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Microsoft Lumia 950 im Test: XL muss nicht immer besser ein

Mit dem Microsoft Lumia 950 bringen die Amerikaner nun den Nachfolger des Lumia 930 an den Start. Das Lumia 950 nutzt ebenfalls Windows Mobile 10 und wie sich das knapp 600 Euro teure Smartphone mit der 20-Megapixel-Kamera samt Carl-Zeiss-Optik im Test geschlagen hat, könnt ihr nun nachlesen.

Design: Metall war gestern

Im Gegensatz zum sehr wertig anmutenden Lumia 930 nutzt der Nachfolger dann doch “nur” noch Plastik. Das hat natürlich Vor- und Nachteile. So kann ich auf der einen Seite den Akkudeckel entfernen und erhalte Zugriff auf den wechselbaren Akku sowie die nano-SIM bzw. microSD-Karte. Auf der anderen Seite fühlt er sich längst nicht so hochwertig an wie Metall.

Das Microsoft Lumia 950 wird leider nur in den beiden Farben Schwarz und Weiß verkauft. Die bunten Cover des Lumia 930 haben mir da deutlich besser gefallen. Mein  Testgerät von Cyberport.de war absolut einwandfrei verarbeitet. Die drei Drücker für Lautstärke und Power liegen auch nicht so dicht beieinander, wie beim Lumia 950 XL. Auch das kleinere Flaggschiff aus dem Hause Microsoft hat wieder einen eigenen Auslöser für die 20-Megapixel-Kamera spendiert bekommen. Selbst fest sitzende Akkudeckel beherbergt die NFC- und die QI-Antenne. Das Display auf der Vorderseite (Gorilla Glas 4) fühlt sich sehr glatt und samtig an.

Lieferumfang: Verpackung ohne Kopfhörer

Der recht großzügige Pappschuber zeigt auf der Vorderseite das Microsoft Lumia 950 und beinhaltet neben dem Smartphone auch ein Schnellladegerät mit 3 Ampere, ein USB-Typ-C-Kabel sowie ein paar Werbeflyer und Kurzanleitungen. Auf ein Headset hat Microsoft verzichtet. Bei knapp 600 Euro schon ein starkes Stück.

Display: 5,2-Zoll mit QHD und AMOLED

Das Lumia 950 bietet ein AMOLED-Display mit QHD-Auflösung und einer Diagonalen von 5,2 Zoll. Die 1.440 x 2.560 Pixel ergeben rechnerisch 565 ppi. Damit wirkt das Display auf dem Lumia 950 nochals einen Tick schärfer als beim 950 XL. Das AMOLED bietet die gleichen, guten Schwarzwerte und das Inaktivitätsdisplay. Eingehende Nachrichten werden daher nicht per LED, sondern auf dem dauerhaft gedimmten Display angezeigt. Die Blinkwinkelstabilität ist gut. Farben werden bei Windows Mobile 10 ja eher sparsam eingesetzt. Die übliche AMOLED-Bonbon-Farbshow sucht man also ziemlich lange 😀 Leider ist mir die maximale Helligkeit etwas zu schwach und die Helligkeitsautomatik reagierte im Test manchmal etwas rüde.

Performance: Qualcomm 808 mit sechs Kernen

Der Snapdragon 808 kommt beispielsweise auch beim deutlich günstigeren Xiaomi Mi4c zum Einsatz. Im Lumia 950 leistet er sich keine Schwächen und mit 3 GByte Arbeitsspeicher läuft das Microsoft Windows Mobile 10 auch sehr flüssig. Im täglichen Einsatz kämpft Windows Mobile 10 aber noch mit ein paar Kinderkrankheiten. So friert manchmal der sehr schnelle Webbrowser (Microsoft Edge) ein und die Kamera startet nicht mehr aus dem Standby. Die CPU wird auch unter Last nur handwarm. Einen guten Eindruck vom Microsoft Lumia 950 bekommt ihr auch in meinem Videoreview auf YouTube:

Akku und Konnektivität: Iris-Scanner als “Sag niemals nie”

Wie im James Bond Klassiker “Sag niemals nie”, kann ich mein neues Lumia 950 auch per Iris-Scanner entsperren. Auf einen Fingerabdruck reagiert das Smartphone nämlich eh nicht? Bevor das aber zuverlässig funktioniert, muss ich meine Augen (sehr nah) in die Kamera halten und das Lumia 950 entsprechend trainieren. Sobald meine Iris hinterlegt ist klappt die Entsperrung zwar sehr zuverlässig, sieht aber dämlich aus 😀 Ich muss das Lumia 950 dazu sehr dicht ans Gesicht halten muss. Die sehr helle, rot leuchtende LED des Scanners blendet dann meine Augen.

Unterwegs ist man neben HSPA+ auch bei LTE Cat. 6 und natürlich mit WLAN a/b/g/n/ac und MIMO online. Verbindung zum PC oder Mac bekommt man über USB-Type-C oder Bluetooth 4.1 bzw. NFC. Die Sende- Empfangsleitung war auf einem guten Niveau und auch bei der Gesprächsqualität gab es nix zu meckern!

Die wechselbare 3.000 mAh starke Kraftzelle hielt im Test bei überdurchschnittlicher Nutzung etwa 11 Stunden durch. Gerade wenn man die CPU durch Grafikbearbeitung fordert, kann man bei der Entladung der Kraftzelle förmlich zuschauen. Wer sein Smartphone weniger oft aus der Tasche zieht, der schafft aber locker 2 Tage. Unterwegs ist der Akku dank Schnellladefunktion in knapp 70 Minuten wieder voll einsatzbereit. Das klappt natürlich auch kabellos nach dem Qi-Standard. Dazu benötigt man aber eine passende Ladeschale aus dem Zubehör.

Kamera: Beste Carl-Zeiss-Optik mit rund 18 Megapixel

Die rückseitig verbaute Kamera des Lumia 950 löst – wie beim großen 950 XL – mit (bis zu) 20 Megapixel auf und nimmt Bilder sowohl in 16:9 als auch in 4:3 auf. Mit einer Blende von f/1,9 und dem optischen Bildstabilisator habe ich absolut geile Aufnahmen machen können. Selbst die Automatik ist schon extrem gut. Wer es noch professioneller mag, der nutzt den manuellen Modus sowie die Ausgabe der Bilder im RAW (DNG).

Die Kamera-App startet nach Betätigung des Auslösers sehr schnell (wenn sie nicht abgestürzt ist), ein dreifarbiger LED-Blitz sorgt für die passende und recht “natürlich” wirkende Beleuchtung.

Microsoft Lumia 950 & 950 XL

Videos zeichnet das Lumia 950 natürlich auch in 4K mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde auf. Zeitlupenaufnahmen macht die Kamera in Full-HD mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde.

Windows Mobile 10: Kacheln wie im Schwimmbad

Microsoft setzt auf dem Lumia 950 Windows 10 Mobile ein. Die neue Benutzeroberfläche hat sich im Vergleich zu Windows Phone kaum verändert. Alles wirkt allerdings “transparenter”. Die kann ich zudem in den Einstellungen noch variieren. Mit dem blauen Hintergrundbild kommt Schwimmbad-Feeling auf.  Die jeweiligen Kacheln zeigen auch beim Lumia 950 Informationen, wie eingehende Nachrichten, SMS aktiv und mehr an. Dazu wechseln sie in einen anderen Anzeigemodus.

Den App-Drawer mit der alphabetisch sortierten Liste erreicht man über eine Wischgeste nach links. danach sieht man alle wichtigen Apps aus dem Hause Microsoft. Neben Notiz-App und Office-Anwendungen findet man auch einen Kalender, E-Mail-Outlook und auch einige Apps von anderen Hersteller. Dazu gehört beispielsweise auch Sky-Go und Sky-Online sowie Amazon, Audible und Candy Crush Saga. Expedia.de. Diese Bloatware kann man aber problemlos deinstallieren.

Im Microsoft Store findet man mittlerweile ein großes Angebot an Apps und Games. Alle gängigen Programme, wie Twitter, Facebook, WhatsApp und auch Spiele (Zum Beispiel von Gameloft) sind auch hier vertreten. Aber eben noch nicht alle. Da ist Android noch immer klar im Vorteil.

Microsoft Display-Dock: Continuum ist beim Lumia 950 nicht kostenlos

Zum Thema “Continuum”, also der Verbindung von Smartphone und Monitor zu einem mobilen PC werde ich noch ein Videoreview nachreichen.

Multimedia: The Sound is Music

Über den Musikplayer “Groove-Musik” bekommt man – zumindest über Kopfhörer – einen guten Sound zu hören. Die Equalizer-Presets verstecken sich allerdings in den  Einstellungen unter “Extras”. Das vom Lumia 950 XL bekannte UKW-Radio gibt es beim Microsoft Lumia 950 nicht. Es kann wohl auch nicht über den Mixcrosoft Store nachgerüstet werden. Videos spielt das Smartphone in den üblichen Formaten ab. Der Lautsprecher auf der Rückseite klingt etwa dünn und blechern.

Fazit: XL muss nicht immer besser sein

Das Lumia 950 ist kleiner als das 950 XL und liegt damit besser in der Hand. Gespart hat der Hersteller nur bei der Diagonalen. 5,2 Zoll reichen in meinen Augen aber locker aus, zumal man die QHD-Auflösung beibehalten hat. Der Chipsatz vom Typ Snapdragon 808 ist ausreichend schnell und überhitzt nicht. Das Windows Mobile 10 wirkt aufgeräumt, ruckelt aber noch etwas. Die Zahl der Apps und Games ist noch immer nicht mit Android vergleichbar. An der Qualität scheitert es dafür aber nicht. Der wechselbare Akku des Lumia 950 ist ein Pluspunkt, ebenso wie die Ausdauer der Kraftzelle. Wer uns unterstützen will, der kauft sich das Lumia 950 (auch mit Dual-SIM) bei Cyberport.de.

 

Tags : LumiaMicrosoftReview
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar “Musik”, aber die meisten anderen bezeichnen es als “Krach”.

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