Beenden

LG Watch Urbane im Test: Eine runde Smartwatch mit WLAN

Android Wear hat gerade ein Update auf die Version 5.1 erhalten und LG bringt mit der Watch Urbane das dazu passende Modell auf den Markt. Wie bei der Motorola Moto 360 bzw. G Watch R ist das Display wieder kreisrund und nutzt – im Gegensatz zur Moto 360 – die gesamte Fläche. Die Smartwatch fungiert dabei im Prinzip wie eine Digitaluhr und kann per Bluetooth (4.0 LE) und erstmalig auch per WLAN als Fernbedienung des Smartphones eingesetzt werden. So werden alle Benachrichtigungen und Anrufe die auf dem Smartphone eingegehen, direkt auf die LG Watch Urbane übertragen. Zusätzlich bietet sie noch Interaktionsmöglichkeiten in Form von Apps und Watchfaces. Mein Testgerät kostet aktuell 349 Euro und ob es den Aufpreis zur ansonsten gleich ausgestatteten G Watch R wert ist, das erfahrt ihr im folgenden Test.

Technik

LG Watch Urbane
Um die neue LG Watch Urbane nutzen zu können benötigt man in jedem Fall wieder ein Android-Smartphone mit mindestens der Version 4.3. Zusätzlich muss man sich vorab die „Android Wear“ App installieren. Mit diesem kleinen Helferlein kann man dann zum Beispiel Watchfaces an die LG Watch Urbane senden und ohne diese App ist die Urbane genauso „smart“ wie meine Rolex. Sie zeigt dann nämlich nur Uhr und Datum an. Der fest eingebaute Akku leistet wieder 410 mAh und hält im Dauereinsatz (viele Nachrichten über E-Mail-Push, Facebook, Twitter und Co) zwischen ein und zwei Arbeitstage durch. Die Displayhelligkeit hatte ich in der Regel auf Stufe 2, das Display auf „always on“. Insgesamt bietet die LG Watch Urbane sechs unterschiedliche Helligkeitsstufen, bietet aber keinen Helligkeitssensor wie die Moto 360. Dafür kann man eben auch die komplette Displayfläche nutzen.
LG_Watch_Urbane_15 LG_Watch_Urbane_22
Das Display ist auch das Stichwort. Es löst mit 320 x 320 Pixel auf und wird auch bei der LG Watch R genutzt. Mit 1,3 Zoll ist es etwas kleiner als bei Moto 360. Dank der Zertifizierung nach IP67 ist sie gegen Untertauchen im Wasser (maximal 1 Meter) und Staub geschützt. Das P-OLED der LG Watch Urbane ist ab Werk „always on“, also immer eingeschaltet. Man kann dies in den Einstellungen auch ändern. In der Companion-App kann man auch auswählen, ob Benachrichtigungen über eingehende E-Mails, SMS oder Anrufe auf dem Smartphone und auf der Uhr oder nur auf der LG Watch Urbane signalisiert werden. Im Inneren der Smartwatch werkelt ebenfalls wieder ein 1,2 GHz schneller Snapdragon 400 mit 512 MB RAM. Der interne Speicher beträgt 4 GByte, kann aber nicht über Speicherkarten erweitert werden. Dafür kann man sich neuerdings Songs über Google Play auf die Uhr laden und von dort auf einem Bluetooth-Kopfhörer oder Bluetooth-Lautsprecher ausgeben. So macht der interne Speicher natürlich auch Sinn. Technisch betrachtet bietet die Urbane im Vergleich zur LG Watch R also nur einen zusätzlichen WLAN-Empfänger. Gerüchten zufolge soll die Watch R den aber auch haben, nutzen kann man ihn ohne Android Wear 5.1 freilich nicht.

Design

Mehr Bilder nach dem Klick

Ja, die neue LG Watch Urbane ähnelt schon auf dem ersten Blick einer normalen Uhr. Aktuell gibt es sie nur in Silber oder Gold, jeweils mit einem dunklen Lederarmband. Wenn ich ehrlich bin, dann gefällt mir das Design der Moto 360 optisch trotzdem besser. Das 22 mm breite Armband aus Kalbsleder der LG Watch Urbane kann man selbst wechseln.

LG_Watch_Urbane_18LG_Watch_Urbane_05

Das ist auch gut so, denn es fühlt sich ziemlich „steif“ an, macht ansonsten aber einen wertigen Eindruck. Aufgeladen wird die Uhr wieder über eine kleine (runde) Ladeschale mit Magneten und Pogo-Pins. Ohne diesen Puck ist eine Aufladung nicht möglich. Man sollte ihne also auf gar keinen Fall verlieren. Der drahtlose Ladevorgang der Moto 360 gefällt mir besser. Mit ihren Abmessungen von 45.5 x 52.2 x 10.9 mm und einem Gewicht von 67 Gramm gehört sie definitiv zu den größeren Kalibern. Wer schmale Arme hat, der sollte diesen Brummer vorher mal anprobieren.

Funktionen

LG Watch UrbaneLG Watch UrbaneLG Watch UrbaneLG Watch Urbane
Dank des eingebauten Pulsmesser, dem Kompass und dem Barometer kann man die LG Watch Urbane aber immerhin als eine Art Fitnesstrainer und Wetterdienst nutzen. Die anderen Einsatzmöglichkeiten sind zwar recht trivial, dafür aber ebenso nützlich. Viele Funktionen werden direkt über Google Now ausgelöst. So kann man sich diverse Karten mit unterschiedlichen Informationen anzeigen lassen. Neben dem aktuellen Wetterbericht kann ich zum Beispiel schnell Erinnerungen verfassen, Termine setzen, den Wecker stellen, die eingebauten Apps starten und meine Musikwiedergabe auf dem Smartphone (inklusive Lautstärke) steuern. Wer mag, kann die Uhr auch als Turn-by-Turn.-Navigation am Arm nutzen. Immer vorausgesetzt, man hat sein Smartphone dabei. Einen eigenen GPS-Empfänger bietet die Smartwatch nämlich nicht.

Android Wear 5.1 unterstützt nun auch die Anbindung der Smartwatch per WLAN. Solange sich also das Smartphone und die Watch im Internet befinden, werden auch alle Benachrichtigungen auf die Uhr gebeamt. Praktisch, wenn man mal sein Smartphone zuhause liegen gelassen hat. Unbekannte WLAN kann die Uhr aber nur nutzen, wenn man den Passcode auf dem Smartphoe eingibt. Einmal gelernte WLAN werden dann automatisch eingebunden. Die maximale Übertragungsdauer bei WLAN beträgt aber nur 180 Minuten. Danach deaktiviert die Uhr die WLAN-Verbindung automatisch. Dank Android Wear 5.1 bietet die Urbane nun auch endlich einen eigenen App-Launcher.

LG Watch UrbaneLG Watch UrbaneLG Watch Urbane

So hat man alle installierten Apps direkt im Zugriff ohne sich erst per Sprachkommando mit seiner Uhr unterhalten zu müssen. Die Urbane bietet zudem wieder einige Watchfaces, die sind nun übrigens auch in der Stromsparvariante (gedimmtes Display) sichtbar. Wer das nicht mag, der kann das Display auch komplett deaktivieren. Daneben hat man über die beiden Apps „Facer“ oder Watchmaker die Möglichkeit, unzählige Watchfaces auf die Watch Urbane zu übertragen. Wer also schon immer mal eine (virtuelle) Markenuhr am Arm haben wollte, dem wird hier geholfen 😀

Wer möchte, der kann seine Smartwatch auch über spezielle Sprachkommandos steuern. Über „OK Google, E-Mail an Tante Erika „Komme zum Kuchen““ sende ich so auf Wunsch mal eben eine E-Mail an die liebe Tante. Das klappt nur, wenn man deutlich und nicht zu schnell spricht. Nuscheln ala Tatort-Till“ oder mit einem starken Akzent (Bayern und Co) könnten da leichte Probleme bekommen. Hat man mehr als einen Kontakt mit dem Namen Erika oder verfügt Tante Erika über mehr als eine E-Mail-Adresse, so muss man dies auf der Smartwatch erst auswählen. Das funktioniert auch mit SMS oder dem Telefon. Gerade in der Bahn oder in anderen Verkehrsmitteln spreche ich aber nur ungerne mit meiner Uhr. Peinlich ist das! Android Wear 5.1 unterstützt bei den SMS nun auch das Zeichnen von Emoijs. Dazu malt man auf dem Display der Urbane zum Beispiel ein Herzchen und die Smarwatch zeigt einem dann ein paar bunte Vorschläge zur Auswahl.Die Benachrichtigungen kann man nun nicht nur über den Touchscreen löschen und durchblättern, sondern auch über eine Schüttelbewegung mit dem Handgelenk. Dazu muss man den Arm entsprechend nach links oder rechts drehen und zwar schnell! Eine in meinen Augen nutzlose und unnatürliche Geste.

LG Watch Urbane

Abseits der ganzen Benachrichtigungen bietet Android Wear auch ein paar nützliche Apps. Im Play Store findet man bereits eine App zur Fußball-WM sowie das beliebte Runkeeper für Langläufer. Über das eingebaute Mikrofon kann man auch Anrufe auf der LG Watch Urbane annehmen. Über LG Puls wird einem die aktuelle Herzfrequenz angezeigt und laufend aktualisiert. Das funktioniert im Ruhezustand erstaunlich präzise. Einen guten Eindruck von den Apps und der Bedienung bekommt man auch im Videoreview auf YouTube:

Fazit

Die LG Watch Urbane ähnelt technisch der LG Watch R wie ein Ei dem anderen. Der einzige Unterschied liegt im eingebauten und aktivierten WLAN-Empfänger. Damit erhöht sich die Reichweite natürlich deutlich und die Urbane zieht mit der Apple Watch gleich. Technisch bleibt ansonsten alles beim Alten. Die neuen Funktionen von Android Wear 5.1 sind teils gut und richtig (App-Launcher), teils überflüssig (Gesten). Google ist aber auf dem richtigen Weg. Das Design und die Verarbeitung der Urbane haben mir sehr gut gefallen. Die Akkulaufzeit von ein bis zwei Tagen finde ich persönlich ausreichend. Der Nutzen einer Smartwatch ist für jeden individuell unterschiedlich. Je größer das Smartphone, desto nützlicher finde ich persönlich eine Fernbedienung am Arm. Nachrichten werden auf der Uhr angezeigt, beantworten kann man sie aber nur schlecht. Die eingebaute Spracherkennung funktioniert gut, wirkt auf Dritte aber vielleicht etwa seltsam. Ob einem die LG Watch Urbane die knapp 100 Euro Aufpreis zu LG Watch R wert sind, muss jeder selbst entscheiden. Ich persönlich mag sie und halte sie aktuell für eine der besten Smartwatches.

Tags : Android WearLGReviewSmartwatch
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

Diese Website verwendet Cookies, um Ihre Erfahrungen zu verbessern. Durch die Nutzung dieser Seite stimmen Sie dem zu. Mehr Infos

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen