewolf) benötigen, ist das etwas nervig. Der Schutz vor Kratzern bleibt davon unberührt.

Emotion UI 5.1: Android 7 in bunt

Emotion UI 5.1 nennt sich die Benutzeroberfläche aus dem Hause Huawei auf der Basis von Android 7. Sie verzichtet auf den mittlerweile eh überholten App-Drawer. Wer ihn aber partout haben will, der finden in den Einstellungen auch eine Option für eine (Re)Aktivierung 😀

  • EMUI 5.1 auf Huawei P10
  • EMUI 5.1 auf Huawei P10
  • EMUI 5.1 auf Huawei P10
  • EMUI 5.1 auf Huawei P10
  • EMUI 5.1 auf Huawei P10
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  • EMUI 5.1 auf Huawei P10
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  • EMUI 5.1 auf Huawei P10
  • EMUI 5.1 auf Huawei P10
  • EMUI 5.1 auf Huawei P10
  • EMUI 5.1 auf Huawei P10

Alle Icons werden auf den unterschiedlichen Home-Screens im EMUI 5.1 verteilt. Auf Wunsch kann man die Icons auch in Ordner sortieren. Die drei (bzw. vier) Software-Tasten zur Bedienung von Android befinden sich – dauerhaft eingeblendet – am unterem Displayrand. Das nennt sich treffenderweise „Navigationsleiste“. Die kann man in den Einstellungen dann auch anpassen und die Icons so umsortieren. Den Home-Button mit eingebautem Fingerabdrucksensor kann man EMUI 5.1 auf Huawei P10zudem als eine Art „Touchscreen“ nutzen. So kann ich durch Wischgesten über den Sensor das Betriebssystem steuern. Fingerabdrücke (bis zu 5) unterscheidet der Sensor sehr zuverlässig voneinander.

Look & Feel des EMUI 5.1 kann man wie gewohnt über Themen personalisieren. Zieht man die Statusleiste am oberen Rand nach unten, dann findet man neben den üblichen Verknüpfungen (WLAN, Flugmodus, SIM, etc.) auch eine Timeline mit den zuletzt durchgeführten Aktionen.

Screenshots kann man zum Beispiel auch durch klopfen mit dem Fingerknöchel auf das Display auslösen. Das Scroll-Shot-Feature macht Screenhots von Inhalten, die mehrere Bildschirmseiten lang sein. Klopft man mit zwei Fingerknöcheln auf einmal auf das Display, dann startet das Screen Recording. Der Inhalt des Screens wird als Video abgespeichert. Das neue EMUI ist – nach kurzer Eingewöhnungszeit – eine der besten Benutzeroberflächen mit zahllosen Einstellungs-/ und Personalisierungsfunktionen.

Performance & Akku: Wirklich Klasse

Bei der CPU setzt Huawei auf den HiSilicon Kirin 960 des Huawei Mate 9 sowie 4 GByte Arbeitsspeicher. http://mobile-reviews.de/testberichte/wp-content/uploads/2017/03/EMUI51_P10_20.jpgDer Chipsatz kommt im aktuellen AnTuTu auf 123.705 Punkte. Im Geekbench 4 startet er aber mit 1.941 Punkte im Single-Core und 6.243 im Multi-Core durch. Damit setzt sich der Kirin 960 wieder an die Spitze. Alle getesteten Spiele (Asphalt Extreme, Modern Combat 5) liefen damit vollkommen ruckelfrei.

Der fest eingebaute Akku leistet 3.200 mAh, deutlich weniger als beim Mate9. Bei voller Display-Helligkeit kam ich im Test auf 6:48 Stunden. Normalnutzer, die nur ein paar Mails am Tag checken und Gespräche führen, schaffen vermutlich knapp anderthalb Tage. Aufgeladen wird das Smartphone dann über ein USB-Typ-C-Kabel. Der Ladevorgang dauert etwa 2 Stunden. Die Akkulaufzeit ist aber eben stark vom persönlichen Nutzerverhalten abhängig.

Multimedia: 20/12-Megapixel-Dual-Kamera

Huawei P10Die Kamera-App selber kennt man schon von anderen Huawei-Smartphones wie dem Huawei Mate 9. Der zweifache Hybrid-Zoom klappt ohne Verlust, da die Details der Aufnahme dann aus den 20 Megapixel extrahiert und auf 12 Megapixel runtergerechnet werden. Allerdings auch nur dann, wenn man die Bilder nicht mit 20 Megapixel aufnimmt.

Das Huawei P10 nutzt die „gleiche“ Dual-Kamera wie das Mate 9., ebenfalls mit Leica-Features. Die Tatsache, dass der 20-Megapixel-Sensor im Monochrom-Modus und der 12-Megapixel-Sensor für die RGB-Infos zuständig ist, ändert an den Ergebnissen eben nichts. Die Leica-Optik bzw. Software kombiniert die beiden Kameraaufnahmen zu einem Gesamtbild. Entweder mit 20 Megapixel ohne Zoom, oder mit 12 Megapixel und der Möglichkeit des zweifachen Hybrid-Zooms. Der Hybrid-Autofokus reagiert schnell und präzise, der optische Bildstabilisator reduziert die Wackler bei Aufnahmen in Dunkelheit. Trotzdem kommt man bei Dunkelheit nicht immer ohne ein gutes Stativ aus.

Neben den üblichen Spielereien wie HDR-Modus, Panorma-Modus und einer Bildverschönerung, mit teilweise extrem künstlich wirkenden Ergebnissen, bietet das Huawei Mate 9 auch nette Licht-Spielereien bei Dunkelheit. Zahlreiche Nachtmodi vereinfachen und verschönern die Aufnahmen bei Dunkelheit. So kann man beispielsweise „Bilder“ in die Nacht zeichnen (Lichtmalerei). Man nehme eine Lichtquelle und male fröhlich in der Luft herum. Die Kamera des Mate 9 berechnet dabei automatisch die passende Verschlusszeit und den ISO-Wert. Das klappt wegen der langen Belichtungszeit aber nur mit einem Stativ. So kann man beispielsweise auch die Lampen von Autos in eine Art Lichtschlange verwandeln.

Huawei P10

Wer wirklich alles aus der Kamera rausholen will, sollte zum Pro-Modus greifen. Hier kann man die – mitunter etwas oberflächliche Automatik – aushebeln und erhält Zugriff auf alle wichtigen Einstellungen (ISO, Weißabgleich, Fokus, etc.). Gut Gefallen hat mir auch der Monochrom-Modus. Die daraus resultierenden Schwarz-Weiss-Aufnahmen bestechen durch Schärfe und Detailfülle. Die Blende beträgt beim Huawei P10 nur f/2.2, beim P10 Plus dann f/1.8.

Die Funktion „Große Blende“ ermöglicht in Zusammenarbeit mit der eingebauten Nachbearbeitungssoftware eine Art Tiefenschärfe-Effekt. Dabei kann man Fokus im Nachhinein ändern oder eine größere oder eine kleinere Blendenöffnung wählen. Wer Fans von diesem Bokeh-Effekte ist, der kommt hier voll auf seine Kosten. Mit echten Kameras kann er aber nicht mithalten.

Die Kamera auf der Vorderseite löst mit 8 Megapixel auf und sorgt für exzellente Selfies, Wefies und Co. Die Qualität der Kamera finde ich insgesamt sehr gut, aber eine richtige Leica könnte mehr. Dennoch ist das hier einer der besten Kameras auf dem Markt.

Konnektivität: Ist alles ok

Unterwegs kann ich über HSPA+ oder eben auch per LTE in der Cat 12 bzw. WLAN 802.11 /a/g/n/ac (2.4/5 GHz) im Internet surfen. Das klappte im Test völlig problemlos. Bei der Telekom kam ich in Münster auf knapp 89 mbit/s. Daten und Medien werden per Bluetooth 4.2 LE und NFC übertragen.  Die Sprachqualität des P10 ist gut, meine Gesprächspartner tönen klar und deutlich aus dem Hörer. Dank der „Signal+“ genannten Technologie konnte ich bei mir auf dem Land den Empfang über o2 sogar verbessern. Das P10 unterstützt dabei die Erweiterung des internen Speichers über microSD-Karten (bis 200 GByte) und USB-OTG. Der interne Speicher beträgt 64 Gbyte, davon stehen knapp 50 Gbyte zur freien Verfügung. Der durchschnittliche GPS-Fix war nach rund 5 Sekunden erledigt. Der SAR-Wert ist mit 0,99 W/kg (am Körper) deutlich niedriger als beim Mate 9!

Sound & Musik: Geht in Ordnung

Der Musikplayer aus dem Hause Huawei zeigt den Interpreten und auch Playlisten, Genres und Albennamen an. Auch das in den Track integrierte Album-Cover wird korrekt angezeigt. Das P10 liefert — mit guten Kopfhörern — einen vernünftigen Sound. Der eingebaute Lautsprecher auf der Unterseite klingt hingegen etwas dünn.  Im direkten Vergleich mit den aktuellen Xperia-Modellen, dem Samsung S7 oder dem Apple iPhone ist der Klang aber nicht ganz so lebendig, voll und klar. Meine beiden Referenzgeräte, ein Cowon J3 und der Estarlab Monolith spielen in einer ganz anderen Liga.

Fazit: Schatz, es ist ein Huawei Mate 9 Mini!

Das Huawei P10 ist de facto ein Mate 9 Mini. Folglich ist es technisch und von der Kamera-Qualität her auch 1:1 vergleichbar. Display, Performance und Kamera sind auf einem sehr hohen Niveau. Der Akku ist hingegen nur Durchschnitt! Mit knapp 599 Euro ist es etwas günstiger – zumindest bei der UVP – als ein Mate 9. Trotzdem ist es für die gebotene Leistung und mit Blick auf den deutlich günstigeren Kurs des Huawei P9 (noch) zu teuer. Ok, man bekommt dafür als Vorbesteller immerhin noch eine Leica-Sofortbildkamera.

Testergebnis

Verarbeitung 9.3
Display 9.1
Performance 9.2
Kamera 9.3
Konnektivität & Akku 9

Fazit

9.2 Das Huawei P10 ist de facto ein Mate 9 Mini. Folglich ist es technisch und von der Kamera-Qualität her auch 1:1 vergleichbar. Display, Performance und Kamera sind auf einem sehr hohen Niveau. Der Akku ist hingegen nur Durchschnitt! Mit knapp 599 Euro ist es etwas günstiger - zumindest bei der UVP - als ein Mate 9. Trotzdem ist es für die gebotene Leistung und mit Blick auf den deutlich günstigeren Kurs des Huawei P9 (noch) zu teuer. Ok, man bekommt dafür als Vorbesteller immerhin noch eine Leica-Sofortbildkamera.

Tags : HuaweiP10ReviewTests
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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