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Maze Alpha im Test: Ein Xiaomi Mix für 170 Euro?

Mit dem Xiaomi Mix hat der chinesische Hersteller den etablierten Marken mal gezeigt, was ein randloses Smartphone ist. ZTE hat dann mit dem Nubia Z11 bzw. Nubia Z17 nachgelegt. Aber das waren alles relativ teure Modelle. Maze will das mit seinem Alpha ändern. Für knapp 170 bekommt man nämlich ein 6 Zoll großes, fast randloses Full-HD-Display. Das verspricht zumindest der bis dato unbekannte Hersteller. Aber kann er sein Versprechen auch halten?

Maze Alpha: Viel Plastik aber hohes Gewicht

Die Flut an Smartphones mit angeblich “randlosen” Display ebbt nicht ab. Fast jeder “namenlose” Hersteller hat eines im Programm. Vom Blueboo S1 über das UMIDIGI Crystal bis hin zum Maze Alpha. gerad das Alpha war ja sozusagen das Flaggschiff des aus dem nichts erschienenen Herstellers. Aber leider hat sich die Auflieferung um Wochen verzögert und selbst aktuell kommt Maze mit der Auslieferung nicht nach. Die zahl der Vorbestellungen hat die kleine Firma wohl ziemlich überrascht. Ist das ein Wunder? Nein, denn ein 6 Zoll großes Display mit 1.080 x 1.920 Pixel ohne Rand für rund 180 Euro ist doch mal eine Ansage. Na ja, mein Pressekontakt bei Maze hat in der Zwischenzeit jedenfalls schon die Flügel gestreckt und meldet sich nicht mehr. Viel Verpackung, wenig Inhalt (Handy, Ladekabel, Ladegerät, kurze Anleitung).

Maze_Alpha_2Das schwarze Maze Alpha ist mit seinen Abmessungen von rund 160 x 82.5 x 8.1 mm nicht gerade klein und das Gewicht von rund 225 Gramm ist auch eine echte Ansage, allerdings eher für den Weg ins Fitnessstudio 😀 Und das, obwohl die Rückseite nur aus glänzendem Kunststoff besteht! Haptisch ist das Alpha daher wenig überzeugend und Fingerabdrücke werden EXTREM gut in Szene gesetzt.

Das Alpha taugt zudem nicht für den Transport im Sakko oder Hemd und selbst in der Hosentasche wir es eng. Aber das war beim Xiaomi Mix auch schon der Fall. Der obere Zentimeter ragte aus meiner Jeans immer heraus. Beim hinsetzen kann es also durchaus mal komplett aus der Hosentasche rutschen, also aufpassen!

Maze_Alpha_13Die Verarbeitung meines Testsamples war ok, es gab keine sichtbaren Kleberspuren beim Display und der gute sichtbare Rand! rund um den Touchscreen war gleichmässig eingelassen. Im Netz gibt es aber auch bereits Beschwerden über die Verarbeitungsqualität. Mit der Qualitätskontrolle scheint man es aufgrund der hohen Zahl an Vorbestellungen nicht mehr so genau zu nehmen! Ein fataler Fehler, wenn die Zahl der Beschwerden steigen sollte!

Display: 6 Zoll, kaum Rand aber Full-HD

Maze_Alpha_11Das 6 Zoll große IPS-Display auf der Vorderseite wirkt auf den ersten Blick riesig und nimmt etwa 75% der Front für sich ein. Bei 1.080 x 1.920 Pixel kommt es auf rund 367 ppi. Das Display selber ist von guter Qualität und kommt in 16:9 daher. Die maximale Helligkeit des IPS-Panels ist zu niedrig um gegen direkte Sonneneinstrahlung standhalten zu können. Die Farbdarstellung ist aber ausgewogen und die Blickwinkelstabilität geht auch in Ordnung. Der Rand rund um den Bildschirm ist aber GUT sichtbar. Randlos ist was anderes.

Gerade unterhalb des riesig anmutenden Bildschirms findet man noch eine Menge Platz.

Den hat Maze aber nicht verschenkt, denn hier befindet sich der Home-Button mit Fingerabdrucksensor sowie andere Sensoren sowie eine 5-Megapixel-Frontkamera. Das Display selber wird angeblich durch Corning Gorilla Glas 4 geschützt. Alle technischen Details zum Maze Alpha findet ihr auch auf der Webseite des Herstellers. Was ihr aber nicht findet, ist eine Benachrichtigungs-LED beim Alpha und auch eine Beschichtung gegen fettige Finger fehlt. Das Glas wirkt etwas stumpf 🙁

Android 7: Keine Bloatware

Das Maze Alpha wird mit Android 7 ausgeliefert. Der Hersteller verzichtet dabei auf grafische Experimente und hält sich weitestgehend an “Stock-Android”. Alle wichtigen Apps aus dem Hause Google sind daher direkt ab Werk vertreten. Der Fingerabdrucksensor unter dem Display entsperrt das Smartphone recht zuverlässig. So kann man jede App mit dem Fingerabdruck entsperren und absichern. Hinzu kommen ein paar mehr oder weniger sinnvolle Gesten zur Steuerung der Kamera, Screenshots oder ähnlicher Funktionen. Ein FM-Radio bietet das Maze Alpha auch. Die Hard- und Software kann man auch gut in meinem Videoreview des Maze Alpha sehen:

Einigen Stellen in den Einstellungen und Funktionen (z.B. “Smart somatosensory, Gesture motion, Gesture unlock, one-handed mode”) hat der Hersteller allerdings (noch) nicht ins Deutsche übersetzt. Das hat sich auch mit der aktuellen Firmware vom 14.09.17 nicht geändert.

Performance & Akku : Acht Kerne mit 4.000 mAh

Was wie ein gutes Gericht klingt, sorgt in der Praxis nur für eine ausreichende Performance. Der Maze_StatsMediaTek Helio P25 (MT6757CH) lite mit bis zu 2.3 GHz kommt in dieser Form sehr oft zum Einsatz. In Verbindung mit der ARM Mali T720 GPU und den 4 bzw 6 GByte RAM erreicht das Maze Alpha im aktuelle AnTuTu Benchmark rund 61.764 Punkte. Im Geekbench 4 kommt der SoC auf 822 Punkte im Single-Core und 3.298 im Multi-Core.

Für Spielernaturen ist das Maze Alpha also keine schlechte Wahl, wenn man mit gelegentlichen Rucklern klarkommt.

Der fest eingebaute Akku leistet 4.000 mAh und auch mit Blick auf das grosse Display ergibt das eine erstaunlich hohe Laufzeit. Tatsächlich hält der Akku zwischen 5 Stunden (Screen-on-time) und etwa 2 Tagen durch. Je nach eurem Nutzungverhalten. Die Aufladung dauert 1:40 Stunden. Der interne Speicher mit seinen 64 GByte kann per microSD erweitert werden.

Dual-Kamera wie beim UMIDIGI Z1

Auf der Rückseite findet man eine Dual-Kamera mit einem 13-Megapixel-Sensor aus dem Hause Samsung (S5K3L8) sowie einen Bildsensor mit 5 Megapixeln von GalaxyCore (GC5025). Die Blende f/2.2 ist nicht besonders  lichtstark, Aufnahme bei einsetzender Dunkelheit geraten daher mitunter körning. Die Details verschwinden in Artefakten.

Der eingebaute Pro-Moduss mit seinen Einstellungsmöglichkeiten für ISO, Weißabgleich und Helligkeit kann da aber nochmals etwas mehr “Licht ins Dunkel” bringen. Hinzu kommen Modi für Face-Beauty, Blur bzw. ein Bokeh-Effekt und ein Monochrom-Modus samt Panorama. Die Ergebnisse der Kamera sind (nach dem letzten Update) durchaus annehmbar, wenngleich auch kein Highlight. Der Bokkeh-Effekt (Blur) geht allerdings so gar nicht. Sieht einfach nur fürchterlich künstlich aus. Videos werden in Full-HD aufgezeichnet, leiden aber auch ein wenig bei der Qualität.
Maze Alpha

Ich würde sagen, die Qualität der Kamera von Maze geht noch in Ordnung.

Maze Alpha Konnektivität: LTE Cat 6?

Der Netzempfang des Dual-SIM Smartphones war in den Netzen der Telekom sowie Vodafone gut. Fans von O2 und Co werden sich über die Unterstützung von LTE im Band 20 freuen. Die angebliche Unterstützung bis Cat 6 konnte ich im Test aber nicht bestätigen. Mehr als rund 45 mbit/s war nicht möglich. Der WLAN-Empfang (b,g,n) in beiden Bänder (2,4 GHz /5 GHz) war zwar schnell, allerdings nicht überragend. Mein S7 ist da deutlich schneller unterwegs. Das eingebaute GPS-Modul arbeitete zuverlässig und mit den üblichen Abweichungen von knapp 7 Metern. Die Gesprächsqualität würde ich als „gut“ bezeichnen. Das Maze Alpha unterstützt den Betrieb mit zwei SIM-Karten (micro-SIM) gleichzeitig. Dann verzichtet man aber auf die Speichererweiterung per microSD.

Fazit: Kein Xiaomi Mix für 170 Euro

Bei einem Preis von knapp 170 Euro (z.B. bei Gearbest) kann man mit dem Maze Alpha eigentlich nichts falsch machen, WENN man ein so großes Smartphone haben will, WEIL es fast randlos ist. gearbest_logoFür den täglichen Gebrauch ist es ziemlich sperrig und abgesehen vom dünnen Rand betete es nur eine mittelmäßige Kamera, eine brauchbare Performance und ein halbwegs aktuelles Android 7.0.  Ich selber habe das Xiaomi Mix zweimal gekauft, es aber nach ein paar Wochen auch wieder abgegeben. Es war schlicht zu gross. Das gilt auch für das Maze Alpha (zumindest für mich).

Update: Aktuelle Firmware

 

Testergebnis

Verarbeitung 8.9
Display 9.1
Performance 8.5
Kamera 8.1
Konnektivität & Akku 8.6

Fazit

8.6 Bei einem Preis von knapp 170 Euro (z.B. bei Gearbest) kann man mit dem Maze Alpha eigentlich nichts falsch machen, WENN man ein so großes Smartphone haben will, WEIL es fast randlos ist. Für den täglichen Gebrauch ist es ziemlich sperrig und abgesehen vom dünnen Rand betete es nur eine mittelmäßige Kamera, eine brauchbare Performance und ein halbwegs aktuelles Android 7.0. Ich selber habe das Xiaomi Mix zweimal gekauft, es aber nach ein paar Wochen auch wieder abgegeben. Es war schlicht zu gross. Das gilt auch für das Maze Alpha (zumindest für mich)

Tags : Android 7ChinaReviewTestsXiaomi
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar “Musik”, aber die meisten anderen bezeichnen es als “Krach”.

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