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LG Watch Urbane 2nd Edition im Test: Statt LTE immerhin 3G

Ursprünglich sollte die LG Watch Urbane 2nd Edition (W200E) auf der Basis von Android Wear nicht nur Bluetooth 4.1 und WLAN, sondern auch die Anbindung über den schnellen Datenturbo LTE anbieten. Aufgrund eines Problems wurde dieses Modell aber schon kurz nach der Veröffentlichung wieder eingestampft. Nun hat der Hersteller einen Relaunch gestartet und bringt die schicke Smartwatch mit ihrem Gehäuse aus Edelstahl erneut auf den Markt. Für knapp 450 Euro bietet die Uhr nun aber „nur“ noch Unterstützung für 3G (per nano-SIM). Wie sie sich im Test geschlagen hat könnt ihr hier nachlesen.

LG Watch Urbane 2nd Edition: Schicke Smartwatch mit Edelstahl

Die neue Version der von uns ebenfalls unter die Lupe genommenen LG Watch Urbane nennt sich LG Watch Urbane 2nd Edition (W200E) und ähnelt sehr stark einer normalen Uhr. Im Gegensatz zum Vorgänger findet man nun insgesamt drei Drücker vor. Das nach IP67 zertifizierte Gehäuse aus Edelstahl (316L) ist wasser- und staubdicht. Die beiden zusätzlichen Tasten erlauben den Zugriff auf die Lieblingskontakte sowie auf die LG Health App. Mit knapp 44.5 x 51.2 x 14.2 Millimetern ist die neue LG Watch Urbane rund drei Millimeter dicker als die LG Watch Urbane (11 Millimetern).

Auf der Unterseite der neuen LG Watch Urbane befindet sich der Pulsmesser. Der Akkudeckel selbst kann mit einem speziellen Werkzeug geöffnet werden und gibt dann den Einschub für die nano-SIM frei. Aufgeladen wird die Smartwatch über einen magnetischen Clip, der dann die Pogo-Pins mit Strom beliefert.

Das Gehäuse selbst besteht aus hochwertigem  Edelstahl (316L) in der beliebten „brushed“ Optik und kommt recht wuchtig daher. Diese Smartwatch  ist definitiv nichts für kleine Handgelenke. Man muss „dicke“ Uhren mögen und ich persönlich liebe sie. Das Gewicht von 92 Gramm geht da vollkommen in Ordnung. Das Armband selber ist zwar sehr hochwertig, gleichzeitig aber auch unflexibel. Es liegt relativ „starr“ am Handgelenk und hinterlässt deutliche Abdrücke auf der Haut. Zudem wurde das Armband mit in das Design des Gehäuses integriert. Tauscht man das also das Standard-Armband gegen ein einfaches Lederband, dann“fehlt“ oben und unten etwas.

TAG Heuer Connected
TAG Heuer Connected
LG Watch Urbane
LG Watch Urbane

Die neue LG Watch Urbane 2nd Edition gefällt mir dennoch besser als ihre Vorgänger und übertrifft sogar meinen aktuellen Liebling, die TAG HEUER Connected. Die gesamte Verarbeitung ist hervorragend, die Uhr wirkt wertig. Das kann man bei über 400 Euro allerdings auch verlangen 😀

Das Display: 480 x 480 Pixel sollen es sein

Und so ist es auch. LG hat die Bildschirmauflösung des Vorgängers von 320 x 320 Pixel auf den technischen Stand der Huawei Watch gehievt. Das 1,38 Zoll große P-OLED stellt seine Inhalte extrem scharf und ausreichend hell dar. Kein Wunder bei 348 Pixel pro Inch. Ab Werk ist die „Always on“-Option der Smartwatch aktiviert. Damit ist das Display dann immer aktiv, dunkelt sich aber nach kurzer Zeit deutlich ab und zeigt ein weniger helles Ziffernblatt. Dieser „Ambient-Mode“ kann nicht mit der TAG Heuer Connected oder der Moto 360 Sport mithalten. Die nutzen auch ein anderes Display. Die übliche „Uhr-zu-Gesicht“-Bewegung aktiviert die normale Helligkeit und Anzeige. Das ist im Kino dennoch zu hell. Daher kann man diese Option in den Einstellungen auch ändern. Das spart dann zwar Strom, sieht aber längst nicht so lässig aus. Das Display selber ist durch Corning® Gorilla® Glass 3 gegen Kratzer geschützt.

Im Test habe ich die Smartwatch auf Stufe 4 der sechs möglichen Stufen eingestellt. Einen automatischen Helligkeitssensor wie die Moto 360 bietet sie aber nicht. Dafür kann man eben auch das komplette Displaynutzen und hat keinen platten Reifen (flat tire) 😀

LG Watch Urbane 2: Konnektivität über eigene SIM

Um die neue LG Watch Urbane 2nd Edition mit dem Android-Smartphone verbinden zu können benötigt man ein Smartphone mit mindestens Android 4.3. Zusätzlich muss man die kostenlose  „Android Wear“ genannte Companion-App installieren. Damit kann ich dann nicht nur Apps auf der Smartwatch installieren, sondern auch die beliebten virtuellen Watchfaces, zu denen wir später noch kommen. Mit dem Smartphone wird die Uhr dann im ersten Schritt über Bluetooth 4.1 verbunden. Danach klappt das auch über ein gemeinsames WLAN oder sogar per HSPA.

Die LG Watch Urbane 2nd Edition unterstützt nämlich neben WLAN (b/g/n) auch UMTS. Solange sie sich also über das Internet mit dem Smartphone verbinden kann, solange werden auch alle Benachrichtigungen des Smartphones auf der Uhr angezeigt. Das ist besonders dann praktisch, wenn man sein Smartphone zu Hause gelassen hat. Ein für das Smartphone unbekanntes WLAN kann man aber nur dann nutzen, wenn man den Passcode auf dem Smartphone eingegeben hat. Die Uhr selber bietet dazu keine Eingabemöglichkeit. Einmal erkannte und verbundene WLAN werden dann automatisch erkannt. Nach 1870 Minuten deaktiviert die Uhr die WLAN-Verbindung automatisch.

In der Companion-App kann man auswählen, ob Benachrichtigungen über eingehende E-Mails, SMS oder Anrufe auf dem Smartphone und auf der Uhr oder nur auf der LG Watch Urbane 2nd Edition signalisiert werden.Wer sich den passenden Messenger installiert, der bekommt auch seine SMS auf der Uhr angezeigt. Über einen zusätzlichen Webbrowser kann man dann unterwegs Webseiten aufrufen. Zumindest dann, wenn man die Adressen zuvor isn Smartphone eingegeben hat. Danach benötigt man es nicht mehr. Die Verbindung kann über das eigene HSPA erfolgen. In  meinem Videoreview der LG Watch Urbane 2. Edition auf YouTube kann man sie im Einsatz sehen:

Auch Telefonate kann man nun ohne Smartphone führen. Die LG Watch Urbane 2nd Edition bietet dazu sowohl ein Mikrofon als auch einen Lautsprecher. Die Gesprächsqualität ist dabei erstaunlich gut. Die Sende-/ Empfangsleistung auf einem guten Niveau. Leider gibt es momentan keine autarke E-Mail-App. Die werden also nur vom Smartphone übertragen. Beantworten kann man Nachrichten auch nur per Google-Spracheingabe oder vorgefertigten Texten bzw. Emoijs.

Im Inneren der Smartwatch werkelt wieder ein 1,2 GHz schneller Snapdragon 400, diesmal aber mit 768 MByte RAM. Der interne Speicher beträgt 4 GByte, kann aber nicht über Speicherkarten erweitert werden. Dafür kann man Musik über Google Play auf die Uhr laden und von dort auf einem Bluetooth-Kopfhörer oder Lautsprecher ausgeben. So macht der interne Speicher natürlich auch Sinn. Der fest eingebaute Akku leistet 570 mAh und hält im Test knapp einen Tag (etwa 12-14 Stunden) durch. Der Ladevorgang über den mitgelieferten Clip geht zügig.

Android Wear: Nett, aber noch verbesserungsfähig

Dank des eingebauten Pulsmesser und dem Kompass kann man die LG Watch Urbane 2nd Edition auch als Fitnesstracker nutzen.  LG liefert dazu die passende App namens LG Health mit Programmen für Gehen, Laufen, Radfahren, Wandern und Inline-Skating. Funktionen und Eingaben erfolgen entweder über den App-Launcher oder direkt über Google Now. So kann man sich diverse Karten mit unterschiedlichen Informationen anzeigen lassen. Neben dem aktuellen Wetterbericht kann ich zum Beispiel schnell Erinnerungen verfassen, Termine setzen, den Wecker stellen, die eingebauten Apps starten und meine Musikwiedergabe auf dem Smartphone (inklusive Lautstärke) steuern. Wer mag kann die Uhr auch als Turn-by-Turn-Navigation am Arm nutzen. Vorausgesetzt man hat sein Smartphone dabei. Einen eigenen GPS-Empfänger bietet die Smartwatch nämlich nicht.

LG Watch Urbane 2nd EditionÜber den eigene App-Launcher hat man alle installierten Apps direkt im Zugriff ohne sich erst per Sprachkommando mit seiner Uhr unterhalten zu müssen. Die LG Urbane 2nd Edition bietet zahlreiche Watchfaces, die auch bei gedimmten Display noch sichtbar sind. Wer das nicht mag, der kann das Display auch komplett deaktivieren. Daneben hat man über die beiden Apps „Facer“ oder „Watchmaker“ bzw. über en Play Store die Möglichkeit, unzählige andere Watchfaces auf die Uhr zu übertragen. Wer also schon immer mal eine (virtuelle) Markenuhr am Arm haben wollte, dem wird hier geholfen 😀

Wer möchte, der kann seine Smartwatch auch über spezielle Sprachkommandos steuern. Über „OK Google, E-Mail an Tante Erika „Komme zum Kuchen““ sende ich so auf Wunsch mal eben eine E-Mail an die liebe Tante. Das klappt nur, wenn man deutlich und nicht zu schnell spricht. Nuscheln ala „Tatort-Till“ oder mit einem starken Akzent (Bayern und Co) erschwert die Verständigung (nicht nur im echten Leben) ungemein. Hat man mehr als einen Kontakt mit gleichem Namen oder verfügt die Erbtante Erika über mehr als eine E-Mail-Adresse, so muss man diese auf der Smartwatch erst auswählen. Das funktioniert auch mit SMS oder dem Telefon.

Android Wear 5.1 unterstützt bei den SMS nun auch das Zeichnen von Emoijs. Dazu malt man auf dem Display der LG Watch Urbane 2nd Edition zum Beispiel ein Herzchen und die Smartwatch liefert einem dann ein paar bunte Vorschläge zur Auswahl. Die Benachrichtigungen kann man nun nicht nur über den Touchscreen löschen und durchblättern, sondern auch über eine Schüttelbewegung mit dem Handgelenk. Dazu muss man den Arm entsprechend nach links oder rechts drehen und zwar schnell! Eine in meinen Augen nutzlose und unnatürliche Geste.

Abseits der ganzen Benachrichtigungen bietet Android Wear auch ein paar nützliche Apps. Im Play Store findet man bereits eine App zur Fußball-WM sowie das beliebte Runkeeper für Langläufer. Über das eingebaute Mikrofon kann man auch Anrufe auf der LG Watch Urbane annehmen. Über LG Health bzw. Google Fit wird einem die aktuelle Herzfrequenz angezeigt und laufend aktualisiert. Das funktioniert im Ruhezustand erstaunlich präzise.

Fazit: Toller Look, wenig Nutzen?

Die LG Watch Urbane 2nd Edition ist eine schöne, sehr sportliche und vor allen Dingen nicht gerade zierliche Uhr. Einzig das unflexible Armband trübt etwas den Spaß am Gimmick. Die Möglichkeit, nun auch per  UMTS Gespräche oder Datenverbindungen aufzubauen erweitert die Reichweite und den Nutzen deutlich. So habe ich fast immer Kontakt zu meinem Smartphone und bekomme zuverlässig meine Nachrichten und Termine angezeigt. selbst wenn mein Smartphone noch im Büro oder am Bett liegt. Ich brauche nur eine stabile Internetverbindung zwischen den beiden Geräten.  Ohne Smartphone kann ich mit der Smartwatch allerdings nur noch telefonieren, im Internet surfen oder Musik hören. SMS und E-Mails sind dann nicht abrufbar.

Die Akkulaufzeit beträgt in etwa einen Tag. Mit 450 Euro ist die LG Watch Urbane 2nd Edition nur im Vergleich zur TAG Heuer Connected ein Schnäppchen. Meine Finox X5 kostet nur einen Bruchteil und bietet die gleiche Funktionalität. Die gibt es allerdings auch nur als Import und ist längst nicht so gut verarbeitet. Aber der Nutzen einer Smartwatch ist für jeden individuell unterschiedlich.

Tags : Android WearLGReviewSmartwatch
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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