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IQI I2 Smartwatch im Test: Samsung Gear S3 mit Android 5.1?

Mit der IQI I2 hat der chinesische Hersteller eine Smartwatch auf der Basis von Android 5.1 im Programm. Optisch ähnelt die IQI I2 dabei ein wenig der Samsung Gear S2 Classic. Die Lünette besteht ebenfalls aus Metall, ist mit Zahlen beschriftet kann aber nicht gedreht werden. Wie sich die knapp 125 Euro teure Smartwatch mit ihrem 450 mAh starken Akku im Test geschlagen hat, könnt ihr nun lesen. Die etablierten Hersteller wie LG, Huawei, Motorola, Sony haben allesamt bereits Smartwatches auf den Markt gebracht. Die verschiedenen Modelle haben alle etwas gemeinsam: sie werden mit Android Wear betrieben. Einzig Samsung setzt bei seinen Wearables auf das eigene Tizen OS. Und die Samsung Gaer S2 Classic hat mich im Test auch voll überzeugen können. Das lag aber nicht am Betriebssystem, sondern an der genialen Bedienung über die drehbare Lünette. Die IQI I2 des chinesischen Herstellers bietet zwar auch eine Lünette, leider ist diese aber ohne Funktion. Abgesehen von den Äußerlichkeiten gibt es also leider keine Gemeinsamkeiten.

IQI I2 könnte auch als Samsung Gear S3 durchgehen

Samsung wird auf der diesjährigen IFA voraussichtlich eine Gear S3 vorstellen und die IQI I2 könnte die Vorlage dafür sein. Optisch orientiert sie sich am Vorbild aus dem Hause Samsung. Die chinesische I2 mit Android 5.1 bietet aber eine Lünette mit aufgedruckten Ziffern und kommt in den drei Farben Silber, Schwarz und Gold auf den Markt.

Mit ihren Abmessungen von rund 46 x 46 x 15 mm ist sie schon ziemlich wuchtig ausgefallen. Das Gewicht von etwa 65 Gramm geht bei einem Gehäuse aus Edelstahl (316L) voll in Ordnung. Die Abmessungen sind aber immer noch kein Vergleich zur noch heftigeren Casio WSD-F10

Der Akkudeckel aus Metall auf der Unterseite wird über vier Schrauben geöffnet (Schraubendreher liegt dabei) und gewährt dann Zugriff auf den Einschub für die nano-SIM. Eine Erweiterung des internen Speichers (4 GByte) ist nicht vorgesehen. Das ist schade, denn mir stehen nur knapp 2 GByte zur freien Verfügung. Im Akkudeckel selber befindet sich auch der Ausschnitt für den Herzfrequenzsensor.

Das Armband kommt in einer Lederoptik daher, kann aber nicht gewechselt werden. Warum nicht? Nun, im Inneren sind drei Antennen (GPS/WLAN/GSM) eingeschweißt und die sind SEHR empfindlich.

1.33 Zoll Display mit 360 x 360 Pixel

Die IQI I2 nutzt ein 1,33 Zoll großes, kreisrundes Display mit einer Auflösung von 360 x 360 Pixel. Die Qualität ist gut, aber meiner Meinung nach nicht mit der deutlich teureren Huawei Watch vergleichbar. Immerhin hat das Display aber auch nicht den hässlichen Flat Tyre“ der Moto 360 2. Gen „geerbt“. Eine automatische Regelung der Helligkeit bietet die Smartwatch dafür aber auch nicht. Die maximale Helligkeit geht in Ordnung und kann über den Ein-/Ausschalter und den dortigen Einstellungen in drei Stufen variiert werden.

In den Einstellungen findet man dann den von Android bekannten Schieberegler für das Feintuning. Bei direkter Sonneneinstrahlung wird es aber trotzdem eng mit der Ablesbarkeit. Das Display setzt die zahlreichen Watchfaces gut in Szene. Verändern – wie bei der Finow X5 – kann man sie aber leider nicht mehr.

Das Display selbst ist in der Regel deaktiviert. Die virtuellen Ziffernblätter bekommt man also nur dann zu Gesicht, wenn man die Uhr über den Ein-/Ausschalter aktiviert oder aber den Arm hebt und zum Gesicht dreht. Das spart dann Strom, sieht aber eben langweilig aus.

Nun mit Android 5.1 und virtueller Tastatur

Die IQI I2 Smartwatch kommt mit einem halbwegs aktuellen Android 5.1 daher. Vorteil dieses OS ist die Tatsache, dass es im Gegensatz zum „abgespeckten“ Android Wear nicht unter App-Armut leidet.

IQI I2 Interface
Unter der Voraussetzung, dass die Apps mit der relativ geringen Auflösung und dem runden Display (umschaltbar auch eine eckige Darstellung) klar kommen, kann man sich also hemmungslos über den Play Store bedienen. Die IQI I2 bietet ab Werk fast alle notwendigen Apps. Vorinstalliert sind der Google Play Store, Google Music, ein Kalender, ein Soundrekorder und natürlich die Telefon- und SMS-App.

IQI I2 Interface

Die Eingaben (Texte, SMS, E-Mails) erfolgen über den runden Touchscreen und einer – immer noch recht fummeligen – virtuellen Tastatur. Für die kleinen Tasten benötigt man zunächst ein wenig Zeit für die Eingewöhnung. Danach klappten die Eingaben aber recht flott. Android Wear liefert die virtuellen Drücker dann erst mit der kommenden Version 2.0 nach.

IQI I2 Interface

Das Betriebssystem selbst steuert man über den Drücker auf der rechten Seite der Smartwatch sowie über Wischgesten auf den Touchscreen. Dabei hat sich der Hersteller der Benutzeroberfläche (SinWear) aber von den Modellen mit Android Wear inspirieren lassen. Die Lautstärke kann man zum Beispiel nur über Softkeys im entsprechenden Unterpunkt der Uhr verändern. Das ist gerade beim Musikplayer etwas lästig.

IQI I2: Halt dich fit (mit Musik)

Die IQI I2 bietet natürlich einen eingebauten Schrittzähler sowie einen Pulsmesser. Dank des eingebauten GPS-Empfängers kann man auch die zurückgelegte Entfernung sowie den aktuellen Pace/Geschwindigkeit messen. Allerdings nur dann, wenn man sich eine App wie zum Beispiel Runtastic installiert. Leider ist der GPS-Empfänger auch nicht immer zuverlässig, bzw der Empfang ist recht schwach. Das liegt an den Antennen im Armband.

IQI I2 Interface

Über Google Play Musik für MP3 kann ich den knapp zwei Gigabyte großen Speicher mit Musik befüllen und auch abspielen. Die Soundausgabe erfolgt entweder über den eingebauten, etwas kratzig klingenden Lautsprecher oder über ein gekoppeltes Bluetooth-Headset. So kann man die IQI I2 unterwegs auch als autarken Fitness-Tracker mit eigener Musikwiedergabe nutzen. Ein vollwertiger Web-Browser steht ebenso zur Auswahl, wie ein Telefon samt den dazu passenden Apps (Kontakte, SMS).

Akku & Performance: 450 mAh und 1 GHz-CPU

Die Smartwatch wird über einen magnetisch haftende Stecker aufgeladen. Der Akku der Uhr liefert 450 mAh und hält damit knapp einen Tag durch. Wer das Display oft und lange nutzt, der wird seine Uhr aber auch schon nach rund 5 Stunden nachladen müssen. Der Ladevorgang selber ist nach etwa 45 Minuten (je nach Ladegerät) erledigt.

Die IQI I2 setzt auf den (auch nicht mehr ganz frischen) MediaTek MT6580M. Hier handelt es sich zwar um einen Quad-Core-Chipsatz mit 1 GHz je Kern. Der kommt aber mit seinen 512 Megabyte Arbeitsspeicher im Geekbench 3 auch nur auf  286 Punkte im Single-Core und 930 im Multi-Core. Der AnTuTu-Benchmark streicht das gleich die Segel.

Für ein paar anspruchslose Spiele wie Angry Birds oder Flappy Birds reicht die Power aber dennoch aus. Mehr verbietet sich schon aufgrund des kleinen Displays.

Konnektivität: A-GPS, nano-SIM und WLAN

Mit der IQI I2 Smartwatch kann man unterwegs auch über WLAN b/g (nur 2.4 GHz) bzw UMTS ins Internet. Dank der eigenen nano-SIM unter dem Akkudeckel kann man mit ihr aber auch Telefonieren. Über das eingebaute Mikrofon ist das aber nicht immer ratsam (Privatsphäre). Meine Gesprächspartner konnte ich über den eingebauten Lautsprecher gut verstehen. Etwas diskreter und weniger auffällig geht das auch über ein Bluetooth-Headset. Die Sende-/ und Empfangsleistung war – je nach Netz –  ausreichend.

Theoretisch kann man die IQI I2 auch als „Companion“ nutzen und so die eingehenden Nachrichten vom Smartphone auf die Smartwatch weiterleiten. Dazu benötigt man nur eine stabile Bluteooth-Verbindung. Im Test brach diese aber immer mal wieder ab. Über WLAN kann man die Uhr nicht mit Smartphone koppeln. Auch die Internetverbindung des Smartphones kann man nicht nutzen. Das Tethering über Bluetooth funktioniert nicht.

Fazit: Schick aber auch nützlich?

Die IQI I2 sieht recht gut aus, ist gut verarbeitet und mit rund 125 Euro sicher nicht zu teuer. Die Qualität des Gehäuses aus Edelstahl (316L) sowie des  1,3 Zoll großen Displays mit seinen 360 x 360 Pixel macht ebenfalls einen guten Eindruck. Der GPS-Empfänger ist allerdings schwach (was vermutlich an den Antennen im Armband liegt).  Die Telefonfunktion und Internet über WLAN bzw. UMTS ist ein nettes Gimmick. Da kann das Smartphone ruhig mal zuhause bleiben. Als Companion – wie die Modelle mit Android Wear – taugt die IQI I2 allerdings nur bedingt. Sie ist eher ein Miniatur-Smartphone (für Geeks).

Testergebnis

Verarbeitung 8.5
Display 8.5
Performance 8.5
Sport 7

Fazit

8.1 Die IQI I2 sieht recht gut aus, ist gut verarbeitet und mit rund 125 Euro sicher nicht zu teuer. Die Qualität des Gehäuses aus Edelstahl (316L) sowie des 1,3 Zoll großen Displays mit seinen 360 x 360 Pixel macht ebenfalls einen guten Eindruck. Der GPS-Empfänger ist allerdings schwach (was vermutlich an den Antennen im Armband liegt). Die Telefonfunktion und Internet über WLAN bzw. UMTS ist ein nettes Gimmick. Da kann das Smartphone ruhig mal zuhause bleiben. Als Companion - wie die Modelle mit Android Wear - taugt die IQI I2 allerdings nur bedingt. Sie ist eher ein Miniatur-Smartphone (für Geeks).

Tags : AndroidIQIKingWearReviewSmartwatchTest
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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