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LG V30 im Test: Das ist ein würdiges Flaggschiff

(c) LG

LG hat das V30 auf der IFA 2017 in Berlin vorgestellt, aktuell bekommt man es aber nur bei 1&1 und mit 899 Euro ist der Preis schon extrem hoch, folgt aber wohl einem Trend? Technisch bietet das LG V30 ein 6 Zoll großes OLED-Display mit 1.440 x 2.880 Pixel in 18:9. Für Power sorgt ein Snapdragon 835, die Kameraqualität der neuen Dual-Kamera soll alles bisher dagewesenen in den Schatten stellen, zumindest die Blende f/1.6 ist momentan bei Smartphones einzigartig. Nehmen wir das LG V30 gemeinsam unter die Lupe?

LG V30 Design: Glas und Metall mit IP68

LG_V30_09Das Gehäuse des LG bekommt man wahlweise in Cloud Silver oder Moroccan Blue, ist aber bei beiden Versionen nach IP68 zertifiziert und damit grundsätzlich staub- und wasserdicht. Zumindest in einer maximalen Tiefe von 1,5 Meter für rund 30 Minuten. Das LG V30 hat zusätzliche (14) Tests nach MIL-STD-810G bestanden. Allerdings handelt es sich hier eher um Tests unter starker Vibration, nicht bei Stürzen.

Die Vorderseite mit dem 6 Zoll großen OLED-Display besteht aus Glas, aber auch bei die Rückseite haben die Designer mit diesem recht “spröden” Material versehen. Mein blaues Testsample von 1&1 kostet offiziell 899 Euro und ist damit sehr teurer. Sobald der Exklusivvertrieb aber beendet ist, dürften die Preise auch sinken.

Mit seinen 151,7 x 75,4 x 7,3 mm bei 158 Gramm ist es etwas größer als das LG G6 (148,9 x 71,9 x 7,9, 163 Gramm) aber auch leichter. Mit einem stark gebogenem Glas wie beim Galaxy S8 oder Galaxy S8+ kann das V30 aber nicht protzen. Die Rundungen sind deutlich weicher, das V30 liegt dadurch aber auch hervorragend in der Hand.

Den kombinierten Einschub für die nano-SIM/microSD findet man auf der rechten Seite des recht schmalen Rahmens. Die Lautstärke regelt man über den Taster auf der linken Seite. Traditionell befinden sich der Ein-/Ausschalter samt Fingerabdruckscanner bei LG auf der Rückseite. Dort findet man auch die Dual-Kamera sowie das B&O Logo.

6 Zoll, 1.440 x 2.880 Pixel, 18:9, fast randlos

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Bingo! Das 6 Zoll große FullVision QHD+ In-Cell Touch OLED-Display des LG V30 hat zwar einen sperrigen Namen verpasst bekommen, löst dafür aber mit 1.440 x 2.880 Pixel (538 ppi) auf. Optisch ähnelt die Vorderseite damit stark dem Galaxy S8 oder Xiaomi MI Mix 2. Geschützt wird es von Corning Gorilla Glas 5.  An das Seitenverhältnis von 18:9 sowie die Tatsache, dass es 81% der Vorderseite in Beschlag nimmt, hat man sich bei den aktuellen Flaggschiffen aus China mittlerweile schon fast gewöhnt. Nur das Xiaomi Mi Mix ist da “noch” randloser.  Die Farbdarstellung des OLED ist famos, das Display selber beherrscht neben Dolby Vision auch HDR10. Letzteres konnte ich mit ein paar Demofilmen von LG eindrucksvoll testen. Netflix und Amazon liefern dazu mittlerweile auch das passende Videomaterial.

Über die Always-on-Funktion zeigt das Display permanent Datum, Uhrzeit und eingehende Benachrichtigungen in Form der dafür gängigen Symbole an. Natürlich findet man in den Einstellungen auch eine zeitlich steuerbaren “Nachtmodus” mit reduziertem Blauanteil. Die Farbdarstellung kann ich über eine handvoll Automatiken, aber auch manuell anpassen.

Das Highlight des Displays sind zudem wieder die “abgerundeten” Ecken. Die leichte Treppenbildung des LG G6 kann ich beim V30 nicht mehr erkennen. Der Rahmen rund um das Display ist aber noch gut sichtbar. Apps kann man sowohl im bewährten 16:9-Format – dann allerdings mit Rändern – als auch im 16,7:9-Format mit dünneren Rändern und – sofern das die App bereits unterstützt – im neuen 18:9-Format bildschirmfüllend anzeigen lassen. Im Videoreview des LG V30 bekommt man noch mehr Informationen zum Flaggschiff:

Performance & Akku: Flaggschiff-Niveau

Das LG V30 nutzt den brandaktuellen Snapdragon 835 mit vier Kernen a 2,45 GHz. Flankiert wird er von 4 GByte RAM. Der 835 ist aber ehrlich gesagt nur unwesentlich schneller als sein Vorgänger. Die hauseigene Nutzeroberfläche läuft tadellos und auch die Benchmark-Ergebnisse können sich sehen lassen. Rund 175.973 Punkte im AnTuTu, sowie 1.908 Punkte im Single-Core und 6.474 im Multi-Core des Geekbench 4.

Der fest verbaute Akku leistet im LG V30 – wie im LG G6 – 3.300 mAh. Aufgeladen wird die Kraftzelle dabei über den USB-Typ C-Anschluss auf der Unterseite oder auf Wunsch auch drahtlos. Per Kabel ist der Akku in rund 90 Minuten aufgeladen, schon nach 35 Minuten stehen dabei 50% der Ladung zur Verfügung. Je nach persönlicher Nutzung kommt man mit einer Aufladung zwischen 7:00 Stunden und einem Tag (bequem) hin. Meist bleibt am Ende eines Tages noch eine kleine Reserve (~20%). Das mitgelieferte Ladegerät unterstützt sogar QuickCharge 3.0.

Der interne Speicher beträgt 64 Gigabyte, davon stehen auch nur knapp 50 GByte zur freien Verfügung. Man kann ihn zudem per microSD-Karten um weitere 200 GByte erweitern.

LG UX 6.1: Android 7.1.2 und die Benutzeroberfläche

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Die optisch leicht erneuerte Benutzeroberfläche aus dem Hause LG ist in der Version 6.1 immer noch keine “Schönheit”. Über Themen – zum Beispiel aus der LG World App oder dem Play Store – kann ich den “Look & Feel” aber leicht verändern. Als Basis dient Android 7.1.2 mit dem Sicherheits-Patch-Level vom 01. September 2017. Die aktuelle Firmware ist die V10f-EUR-XX. Der LG Home+ Launcher verzichtet ab Werk erst einmal auf einen App-Drawer. Den kann ich aber in den Einstellungen des LG V30 wieder aktivierten und herunterladen. Bedient wird Android 7.1.2 über die drei Softkeys am unteren Rand des OS.

Die Smart-Bulletin gennante Zusatzseite ist nach dem Auspacken erst einmal deaktiviert, dafür ist die Darstellung mehrerer Apps per Multi-Window wieder an Bord. Auch das LG V30 kann man per Doppel-Tap (Knock-on) auf das Display aufwecken. Gut so, den der Ein-/Auschalter auf der Rückseite ist halt nicht immer sofort erreichbar. Der eingebaute Fingerabdrucksensor reagiert auf eine leichte Berührung und das zuverlässig.

Die Icons sind beim neuen UX 6.1 nett und können zudem über verschiedene „Themen“ verändert werden. Die Auswahl ist meiner Meinung aber immer noch ziemlich kitschig. Über “Smart Settings” kann ich bestimmte Funktionen des V30 automatisch ein- und ausschalten. Je nach Aufenthaltsort kann ich so zum Beispiel auch mein WLAN-Betrieb beim Betreten der heimischen vier Wände aktivieren. Statt Bixby oder so einen Blödsinn verlässt sich LG auf den Google Assistant. Dank LG Health kann man – wie beim Galaxy S8 – Schritte zählen und die zurückgelegte Strecke errechnen.

Treffen sich zwei Kameras: Weitwinkel oder Bokeh?

LG_V30_08Das LG V30 nutzt auf der Rückseite ebenfalls zwei Kameras mit 16 Megapixeln (Pixelgröße 1.0μm), Blende f/1.6 und 71° sowie 13 Megapixeln (Pixelgröße 1.0μm), Blende f/1.9 und 120°. Statt eines Bokeh-Effektes gibt es die Möglichkeit,  Aufnahmen mit einem Weitwinkel aufzunehmen. Die Standard-Kamera (71 Grad) nutzt aber die größere f/1.6 Blende (durch eine zusätzliche Linse aus Glas). Die Aufnahmen wirken so schärfer und bei Dunkelheit auch empfindlicher. Gegen ein Samsung Galaxy S8 Plus kommt sie aber auch hier nicht an. Im Weitwinkel-Modus (120 Grad) lässt die Qualität dann noch mehr Federn. Schuld daran ist die Blende von f/1.9. Das Endergebnis kann sich aber sehen lassen.
LG V30
Ich bin ehrlich gesagt – seit dem LG G4 – Fan der Kameras aus dem Hause LG. Die Details der Aufnahmen springen einem förmlich ins Gesicht, die Farben werden naturgetreu und auch der Kontrast passt. Die üblichen Spielereien wie HDR oder Panorama sind natürlich mit an Bord. Die Kamera-App selber bietet auch eine “Quadratische Kamera”. Diese unterteilt den Bildschirm in zwei Hälften. Während die obere Hälfte als Suche fungiert, kann man in der unteren Hälfte gleich die Qualität der quadratischen Aufnahmen prüfen. Es gibt hier aber auch noch andere Kombinationen.

Gerade der Pro-Modus erlaubt aber eine deutlich besseren Zugang und vor allen Dingen Eingriffsmöglichkeiten in die Bildqualität. Hier kann man dann auch durch den manuellen Fokus einen Bokeh-Effekt hervorzaubern. Nicht so schnell und einfach (oder Live) wie bei der Konkurrenz, aber es geht!

Videos werden natürlich in 4K aufgezeichnet. Ton und Bildqualität sind sogar Spitzenklasse. Da gibt es sogar Leute, die eine Art “Kinofilm” nur mit dem LG V30 auf ihrem YouTube-Kanal gedreht haben 😀 Das Stichwort lautet hier LUT (Look-Up-Tables). Das spezielle Colorgrading wird quasi in Echtzeit über das Videomaterial gelegt. Der recht effektiv wirkende (optische) Bildstabilisator (nur im 16-MP-Sensor mit der Glaslinse) kann leichte Bewegungen der Kamera ausgleichen. Über den Punktzoom kann man einen bestimmten Bereich markieren, die Kamera-App zoomt dann automatisch (aber digital) dahin. Die Frontkamera bietet einen Blickwinkel von bis zu 90 Grad, eine f/2.2-Blende, löst aber nur mit 5 Megapixel auf.

Zu den weiteren Features der LG-Kamera zählen ein Quick Video Editor, Pop-out Pictures, Time lapse, Selfie Flash und ein GIF Mode.

Konnektivität & Sound: LTE Cat 16 und HiFi-DAC

Das LG V30 bietet einen eigenen Hifi-Chip. Der macht bei nur einem Lautsprecher an der Unterseite aber wenig Sinn, über kabelgebundene Kopfhörer (wie den mitgelieferten B&O Play) werden der Sound aber ordentlich aufgewertet. Leider klappt das nicht über Bluetooth und mangels Unterstützung für LDAC oder aptX klingt ein aktuellen Sony Xperia XZ deutlich besser. Die Mehrzahl der Nutzer wird den Unterschied zwischen LG V30 und einem LG G6 vermutlich nicht hören.

Das LG V30 liefert in Gesprächen einen sauberen Klang. Die Sende- und Empfangsleistung ist ebenfalls gut. Bei den Schnittstellen ist alles von Rang und Namen vertreten. Neben HSPA+ gibt es auch die Unterstützung für LTE (Cat 16). WLAN 802.11 a/b/g/n/ac (2.4/5 GHz) sorgt ebenfalls für eine schnelle Datenverbindung und Bluetooth 5 für die passende Übertragung mit Headsets oder anderen Smartphones. Der SAR-Wert beträgt dabei 0,1 W/Kg.

Fazit: DAS ist ein Flaggschiff!

Das 899 Euro teure LG V30 ist ohne Zweifel ein hervorragendes, aber auch SEHR teures Smartphone. Gerade der Preis macht es den Käufer schwer, denn das mittlerweile deutlich günstigere Galaxy S8+ ist auch nicht schlechter. Auf der Habenseite stehen beim V30 das tolle Display, die sehr schnelle CPU, eine klasse Dual-Kamera und der Sound. Die Verarbeitung ist sehr hochwertig, es liegt gut in der Hand, nutzt aber eben viel Glas. Im Falle eines “Falles” ist mit Scherben oder der “Spider-App” zu rechnen. Echte Nachteile hat das G6 (abgehen von der Updatepolitik von LG und dem hohen Preis) eigentlich keine.

Testergebnis

Verarbeitung 9.6
Display 9.3
Performance 10
Kamera 9.3
Konnektivität & Akku 9.2

Fazit

9.5 Das LG V30 ist ohne Zweifel ein hervorragendes, aber auch SEHR teures Smartphone. Gerade der Preis macht es den Käufer schwer, denn das mittlerweile deutlich günstigere Galaxy S8+ ist auch nicht schlechter. Auf der Habenseite stehen beim V30 das tolle Display, die sehr schnelle CPU, eine klasse Dual-Kamera und der Sound. Die Verarbeitung ist sehr hochwertig, es liegt gut in der Hand, nutzt aber eben viel Glas. Im Falle eines "Falles" ist mit Scherben oder der "Spider-App" zu rechnen. Echte Nachteile hat das G6 (abgehen von der Updatepolitik von LG und dem hohen Preis) eigentlich keine.

Tags : LGReviewTestsV30
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar “Musik”, aber die meisten anderen bezeichnen es als “Krach”.

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