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LG G4c im Test: Compact aber kein G4

Das neue LG G4 ist erst vor ein paar Wochen auf den Markt gekommen und schon liefert LG eine Compact-Version in Form des LG G4c nach. Wer jetzt aber die technischen Spezifikationen des großen Bruders erwartet, der wird vermutlich enttäuscht. Bei einem Preis von rund 210 Euro war das aber auch nicht zu erwarten. Als Mittelklasse-Smartphone bietet es ein 5 Zoll großes Display mit einer Auflösung von 720 x 1.280 Pixel (294 ppi), eine 8-Megapixel-Kamera auf der Rückseite und eine 5-Megapixel-Kamera auf der Vorderseite. Ein Snapdragon 410 sorgt mit vier Kernen und 1.2 GHz zwar nicht für außerordentliche Benchmark-Ergebnisse, bietet aber ausreichend Power. Leider beträgt der Arbeitsspeicher nur 1 GByte. Der interne Speicher fasst auch nur 8 GByte und davon stehen sogar nur knapp 3 GByte zu freien Verfügung. Allerdings kann man ihn ganz einfach per MicroSD-Karten um weitere 128 GByte erweitern. Wie sich der „kleine Bruder“ des G4 so im Test geschlagen hat, erfahrt ihr in den nächsten paar Minuten.

Design & Haptik: Sieht fast aus wie ein G4

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Optisch ähnelt das G4c dem G4. Es ist mit seinen Abmessungen von 139,7 x 69,8 x 10,2 mm zwar keiner, gleichzeitig aber auch dicker. Das Gewicht von 136 Gramm ist dabei doch recht hoch. Bedient wird es wieder mit dem „Rear Key“, der sich natürlich auf der Rückseite befindet und zwar direkt unterhalb der Kameralinse. Glaubt man dem Hersteller, dann soll man ein Smartphone besser bedienen können als bei den Modellen der Konkurrenz. Während des Tests habe ich mich recht schnell an die etwas ungewöhnliche Position der Drücker gewöhnt. So konnte ich während der Telefonate zum Beispiel die Lautstärke schneller anpassen und beim Einsatz meines Gaming-Controllers (MOGA Pro) drückt dessen Halterung nicht auf seitliche Tasten. Über den „KnockOn“ kann man sein LG G4c durch einen doppelten Tipp auf den Bildschirm aufwecken. Will man es wieder in den Standby befördern, dann wiederholt man das Ganze einfach nochmals auf der Statusleiste oder einen freien Bereich auf dem Homescreen. Der Ein-/Ausschalter fungiert auch als Kameraauslöser.

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Drückt man den Leiser-Taster länger, so startet automatisch die Kamera. Das funktioniert aber nur solange der Musikplayer ruht. Auf der Unterseite ruhen ein microUSB-Port sowie das Mikrofon. Während die Designer die Klinkenbuchse für die Kopfhörer sowie das zweite Mikrofon auf die Oberseite verfrachtet haben. Der Lautsprecher befindet sich bei diesem kleinen Knubbel auf der Rückseite mit all seinen Nachteilen. Die Verarbeitung des G4c hinterlässt einen guten Eindruck. Mein Testgerät knarzt auch nicht wenn man auf die Rückseite drückt. Das Backcover kann man selber öffnen. So kann man auch problemlos den 2.540 mAh starken Akku wechseln und bekommt Zugang zur Micro-SIM und MicroSD-Speicherkarte.

LG G4c im Test

Mehr Bilder nach dem Klick

Die Benachrichtigungs-LED befindet sich beim LG G4c gut sichtbar am linken, oberen Gehäuserand und informiert den Nutzer über nahezu jedes (entgangene) Ereignis mir rotem Blinken.

Lieferumfang: Vorhanden!

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Das LG G4c kommt in einer rot-weißen Verpackung aus Karton daher. Im Inneren findet man das Smartphone, einfache Ohrstöpsel, ein Ladegerät, ein Lade/-Datenkabel sowie eine Kurzanleitung. Bei unserem Testgerät von LG handelt es sich um die graue Variante (Metallic Grey).

Display: HD-Auflösung und gute Helligkeit

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Der 5 Zoll große Bildschirm des LG G4c unterscheidet sich deutlich vom G4. Die Auflösung beträgt 720 x 1.280 Pixel (294 ppi) und im direkten Vergleich zum G4 bemerkt man das sofort. Das Display ist dabei ganz leicht gebogen. Farben und Kontraste sehen auf dem Display des LG G4c gut aus. Auch die maximale Helligkeit geht voll in Ordnung. Die HD-Auflösung reicht für den normalen Gebrauch vollkommen aus. Full-HD wäre beim Surfen in Internet allerdings etwas hilfreicher, da Texte dann schärfer abgebildet werden.

Kamera: 8-Megapixel ohne Schnickschnack

LG_G4c_22Die Kamera des LG G4c bietet (nur) eine Optik mit 8 Megapixel und einen LED-Blitzlicht auf der rechten Seite. Im Gegensatz zum G4 aber keinen Laser-Autofokus mehr. Durch den Kontrastautofokus schaltet die Kamera nicht mehr so schnell scharf. Die Resultate gehen aber trotdzem noch in Ordnung. Gute Kontraste und realistische Farbdarstellung, was wil man eigentlich mehr? Die Qualität der Full-HD-Videoaufnahme des LG G4c hat mir ebenfalls gefallen. Die Kamera-App selber ist intuitiv zu bedienen und ähnlich aufgebaut wie bei Samsung. Viele Auswahlmöglichkeiten oder Modi bietet sie aber nicht. Aber macht euch von der Bildqualität doch hier bei Flickr selber einen Eindruck.
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Multimedia: Macht Musik, hat ein Radio
Der Musikplayer von LG ist optisch schlicht gestaltet und nett anzusehen. Man bekommt alle wichtigen Informationen zum Album bzw. Track geliefert. Der MP3-Player bietet allerdings keine Klang-Presets mehr. Im direkten Vergleich mit den Apple iPhone 6 ist der Sound nicht ganz so linear und auch das Sony Xperia Z3, Oppo Find 7 oder Galaxy S6 liefern einen besseren und vor allen Dingen kräftigeren Sound aus den Kopfhörern. Der Lautsprecher des G4c auf der Rückseite tönt recht laut und bietet einen angenehmen Sound. Mit den beiden Lautsprechern eines HTC One M9 kann er natürlich nicht mithalten. Videos spielt das G4 in den gängigeren Formaten auch im Querformat ab. Ein FM-Radio sorgt unterwegs für die aktuellen Fußballergebnisse.
Akku, Konnektivität: Akkuausdauer und Gesprächsqualität sind gut
Der wechselbare Akku hat eine Kapazität von 2.540 mAh. Mit dem G4c kommt man als Poweruser locker durch den Tag. Wer gerne Videos schaut, der wird sich nach etwa 7 Stunden nach einer Lademöglichkeit umsehen müssen. Wer den wechselbaren Akku etwas weniger fordert, der kommt auch etwa 1 1/2 Tage ohne Steckdose auf. Drahtlos aufladen kann man sein G4c allerdings nicht.

Beim Telefonieren mit dem LG G4c kann man seine Gesprächsteilnehmer gut verstehen. Das gilt auch für die eigene Übertragungsqualität. Dank der beiden Mikrofone werden Störgeräusche zwar gefiltert, die Qualität hat aber dennoch leichte Einbrüche zu verzeichnen. Der Empfang ist im Vergleich zum Samsung Galaxy S6 nicht besser. Daten werden beim LG G4c entweder über Micro-USB oder über Bluetooth 4.1 übertragen. NFC unterstützt das G4c leider nicht. Wer im Internet surft, wird sich über WLAN b/g/n/ (2.4 GHz) sowie HSPA+ (bis 42 MBit/s Download) und LTE in der Cat 4 (bis zu 150 mbit/s) freuen. Der integrierte GPS-Empfänger kommt mit GLONASS-Unterstützung daher.

Benchmarks: Kein Rennwagen, eher ein Golf

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Der Snapdragon 410 mit seinen vier Kernen und 1.2 GHz sorgt zusammen mit dem 1 GByte großen Arbeitsspeicher im Geekbench 3 für 448 Punkte im Single-Core-Wert und 1.355 Punkte im Multi-Core. Im aktuellen AnTuTU-Benchmark reicht es sogar nur für 20.945 Zähler. Das reicht trotdzem für alle aktuellen Spiele, inklusive Reckless Racing 3 bei voller Detailstufe. Auch Android 5.0.2 samt LG Benutzeroberfläche liefen flüssig. Multitasking ist wegen dem nur 1 Gbyte großen RAM aber etwas schwerfälliger.

Menü: Android 5.0.2 und LG UX

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Die hauseigene Benutzeroberfläche UX4 hat LG im Vergleich zum G4 wenig verändert. Das Material-Design kann man über Themen personalisieren. Die Icons sind nun durchgängig eckig. Auf dem ersten Homescreen sieht man den aktuellen Wetterbericht. Smart Notice, LG Health und die Smart Settings kann das LG G4c aber nicht vorweisen. Mit dabei sind aber wieder Knock On und Knock Code für das einfache Einschalten und Entsperren des Smartphones. Das „Dual-Windows-Feature“ fehlt aber ebenfalls, dafür scheint der RAM etwas zu klein zu sein. Die drei bzw. vier Softkeys am unteren Rand kann man in Farbe (Schwarz/Weiß) und Aussehen variieren.

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Die Icons lassen sich sortieren und in einer größeren Version abbilden. Dann passen zwar weniger davon auf einen Bildschirmseite, mann kann sie aber besser treffen und vor allen Dingen auseinanderhalten.

Fazit

Mit dem G4c hat LG zwar ein preisgünstiges Smartphone mit dem prestigeträchtigen Namen „G4“ im Programm, leider aber ohne dessen Flaggschiff-Features. Mit HD-Display, 8-Megapixel-Kamera und einem Snapdragon 410 ist es technisch zwar gutes Mittelmaß, muss sich aber auch gegen viele andere Modelle durchsetzen. Wer mobile-reviews.de unterstützen will, der kauft sich sein LG G4c zum Beispel bei Amazon.de.

Tags : AndroidLGReview
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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